Kurkuma im Gewächshaus züchten: Wärme, Licht und Luftfeuchte richtig einstellen
- Während der warmen Anzucht und Kultur gedeiht Kurkuma besonders gut bei 25 bis 30 °C.
- Bei belaubter Kurkuma sollten die Nachttemperaturen nicht unter 12 °C sinken, sonst nehmen die Blätter Schaden.
- Hell und indirekt aufstellen; nach dem Austrieb braucht Kurkuma hohe Luftfeuchtigkeit.
- Im Beet 40 cm Abstand in der Reihe und zwischen den Reihen einplanen.
- Mindestens ein Viertel der Gewächshausfläche sollte als Lüftungsfläche verfügbar sein.
- Pflanzzeit ist April bis Mai, Erntezeit November bis Dezember.

Im Gewächshaus kannst du Wärme, Licht und Luftfeuchtigkeit für Kurkuma selbst steuern. Das macht es zu einem passenden Ort, um Kurkuma zu züchten. Kritisch sind die Nächte: Sinkt die Temperatur bei belaubter Kurkuma unter 12 °C, nehmen die Blätter Schaden. Ich schaue in meinem Gewächshaus deshalb zuerst auf den nächtlichen Tiefstwert und erst danach auf die Mittagswärme.
Kurkuma, botanisch Curcuma longa, gehört zu den Ingwergewächsen (Zingiberaceae) und ist nicht winterhart. Gezogen wird sie wegen ihrer Rhizome, die als Gewürz genutzt werden. Hier geht es um das Klima unter Glas, um Platz und Gefäße und um die Vorbeugung im Gewächshaus. Ziehst du Kurkuma im Kübel draußen, findest du Gefäß, Standort im Freien und Kälteschutz im Ratgeber, wie du Kurkuma auf Balkon und Terrasse anbaust.
Kurkuma züchten im Gewächshaus: der Ablauf über das Jahr
Kurkuma vermehrst du durch Teilung: Gepflanzt wird ein Stück Rhizom, keine Samen. Die Eckdaten über die Saison:
| Abschnitt | Zeitraum |
|---|---|
| Pflanzzeit | April bis Mai |
| Blütezeit | Juli bis August |
| Erntezeit | November bis Dezember |
| Kulturdauer | 210 bis 280 Tage |
Eine Kurkuma belegt ihren Platz unter Glas also von der Pflanzung im Frühjahr bis zur Ernte im Spätherbst.
Welche Temperatur braucht Kurkuma im Gewächshaus?
Während der warmen Anzucht und Kultur gedeiht Kurkuma besonders gut bei 25 bis 30 °C. Diesen Bereich peile ich an, gemessen auf Höhe der Blätter und nicht oben unter dem Glasdach. Steigt das Thermometer darüber, öffne ich Fenster und Tür.
Nachts zählt eine andere Zahl. Bei belaubter Kurkuma sollten die Nachttemperaturen nicht unter 12 °C sinken, weil sonst die Blätter Schaden nehmen. Das ist eine Untergrenze zum Schutz der Blätter, kein Zielwert.
Mit der Ernte wartest du, bis die oberen Blätter im Spätherbst zu welken beginnen, und bis dahin ist die Pflanze belaubt. Die Nachtgrenze von 12 °C gilt also bis in den Spätherbst und nicht nur nach der Pflanzung im Frühjahr.
Ich hänge ein Min-Max-Thermometer zwischen die Kurkuma, auf Blatthöhe und vor direkter Sonne geschützt. Wenn ich morgens ins Gewächshaus komme, lese ich zuerst den Tiefstwert der Nacht ab und setze den Speicher dann zurück.
Wie viel Licht braucht Kurkuma unter Glas?
Kurkuma braucht helles, aber indirektes Licht, ihr Lichtbedarf gilt als halbschattig. Im Gewächshaus heißt das: viel Helligkeit, aber möglichst keine pralle Sonne direkt auf dem Laub. Ich ziehe deshalb ein Schattiergewebe unter das Dach, sobald die Sonne im Sommer direkt auf die Blätter fällt. Im Beet setze ich Kurkuma dorthin, wo höhere Pflanzen einen Teil der Sonne abfangen.
Wie feucht muss die Luft für Kurkuma sein?
Nach dem Austrieb und während der Gewächshauskultur braucht Kurkuma eine hohe Luftfeuchtigkeit. Wie feucht die Luft wirklich ist, zeigt dir ein Thermo-Hygrometer. Meins hängt neben dem Thermometer zwischen den Pflanzen, damit ich beide Werte zusammen ablese. Um die Luftfeuchte anzuheben, stelle ich Wasserschalen zwischen die Töpfe und befeuchte an warmen Tagen Wege und Boden. Ob das reicht, sagt mir wieder das HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist..
