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Rollrasen oder Rasen säen: Kosten, Wartezeit und Arbeit im Vergleich

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rollrasen hat höhere Anschaffungskosten als Rasensaat.
  • Sachgerecht verlegter Rollrasen wird üblicherweise nach etwa 3–5 Wochen nutzbar.
  • Gesäter Rasen braucht bis zur Nutzbarkeit etwa 2–4 Monate.
  • Den Boden bereitest du für beide Methoden gleich gründlich vor.
  • Angelieferter Rollrasen sollte spätestens innerhalb von 12–24 Stunden verlegt sein.
  • Dauerhaft stark beschattete Flächen eignen sich weder für Saat noch für Rollrasen.

Rollrasen oder säen? Die Frage kommt meist dann, wenn nach dem Hausbau eine kahle Fläche hinter dem Haus liegt und die Familie sie bald nutzen will. Ich frage dann zuerst zurück: Wann musst du die Fläche wirklich betreten, und wer trägt am Liefertag die Rollen? Rasensaat ist in der Anschaffung günstiger, verlangt aber Geduld und eine betreute Keimphase. Rollrasen kostet mehr und ist nach etwa 3–5 Wochen nutzbar. Den Boden bereitest du in beiden Fällen gleich gründlich vor.

Die kurze Antwort: Wann säen, wann Rollrasen?

Säen passt zu dir, wenn diese Punkte zutreffen:

  • Dein Budget ist knapp.
  • Du kannst die Fläche mehrere Monate schonen.
  • Du willst die Mischung selbst nach Nutzung und Standort auswählen.
  • Du kannst in einem günstigen Saatfenster säen.

Rollrasen passt zu dir, wenn diese Punkte zutreffen:

  • Die Fläche soll nach etwa 3–5 Wochen nutzbar sein.
  • Du kannst die höheren Anschaffungskosten tragen.
  • Am Liefertag sind genug Hände zum Tragen und Verlegen da.
  • Der Boden ist fertig vorbereitet, bevor die Rollen kommen.
Achtung

Dauerhaft stark beschattete Bereiche sind für eine Rasenanlage ungeeignet, egal ob gesät oder verlegt. In tiefem Schatten von Gehölzen oder Gebäuden hält sich auch mit Schattenrasenmischungen langfristig kein zufriedenstellender Rasen. Dort setze ich lieber Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne oder Funkien.

Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Saat und Rollrasen im direkten Vergleich

Rasensaat Rollrasen
Anschaffung günstiger höhere Anschaffungskosten
Keimdauer 7–21 Tage bei der Neuanlage entfällt, die Grasnarbe ist bereits gewachsen
Nutzbar nach etwa 2–4 Monaten; für einen strapazierfähigen Zustand rund 6 Monate üblicherweise etwa 3–5 Wochen, wenn sachgerecht verlegt und gepflegt
Wässern zu Beginn in den ersten drei Wochen alle 1–2 Tage mit 5 l/m², bei Bedarf bis 10 l/m² Boden beim Anwachsen ungefähr 10 cm tief durchfeuchten
Zeitdruck am Anlagetag Saatgut breit und gleichmäßig verteilen Rollen spätestens innerhalb von 12–24 Stunden nach der Lieferung verlegen
Gewicht kein Thema übliche Kleinrolle mit 1 m² Fläche etwa 15–20 kg

Mit dem Aufpreis für Rollrasen bezahlst du in erster Linie die kürzere Wartezeit. Wie sich die Fläche über die Jahre entwickelt, hängt nämlich vor allem von Bodenvorbereitung, Standort und Pflege ab, egal ob gesät oder verlegt.

Den Boden bereitest du für beide gleich vor

Ob du säst oder verlegst: Die Gräser wurzeln am Ende in deinem Boden. Lockere ihn für die Neuanlage als Orientierung mindestens 15 cm tief, vor allem wenn beim Bau schwere Maschinen darübergefahren sind. Liegt nach dem Bau nur Unterbodenaushub auf der Fläche, nennt eine Herstelleranleitung eine Oberbodenschicht von 15 cm darüber. Arbeitest du im Wurzelraum von Bäumen, vermeide Wurzelverletzungen und schütze freigelegte Wurzeln vor dem Austrocknen.

Vor einer Saat kann das Setzen nach tiefer Lockerung einige Wochen dauern. Unkraut, das in dieser Zeit aufläuft, entfernst du vorher. Willst du das Setzen mit der Walze beschleunigen, walze nur auf trockenem Boden. Auch für Rollrasen ziehe ich die Fläche erst ab, wenn sich der Boden gesetzt hat.

