Kurkuma überwintern: belaubt in der Wohnung oder als ruhendes Rhizom
- Belaubte Kurkuma holst du herein, bevor die Nächte unter 12 °C fallen.
- Ohne Laub überwintern einzelne getopfte Rhizome kühl bei etwa 10 °C.
- Im Winter gießt du zurückhaltend, denn ein nasser, kalter Ballen begünstigt wurzelschädigende Pilze.
- Im Frühjahr regt leichtes Angießen das Rhizom zum Austrieb an, danach braucht es Wärme und Geduld.

Kurkuma ist nicht winterhart, und ihr Laub nimmt schon Schaden, wenn die Nächte unter 12 °C fallen. Für die Blätter wird es also vor dem ersten Frost kritisch. Ich entscheide deshalb jeden Herbst, ob meine Kurkuma belaubt in der Wohnung weiterläuft oder als Rhizom im Topf ruht. Beide Wege können die mehrjährige Pflanze ins nächste Frühjahr bringen, wenn Temperatur und Gießwasser zum gewählten Weg passen.
Das Rhizom ist botanisch ein unterirdisch wachsender Spross. Bei Kurkuma (Curcuma longa), auch Gelbwurz genannt, treibt es im Frühjahr neu aus und dient in der Küche als Gewürz.
Die Winterwerte für Kurkuma auf einen Blick
| Situation | Wert |
|---|---|
| Belaubte Kurkuma, Nachttemperatur | nicht unter 12 °C, sonst nehmen die Blätter Schaden |
| Einzelne getopfte Rhizome im kühlen Quartier | etwa 10 °C |
| Warme Anzucht und Kultur | besonders gut bei 25 bis 30 °C |
| Erntezeit | November bis Dezember |
| Start der neuen Kultur | März bis April |
| Pflanzzeit | April bis Mai |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | nicht winterhart |
Wann muss Kurkuma ins Haus?
Hol deine Kurkuma herein, bevor die Nachttemperaturen unter 12 °C sinken. Ich richte mich dabei nach den Nachtwerten am Standort und nicht nach einem Datum im Kalender.
Für die Ernte gilt ein anderes Signal: Gewartet wird, bis die oberen Blätter im Spätherbst zu welken beginnen. Kühlen die Nächte schon vorher unter die Grenze für das Laub ab, holst du die Pflanze also grün herein und lässt sie drinnen einziehen.
Steht deine Kurkuma noch draußen, sieh dir die Nachttemperaturen der kommenden Tage an. Sinken sie unter 12 °C, kommt der Kübel ins Haus.
Vor dem Einräumen sehe ich mir die Blattunterseiten an, weil SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. überwiegend dort saugen. Befallene Pflanzen stelle ich zunächst getrennt von den übrigen auf. Wie du Schädlingen vorbeugst und sie kontrollierst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge unseres Zimmerpflanzen-Ratgebers.
Hat der Topf freie Abzugslöcher? Ist der Untersetzer leer? Sind alte, vergilbte Triebe entfernt? Liegt am Winterplatz ein Thermometer bereit?
Belaubt oder als Rhizom: welcher Weg passt zu dir?
Belaubt überwintern heißt: Die Kurkuma bleibt grün und steht hell und warm in der Wohnung. Beim Rhizom-Weg zieht die Pflanze ein, und einzelne Rhizome ruhen getopft an einem kühlen Ort.
| Belaubt in der Wohnung | Rhizom im Topf | |
|---|---|---|
| Temperatur | nachts nicht unter 12 °C | kühl bei etwa 10 °C |
| Gießen | weniger als im Sommer, Feuchte im unteren Topfbereich prüfen | zurückhaltend, denn ein nasser, kalter Ballen begünstigt wurzelschädigende Pilze |
| Düngen | seltener, bei Lichtmangel gar nicht | in der Ruhephase kein Dünger |
| Platzbedarf | ganze Pflanze mit 100 cm Wuchshöhe an einem hellen Fenster | nur die Töpfe |
Meine Empfehlung: Fehlt dir ein heller Fensterplatz, an dem es nachts nicht unter 12 °C abkühlt, nimm den Rhizom-Weg. Welken bei einer belaubt überwinterten Pflanze im Spätherbst trotzdem die oberen Blätter, gehe ich zum Rhizom-Weg über.