Kurkuma braucht feuchte Luft, und im Erwerbszierpflanzenbau gehört es zur Vorbeugung gegen GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., dass die Pflanzen nachts trocken bleiben. Feucht halte ich deshalb die Luft und nicht das Laub: Ich gieße an den Fuß der Pflanzen und sprühe nicht über die Blätter.
Platz zum Wachsen: Abstände und Gefäße
Kurkuma wird 100 cm hoch und wächst ohne regelmäßigen FormschnittFormschnitt ist der regelmäßige, intensive Schnitt, mit dem Hecken und andere Gehölze in einer festen Form gehalten werden, etwa als kantige Formhecke. Er unterscheidet sich vom zurückhaltenden Schnitt frei wachsender Gehölze.. Im Gewächshausbeet plane ich sie deshalb mit festen Abständen ein:
| Maß | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 40 cm |
| Reihenabstand | 40 cm |
| Wuchshöhe | 100 cm |
| Erziehung | frei wachsend, kein Formschnitt nötig |
Zum Aufteilen der Fläche nutze ich den Beetplaner für Pflanzen und Abstände. Welche Nachbarn sich mit Kurkuma vertragen, prüfst du im Mischkultur-Planer für passende Pflanzpartner. Eine gute Nachbarschaft unterstützt die Kultur, gesunde Pflanzen garantiert sie nicht.
Kurkuma im Topf oder Kübel
Kurkuma eignet sich für die Kultur im Kübel. Größer ist dabei nicht automatisch besser, denn ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen und die Wurzeln zu schädigen. Jedes Gefäß braucht funktionsfähige Abzugslöcher im Boden.
Beim Material wählst du zwischen Ton und Kunststoff. Unglasierte Tontöpfe verlieren zusätzlich Wasser über ihre poröse Wand, Kunststofftöpfe nicht. Kurkuma wird 100 cm hoch, und Tongefäße können durch ihr höheres Eigengewicht die Standfestigkeit verbessern. Für große Pflanzen spricht das für Ton, solange du die zusätzliche Verdunstung über die Wand beim Gießen einplanst.
Wird der Kübel zu eng, sollte der neue Topf am oberen Rand mindestens 2 cm mehr Durchmesser haben als der bisherige. Den Ballen setze ich so ein, dass seine Oberkante etwa 3 cm unter dem Topfrand liegt. Dieser Rand bleibt als Gießrand frei.
Vorbeugen im Gewächshaus: Lüften, Gießen, Hygiene und Abstand
Aus dem Erwerbszierpflanzenbau gibt es eine klare Liste gegen Grauschimmel. Dort gehören zur Vorbeugung eine relative Luftfeuchtigkeit unter 85 %, nachts trockene Pflanzen, ausreichender Abstand und das Entfernen befallenen Materials. Die Prozentgrenze stammt aus der Profikultur von Zierpflanzen und ist kein Zielwert für Kurkuma. Die Handgriffe dahinter übernehme ich trotzdem. Eine Zusage, dass kein Befall auftritt, ist das weder dort noch im Hobbygewächshaus.
Lüften
Für Kleingewächshäuser gilt als Planungsvorgabe: Mindestens ein Viertel der Gewächshausfläche sollte als Lüftungsfläche verfügbar sein. Ich rechne bei meinem Gewächshaus Dachfenster, Seitenfenster und Tür zusammen und vergleiche die Summe mit der Grundfläche. Gelüftet wird bei mir so, dass das Laub bis zum Abend abgetrocknet ist. Das Thermo-Hygrometer zeigt mir dabei, ob die Luftfeuchte beim Lüften fällt.
Gießverhalten
Bleibt ein Topfballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Das Bild kann dabei täuschen: Bei anhaltender Nässe kann eine Pflanze trotz feuchter Erde wie vertrocknet wirken.
Bei torffreier oder torfreduzierter Erde kann die Oberfläche trocken aussehen, obwohl es weiter unten noch nass ist. Prüfe vor dem Gießen deshalb auch die Feuchte im unteren Bereich des Topfes. Ich hebe meine Kübel vor und nach dem Gießen an und schätze am Gewicht ab, wie feucht der Ballen ist. Steht doch einmal Wasser im Topf, entferne ich das überschüssige Wasser und lasse die Kanne zunächst stehen.