Arbeitsschritt Richtwert
Boden lockern als Orientierung mindestens 15 cm tief
Vegetationstragschicht etwa 15 cm als Richtwert
Kompost bei der Neuanlage 12–18 l gütegesicherter Fertigkompost je m² als Richtwert, in die Tragschicht eingearbeitet
Sand bei schwerem Lehm- oder Tonboden nach einer Fachanleitung 2–3 m³ mittelgrober Sand je 100 m², vor der Neusaat gründlich eingearbeitet
Bodenprobe 10–15 Einzelproben aus 0–10 cm Tiefe mischen, rund 500 g davon einsenden

Sand arbeitest du nur ein, wenn der Boden ausreichend trocken ist, damit die Bearbeitung das Gefüge nicht schädigt. Leichte Böden, die schnell austrocknen, verbesserst du mit geeignetem Oberboden und gut umgesetztem Kompost. Die Bodenuntersuchung zeigt, ob Kalk oder Nährstoffe fehlen oder schon im Überschuss vorhanden sind. Liegt der pH-Wert über dem Zielbereich für deine Bodenart, wird nicht gekalkt.

Häufiger Fehler

Beim Rollrasen an der Lockerung sparen, weil die Fläche ja gleich grün ist. Aerifizieren mit anschließendem Besanden kann eine verdichtete Rasenfläche später verbessern, beseitigt aber keine tiefgründige Verdichtung. Was du vor dem Verlegen nicht lockerst, holst du unter der fertigen Grasnarbe also nicht mehr vollständig nach.

Rasensaat: günstig, aber du brauchst Geduld

Saatgut kostet weniger als Rollrasen, und die Mischung suchst du selbst nach der vorgesehenen Nutzung aus. Ein dichter Zierrasen braucht feinblättrige Gräser, ein Spiel- und Gebrauchsrasen muss regelmäßiges Betreten und Spielen aushalten. Ob Gebrauchsrasen oder Sportrasen besser zu deiner Nutzung passt, klärst du vor dem Kauf der Mischung. Auf trockenen Standorten können tiefer wurzelnde Gräser wie Rohrschwingel die Anpassung des neuen Rasens an Trockenheit verbessern.

Der Nachteil ist die Wartezeit. Bis Saatrasen nutzbar ist, vergehen etwa 2–4 Monate. Für einen strapazierfähigen Zustand setzt du rund 6 Monate an. In dieser Zeit braucht die Fläche Schonung und Aufmerksamkeit.

Gesät wird in günstigen Zeitfenstern, wenn Bodentemperatur und Feuchtigkeit passen. Das erste liegt etwa zwischen Mitte April und Mitte Juni. Das zweite reicht etwa von August bis Mitte September. Den Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken hänge ich mir dafür in den Schuppen.

Wenn ich die Wahl habe, säe ich im zweiten Fenster. Die Herbstaussaat profitiert von gespeicherter Bodenwärme, und die Feuchtigkeit lässt sich leichter sicherstellen. Im Frühjahr kann dagegen stärkerer Unkrautdruck auftreten. Hirsearten können zudem bei Bodentemperaturen über 20 °C in Rasenneuanlagen keimen.

Die Keimphase ist die empfindliche Zeit, weil Austrocknung die Keimlinge absterben lassen kann. Vögel fressen außerdem gern frisch ausgebrachte Samen. Ein Gartenvlies kann die frisch gesäte Fläche vor Vogelfraß schützen.

Gesät wird breit und flach. Für eine passende Regelsaatgutmischung rechnet man im Regelfall mit 25 g je m², die Angabe deiner Mischung bleibt aber maßgeblich. Wie tief die Samen liegen, bei welcher Bodentemperatur sie keimen und wie du sie verteilst, findest du bei Saatmenge, Saattiefe und Keimung im Abschnitt Rasen säen.

Rollrasen: schnell grün, aber teurer und schwer

Rollrasen kommt als gewachsene Grasnarbe in Bahnen. Die Fläche ist grün, sobald die letzte Bahn liegt. Belastbar ist sie damit noch nicht. Sachgerecht verlegter und gepflegter Rollrasen wird üblicherweise nach etwa 3–5 Wochen nutzbar. Eine Keimphase entfällt, deshalb gibt es keine Samen, die austrocknen oder von Vögeln gefressen werden.