Kurkuma belaubt in der Wohnung überwintern
Der Platz: hell, indirekt, nicht überheizt
Im Innenraum passt ein Fensterplatz mit hellem, indirektem Licht. Achte auf den Abstand zur Scheibe und auf Vorhänge, denn beides kann der Pflanze Licht nehmen. Direkt über der Heizung ist es für Zimmerpflanzen häufig ungünstig, weil dort besonders warme, trockene Luft auf die Blätter trifft.
Wenig Licht und zu hohe Temperatur können zusammen Blattfall auslösen. Gleichzeitig darf es für belaubte Kurkuma nachts nicht unter 12 °C gehen. Der passende Winterplatz ist also so hell wie möglich und nicht überheizt, ohne nachts unter diese Grenze zu fallen.
Reicht das Fensterlicht nicht, kann eine Pflanzenlampe helfen. Maßgeblich sind dabei eine zur Art passende Lichtintensität und ein pflanzengeeignetes Spektrum. Auch ein warmer Wintergarten oder ein Gewächshaus kommt infrage. Dafür gibt es eine eigene Anleitung, wie du im Gewächshaus Temperatur, Licht und Luftfeuchte für Kurkuma abstimmst.
Ich stelle ein digitales Thermohygrometer direkt neben den Topf, sobald die Kurkuma ihren Winterplatz bezieht. Es zeigt mir Temperatur und relative Luftfeuchte gemeinsam an, genau dort, wo die Blätter stehen.
Gießen und Düngen im Winter
Gieß im Winter weniger als im Sommer, auch wenn das Zimmer warm bleibt. Bei geringerem Lichtangebot braucht die Pflanze weniger Wasser und Nährstoffe. Prüf vor dem Gießen auch die Feuchte im unteren Topfbereich. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist.
Ich hebe den Topf vor und nach dem Gießen an und schätze den Feuchtezustand am Gewicht. Nimm Gießwasser mit Umgebungstemperatur. Was nach dem Gießen im Untersetzer steht, gießt du ab.
Gedüngt wird nur, wenn die übrigen Bedingungen Wachstum zulassen. Fehlt im Winter das Licht, braucht die Kurkuma in dieser Zeit keinen Dünger. Für die Wachstumszeit gelten andere Regeln, und der Ratgeber dazu zeigt, wie du Kurkuma im Sommer gießt, düngst und mit Luftfeuchte versorgst.
Die Blätter hängen, also wird nachgegossen. Schlaffe, welke Blätter können aber auch von beginnender WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. kommen. Fühl deshalb zuerst die Erde im unteren Topfbereich, bevor du zur Kanne greifst.
Luftfeuchte im Winter: wichtig, aber begrenzt
Kurkuma braucht nach dem Austrieb eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Heizung arbeitet dagegen, denn erwärmte Luft ohne zusätzliches Wasser hat eine geringere relative Feuchte. Warme, trockene Heizungsluft begünstigt außerdem Spinnmilben. Ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. neben der Pflanze zeigt dir, wie feucht die Luft am Platz tatsächlich ist.
Zur Schimmelvorbeugung gelten im Wohnraum 40 bis 60 % relative Luftfeuchtigkeit als allgemeine Orientierung. In nicht oder schlecht gedämmten Wohnungen soll sie im Winter als Faustregel unter 50 % liegen, kontrolliert mit einem Hygrometer.
Belaubte Kurkuma wünscht sich feuchte Luft, eine schlecht gedämmte Wohnung verträgt im Winter aber nur begrenzt Feuchte. Wer dort überwintert, kann die Raumluft für die Pflanze also nicht beliebig anfeuchten.
Zu feucht und zu eng sollte es auch nicht werden. Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen in der dunklen Jahreszeit GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., besonders an geschwächten Pflanzen. Ich stelle die Kurkuma deshalb mit Abstand zu den Nachbartöpfen auf und nehme abgestorbene Blätter weg.
