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Trockenresistenter Rasen: Welche Gräser Wasser sparen und wie du ihn anlegst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Tiefer wurzelnde Gräser wie Rohrschwingel und Wiesenschwingel können bei einer Neuanlage die Verträglichkeit trockener Bedingungen verbessern.
  • Schafschwingel und Rotschwingel vertragen trockenere Bedingungen vergleichsweise gut, die Mischung muss aber zu Boden und Nutzung passen.
  • Auch trockenheitsverträglichere Mischungen brauchen Wasser: Sie reagieren später auf Trockenheit und können sich nach Regen schneller erholen.
  • Lägerrispe ist schattentolerant, hat aber nur eine geringe Trockenheitstoleranz.
  • Brauner Rasen ist nicht automatisch tot: Nachgesät wird erst, wenn Pflanzen abgestorben sind und größere Lücken bleiben.

Im Hochsommer stehst du mit dem Schlauch auf dem Rasen und fragst dich, ob es Gräser gibt, die mit weniger Wasser auskommen. Die gibt es, und die Entscheidung fällt bei der Mischung. Auch ein trockenresistenter Rasen braucht allerdings Wasser: Er reagiert später auf Trockenheit und kann sich nach Regen schneller erholen. Ich kläre vor jeder Neuanlage zuerst zwei Fragen, nämlich wie viel Licht die Fläche bekommt und was unter der Grasnarbe liegt. Danach richtet sich, welche Gräser ich aussuche.

Was einen Rasen trockenresistent macht

Trockenresistent heißt bei Rasen nicht, dass die Fläche ohne Wasser auskommt. Gemeint ist eine Mischung aus Gräsern, die trockene Bedingungen besser vertragen. Tiefer wurzelnde Gräser wie Rohrschwingel und Wiesenschwingel können bei einer Neuanlage die Verträglichkeit trockener Bedingungen verbessern. Schafschwingel und Rotschwingel kommen mit trockeneren Bedingungen ebenfalls vergleichsweise gut zurecht.

Es geht hier immer um einen Gräserrasen und nicht um einen artenreichen Trockenrasen. Das sind zwei verschiedene Flächen, und Werte der einen gelten nicht für die andere.

Kurz erklärt

Trockenruhe nennt man den Zustand, in dem ein eingewachsener Rasen bei Trockenheit braun wird und sein Wachstum einstellt. Abgestorben ist er dabei nicht automatisch. Nach ausreichendem Regen können die Gräser wieder austreiben.

Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Gräser für trockene Lagen im Porträt

Rasenmischungen bestehen aus mehreren Gräserarten. Für trockene Lagen zählt, welche Arten darin stecken und ob sie zu deiner Nutzung passen. Ich lese bei jeder Mischung deshalb zuerst die Liste der enthaltenen Arten.

Rohrschwingel und Wiesenschwingel: die Tiefwurzler

Rohrschwingel (Festuca arundinacea) wurzelt tief und eignet sich für Rasen an sehr trockenen Standorten. Er ist hitze- und trockenheitsverträglich und hat grobe Blätter. Bei der Aussaat läuft er in einem Orientierungsbereich von 9 bis 16 Tagen auf. Wiesenschwingel gehört ebenfalls zu den tiefer wurzelnden Gräsern, die bei einer Neuanlage besser mit Trockenheit zurechtkommen.

Ein dichter Zierrasen braucht dagegen feinblättrige Gräser. Wer eine feine, dichte Optik will, baut deshalb nicht allein auf den grobblättrigen Rohrschwingel.

Schafschwingel: auf die Art kommt es an

Schafschwingel verträgt trockenere Bedingungen vergleichsweise gut. Unter dem Namen laufen aber mehrere Arten. Raublättriger Schafschwingel verträgt häufiges Mähen. Gemeiner und Haar-Schafschwingel besiedeln dagegen vor allem extensiv genutzte Flächen. Für einen Rasen, den du regelmäßig mähst, ist also der Raublättrige Schafschwingel der passende Kandidat.

