Rasen · Rasen · Anbau

Rasen im Schatten nachsäen: Zeitpunkt, Bodenarbeit und Keimphase

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • In tiefem Schatten von Gehölzen oder Gebäuden hält auch eine Schattenrasenmischung auf Dauer keinen zufriedenstellenden Rasen.
  • Vor der Nachsaat mähst du kurz, arbeitest Filz und Moos heraus und räumst die Fläche vollständig ab.
  • Für Schattenmischungen nennen Hersteller Nachsaatmengen von 20 bis 25 g je m², maßgeblich bleibt die Packungsangabe.
  • Bei einer Mischung aus mehreren Gräsern bleibt die obere Bodenschicht 3 bis 4 Wochen feucht, auch wenn schon erste Halme stehen.
  • Nach erfolgreicher Nachsaat werden im Schatten für die weiteren Schnitte etwa 6 bis 7 cm Schnitthöhe empfohlen.

Wenn dein Rasen im Schatten lückig wird, liegt die Nachsaat nahe. Sie kann die Narbe wieder schließen, wenn Licht, Boden und Keimphase zusammenpassen. Bevor ich an einer Schattenstelle säe, prüfe ich, wie viel Licht dort im Sommer tatsächlich ankommt. Davon hängt ab, ob sich die Arbeit lohnt oder ob ein anderer Bewuchs besser passt.

Lohnt sich die Nachsaat an deiner Schattenstelle?

In tiefem Schatten von Gehölzen oder Gebäuden hält auch eine Schattenrasenmischung auf Dauer keinen zufriedenstellenden Rasen. Dauerhaft stark beschattete Bereiche begrünst du besser mit standortgerechten Schattenstauden wie Elfenblumen, Farnen und Funkien. Warum Rasen im Schatten schwächelt und welche Alternativen infrage kommen, beschreibe ich im Beitrag über typische Probleme von Rasen im Schatten und ihre Lösungen.

Kommt noch Licht an die Fläche, schaue ich auf den Zustand des alten Rasens. Besteht er zu großen Teilen aus Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern. Eine Herstellerfaustregel rät zur Neuanlage, sobald bei einem Kriterium wie Kahlstellen, Unkraut oder Unebenheiten mehr als 50 % der Fläche betroffen sind. Für diesen Fall zeigt dir eine eigene Anleitung, wie du einen Schattenrasen komplett neu aussäst.

Wie Licht, Tragschicht und pH-Wert zusammenspielen, steht im Abschnitt Standort und Boden meines Ratgebers Rasen anlegen und pflegen.

Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Wann säst du im Schatten nach?

Bei feuchtwarmer Witterung kannst du von April bis September nachsäen. Im Frühjahr beginnt die Nachsaat je nach regionaler Empfehlung zwischen April und Mitte Mai, sobald Wärme und Wasserversorgung reichen. Bevor ich säe, stecke ich ein Bodenthermometer in die Fläche. Je nach Empfehlung braucht Rasensaat mindestens 8 bis 10 °C Bodentemperatur.

Der Herbst bringt Vorteile mit: Der Boden hat Wärme gespeichert, und die Feuchtigkeit lässt sich leichter halten. Im Frühjahr kann dagegen stärkerer Unkrautdruck auftreten. Einzelne Schattenmischungen sehen ein Herbstfenster bis Mitte Oktober vor. Friert der Boden, kann sich die Keimung verzögern und das Auflaufen länger dauern.

Nach einem trockenen Sommer wartest du zuerst ab. Ein etablierter Rasen, der in der Trockenheit braun geworden ist, kann nach ausreichendem Regen wieder austreiben. Bleiben danach abgestorbene Pflanzen und größere Lücken zurück, säst du im September oder Oktober nach. Dabei kannst du gleich eine Mischung wählen, die besser zum Standort passt.

Situation Zeitfenster
Nachsaat bei feuchtwarmer Witterung April bis September
Beginn der Frühjahrsnachsaat je nach Region April bis Mitte Mai, sobald Wärme und Wasser reichen
Lücken nach sommerlicher Trockenheit September oder Oktober
einzelne Schattenmischungen Herbstfenster bis Mitte Oktober
Bodentemperatur zur Aussaat je nach Empfehlung mindestens 8 bis 10 °C

Kühl-feuchtes Wetter bei 0 bis 8 °C, Staunässe und liegen gebliebenes Laub begünstigen winterliche Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel. Wer das späte Herbstfenster unter Laubbäumen nutzt, bringt die junge Saat also genau in diese Lage. Ich reche das Laub deshalb von den frischen Stellen, sobald es dort liegt.

