Rasen · Rasen · Anbau

Nachsaat je Rasentyp: So säst du Zier-, Spiel- und Schattenrasen nach

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Mischung für die Nachsaat richtest du nach der Nutzung: feinblättrige Gräser für Zierrasen, belastbare Mischungen für Spiel- und Gebrauchsrasen.
  • Als allgemeine Orientierung für beschädigte Stellen gelten etwa 20 g Nachsaat je m², maßgeblich bleibt die Angabe deiner Mischung.
  • Deutsches Weidelgras läuft schnell auf, für eine wieder belastbare Fläche nennt eine Herstelleranleitung aber etwa 4 bis 6 Wochen.
  • Keimende Nachsaat gießt du in den ersten drei Wochen alle 1 bis 2 Tage mit 5 l/m², bei Bedarf bis 10 l/m².
  • In tiefem Schatten hält auch eine Schattenmischung langfristig keinen zufriedenstellenden Rasen.

Eine Lücke im Rasen ist schnell nachgesät, doch nicht jede Nachsaat passt zu jeder Fläche. Im Zierrasen kann eine grobe Mischung zwischen den feinen Halmen auffallen. Im Spielrasen kann eine frische Stelle wieder zertreten werden, wenn sie zu früh bespielt wird. Bevor ich eine Tüte Nachsaat öffne, kläre ich deshalb zwei Fragen: Wofür wird die Fläche genutzt, und wie viel Licht bekommt sie?

Nachsaat heißt, dass du in einen bestehenden Rasen säst, um Lücken zu schließen, statt die Fläche neu anzulegen. Die Arbeitsschritte sind bei allen Rasentypen ähnlich. Unterschiede gibt es vor allem bei den Gräsern, bei der Saatmenge und bei der Pflege danach.

Welche Nachsaat passt zu welchem Rasen?

Die Mischung richtest du nach der Nutzung der Fläche. Zierrasen dient vor allem der repräsentativen Wirkung. Spiel- und Gebrauchsrasen wählst du für regelmäßiges Betreten und Spielen. Ich lese auf der Packung deshalb zuerst, für welchen Rasentyp eine Mischung angeboten wird, und erst danach die Nachsaatmenge.

Zierrasen Spiel- und Gebrauchsrasen Schattenrasen
Wofür repräsentative Wirkung regelmäßiges Betreten und Spielen Lagen mit wenig Licht, aber kein tiefer Schatten
Gräser feinblättrige Gräser, Mischung für Zierrasen belastbare Mischung, zum Beispiel eine weidelgrasbetonte Reparaturmischung Schattenmischung
Nachsaatmenge 20 g/m² (Herstellerangabe für eine als Zierrasen angebotene Mischung) etwa 20 g/m² (allgemeine Orientierung für beschädigte Stellen) 20 bis 25 g/m² (Herstellerangaben für Schattenmischungen)
Erster Schnitt (Herstelleranleitung) bei etwa 10 cm Aufwuchs auf 5 bis 6 cm bei etwa 10 cm Aufwuchs auf 5 bis 6 cm bei etwa 10 cm Aufwuchs auf 5 bis 6 cm

Die Eigenschaften der einzelnen Gräser findest du im Abschnitt über die Rasengräser im Rasen-Ratgeber. Die Saat für die Fläche wiege ich ab und teile sie in zwei Portionen. Die eine streue ich längs, die andere quer, auf kleinen Flächen von Hand und bei Windstille.

Mythos-Check

Viel Saat, viel Rasen? Für dieselbe als Zierrasen angebotene Mischung nennt der Hersteller 25 bis 35 g/m² für die Neuanlage, für die Nachsaat aber 20 g/m². Zu viel Saat kann die Konkurrenz der Keimlinge verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Wer bei der Nachsaat die Menge für die Neuanlage streut, liegt also über der Herstellerangabe und erhöht genau dieses Risiko.

Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Zierrasen nachsäen: feine Gräser, passend zum Bestand

Welche Gräser passen in den Zierrasen?

Ein dichter Zierrasen braucht feinblättrige Gräser. Für die Nachsaat nimmst du deshalb eine Mischung, die ausdrücklich für Zierrasen angeboten wird. Kennst du die Mischung, mit der die Fläche angelegt wurde, greifst du wieder zu ihr, damit die neuen Halme zum Bestand passen. Rotschwingel ist ein Beispiel für ein Gras mit feinen Blättern.

Weil ein dichter Zierrasen feinblättrige Gräser braucht, hilft dir der grobblättrige Rohrschwingel dort nicht weiter, auch wenn er Hitze und Trockenheit verträgt.

