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Gebrauchsrasen nachsäen: Zeitfenster, Vorbereitung und wie die Saat in den Boden kommt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Nachsaat ist bei feuchtwarmer Witterung von April bis September möglich.
  • Rasensaat braucht je nach Empfehlung mindestens 8 bis 10 °C Bodentemperatur.
  • Braunen Rasen nach Trockenheit erst beobachten und nur bleibende Lücken nachsäen.
  • Vorher kurz mähen, Filz längs und quer herausarbeiten und alles abräumen.
  • Für die Nachsaat gelten etwa 20 g je m² als Orientierung, die Angabe der Mischung geht vor.
  • Saat je nach Anleitung etwa 0,5 bis 1 cm flach einrechen und leicht andrücken.

Auf meinem Gebrauchsrasen entstehen die Lücken dort, wo am meisten gelaufen und gespielt wird. Damit eine Nachsaat dort anwächst, braucht sie passende Keimbedingungen und direkten Kontakt zum Boden. Säst du auf dicken Filz oder in zu kalten Boden, fehlt der Saat genau eines davon. Hier geht es darum, wann du nachsäst, wie du die Fläche vorbereitest und wie die Saat in den Boden kommt.

Spiel- und Gebrauchsrasen wird für regelmäßiges Betreten und Spielen ausgewählt, Zierrasen dagegen dient überwiegend der repräsentativen Wirkung. Bei der Nachsaat ergänzt du die vorhandene Grasnarbe dort, wo sie lückig ist, statt die Fläche neu anzulegen.

Nachsaat oder Neuanlage: was braucht deine Fläche?

Bevor ich Saatgut kaufe, gehe ich die ganze Fläche ab und schätze ein, wie viel davon noch dichter Rasen ist. Besteht der Rasen zu großen Teilen aus Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern. Eine Herstellerfaustregel rät zur Neuanlage, wenn bei mindestens einem Kriterium mehr als 50 % der Fläche betroffen sind. Als Kriterien nennt sie etwa Unkraut, Kahlstellen, eine unerwünschte Gräserzusammensetzung oder Unebenheiten.

Für den Neustart findest du die Anleitung, wie du einen Gebrauchsrasen neu aussäst. Rollrasen verursacht höhere Anschaffungskosten als eine Aussaat. Was die Nachsaat im Vergleich kostet, zeigt der Kostenvergleich der Nachsaat-Methoden mit Rollrasen.

Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Wann säst du Gebrauchsrasen nach?

Nachsaat ist bei feuchtwarmer Witterung von April bis September möglich. Innerhalb dieses Rahmens richte ich mich nach Boden und Wetter, nicht nach einem festen Datum.

Zeitraum Was dafür spricht Worauf du achtest
Frühjahr Start je nach Region zwischen April und Mitte Mai, sobald Wärme und Wasserversorgung ausreichen Der Unkrautdruck kann stärker sein als im Herbst
Herbst Gespeicherte Bodenwärme, die Feuchtigkeit lässt sich leichter sicherstellen Bodenfrost kann die Keimung verzögern und das Auflaufen verlängern
Nach einem trockenen Sommer Verbleibende Lücken lassen sich im September oder Oktober nachsäen Erst prüfen, ob der braune Rasen nach Regen wieder austreibt

Im Sommer kommt ein eigenes Risiko dazu: Hirsearten können bei Bodentemperaturen über 20 °C in lückigen Rasenflächen keimen. Eine Lücke, die schon im Frühjahr zugewachsen ist, bietet ihnen diesen Platz im Sommer nicht mehr.

Wie sich die Jahreszeiten für einen bestehenden Rasen genauer einordnen, liest du im Beitrag darüber, welche Jahreszeit sich für die Nachsaat eines bestehenden Rasens eignet. Zum Planen hilft dir der Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken.

Welche Bodentemperatur braucht die Saat?

Für die Rasensaat brauchst du je nach Empfehlung mindestens 8 bis 10 °C Bodentemperatur. Im Frühjahr erwärmt sich der Boden oft langsamer als die Luft. Ich messe deshalb mit einem Bodenthermometer direkt in der Saatfläche und wiederhole die Messung, bevor ich säe.