Rotschwingel: trockenheitstolerant und lückenschließend

Rotschwingel ist trockenheitstolerant und verträgt etwas Schatten. Seine ausläuferbildenden Formen können Lücken in der Rasennarbe schließen. Im Allgemeinen ist er nur mäßig trittfest, die Sorten unterscheiden sich darin aber. Besonders gut eignet er sich für nährstoffarme Landschafts- und Böschungsrasen. Rotschwingel keimt je nach Bedingungen innerhalb von 10 bis 18 Tagen.

Weidelgras und Wiesenrispe: die Partner für Belastung

Spielen Kinder auf der Fläche, braucht die Mischung belastbare Gräser. Deutsches Weidelgras und Wiesenrispe sind die besonders trittfesten Hauptgräser klassischer Sportrasenmischungen. Für Gebrauchsrasen werden sie mit Rotschwingel kombiniert. Weidelgras keimt schnell, regeneriert schnell und schließt Lücken rasch. Wiesenrispe festigt die Narbe mit unterirdischen Ausläufern, entwickelt sich anfangs aber langsam. Raschwüchsige Mischungspartner können sie in dieser Phase verdrängen.

Lägerrispe und Bermudagras: Vorsicht in trockenen Lagen

Lägerrispe verbindet Schattenverträglichkeit mit Belastbarkeit. Auf Hitze und Trockenheit reagiert sie aber empfindlich, ihre Trockenheitstoleranz ist gering. Im Schatten bevorzugt sie kühle, feuchte und nährstoffreiche Bedingungen. Bermudagras ist für deutsche Gärten nur bedingt geeignet, weil Spätfröste seinen Frühjahrsaustrieb stark schädigen können.

Häufiger Fehler

Unter Bäumen wird Schattenrasen gesät und die Trockenheit übersehen. Baumwurzeln konkurrieren mit dem Rasen um Wasser und Nährstoffe, und der Boden kann dort auch nach Regen trocken bleiben. Die Schattenverträglichkeit schützt gerade die Lägerrispe nicht vor Trockenheit. Prüf die Bodenfeuchte unter Gehölzen deshalb gesondert.

Die Gräser im Vergleich

Gras Stärke Grenze
Rohrschwingel wurzelt tief, hitze- und trockenheitsverträglich grobblättrig
Schafschwingel verträgt trockenere Bedingungen vergleichsweise gut Gemeiner und Haar-Schafschwingel besiedeln vor allem extensiv genutzte Flächen
Rotschwingel trockenheitstolerant, verträgt etwas Schatten im Allgemeinen nur mäßig trittfest
Wiesenrispe festigt die Narbe mit unterirdischen Ausläufern entwickelt sich anfangs langsam
Lägerrispe schattenverträglich und belastbar geringe Trockenheitstoleranz, empfindlich bei Hitze

Wie viel Wasser braucht ein trockenresistenter Rasen?

Eine feste Ersparnis in Prozent lässt sich nicht seriös angeben. Wie oft ein Rasen Wasser braucht, hängt von der Wasserspeicherung des Bodens, der Temperatur und den Niederschlägen ab.

Mythos-Check

„Trockenresistenter Rasen muss nie gegossen werden.“ Stimmt nicht. Trockenheitsverträglichere Mischungen brauchen weiterhin Wasser. Sie reagieren aber später auf Trockenheit und können sich nach Regen schneller regenerieren.

Orientierungswerte für die Wassergabe

Ob die Menge auf deinem Boden reicht, prüfst du nach dem Wässern: Schau nach, wie tief der Boden feucht geworden ist.