Die Rasentermine fürs ganze Jahr hast du mit dem Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken griffbereit.

Wie entfernst du Moos und Filz vor der Nachsaat?

Nachgesäte Samen brauchen direkten Kontakt zum Boden. Deshalb räumst du vorher alles ab, was zwischen Saat und Erde liegt. So gehe ich vor:

  1. Den Altbestand kurz mähen.
  2. Den Filz längs und quer herausarbeiten.
  3. Schnittgut, Filz und abgestorbene Pflanzenreste vollständig abräumen.
  4. Erst dann die kahlen Stellen nachsäen.

Rasenfilz sollte spätestens ab etwa 1 cm Schichtdicke heraus. Dünnere Auflagen können den Boden vor Verdunstung schützen. Richtig eingestellte Vertikutiermesser durchtrennen den Filz und ritzen den Boden darunter nur etwa 1 bis 2 mm an. Für die gezielte Vorbereitung einer Nachsaat kann ein gesonderter, tieferer Arbeitsgang nötig sein. Ich arbeite so lange, bis zwischen den Halmen offene Erde zu sehen ist.

In ausgeprägten Trockenphasen vertikutierst du nicht. Etwa 14 Tage vor dem Vertikutieren kannst du den Rasen bedarfsgerecht düngen.

Tipp

Nach einem trockenen Sommer hole ich vertrockneten Gräserfilz mit dem Eisenrechen heraus. Das ist schonender als ein Motorvertikutierer.

Schatten, Verdichtung, Nährstoffmangel und ein zu tiefer Schnitt können Moos fördern. Wer nur das Moos herausrecht, lässt diese Bedingungen bestehen, deshalb gehören Bodenlockerung und eine passende Schnitthöhe zur Nachsaat dazu. Zum Kalk greife ich nicht auf Verdacht: Moos allein beweist keinen Kalkbedarf, denn Moosarten wachsen auch auf alkalischen Böden.

Ob Kalk oder Nährstoffe fehlen, zeigt erst eine Bodenuntersuchung. Liegt der gemessene pH-Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, wird nicht gekalkt. Probenahme und Zielwerte je Bodenart findest du im Rasen-Ratgeber unter Standort und Boden.

Wie lockerst du verdichteten Boden vor der Nachsaat?

Verdichtung kann Moos fördern, deshalb gehst du sie vor dem Säen an. Ich aerifiziere die Stellen, an denen der Spaten schwer in den Boden geht. Beim Aerifizieren reichen die Belüftungslöcher bis etwa 10 cm in den Boden. Die Löcher verfüllst du anschließend mit Rasensand. Das kann eine verdichtete Oberfläche verbessern, eine tiefgründige Verdichtung behebt es aber nicht.

Achtung

Unter Bäumen arbeitest du im Wurzelraum. Vermeide Wurzelverletzungen und schütze freigelegte Wurzeln vor dem Austrocknen.

Wie du Rasen unter Bäumen auf Dauer pflegst, zeige ich im Beitrag über Schattenrasen zwischen Baumwurzeln.

Wie bringst du die Saat in den Boden?

Für die Nachsaat nehme ich eine Mischung, die für Schatten ausgewiesen ist und zur Nutzung der Fläche passt. Lägerrispe ist schattentolerant, verträgt Trockenheit aber nur schlecht. Welche Gräser sich wofür eignen, steht im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Rasengräser.

Für Schattenmischungen nennen Hersteller Nachsaatmengen von 20 bis 25 g je m². Maßgeblich bleibt die Angabe auf deiner Packung. Ich messe die Fläche aus und wiege die Saatmenge dafür ab.

Häufiger Fehler

Auf kahle Stellen mehr Saat streuen, damit sie schneller dicht werden. Zu viel Rasensaat kann die Konkurrenz zwischen den Keimlingen verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen.