Kurkuma als Rhizom im Topf überwintern
Einziehen lassen und ernten
Mit der Ernte wartest du, bis die oberen Blätter im Spätherbst zu welken beginnen. Die Erntezeit liegt im November und Dezember. Ich nehme die Rhizome dann aus der Erde und lege die Stücke für die Küche beiseite. Als Gewürz wird das Rhizom häufig getrocknet und zu Pulver vermahlen. Für das nächste Jahr setze ich einzelne Rhizome in eigene Töpfe.
„Vor dem Winter muss Kurkuma kräftig zurückgeschnitten werden.“ Einen regelmäßigen FormschnittFormschnitt ist der regelmäßige, intensive Schnitt, mit dem Hecken und andere Gehölze in einer festen Form gehalten werden, etwa als kantige Formhecke. Er unterscheidet sich vom zurückhaltenden Schnitt frei wachsender Gehölze. braucht sie nicht. Alte, vergilbte Triebe nimmst du bei Bedarf weg, und das Entfernen abgestorbener Pflanzenteile gehört bei Zimmerpflanzen zur Vorbeugung gegen Grauschimmel.
Das Winterquartier bei etwa 10 °C
Stell die getopften Rhizome an einen kühlen, frostfreien Ort mit etwa 10 °C. Für diesen Platz zählt bei mir die Temperatur, deshalb liegt ein Thermometer gleich neben den Töpfen. Gieß im Quartier nur zurückhaltend. Ein nasser, kalter WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. begünstigt bei überwinternden Kübelpflanzen wurzelschädigende Pilze.
Ich kontrolliere die Töpfe mit der Hand: Ich hebe sie an und fühle mit dem Finger in die Erde. Meine Rhizome überwintern in Erde im Topf, lose in Kisten lagere ich sie nicht.
Gelbe Blätter, nasse Erde: wenn im Winter etwas nicht stimmt
Gelbe Blätter mit Blattfall können auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. hindeuten. Ein Düngermangel ist damit allein nicht belegt, deshalb greife ich nicht als Erstes zum Dünger. Im Spätherbst kann das Welken der oberen Blätter auch einfach zum Einziehen gehören.
Steht der Ballen nass, gieß überschüssiges Wasser ab und gieß zunächst nicht weiter. Welkt die Pflanze trotz nasser Erde, können durch Dauernässe geschädigte Wurzeln die Ursache sein, die kein Wasser mehr aufnehmen. Grau oder braun verfärbte Wurzeln und muffig faul riechende Erde können auf Wurzelfäule hinweisen. Erde aus einem solchen Topf verwende ich nicht noch einmal zum Einpflanzen.
Ein lockeres, gut durchlüftetes Substrat und das Vermeiden dauerhafter Nässe senken das Risiko für Wurzelfäule.
Kurkuma im Frühjahr wieder wecken
Als Startmonate für die neue Kultur gelten März bis April. Dann hole ich die Töpfe aus dem kühlen Quartier und sehe mir jedes Rhizom an. Riecht die Erde muffig faul, kann das auf Fäulnis hinweisen.
Gieß die Rhizome leicht an, das regt sie wieder zum Austrieb an. Stell sie warm: In der warmen Anzucht gedeiht Kurkuma besonders gut bei 25 bis 30 °C. Halte die Erde ab jetzt gut feucht, aber ohne Staunässe. Bis die ersten Triebe sichtbar werden, brauchst du Geduld. Ich lasse die Töpfe in dieser Zeit an ihrem warmen Platz und gieße nicht aus Ungeduld nach.
Teilen, Pflanztiefe und Substrat gehören zum Anbau und stehen in der Anleitung, wie du Kurkuma aus dem Rhizom ziehst und bis zur Ernte bringst.
Belaubte Kurkuma gehört erst nach draußen, wenn die Nächte nicht mehr unter 12 °C sinken. Überwinterte Kübelpflanzen gewöhnst du zunächst halbschattig und windgeschützt an draußen. Wie das für Kurkuma im Kübel aussieht, zeigt der Ratgeber, wie du Kurkuma auf Balkon und Terrasse im Topf ziehst.