Situation Orientierung
Junger Rasen nach der Keim- und Auflaufphase 10 bis 15 l/m² je Bewässerung, 1 bis 2 Bewässerungen pro Woche
Eingewachsener Rasen, durchdringende Gabe je nach Boden und Witterung etwa 10 bis 25 l/m²
Eingewachsener Rasen auf sandigem Boden 10 bis 15 l/m² je Bewässerungsgang
Eingewachsener Rasen bei beginnendem Trockenstress etwa 15 bis 20 l/m² je Bewässerung
Grüne Fläche in Trockenphasen erhalten 20 bis 25 l/m² einmal wöchentlich

Die Tabelle zeigt die eigentliche Entscheidung für den Sommer. Entweder hältst du die Fläche in Trockenphasen grün, oder du lässt eine Trockenruhe zu. Ein eingewachsener Rasen kann braun werden und nach ausreichendem Regen wieder austreiben. Örtliche Bewässerungsverbote und Einschränkungen haben in jedem Fall Vorrang vor allgemeinen Gießempfehlungen.

Was der Boden ausmacht

Der Boden bestimmt, wie viel Wasser den Gräsern zur Verfügung steht.

Boden Wasser für den Rasen
Reiner Sand speichert Wasser und Nährstoffe nur unzureichend
Lehmiger Sand verbindet Belastbarkeit mit geringerem Bewässerungs- und Düngeaufwand als eine stark sandige Sportplatztragschicht
Sandiger Lehm verbindet Durchlässigkeit mit Wasser- und Nährstoffspeicherung
Ton hält viel Wasser, bindet einen Teil davon aber so fest, dass es den Gräsern nicht zur Verfügung steht
Lehmiger oder toniger Unterboden neigt zur Verdichtung

Reiner Sand speichert Wasser schlecht, und gut umgesetzter Grünkompost kann einen sandigen Boden speicherfähiger machen. Auf Sand beginnt Wassersparen deshalb bei der Bodenvorbereitung und nicht erst bei der Gräserwahl.

Richtig gießen in Kürze

Eingewachsenen Rasen gießt du durchdringend, sodass das Wasser 10 bis 15 cm tief in den Wurzelbereich eindringt. Die Grundregeln für Keimsaat und etablierten Rasen stehen im Abschnitt Gießen meines Rasen-Ratgebers. Wie du Menge, Zeitpunkt und Technik im Hochsommer abstimmst, zeigt der Ratgeber zur Bewässerung von Gebrauchsrasen in trockenen Sommern.

So legst du einen wassersparenden Rasen an

Schritt 1: Standort prüfen

Dauerhaft stark beschattete Bereiche eignen sich nicht für Rasen, dort sind standortgerechte Alternativen die bessere Begrünung. An besonders heißen Standorten kann eine Beschattung in den heißen Nachmittagsstunden die Aufheizung und die Verdunstung verringern. Unter dichten Gehölzen prüfst du die Bodenfeuchte gesondert, weil Regen den Wurzelraum dort unzureichend durchfeuchten kann.

Schritt 2: Boden untersuchen

Eine Bodenuntersuchung zeigt, ob der Boden unter- oder überversorgt ist, und erlaubt gezielte Kalk- und Nährstoffgaben. Ich steche dafür 10 bis 15 Einzelproben über die Fläche verteilt aus. Jede Probe stammt aus den obersten 10 cm. Alles wird gründlich gemischt, und rund 500 g davon gehen ins Labor. Das Standardpaket untersucht pH, Phosphor, Kalium und Magnesium.

Der pH-Zielbereich für Rasen hängt von der Bodenart ab:

Bodenart pH-Zielbereich für Rasen
Sand 4,8 bis 5,2
Lehmiger Sand, sandiger Schluff 5,2 bis 5,6
Stark sandiger Lehm, lehmiger Schluff 5,5 bis 5,9
Sandiger Lehm, schluffiger Lehm, Lehm 5,7 bis 6,2
Schluffig toniger Lehm, toniger Lehm, Ton 5,9 bis 6,3

Liegt dein Messwert oberhalb des Zielbereichs deiner Bodenart, kalkst du nicht.

Schritt 3: Boden vorbereiten

Lockere den Boden als Orientierung mindestens 15 cm tief, besonders nach verdichtenden Bauarbeiten. Verdichtung vermindert den Grobporenraum und begünstigt ein flaches Wurzelwerk. Damit verliert gerade ein tief wurzelndes Gras wie Rohrschwingel den Vorteil, für den du es gewählt hast.