So gehe ich bei Lücken im Zierrasen vor

Löwenzahn steche ich vor der Nachsaat gezielt aus, weil Mähen seine tiefe Pfahlwurzel nicht entfernt. Die Lücke, die dabei entsteht, säe ich gleich mit nach. Die Samen arbeite ich flach ein, damit sie direkten Kontakt zum Boden bekommen, und drücke die Stelle danach leicht an.

Rotschwingel keimt unter geeigneten Bedingungen nach 10 bis 18 Tagen. Bis die Saat aufgelaufen ist, hältst du die Stelle durchgehend feucht, weil Austrocknung den Keimling absterben lassen kann.

Marias Erfahrung

Kleine nachgesäte Stellen im Vorgarten decke ich nach dem Andrücken mit Vlies ab, weil Vögel sonst an die Saat gehen können. Die Ränder beschwere ich mit Steinen, gegossen wird durch das Vlies hindurch.

Spielrasen nachsäen: schnell geschlossen, später belastbar

Welche Gräser vertragen Toben und Treten?

Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen. Kräuterreichere Bestände kommen eher auf Flächen infrage, die weniger intensiv genutzt werden. Für die Reparatur greife ich zu einer weidelgrasbetonten Mischung, weil sie Lücken durch schnelle Keimung und Bestockung zügig schließt.

Deutsches Weidelgras, auch Ausdauerndes Weidelgras genannt, regeneriert schnell und eignet sich deshalb für raschen Lückenschluss. Wiesenrispe bildet unterirdische Ausläufer, läuft aber langsamer auf als Deutsches Weidelgras. Welche Anteile die Arten in deiner Mischung haben, steht auf der Packung.

Wann ist die Stelle wieder belastbar?

Zahl im Blick

Deutsches Weidelgras läuft unter geeigneten Bedingungen nach etwa 7 bis 15 Tagen auf. Für eine erfolgreich gepflegte Nachsaat nennt eine Herstelleranleitung aber etwa 4 bis 6 Wochen, bis die Fläche wieder belastbar ist. Die ersten grünen Halme heißen also noch nicht, dass die Stelle wieder bespielt werden kann.

Frisch nachgesäte Stellen sperre ich mit Pflöcken und Schnur ab, damit niemand quer darüber läuft. Größere Reparaturen lege ich in eine Zeit, in der im Garten wenig gespielt wird.

Was tun, wenn der Boden an viel genutzten Stellen verdichtet ist?

Ist die Oberfläche verdichtet, kann Aerifizieren mit anschließendem Verfüllen der Löcher mit Rasensand sie verbessern. Eine tiefgründige Verdichtung behebt das allerdings nicht. Wie du dabei vorgehst, steht im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Vertikutieren und Aerifizieren.

Und wenn der Rasen im Schatten liegt?

Im Schatten säst du eine Schattenmischung nach; wie du einen Schattenrasen vom Zeitpunkt bis zur Pflege nachsäst, beschreibt ein eigener Beitrag. Für die weiteren Schnitte nach erfolgreicher Nachsaat mähst du dort auf etwa 6 bis 7 cm. In tiefem Schatten von Gehölzen oder Gebäuden hält auch eine Schattenmischung langfristig keinen zufriedenstellenden Rasen, dort kommen Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien infrage.

Wann und wie bereitest du die Nachsaat vor?

Nachsäen kannst du bei feuchtwarmer Witterung von April bis September. Nach einem trockenen Sommer säst du verbleibende Lücken im September oder Oktober nach. Saatfenster und Methoden im Detail findest du im Beitrag darüber, wann und wie du Gebrauchsrasen nachsäst, die Monate zum Aufhängen im Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken.

Vor der Nachsaat mähst du den Altbestand kurz und räumst Schnittgut und abgestorbene Pflanzenreste vollständig ab. Filz ab etwa 1 cm arbeitest du längs und quer heraus, in ausgeprägten Trockenphasen vertikutierst du aber nicht. Die einzelnen Schritte zeigt der Beitrag darüber, wie du einen lückigen Rasen fachgerecht nachsäst.

Nachsäen, abwarten oder neu anlegen?

Ist ein etablierter Rasen nach Trockenheit nur braun, beobachtest du ihn zuerst, denn nach ausreichendem Regen kann er wieder austreiben. Besteht die Fläche dagegen zu großen Teilen aus Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern. Woran du die Grenze erkennst, erklärt der Beitrag darüber, wann eine Neuanlage sinnvoller ist als die Nachsaat.

Wie gießt du die frische Nachsaat?

Die keimende Nachsaat gießt du wie jede junge Rasensaat, die Werte in der Tabelle gelten für die ersten drei Wochen. Wie du danach wässerst und mähst, steht im Rasen-Ratgeber in den Abschnitten Gießen und Mähen.