Kleine Stellen säe ich bei Windstille in zwei gekreuzten Arbeitsgängen von Hand. Auf größeren Flächen verteilt der Streuwagen die Saat gleichmäßig, ebenfalls längs und quer. Danach rechst du die Samen flach ein, damit sie direkten Bodenkontakt haben. Je nach Mischung wird die Saat auch ohne Einarbeiten nur angedrückt, das steht auf der Packung. Kleine nachgesäte Stellen schützt ein Vlies vor Vogelfraß.

Eine knappe Schrittfolge vom Zeitpunkt bis zur Pflege danach findest du im Beitrag, wie du Lücken im Schattenrasen erfolgreich schließt.

Mini-Checkliste

  • Bodentemperatur gemessen
  • Altbestand kurz gemäht, Filz und Moos herausgearbeitet und abgeräumt
  • verdichtete Stellen aerifiziert, Löcher mit Rasensand verfüllt
  • Saatmenge nach Packungsangabe abgewogen
  • von Hand oder mit dem Streuwagen längs und quer gesät
  • Saat flach eingerecht oder angedrückt, kleine Stellen mit Vlies abgedeckt

Was braucht die Nachsaat in den ersten Wochen?

Keimende Rasensamen brauchen durchgehend Feuchtigkeit, weil Austrocknung den Keimling absterben lassen kann. Die Nachsaat gießt du deshalb wie jede keimende Rasensaat.

Zahl im Blick

In den ersten drei Wochen gießt du keimende Nachsaat alle 1 bis 2 Tage mit 5 l/m², bei Bedarf mit bis zu 10 l/m². Bei großer Hitze überbraust du die Fläche zusätzlich kurz.

Ich gieße mit der Brausekanne und zähle ab, wie viele Liter auf jeden Quadratmeter gehen. Die Gräser einer Mischung laufen dabei nicht gleichzeitig auf. Unter günstigen Bedingungen keimen sie in dieser Reihenfolge:

Gras Keimung nach
Deutsches Weidelgras gut einer Woche
Rotschwingel knapp zwei Wochen
Wiesen- und Lägerrispe gut drei Wochen

Bei einer Mischung aus mehreren Gräsern muss die obere Bodenschicht in den ersten 3 bis 4 Wochen feucht bleiben, auch wenn schon erste Halme stehen. Die Lägerrispe ist schattentolerant, keimt aber spät und verträgt Trockenheit schlecht. Wer beim ersten Grün mit dem Gießen nachlässt, riskiert also gerade das Gras, das mit dem Schatten zurechtkommt.

In der Keimphase düngst du nicht nach Schema. Die Nährstoffversorgung richtest du am Bedarf der Gräser und an der Bodenuntersuchung aus. Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht stickstoffreich, sondern erst wieder, wenn ausreichend Feuchte da ist und die Gräser sichtbar wachsen. Mengen und Teilgaben für den etablierten Rasen stehen im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Düngen.

Bevor ich den Mäher zum ersten Mal über die Nachsaat schiebe, messe ich den Aufwuchs mit dem Zollstock.

Schnitt Richtwert
erster Schnitt, je nach Mischung bei etwa 6 bis 10 cm Aufwuchs
erster Schnitt nach einer Herstelleranleitung für Nachsaat bei etwa 10 cm Aufwuchs auf 5 bis 6 cm
weitere Schnitte im Schatten nach erfolgreicher Nachsaat etwa 6 bis 7 cm Schnitthöhe

Für die laufende Pflege gilt danach: Je Mähgang nimmst du höchstens ein Drittel der Blattmasse ab. Bis die Fläche wieder belastbar ist, nennt eine Herstelleranleitung etwa 4 bis 6 Wochen erfolgreicher Pflege.

Marias Erfahrung

Um frisch nachgesäte Stellen spanne ich eine Schnur an Stäben. So läuft niemand darüber, und ich sehe beim Gießen jede Stelle.

Wie geht es nach der Nachsaat weiter?

Ist die Nachsaat eingewachsen, pflegst du die Fläche wie einen etablierten Schattenrasen. Im Schatten sollte die Schnitthöhe dann mindestens 4,5 cm betragen. Mähregime, Wässern, Düngung und Bodenleben übers Jahr beschreibe ich im Beitrag zur fachgerechten Pflege von Schattenrasen, den Ablauf von Frühjahr bis Winter der Rasen-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf.