Leichte, zur Austrocknung neigende Böden verbesserst du vor der Saat, indem du geeigneten Oberboden und gut umgesetzten Kompost gründlich einarbeitest. Sand mischst du in schwere Böden nur ein, wenn sie ausreichend trocken sind, sonst drohen Gefügeschäden. Nach dem Lockern muss sich der Boden setzen, und das kann einige Wochen dauern. Unerwünschten Bewuchs, der in dieser Zeit aufläuft, entfernst du. Direkt vor der Saat bereitest du die obersten 2 bis 3 cm feinkrümelig vor und räumst Unkraut, Steine und grobe Reste ab.

Zahl im Blick

Für die Vegetationstragschicht gelten etwa 15 cm als Richtwert. Eine sandige Tragschicht sollte zur Wasserspeicherung 1 bis 3 Gewichts-% organische Substanz enthalten. Bei einer Neuanlage sind 12 bis 18 l gütegesicherter Fertigkompost je m² der Richtwert für die Einarbeitung in die Tragschicht.

Schritt 4: Mischung wählen

Die Auswahl der Mischung richtet sich nach der vorgesehenen Nutzung, und sie muss zu deinem Boden passen. Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen, kräuterreichere Bestände eher für weniger genutzte Flächen. Auf Rasennutzung geprüfte Sorten sind Futtersorten vorzuziehen, weil Futtersorten häufig nur eine geringe Raseneignung besitzen. Bewertet wird die Eignung von Rasensorten auf einer Skala von 1 bis 9. Höhere Noten stehen für eine bessere Eignung für den jeweiligen Rasentyp.

Mini-Checkliste

Mischung für eine trockene Lage

  • Sind tiefer wurzelnde Gräser wie Rohrschwingel oder Wiesenschwingel enthalten?
  • Sind Schafschwingel oder Rotschwingel als trockenheitsverträgliche Partner dabei?
  • Sorgen Weidelgras und Wiesenrispe für Belastbarkeit, wenn auf der Fläche gespielt wird?
  • Stammen die Sorten aus der Prüfung für Rasennutzung und nicht aus dem Futterbau?

Schritt 5: Aussäen

Günstige Zeitfenster liegen bei passender Bodentemperatur und Feuchte etwa von Mitte April bis Mitte Juni. Das zweite Fenster reicht von August bis Mitte September. Die Herbstaussaat profitiert von gespeicherter Bodenwärme, und die Feuchte lässt sich leichter sicherstellen. Keimende Samen müssen durchgehend feucht bleiben, weil ein ausgetrockneter Keimling absterben kann. Wo es im Sommer trocken ist, spricht deshalb viel für das Spätsommerfenster: Die Feuchte, an der die Keimung hängt, ist dann leichter zu halten. Die Saatfenster hast du mit dem Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken im Blick.

Der Boden sollte je nach Empfehlung mindestens 8 bis 10 °C warm sein. Für die Ansaat mit einer passenden Regelsaatgutmischung bringst du im Regelfall 25 g Saatgut je m² aus. Bei artenreichen Trockenrasen- oder Blumenrasenmischungen gilt dagegen die Angabe der jeweiligen Mischung. Halte dich an die Aufwandmenge, denn eine Überdosierung kann Konkurrenz zwischen den Keimlingen und Pilzkrankheiten begünstigen.

Ich säe in zwei Durchgängen, einmal längs und einmal quer, damit sich die Saat gleichmäßig verteilt. Danach recht ich sie etwa 0,5 cm flach ein und walze die Fläche an. Angegossen wird mit einem Schwachregner, damit die Oberfläche nicht verschlämmt.

Tipp

Kleine Flächen säst du bei Windstille von Hand in zwei gekreuzten Arbeitsgängen. Ein Gartenvlies kann die frische Saat vor Vogelfraß schützen.