Zahl im Blick

Mindestens 8 bis 10 °C Bodentemperatur, je nach Empfehlung. Günstig für die Keimung sind 14 bis 25 °C, eine Herstellerempfehlung nennt den engeren Bereich von 16 bis 23 °C.

Keimende Samen brauchen durchgehend Feuchtigkeit, weil Austrocknung den Keimling absterben lassen kann. Wie schnell eine Lücke grün wird, hängt auch von den Gräsern ab. Ausdauerndes Weidelgras läuft als Orientierung innerhalb von 7 bis 15 Tagen auf. Welche Rolle Grasart, Feuchtigkeit und Licht dabei spielen, liest du im Beitrag darüber, wann nach der Nachsaat das erste Grün erscheint.

Nach einem trockenen Sommer: erst beobachten

Ist der Rasen nach einer Trockenphase braun, warte ich ausreichenden Regen ab und gehe die Fläche danach noch einmal ab. Nachgesät wird erst dort, wo Pflanzen tatsächlich abgestorben sind und größere Lücken bleiben. Diese Nachsaat kannst du mit einer Mischung verbinden, die besser zu deinem Standort passt.

Mythos-Check

Braun heißt nicht abgestorben. Ein etablierter Rasen kann nach ausreichendem Regen wieder austreiben. Wer sofort nachsät, sät womöglich auch dort, wo sich der Rasen noch erholt hätte.

Wie bereitest du die Fläche für die Nachsaat vor?

Warum ist die Lücke entstanden?

Bevor ich nachsäe, frage ich mich, warum die Stelle kahl geworden ist. Liegt die Lücke im Schatten, prüfe ich auch die Schnitthöhe: Dort sollte sie mindestens 4,5 cm betragen. Unter Gehölzen oder an Gebäuden mit tiefem Schatten hält sich auch eine Schattenrasenmischung langfristig nicht zufriedenstellend. Dort kommen Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien infrage. Was bei Schattenrasen anders läuft, zeigt der Vergleich der Nachsaat bei Zier-, Spiel- und Schattenrasen.

Wächst Moos in der Lücke, können Schatten, Verdichtung, Nährstoffmangel oder ein zu tiefer Schnitt dahinterstecken. Kalkbedarf beweist Moos für sich allein nicht, ob Kalk- oder Nährstoffgaben nötig sind, klärt eine Bodenuntersuchung. Lies dazu, wie du Nachsaat mit pH-Korrektur und angepasster Pflege gegen Moos kombinierst. Vermutest du hinter den Lücken eine Rasenkrankheit, schau vorher nach, wie du die Nachsaat an Rasenkrankheiten anpasst.

Ist der Boden verdichtet, kann Aerifizieren mit anschließendem Verfüllen der Löcher mit Rasensand die Oberfläche verbessern. Eine tiefgründige Verdichtung behebt das nicht. Licht, Tragschicht und pH-Wert erklärt der Rasen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Mähen, Filz entfernen, abräumen

Ich gehe in dieser Reihenfolge vor:

  1. Willst du vertikutieren, kannst du den Rasen etwa 14 Tage vorher bedarfsgerecht düngen.
  2. Den Altbestand kurz mähen.
  3. Den Filz längs und quer herausarbeiten.
  4. Schnittgut, Filz und abgestorbene Pflanzenreste vollständig abräumen.
  5. Löwenzahn gezielt ausstechen, weil Mähen seine tiefe Pfahlwurzel nicht entfernt.
  6. Erst dann die kahlen Stellen nachsäen.

Rasenfilz solltest du spätestens ab einer Schichtdicke von 1 cm entfernen. Dünnere Auflagen können den Boden vor Verdunstung schützen. Nachgesäte Samen brauchen direkten Kontakt zum Boden, deshalb fehlt Saat auf einer dicken Filzschicht genau dieser Kontakt.

Beim pflegenden Vertikutieren ritzt das Gerät den Boden höchstens 0,3 cm tief an. Für die Nachsaat kann ein gesonderter, tieferer Arbeitsgang nötig sein. Ich stelle die Messer dafür stufenweise tiefer und prüfe nach der ersten Bahn, ob in den Rillen offene Erde liegt. In ausgeprägten Trockenphasen vertikutierst du nicht. In welcher Reihenfolge du Vertikutieren und Nachsaat zur Regeneration kombinierst, steht in einem eigenen Beitrag.