Beliebt im Shopaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Profi-Line Premium Nachsaatrasen
Kiepenkerl Profi-Line Premium Nachsaatrasen
Zum Shop
Kiepenkerl Profi-Line Premium Strapazierrasen
Kiepenkerl Profi-Line Premium Strapazierrasen
Zum Shop
Kiepenkerl Profi-Line Premium Trockenrasen
Kiepenkerl Profi-Line Premium Trockenrasen
Zum Shop
Kiepenkerl Profi-Line Premium Dunkelgrüner Rasen
Kiepenkerl Profi-Line Premium Dunkelgrüner Rasen
Zum Shop

Häufige Fragen

Welche Gräser eignen sich für Rasen im Schatten?
Für die Nachsaat im Schatten nimmst du eine Mischung, die für Schatten ausgewiesen ist und zur Nutzung der Fläche passt. Die Lägerrispe ist schattentolerant, verträgt Trockenheit aber nur schlecht. In tiefem Schatten von Gehölzen oder Gebäuden hält allerdings auch eine Schattenrasenmischung auf Dauer keinen zufriedenstellenden Rasen.
Wie bereite ich den Boden für die Nachsaat im Schatten vor?
Du mähst den Altbestand kurz, arbeitest Filz und Moos längs und quer heraus und räumst alle Reste vollständig ab. Verdichtete Stellen kannst du aerifizieren und die Löcher mit Rasensand verfüllen. Das kann die Oberfläche verbessern, eine tiefgründige Verdichtung behebt es aber nicht. Kalk gibst du nur nach einer Bodenuntersuchung, denn Moos allein beweist keinen Kalkbedarf.
Wann ist die richtige Zeit für die Nachsaat im Schatten?
Bei feuchtwarmer Witterung kannst du von April bis September nachsäen. Die Bodentemperatur sollte je nach Empfehlung mindestens 8 bis 10 °C erreichen. Im Herbst hat der Boden Wärme gespeichert und die Feuchtigkeit lässt sich leichter halten, während im Frühjahr stärkerer Unkrautdruck auftreten kann. Einzelne Schattenmischungen sehen ein Herbstfenster bis Mitte Oktober vor.
Wie oft muss ich die Nachsaat im Schatten gießen?
In den ersten drei Wochen bekommt keimende Nachsaat alle 1 bis 2 Tage Wasser. Je Gabe sind es 5 l/m², bei Bedarf bis 10 l/m², und bei großer Hitze überbraust du die Fläche zusätzlich kurz. Bei einer Mischung aus mehreren Gräsern hältst du die obere Bodenschicht 3 bis 4 Wochen feucht, auch wenn schon erste Halme stehen.
Was ist der Unterschied zwischen Vertikutieren und Aerifizieren?
Der Vertikutierer arbeitet flach und holt Rasenfilz heraus. Beim pflegenden Vertikutieren ritzt er die Bodenoberfläche höchstens 0,3 cm tief an. Beim Aerifizieren entstehen dagegen Belüftungslöcher, die bis etwa 10 cm in verdichteten Boden reichen. Verfüllst du sie mit Rasensand, kann das eine verdichtete Oberfläche verbessern, eine tiefgründige Verdichtung behebt es nicht.
Was ist bei der Pflege von Schattenrasen anders?
Im Schatten sollte die Schnitthöhe mindestens 4,5 cm betragen. Nach einer erfolgreichen Nachsaat werden für die weiteren Schnitte in Schattenlagen etwa 6 bis 7 cm empfohlen. Je Mähgang nimmst du höchstens ein Drittel der Blattmasse ab. Schatten kann Moos fördern, ebenso Verdichtung, Nährstoffmangel oder ein zu tiefer Schnitt.
Was muss ich bei der Nachsaat unter Bäumen beachten?
Bei Bodenarbeiten im Wurzelraum vermeidest du Wurzelverletzungen und schützt freigelegte Wurzeln vor dem Austrocknen. Kühl-feuchtes Wetter, Staunässe und liegen gebliebenes Laub begünstigen winterliche Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel, deshalb rechst du Laub von der jungen Saat ab. Ist der Schatten unter den Gehölzen tief, kommen statt Rasen Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien infrage.
Zuletzt geprüft:
↑