Dafür zahlst du mehr, denn Rollrasen hat höhere Anschaffungskosten als Saat. Auch der Liefertag verlangt Planung. Angelieferter Rollrasen sollte spätestens innerhalb von 12–24 Stunden verlegt sein. Eine übliche Kleinrolle für einen Quadratmeter wiegt etwa 15–20 kg. Weil die Rollen so schnell liegen müssen und jede einzelne so schwer ist, muss der Boden fertig sein und die Helfer müssen bereitstehen, bevor der Lieferwagen kommt.

Bei der Saat suchst du die Gräser selbst aus. Beim Rollrasen frage ich vor der Bestellung nach, welche Mischung in den Rollen wächst und für welche Nutzung sie gedacht ist. Die Mischung soll sich nach der vorgesehenen Nutzung der Fläche richten, bei der Rolle genauso wie bei der Saattüte.

Rollrasen verlegen: so gehe ich vor

Beim Verlegen zählt Tempo, deshalb lege ich mir alles vorher zurecht.

Mini-Checkliste

Boden gelockert, gesetzt und glatt abgezogen. Helfer für den ganzen Liefertag zugesagt. Scharfes Messer, Walze, Brett und Regner bereit. Wasseranschluss in Reichweite der ganzen Fläche.

  1. Fläche abziehen. Ich ziehe den gesetzten Boden mit dem Rechen glatt und lege eine lange Latte in mehreren Richtungen auf. Wo Licht unter der Latte durchscheint, liegt eine Mulde, die ich vor dem Liefertag ausgleiche.
  2. Liefertermin festlegen. Bestell die Rollen für einen Tag, an dem du gleich verlegen kannst. Länger als 12–24 Stunden sollten sie nicht liegen bleiben.
  3. An einer geraden Kante beginnen. Ich starte an der längsten geraden Linie, etwa an einem Weg oder der Terrasse. Fehlt eine solche Kante, spanne ich eine Schnur.
  4. Bahnen auf Stoß legen. Jede Bahn liegt dicht an der vorigen, ohne Lücke und ohne Überlappung. Die Querfugen der nächsten Reihe setzt du versetzt, sodass keine Kreuzfugen entstehen, ähnlich wie beim Mauerverband.
  5. Vom Brett aus arbeiten. Ich knie auf einem Brett, das auf den schon verlegten Bahnen liegt. So drücke ich keine Dellen in den frisch abgezogenen Boden.
  6. Ränder zuschneiden. Überstände an Wegen und Beeten schneidest du mit einem scharfen Messer ab.
  7. Anwalzen. Die Walze drückt die Bahnen an und sorgt für guten Bodenkontakt.
  8. Durchdringend wässern. Das Anwuchswasser soll den Boden ungefähr 10 cm tief durchfeuchten. Ich prüfe das an einer Ecke, indem ich die Bahn kurz anhebe und mit einem Spatenstich nachsehe, wie tief der Boden feucht ist.

Die ersten Wochen: unterschiedliche Pflege bis zum Anwachsen

Rasensaat feucht halten

Keimende Rasensaat bekommt in den ersten drei Wochen regelmäßig Wasser. Gegossen wird in dieser Zeit alle 1–2 Tage. Pro Wassergabe rechnest du mit 5 l/m². Bei Bedarf gehst du bis 10 l/m². Wird es sehr heiß, überbraust du die Fläche zusätzlich kurz.

Gemischte Ansaaten hältst du in der oberen Bodenschicht 3–4 Wochen ausreichend feucht, auch wenn schon die ersten Halme stehen. Ich prüfe die Oberfläche mit dem Finger, bevor ich den Regner anstelle.

Je nach Mischung wird der erste Schnitt bei etwa 6–10 cm Aufwuchs empfohlen. Die frühen Schnitte führst du bei jungem Saatrasen zunächst auf etwa 5 cm Höhe aus, damit sich die Gräser weiter verwurzeln. Vertikutiert wird neu angesäter Rasen im ersten Jahr noch nicht.

Rollrasen anwachsen lassen

Beim Rollrasen soll das Wasser bis unter die Sode reichen, denn die Bahnen sollen mit dem Untergrund verwurzeln. Wann du nachgießt, entscheidest du nach dem Boden unter den Bahnen. Ich hebe dafür eine Ecke an und fühle, ob er noch feucht ist. Lässt sich eine Bahn nicht mehr ohne Weiteres anheben, ist sie fortgeschritten verwurzelt.

