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Wie viel Rasensamen pro m² bei der Nachsaat? So rechnest du die Menge aus

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für die Nachsaat gelten etwa 20 g Saatgut je m² als allgemeine Orientierung für beschädigte Stellen.
  • Maßgeblich bleibt die Nachsaatangabe deiner Mischung, nicht ihr Wert für die Neuanlage.
  • Der Regelfall von 25 g je m² gehört zur Neuanlage mit passender Regelsaatgutmischung.
  • Rechne Fläche in m² mal Nachsaatwert; bei einzelnen Lücken zählt nur deren Fläche.
  • Auch im Herbst kein Zuschlag: Überdosierung kann Konkurrenz und Pilzkrankheiten begünstigen.

Vor jeder Nachsaat messe ich die kahlen Stellen aus und rechne die Saatmenge, statt nach Gefühl aus dem Sack zu streuen. Nach Gefühl landest du leicht über der Aufwandmenge deiner Mischung. Eine Überdosierung kann aber die Konkurrenz zwischen den Keimlingen verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Mit Zollstock, Taschenrechner und Küchenwaage weißt du vor dem Säen, wie viel Saat deine Lücken brauchen.

Zahl im Blick

Für die Nachsaat gelten etwa 20 g Saatgut je m² als allgemeine Orientierung für beschädigte Rasenstellen. Für Schattenmischungen liegen die Nachsaatangaben bei 20 bis 25 g je m². Der Regelfall von 25 g je m² gehört dagegen zur Neuanlage mit einer passenden Regelsaatgutmischung. Maßgeblich bleibt immer die Nachsaatangabe auf deiner Packung.

Wie viel Rasensamen pro m² brauchst du bei der Nachsaat?

Ich rechne mit der Nachsaatangabe der Mischung, die ich tatsächlich aussäe. Steht auf der Packung ein Wert für die Neuanlage und einer für die Nachsaat, nehme ich den zweiten. Fehlt die Nachsaatangabe, rechne ich mit etwa 20 g je m², der allgemeinen Orientierung für die Reparatur beschädigter Stellen.

Situation Saatmenge je m² Einordnung
Reparatur beschädigter Rasenstellen etwa 20 g allgemeine Orientierung
Rasennachsaat nach einer Herstelleranleitung 20 g Angabe eines Herstellers
Nachsaat mit einer Zier-, Sommer- oder Schattenmischung desselben Herstellers 20 g Herstellerangabe für die jeweilige Mischung
Nachsaat mit Schattenmischungen 20 bis 25 g je nach Mischung
Neuanlage mit passender Regelsaatgutmischung im Regelfall 25 g Ansaatwert, kein Nachsaatwert
Neuanlage mit denselben Zier-, Sommer- und Schattenmischungen 25 bis 35 g Herstellerangabe, Ansaatwert

Bei der Zier-, Sommer- und Schattenmischung desselben Herstellers liegt der Nachsaatwert unter der Spanne für die Neuanlage. Wer zum Nachsäen den Neuanlage-Wert von der Packung abliest, sät also mehr als vorgesehen und landet in der Überdosierung, die Konkurrenz und Pilzkrankheiten begünstigen kann.

Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Lückenbild: welche Fläche du in die Rechnung nimmst

Die Grammzahl je m² liefert die Mischung, die Fläche liefert dein Rasen. Das Lückenbild entscheidet deshalb, welche Fläche du ansetzt und ob Nachsaat überhaupt der passende Weg ist.

Lückenbild Fläche in der Rechnung Vorgehen
Einzelne kahle Stellen nur die Summe der Stellen Nachsaatwert der Mischung
Insgesamt dünner, lückiger Rasen die ganze dünne Fläche Nachsaatwert der Mischung
Brauner Rasen nach Trockenheit erst nach ausreichendem Regen festlegen nur dort nachsäen, wo Pflanzen abgestorben und größere Lücken geblieben sind
Bei einem Kriterium mehr als 50 % der Fläche betroffen die ganze Fläche Neuanlage mit Ansaatmenge prüfen
Tiefer Schatten unter Gehölzen oder Gebäuden keine Schattenstauden statt Rasen erwägen

Einzelne kahle Stellen stecke ich vor dem Messen mit Holzstäben ab, damit keine in der Rechnung fehlt. Ist der Rasen insgesamt dünn, nimmst du die ganze betroffene Fläche.