Schritt 6: Keimphase und erster Schnitt

In den ersten 3 bis 4 Wochen muss die obere Bodenschicht ausreichend feucht bleiben. Das gilt auch dann, wenn schon erste Halme zu sehen sind, denn langsam keimende Mischungspartner brauchen länger.

Gras Keimung oder Auflaufen unter günstigen Bedingungen
Deutsches Weidelgras keimt nach etwa 7 bis 15 Tagen
Rohrschwingel läuft innerhalb von 9 bis 16 Tagen auf
Rotschwingel keimt nach 10 bis 18 Tagen
Wiesenrispe keimt nach 14 bis 21 Tagen

Neu gesäter Rasen wird erstmals bei 8 bis 10 cm Aufwuchshöhe geschnitten. Dabei kürzt du ihn nicht unter 5 cm. Beim ersten Schnitt nehme ich nur scharfe Messer, damit die noch schwach verwurzelten Junggräser nicht herausgerissen werden. Bis die Fläche nutzbar ist, vergehen etwa 2 bis 4 Monate. Für einen strapazierfähigen Zustand setzt du rund 6 Monate an. Im ersten Jahr wird der neue Rasen noch nicht vertikutiert.

Pflege für einen trockenresistenten Rasen

Höher mähen, wenn es heiß wird

Für Garten-Gebrauchsrasen reichen die empfohlenen Schnitthöhen je nach Pflegekonzept von 3 bis 6 cm. Bei sommerlicher Hitze kann eine Schnitthöhe von etwa 5 bis 7 cm helfen, Rasen und Boden stärker zu beschatten. Pro Mähgang nimmst du höchstens ein Drittel der aktuellen Wuchshöhe ab. Bei starkem Trockenstress kann das Mähen ganz ausgesetzt werden. In Trockenphasen betrittst du den Rasen weniger und vertikutierst nicht.

Ich stelle den Mäher vor der ersten Hitzewelle höher und messe die Schnitthöhe mit dem Zollstock nach.

Filz und Dünger im Blick

Rasenfilz entfernst du spätestens ab einer Stärke von etwa 1 cm. Eine dünnere Auflage kann den Boden vor Verdunstung schützen. Eine stärkere Auflage dagegen kann das Eindringen von Wasser und Dünger behindern.

Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht stickstoffreich. Erst wenn wieder genug Feuchte da ist und der Rasen sichtbar wächst, versorgst du ihn bedarfsgerecht. Kalium unterstützt bei Rasengräsern den Wasserhaushalt und die Winterhärte. Ob eine zusätzliche Kaliumgabe im Herbst nötig ist, entscheidet die Bodenuntersuchung.

Wenn der Rasen braun wird

Brauner Rasen ist bei Trockenheit nicht automatisch abgestorben. Beobachte nach einer Trockenphase zuerst, welche Bereiche bei wieder feuchterer Witterung von selbst neu austreiben.

Marias Erfahrung

Bevor ich nachsäe, steche ich an einer braunen Stelle eine Probe etwa 5 bis 8 cm tief aus und halte sie im Topf feucht. Zeigen sich nach etwa einer Woche neue grüne Spitzen, weist das auf verbliebene Vitalität hin.

Nachgesät wird erst, wenn Pflanzen tatsächlich abgestorben sind und größere Lücken bleiben. Dann kannst du die Nachsaat mit einer Mischung verbinden, die besser zum Standort passt. Beginne die Reparatur bei kühlerer, feuchterer Witterung, damit du die Nachsaat zuverlässig feucht halten kannst. Verbleibende Lücken nach sommerlicher Trockenheit lassen sich im September oder Oktober nachsäen. Den ersten Schnitt machst du bei etwa 10 cm Aufwuchshöhe. Dabei kürzt du die Nachsaat auf 5 bis 6 cm. Ist der Rasen weitgehend abgestorben, kann statt der Nachsaat eine Neuanlage nötig werden.