Rasen striegeln: Filz mit dem Rechen auskämmen

Für kleine Lücken und nach Trockenheit greife ich zum Eisenrechen statt zum Motorvertikutierer. Vertrockneten Gräserfilz entfernst du damit nach einer Trockenphase schonender. Viele nennen dieses Auskämmen von Hand Striegeln.

Marias Erfahrung

Ich ziehe den Rechen erst längs, dann quer über die Stelle und sammle den Filz gleich ab. Bevor die Saat kommt, schaue ich, ob überall offene Erde zu sehen ist.

Wie bringst du die Saat aus?

Wie viel Saatgut brauchst du?

Als Orientierung für die Reparatur beschädigter Stellen gelten etwa 20 g Saatgut je m², maßgeblich bleibt die Angabe deiner Mischung. Zu viel Saat kann die Konkurrenz der Keimlinge verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Wie du die Menge für dein Lückenbild ausrechnest, zeigt die Anleitung zur Saatgutmenge bei der Nachsaat, die Saatdichten für eine Neuansaat je Rasentyp stehen gesondert.

Von Hand: kleine Flächen kreuzweise

Kleine Flächen säe ich von Hand, bei Windstille und in zwei gekreuzten Arbeitsgängen. Dafür teile ich die Saat auf: Die erste Hälfte streue ich längs, die zweite quer. Ziel ist eine gleichmäßige Verteilung ohne Häufchen und ohne kahle Streifen.

Mit dem Streuwagen oder einem Nachsaatgerät

Auf größeren Flächen nehme ich den Streuwagen und fahre die Fläche ebenfalls längs und quer ab. Den Wagen stelle ich auf die Aufwandmenge der Mischung ein, damit nicht zu viel Saat ausläuft. Spezielle Nachsaatgeräte wie Schlitzsaatgeräte bringen das Saatgut direkt in den Boden. Welche Geräte du wofür brauchst, zeigt die Übersicht über Werkzeuge und Hilfsmittel für die Nachsaat. Neuere Technik bis hin zu Nachsaatrobotern stellt der Überblick über technische Neuerungen bei der Nachsaat vor.

Einarbeiten und andrücken

Nachgesäte Samen brauchen direkten Kontakt zum Boden, deshalb arbeitest du sie flach ein. Je nach Anleitung rechst du die Saat etwa 0,5 bis 1 cm flach ein. Danach drückst du sie leicht an. Kleine Stellen drücke ich mit einem Brett an, auf größeren Flächen gehe ich mit einer leichten Walze darüber.

Tipp

Ein Gartenvlies über kleinen nachgesäten Stellen kann die Saat vor Vogelfraß schützen.

Den ganzen Ablauf kannst du nachlesen, von der Bestandsaufnahme bis zum Vogelschutz Schritt für Schritt.

Welche Gräser passen zur Nachsaat?

Die Mischung richtest du nach der Nutzung: Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen. Weidelgrasbetonte Reparaturmischungen schließen Lücken durch schnelle Keimung und Bestockung zügig, Wiesenrispe läuft langsamer auf und bildet unterirdische Ausläufer. Auf der Packung prüfe ich, wofür die Mischung gedacht ist und welche Aufwandmenge sie für die Nachsaat nennt. Die Eigenschaften der einzelnen Arten beschreibt der Rasen-Ratgeber im Abschnitt Rasengräser.

Kräuterreichere Bestände kommen eher auf Flächen infrage, die weniger intensiv genutzt werden. Blumenrasen und andere Alternativen findest du im Rasen-Ratgeber unter Rasen und Umwelt.

Was zählt nach der Saat?

Die keimende Saat wässerst du alle 1 bis 2 Tage, weil Austrocknung den Keimling absterben lassen kann. Den ersten Schnitt empfiehlt eine Herstelleranleitung bei etwa 10 cm Aufwuchshöhe. Eine Herstellerangabe rechnet mit etwa 4 bis 6 Wochen, bis eine gut gepflegte Nachsaat wieder belastbar ist. Wassermengen und Schnitthöhen findest du im Rasen-Ratgeber unter Gießen und Mähen.