Nach einem trockenen Sommer rechne ich erst, wenn es ausreichend geregnet hat. Brauner, etablierter Rasen kann danach wieder austreiben. Nachgesät wird nur dort, wo Pflanzen tatsächlich abgestorben sind und größere Lücken bleiben. Diese Nachsaat kannst du mit einer Mischung verbinden, die besser zum Standort passt.

Eine Herstellerfaustregel empfiehlt die Neuanlage, wenn bei mindestens einem Kriterium mehr als 50 % der Fläche betroffen sind. Als Kriterien gelten etwa Unkraut, Kahlstellen, eine unerwünschte Gräserzusammensetzung oder Unebenheiten. Dann rechnest du nicht mehr mit dem Nachsaatwert, sondern mit der Ansaatmenge deiner Mischung.

In tiefem Schatten von Gehölzen oder Gebäuden lässt sich auch mit Schattenmischungen langfristig kein zufriedenstellender Rasen erhalten. Dort plane ich keine Nachsaat, sondern prüfe Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien. Die Grundlagen dazu, wann und wie du einen lückigen Rasen fachgerecht nachsäst, findest du in einem eigenen Beitrag.

Häufiger Fehler

Für ein paar kahle Stellen wird die ganze Rasenfläche in die Rechnung genommen. So kaufst du ein Vielfaches der nötigen Saat. Verteilst du den Überschuss trotzdem, säst du über der Aufwandmenge der Mischung.

Welcher Nachsaatwert zu deinem Rasen passt

Die Mischung richtet sich nach der Nutzung der Fläche, und mit ihr der Nachsaatwert. Zierrasen dient überwiegend der repräsentativen Wirkung, und ein dichter Zierrasen braucht feinblättrige Gräser. Spiel- und Gebrauchsrasen wählst du für Flächen, die regelmäßig betreten und bespielt werden. Ich säe mit einer Mischung nach, die zur Nutzung des vorhandenen Rasens passt, und lese deren Nachsaatwert ab.

Für raschen Lückenschluss eignen sich weidelgrasbetonte Reparaturmischungen, weil sie schnell keimen und sich zügig bestocken. Ausdauerndes Weidelgras läuft in einem Orientierungsbereich von 7 bis 15 Tagen auf. Die allgemeinen Einflussfaktoren und welche Saatdichte bei der Neuansaat zu welchem Rasentyp passt, behandelt ein eigener Beitrag.

So rechnest du die Saatmenge aus

  1. Fläche messen. Miss Länge und Breite und multipliziere beide Werte. Unregelmäßige Flächen teilst du in Rechtecke und Dreiecke auf; ein Dreieck ergibt Grundseite mal Höhe, geteilt durch zwei. Beete, Wege und Terrassen ziehst du ab.
  2. Nachsaatwert ablesen. Nimm die Nachsaatangabe deiner Mischung, nicht den Wert für die Neuanlage.
  3. Multiplizieren. Fläche in m² mal Gramm je m² ergibt die Saatmenge in Gramm.
  4. Halbieren. Teile die Menge in zwei gleiche Portionen für zwei gekreuzte Arbeitsgänge.
  5. Einkaufen. Ich runde beim Kauf auf die nächste Packungsgröße auf und streue den Rest nicht zusätzlich aus.

So sieht die Rechnung für einen L-förmigen, insgesamt dünnen Rasen mit einer angenommenen Nachsaatangabe von 20 g je m² aus:

Teilfläche Rechnung Ergebnis
Hauptfläche 10 m × 6 m 60 m²
Seitenstück 4 m × 3 m 12 m²
abzüglich Beet 2 m × 1,5 m −3 m²
Rasenfläche gesamt 60 m² + 12 m² − 3 m² 69 m²
Saatmenge 69 m² × 20 g 1.380 g
Portion je Arbeitsgang 1.380 g ÷ 2 690 g
Marias Erfahrung

Ich schreibe jede Teilfläche mit ihrer Rechnung auf einen Zettel und lege ihn in den Saatgutbeutel. Die errechnete Menge wiege ich auf der Küchenwaage ab und teile sie gleich in zwei Portionen.