Ist die Fläche eingewachsen, pflegst du Saat- und Rollrasen nach denselben Regeln. Schnitthöhe, Drittel-Regel und Vertikutieren findest du in den Rasen-Grundlagen in den Abschnitten Mähen und Pflege im Jahreslauf.

Neuanlage oder reicht eine Nachsaat?

Viele fragen nach Rollrasen oder Saat, obwohl auf der Fläche schon ein alter Rasen wächst. Ich schaue mir den Bestand dann zuerst genau an. Ein nach Trockenheit brauner Rasen kann nach ausreichendem Regen wieder austreiben, deshalb beobachte ich ihn vor jeder Erneuerung. Besteht die Fläche zu großen Teilen aus unerwünschtem Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern.

Eine Herstellerfaustregel nennt dafür eine Schwelle. Ist bei mindestens einem Kriterium mehr als 50 % der Fläche betroffen, empfiehlt sie die Neuanlage. Als Kriterien zählen etwa Unkraut, Kahlstellen, unerwünschte Gräserzusammensetzung oder Unebenheiten.

Nach einer Trockenperiode eignet sich für eine noch nicht zu stark geschädigte Fläche die Nachsaat. Wie du Nachsaat und Vertikutieren bei der Regeneration kombinierst, zeige ich dir gesondert. Bevor du Rollrasen bestellst, rechne nach, was eine Nachsaat kostet und wann sie sich gegenüber Rollrasen lohnt.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rasensaat und Rollrasen?
Rasensaat ist in der Anschaffung günstiger, Rollrasen verursacht höhere Kosten. Dafür wird sachgerecht verlegter und gepflegter Rollrasen üblicherweise nach etwa 3–5 Wochen nutzbar. Bei Saatrasen rechnest du bis zur Nutzbarkeit mit etwa 2–4 Monaten. Den Boden bereitest du für beide Methoden gleich gründlich vor.
Welche Vorteile hat Rasensaat gegenüber Fertigrasen?
Saatgut ist günstiger als Rollrasen, und die Mischung wählst du selbst nach der vorgesehenen Nutzung. Ein dichter Zierrasen braucht feinblättrige Gräser, für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen. Auf trockenen Standorten können tiefer wurzelnde Gräser wie Rohrschwingel die Anpassung an Trockenheit verbessern. Der Nachteil ist die längere Wartezeit bis zur Nutzung.
Warum dauert es bei gesätem Rasen länger als bei Rollrasen?
Gesäter Rasen muss erst keimen, was bei einer Neuanlage 7–21 Tage dauern kann, und danach zu einer dichten Fläche heranwachsen. Nutzbar ist Saatrasen nach etwa 2–4 Monaten. Für einen strapazierfähigen Zustand setzt du rund 6 Monate an. Rollrasen bringt eine gewachsene Grasnarbe mit und muss nur noch mit dem Untergrund verwurzeln.
Wie unterscheidet sich die Pflege von Saat und Rollrasen in den ersten Wochen?
Keimende Rasensaat wässerst du in den ersten drei Wochen regelmäßig, weil Austrocknung die Keimlinge absterben lassen kann. Gegossen wird in dieser Zeit alle 1–2 Tage. Bei Rollrasen soll das Anwuchswasser den Boden ungefähr 10 cm tief durchfeuchten. Lässt sich eine Bahn nicht mehr ohne Weiteres anheben, ist sie fortgeschritten verwurzelt.
Muss ich den Boden für Rollrasen anders vorbereiten als für Rasensaat?
Im Grundsatz nicht, denn die Gräser wurzeln in beiden Fällen in deinem Boden. Du lockerst ihn als Orientierung mindestens 15 cm tief und entfernst Unkraut, Steine und Wurzeln. Eine Bodenuntersuchung zeigt, ob Kalk oder Nährstoffe fehlen oder im Überschuss vorhanden sind. Aerifizieren kann eine verdichtete Fläche später verbessern, beseitigt aber keine tiefgründige Verdichtung.
Ist Rollrasen auf Dauer pflegeintensiver als gesäter Rasen?
Die Methode allein entscheidet das nicht. Wie sich eine Rasenfläche langfristig entwickelt, hängt vor allem von Bodenvorbereitung, Standort und Pflege ab, unabhängig davon, ob sie gesät oder als Rollrasen verlegt wurde. Unterschiede zeigen sich in den ersten Wochen: Saat braucht eine feucht gehaltene Keimphase, Rollrasen ein gründliches Anwuchswässern.
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