Nach der Oberfläche gießen. In torffreier Erde kann die obere Schicht schon trocken sein, während unten noch Nässe steht. Fühl tiefer im Topf oder heb ihn an, bevor du zur Kanne greifst.
Hygiene
Alte, vergilbte Triebe nehme ich bei Bedarf heraus; einen regelmäßigen Formschnitt braucht Kurkuma nicht. Befallene Pflanzenteile entferne ich und trage sie aus dem Gewächshaus. Erde aus Gefäßen mit wurzelfaulen Pflanzen verwende ich nicht noch einmal zum Einpflanzen.
Abstand halten
Im Erwerbszierpflanzenbau gehört es zur Vorbeugung gegen Grauschimmel, dass Pflanzen ausreichend auseinanderstehen. Ich verkleinere die geplanten Abstände im Beet deshalb nicht, auch wenn nach dem Pflanzen noch viel Platz frei scheint.
Lüftungsfläche nachgerechnet. Thermometer und Hygrometer hängen auf Blatthöhe. Vor dem Gießen unten im Topf gefühlt oder den Topf angehoben. Das Laub geht trocken in die Nacht. Vergilbte Triebe und befallene Teile sind draußen. Die Abstände im Beet stehen wie geplant.
Boden, Pflanzung, Pflege und Ernte kurz eingeordnet
Was nicht speziell das Gewächshausklima betrifft, findest du in den Grundlagen zu Substrat, Pflanzung, Schädlingen, Ernte und Lagerung im Zimmerpflanzen-Ratgeber und in den Kurkuma-Ratgebern, die ich hier nenne.
Boden: Kurkuma braucht einen gut durchlässigen Boden, der trotzdem Feuchtigkeit speichert und reichlich organische Substanz enthält. In torffreie Gefäßerde lassen sich HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl. oder HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. schon vor dem Pflanzen einmischen, um StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). vorbeugend bereitzustellen. Die Schritte im Einzelnen zeigt der Ratgeber, wie du den Boden für Kurkuma vorbereitest.
Rhizome und Pflanzung: Gepflanzt werden Rhizomstücke in 5 cm Tiefe, die Pflanzzeit reicht von April bis Mai. Für Teilstücke aus Konsumware nennt die Versuchsstation Haidegg 2 Augen je Stück. Auswahl, Vorbereitung und Pflanztechnik erklärt der Ratgeber, wie du Kurkuma aus dem Rhizom anbaust.
Gießen und Düngen: Kurkuma mag feuchte, aber nicht nasse Erde. Dünger dosierst du nach der Packungsanweisung und gibst die Lösung auf bereits feuchtes SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt., um Wurzelschäden zu vermeiden. Wie du die Pflanze durch die Wachstumszeit begleitest, steht im Ratgeber, wie du Kurkuma während des Wachstums pflegst.
Vermehrung: Für neue Pflanzen teilst du die Rhizome. Wie du schneidest und die Teilstücke einsetzt, zeigt die Anleitung, wie du Kurkuma durch Rhizomteilung vermehrst.
Schädlinge und Krankheiten: Beim Rundgang drehe ich einzelne Blätter um, weil zum Beispiel Weiße Fliegen an Zier- und Zimmerpflanzen überwiegend auf den Blattunterseiten sitzen. Welche Schädlinge und Krankheiten Kurkuma treffen können und wie du ihnen auf natürlichem Weg begegnest, erklärt der Ratgeber zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei Kurkuma.
Ernte und Lagerung: Mit der Ernte wartest du, bis die oberen Blätter im Spätherbst zu welken beginnen. Das Rhizom wird als Gewürz genutzt und dafür häufig getrocknet und zu Pulver vermahlen. Graben, Reinigen, Trocknen und Lagern beschreibt der Ratgeber, wie du Kurkuma-Rhizome erntest und verarbeitest.
Überwintern: Kurkuma ist nicht winterhart. Ob du die Pflanze im Topf durch den Winter bringst oder das Rhizom einlagerst, klärt der Ratgeber, wie du Kurkuma frostfrei überwinterst.
Küche und Gesundheit: Kurkuma ziehe ich als Lebensmittel und Gewürz, nicht als Medizin. Bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Kurkuma oder Curcumin sind in seltenen Fällen schwere Leberschäden möglich, außerdem können solche Präparate Wechselwirkungen mit Medikamenten auslösen. Diese Hinweise betreffen die Präparate; mehr dazu steht im Sicherheitsabschnitt des Zimmerpflanzen-Ratgebers.