Mini-Checkliste

Fläche gemessen und Beete abgezogen. Nachsaatwert der Mischung abgelesen, nicht den Wert für die Neuanlage. Menge ausgerechnet und halbiert. Packung aufgerundet, der Rest bleibt im Beutel.

Rechenbeispiele für typische Nachsaatflächen

Die Flächen sind Beispiele. Setz deine eigenen Maße und den Nachsaatwert deiner Packung ein.

Ausgangslage Fläche Wert je m² Saatmenge
Drei kahle Stellen von je 2 m² ausbessern 6 m² etwa 20 g etwa 120 g
Dünnen Gebrauchsrasen ganzflächig verdichten, Packungsangabe angenommen 80 m² 20 g 1.600 g
Lückige Fläche im lichten Schatten mit Schattenmischung 15 m² 20 bis 25 g 300 bis 375 g
Zum Vergleich: dieselben 80 m² als Neuanlage mit Regelsaatgutmischung 80 m² im Regelfall 25 g 2.000 g

Die erste Zeile zeigt, dass für einzelne Stellen eine kleine Menge reicht, auch wenn der Rasen groß ist. Die letzte Zeile zeigt den Unterschied zwischen Nachsaat und Neuanlage auf derselben Fläche.

Jahreszeit: den Termin anpassen, nicht die Menge

Ich säe im Frühjahr wie im Herbst die Aufwandmenge der Mischung und verschiebe bei ungünstigem Wetter lieber den Termin. Keimende Samen müssen durchgehend feucht bleiben, weil Austrocknung den Keimling absterben lassen kann. Ein Zuschlag in der Sommerhitze bringt deshalb nur mehr Keimlinge in dieselbe Trockenheit und kann ihre Konkurrenz verstärken.

Zeitraum Wann er passt Worauf du achtest
April bis Mitte Mai Beginn der Frühjahrsnachsaat je nach Region, sobald Wärme und Wasserversorgung reichen Im Frühjahr kann der Unkrautdruck stärker sein
April bis September Nachsaat bei feuchtwarmer Witterung Bodentemperatur je nach Empfehlung mindestens 8 bis 10 °C
September oder Oktober Lücken nach sommerlicher Trockenheit Erst nach ausreichendem Regen prüfen, ob Pflanzen wirklich abgestorben sind
Herbst Gespeicherte Bodenwärme, Feuchtigkeit leichter sicherzustellen Bodenfrost kann die Keimung verzögern

Offene Lücken im Sommer bringen ein eigenes Risiko mit: Hirsearten können bei Bodentemperaturen über 20 °C in lückigen Rasenflächen keimen. Die Zeitfenster für deinen Garten findest du im Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken. Für Spiel- und Gebrauchsflächen erklärt ein eigener Beitrag, wann und wie du einen Gebrauchsrasen nachsäst.

Mythos-Check

„Im Herbst gibst du einen Zuschlag drauf, damit genug durch den Winter kommt.“ Mehr Saat ändert nichts daran, dass Bodenfrost die Keimung verzögern kann. Sie erhöht nur die Saatdichte, und eine Überdosierung kann Konkurrenz und Pilzkrankheiten begünstigen. Lücken nach einem trockenen Sommer säst du im September oder Oktober mit der normalen Aufwandmenge nach.

Vor und nach dem Säen: das Wichtigste in Kürze

Vor der Nachsaat mähst du den Altbestand kurz und räumst Schnittgut und abgestorbene Reste vollständig ab. Die Samen brauchen direkten Kontakt zum Boden, deshalb arbeitest du sie flach ein. Jeden Arbeitsschritt bis zum Vogelschutz zeigt die Anleitung, wie du Rasen Schritt für Schritt nachsäst.

Die abgewogenen Portionen streust du bei Windstille in zwei gekreuzten Arbeitsgängen. Saattiefe, Keimtemperatur und den passenden Boden erklären die Abschnitte Rasen säen sowie Standort und Boden im Überblick zum Rasen.