Keimphase Wert
Rhythmus alle 1 bis 2 Tage
Menge je Gießgang 5 l/m², bei Bedarf bis 10 l/m²
Bei großer Hitze zusätzlich kurz überbrausen

Wie geht es weiter, wenn die Nachsaat angewachsen ist?

Gedüngt wird nach dem Bedarf der Gräser und nach dem Ergebnis einer Bodenuntersuchung. Moos ist dabei kein Beweis für Kalkbedarf, denn es kann auch durch Schatten, Verdichtung, Nährstoffmangel oder zu tiefen Schnitt gefördert werden. Wie du Düngen, Mähen und Vertikutieren übers Jahr verteilst, steht im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Pflege im Jahreslauf.

Passt dazu

Welche verbreiteten Annahmen zur Nachsaat einer fachlichen Prüfung nicht standhalten, liest du bei den verbreiteten Irrtümern zur Rasennachsaat im Faktencheck.

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Häufige Fragen

Wann kann ich Rasen nachsäen?
Nachsäen kannst du bei feuchtwarmer Witterung von April bis September. Für den Beginn im Frühjahr nennen regionale Empfehlungen April bis Mitte Mai, sobald Wärme und Wasserversorgung ausreichen. Sind nach einem trockenen Sommer Lücken geblieben, kannst du sie im September oder Oktober nachsäen.
Muss ich vor der Nachsaat vertikutieren?
Liegt eine Filzschicht von etwa 1 cm oder mehr, arbeitest du sie vor der Nachsaat längs und quer heraus und räumst sie ab. Nachgesäte Samen brauchen direkten Kontakt zum Boden. Deshalb mähst du den Altbestand vorher kurz und entfernst Schnittgut und abgestorbene Pflanzenreste vollständig. In ausgeprägten Trockenphasen vertikutierst du nicht.
Welche Gräser eignen sich für die Nachsaat von Zierrasen und Spielrasen?
Die Mischung richtet sich nach der Nutzung der Fläche. Ein dichter Zierrasen braucht feinblättrige Gräser, deshalb nimmst du eine Mischung, die für Zierrasen angeboten wird. Für Spiel- und Gebrauchsrasen eignen sich belastbare Mischungen, und weidelgrasbetonte Reparaturmischungen schließen Lücken durch schnelle Keimung und Bestockung zügig. Wiesenrispe bildet unterirdische Ausläufer, läuft aber langsamer auf als Deutsches Weidelgras.
Wie viel Saatgut brauche ich für die Nachsaat?
Als allgemeine Orientierung für die Reparatur beschädigter Rasenstellen gelten etwa 20 g Nachsaat je m². Maßgeblich bleibt die Nachsaatangabe deiner Mischung. Mehr zu streuen ist keine Absicherung, denn zu viel Saat kann die Konkurrenz der Keimlinge verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen.
Was ist bei der Nachsaat von Schattenrasen anders?
Du säst eine Schattenmischung nach, und für deren Nachsaat nennen Hersteller 20 bis 25 g/m². Für die weiteren Schnitte nach erfolgreicher Nachsaat wird im Schatten eine Schnitthöhe von etwa 6 bis 7 cm empfohlen. In tiefem Schatten von Gehölzen oder Gebäuden hält aber auch eine Schattenmischung langfristig keinen zufriedenstellenden Rasen. Dort kommen Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien infrage.
Wie oft muss ich nach der Nachsaat gießen?
Die keimende Nachsaat gießt du in den ersten drei Wochen alle 1 bis 2 Tage. Je Gießgang sind 5 l/m² vorgesehen, bei Bedarf bis 10 l/m², und bei großer Hitze braust du zusätzlich kurz über. Die Samen brauchen durchgehend Feuchtigkeit, weil Austrocknung den Keimling absterben lassen kann.
Wann darf ich den nachgesäten Rasen wieder betreten?
Für eine erfolgreich gepflegte Nachsaat nennt eine Herstelleranleitung etwa 4 bis 6 Wochen, bis die Fläche wieder belastbar ist. Deutsches Weidelgras läuft unter geeigneten Bedingungen zwar schon nach etwa 7 bis 15 Tagen auf, belastbar ist die Stelle dann aber noch nicht. Frisch nachgesäte Stellen sperrst du deshalb am besten ab, bis diese Zeit um ist.
Wann ist eine Neuanlage besser als eine Nachsaat?
Besteht die Fläche zu großen Teilen aus Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern. Eine Herstellerfaustregel empfiehlt die Neuanlage, wenn bei mindestens einem Kriterium wie Unkraut, Kahlstellen, unerwünschter Gräserzusammensetzung oder Unebenheiten mehr als 50 % der Fläche betroffen sind. Ist der Rasen nach Trockenheit nur braun, wartest du zuerst ausreichenden Regen ab, denn er kann wieder austreiben.
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