Rasenalternativen und Ökologie in Kürze

Nicht jede Fläche muss ein Gräserrasen sein: Kräuterrasen, Blumenwiese oder artenreicher Trockenrasen folgen eigenen Regeln, und die Werte für Gräserrasen gelten dort nicht. Was solche Flächen leisten, liest du im Rasen-Ratgeber unter Blumenrasen und andere Rasenalternativen. Wie sich Rasen insgesamt an Hitze, Trockenheit und Starkregen anpassen lässt, zeigt der Ratgeber zu Rasen im Klimawandel.

SORTENEMPFEHLUNG
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Häufige Fragen

Was sind wassersparende Rasensorten und wie unterscheiden sie sich von herkömmlichen Gräsern?
Gemeint sind Rasengräser, die trockene Bedingungen besser vertragen, etwa Rohrschwingel, Wiesenschwingel, Schafschwingel und Rotschwingel. Rohrschwingel und Wiesenschwingel wurzeln tiefer und können bei einer Neuanlage die Trockenverträglichkeit des Rasens verbessern. Wasser brauchen auch diese Mischungen weiterhin, sie reagieren aber später auf Trockenheit und können sich nach Regen schneller regenerieren.
Welche Rolle spielt die Wurzeltiefe bei der Wasseraufnahme trockenresistenter Rasensorten?
Tiefer wurzelnde Gräser wie Rohrschwingel kommen bei einer Rasenneuanlage mit Trockenheit besser zurecht. Verdichteter Boden begünstigt ein flaches Wurzelwerk, deshalb lockerst du ihn vor der Anlage als Orientierung mindestens 15 cm tief. Beim Gießen eines eingewachsenen Rasens soll das Wasser 10 bis 15 cm tief in den Wurzelbereich eindringen.
Können trockenresistente Gräser in einen Ruhezustand übergehen und sich nach Regen erholen?
Ja, ein eingewachsener Rasen kann bei Trockenheit braun werden und sein Wachstum einstellen, ohne abgestorben zu sein, und nach ausreichendem Regen wieder austreiben. Einen Hinweis gibt eine etwa 5 bis 8 cm tief ausgestochene Probe, die du im Topf feucht hältst. Zeigen sich nach etwa einer Woche neue grüne Spitzen, weist das auf verbliebene Vitalität hin. Nachgesät wird erst, wenn Pflanzen tatsächlich abgestorben sind und größere Lücken bleiben.
Wie wirkt sich die Schnitthöhe auf die Verdunstung bei wassersparenden Gräsern aus?
Bei sommerlicher Hitze kann eine Schnitthöhe von etwa 5 bis 7 cm helfen, Rasen und Boden stärker zu beschatten. Pro Mähgang nimmst du höchstens ein Drittel der aktuellen Wuchshöhe ab, und bei starkem Trockenstress kann das Mähen ganz ausgesetzt werden. Eine dünne Rasenfilzauflage kann die Verdunstung mindern; ab etwa 1 cm Stärke sollte sie entfernt werden.
Worin unterscheiden sich Schafschwingel und Bermudagras in ihren Eigenschaften?
Schafschwingel verträgt trockenere Bedingungen vergleichsweise gut, wobei die Mischung zusätzlich zu Boden und Nutzung passen muss. Für regelmäßig gemähte Flächen kommt der Raublättrige Schafschwingel infrage, weil er häufiges Mähen verträgt. Bermudagras ist für deutsche Gärten dagegen nur bedingt geeignet, denn Spätfröste können seinen Frühjahrsaustrieb stark schädigen.
Welche Kriterien sollten bei der Wahl wassersparender Rasensorten beachtet werden?
Die Mischung richtet sich nach der Nutzung der Fläche und muss zu deinem Boden passen. Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen, und bei einer Neuanlage können tiefer wurzelnde Gräser wie Rohrschwingel die Anpassung an Trockenheit verbessern. Achte auf Sorten, die für die Rasennutzung geprüft sind, denn Futtersorten besitzen häufig nur eine geringe Raseneignung.
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