Danach hältst du die Saat durchgehend feucht, auch wenn schon erste Halme stehen. Kleine nachgesäte Stellen kannst du mit Vlies gegen Vogelfraß schützen. Gießmengen und den ersten Schnitt beschreibt die Nachsaat-Anleitung ebenfalls.

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Häufige Fragen

Welche Saatgutmenge benötigt man für eine erfolgreiche Rasennachsaat pro Quadratmeter?
Als allgemeine Orientierung für die Reparatur beschädigter Rasenstellen gelten etwa 20 g Saatgut je m². Für Schattenmischungen liegen die Nachsaatangaben bei 20 bis 25 g je m². Maßgeblich bleibt die Nachsaatangabe deiner Mischung, denn eine Überdosierung kann die Konkurrenz zwischen den Keimlingen verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen.
Was ist der Unterschied zwischen Rasen ausbessern und Rasen verdichten hinsichtlich des Saatgut-Bedarfs?
Beim Ausbessern setzt du nur die Fläche der kahlen Stellen an, beim Verdichten die gesamte dünne Rasenfläche. Diese Fläche multiplizierst du mit der Nachsaatangabe deiner Mischung; als allgemeine Orientierung für beschädigte Stellen gelten etwa 20 g je m². Weil die Fläche beim Verdichten größer ist, brauchst du dafür entsprechend mehr Saat.
Wie berechnet man die benötigte Grassamen-Menge für verschiedene Rasenarten wie Zierrasen oder Gebrauchsrasen?
Du multiplizierst die nachzusäende Fläche in m² mit dem Nachsaatwert der Mischung, die zu deinem Rasen passt. Die Mischung richtest du nach der Nutzung: Ein dichter Zierrasen braucht feinblättrige Gräser, Spiel- und Gebrauchsrasen wird für regelmäßiges Betreten ausgewählt. Für die Nachsaat mit einer als Zierrasen angebotenen Mischung nennt ein Hersteller 20 g je m². Steht auf der Packung zusätzlich ein Wert für die Neuanlage, nimmst du für die Nachsaat trotzdem die Nachsaatangabe.
Worin unterscheidet sich die Rasennachsaat von einer kompletten Rasenerneuerung bezüglich der Samenmenge?
Für eine Neuanlage mit passender Regelsaatgutmischung werden im Regelfall 25 g Saatgut je m² ausgebracht. Dieser Wert gehört zur Ansaat; für die Reparatur beschädigter Stellen gelten etwa 20 g je m² als allgemeine Orientierung. Bei mehreren Mischungen eines Herstellers liegt die Nachsaatangabe unter der Spanne für die Neuanlage. Eine Herstellerfaustregel rät zur Neuanlage, wenn bei mindestens einem Kriterium wie Unkraut oder Kahlstellen mehr als 50 % der Fläche betroffen sind.
Stimmt es, dass mehr Saatgut automatisch zu einem dickeren Rasen führt?
Nein. Zu viel Rasensaat kann die gegenseitige Konkurrenz der Gräser verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Halte dich deshalb an die Aufwandmenge deiner Mischung und verteile sie gleichmäßig in Längs- und Querrichtung.
Wie müssen saisonale Aspekte bei der Saatgutmenge berücksichtigt werden?
Halte dich zu jeder Jahreszeit an die Aufwandmenge deiner Mischung, denn eine Überdosierung kann die Konkurrenz der Keimlinge verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Anpassen lässt sich der Termin: Rasennachsaat ist bei feuchtwarmer Witterung von April bis September möglich. Lücken, die nach sommerlicher Trockenheit bleiben, kannst du im September oder Oktober nachsäen.
Wie führt man eine Flächenberechnung für unregelmäßige Rasenflächen durch?
Teile die Fläche in Rechtecke und Dreiecke auf und miss jede Teilfläche einzeln. Ein Rechteck ergibt Länge mal Breite, ein Dreieck Grundseite mal Höhe, geteilt durch zwei. Beete, Wege und Terrassen ziehst du ab und addierst die übrigen Teilflächen zur Gesamtfläche.
Zuletzt geprüft:
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