Welche Fehler kannst du vermeiden?

Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht stickstoffreich. Gedüngt wird erst wieder, wenn ausreichend Feuchte zurück ist und der Rasen sichtbar wächst. Welche verbreiteten Annahmen einer fachlichen Prüfung nicht standhalten, klärt der Faktencheck zu Irrtümern rund um die Nachsaat. Die Grundregeln stehen im Rasen-Ratgeber unter Rasen säen und Nachsaat.

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Häufige Fragen

Wann sollte ich Gebrauchsrasen nachsäen?
Nachsäen kannst du bei feuchtwarmer Witterung von April bis September. Im Frühjahr startest du je nach Region zwischen April und Mitte Mai, sobald Wärme und Wasserversorgung ausreichen. Eine Saat im Herbst profitiert von gespeicherter Bodenwärme, und die Feuchtigkeit lässt sich leichter sicherstellen. Lücken, die nach einem trockenen Sommer bleiben, kannst du im September oder Oktober schließen.
Wie bereite ich den Rasen auf eine Nachsaat vor?
Mähe den Altbestand kurz und arbeite den Rasenfilz längs und quer heraus. Danach räumst du Schnittgut, Filz und abgestorbene Pflanzenreste vollständig ab, denn nachgesäte Samen brauchen direkten Kontakt zum Boden. Löwenzahn stichst du gezielt aus, weil Mähen seine tiefe Pfahlwurzel nicht entfernt.
Muss ich vor jeder Nachsaat vertikutieren?
Nicht in jedem Fall. Rasenfilz solltest du spätestens ab einer Schichtdicke von 1 cm entfernen, dünnere Auflagen können den Boden vor Verdunstung schützen. In ausgeprägten Trockenphasen vertikutierst du nicht. Nach Trockenheit lässt sich vertrockneter Filz mit einem Eisenrechen schonender entfernen als mit einem Motorvertikutierer.
Wann reicht eine Nachsaat, und wann ist eine Neuanlage sinnvoller?
Besteht der Rasen zu großen Teilen aus Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern. Eine Herstellerfaustregel rät zur Neuanlage, wenn bei mindestens einem Kriterium wie Unkraut, Kahlstellen, unerwünschter Gräserzusammensetzung oder Unebenheiten mehr als 50 % der Fläche betroffen sind. Nach einer Trockenperiode eignet sich die Nachsaat für Flächen, die noch nicht zu stark geschädigt sind.
Säe ich die Nachsaat von Hand oder mit dem Streuwagen?
Kleine Flächen säst du bei Windstille von Hand in zwei gekreuzten Arbeitsgängen. Auf größeren Flächen verteilt der Streuwagen die Saat gleichmäßig in Längs- und Querrichtung. In beiden Fällen arbeitest du die Samen anschließend flach ein und drückst sie leicht an, damit sie direkten Bodenkontakt haben.
Welche Gräser schließen Lücken im Gebrauchsrasen schnell?
Ausdauerndes Weidelgras regeneriert sich schnell und läuft als Orientierung innerhalb von 7 bis 15 Tagen auf, deshalb eignet es sich für raschen Lückenschluss. Weidelgrasbetonte Reparaturmischungen schließen Lücken durch schnelle Keimung und Bestockung zügig. Wiesenrispe läuft langsamer auf und bildet unterirdische Ausläufer. Die Mischung wählst du nach der vorgesehenen Nutzung der Fläche.
Wie pflege ich die Fläche nach der Nachsaat?
Während der ersten drei Wochen hältst du die keimende Saat feucht. Dabei wässerst du alle 1 bis 2 Tage, weil Austrocknung den Keimling absterben lassen kann. Den ersten Schnitt empfiehlt eine Herstelleranleitung bei etwa 10 cm Aufwuchshöhe. Bis eine gut gepflegte Nachsaat wieder belastbar ist, rechnet eine Herstellerangabe mit etwa 4 bis 6 Wochen.
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