Kurkuma anbauen: Rhizom statt Samen, vom Pflanzen bis zur Ernte
- Kurkuma vermehrst du über die Teilung des Rhizoms, gesetzt wird ein Stück mit Augen.
- Die Pflanze ist nicht winterhart und wächst im Kübel, im Gewächshaus oder im Wintergarten.
- Gepflanzt wird von April bis Mai, und zwar 5 cm tief.
- Im Beet stehen die Pflanzen 40 cm auseinander, auch zwischen den Reihen.
- Belaubte Kurkuma braucht Nächte, die nicht unter 12 °C fallen.
- Geerntet wird im November oder Dezember, wenn die oberen Blätter welken.

Wer Kurkuma anbauen will und nach Samen sucht, landet am Ende bei einem Stück Wurzelstock. Kurkuma wird über die Teilung des Rhizoms vermehrt, und genau damit beginnt der Anbau. Ich lege meine Rhizome vor dem Pflanzen auf ein Brett und suche als Erstes die Augen ab. Danach kommt die Standortfrage, denn die Pflanze ist nicht winterhart und wächst vom Pflanzen bis zur Ernte 210 bis 280 Tage.
Kurkuma aus Samen? Warum du mit einem Rhizom startest
Kurkuma ist die Pflanze Curcuma longa aus der Familie der Ingwergewächse, botanisch Zingiberaceae. Vermehrt wird sie über die Teilung ihres Rhizoms, nicht über eine Aussaat. Für den Anbau besorgst du dir deshalb ein festes Rhizom statt einer Samentüte.
Das Rhizom ist der verdickte Wurzelstock unter der Erde. Aus seinen Knospen, den Augen, treiben die Blätter. Dasselbe Rhizom erntest du später als Gewürz.
Namen, Botanik und Herkunftsgeschichte sind ein eigenes Thema; lies dazu, was Kurkuma als Gelbwurz nach Namen und Herkunft ausmacht. Für den Anbau zählt vor allem, dass die Pflanze nicht winterhart ist.
Kübel, Gewächshaus oder Wintergarten: welcher Standort passt?
Kurkuma gedeiht während der warmen Anzucht und Kultur besonders gut bei 25 bis 30 °C. Sobald sie Blätter trägt, sollten die Nächte nicht unter 12 °C sinken, sonst nimmt das Laub Schaden. Nach dem Austrieb braucht sie außerdem hohe Luftfeuchtigkeit, und wie Licht, Temperatur und Feuchte zusammenspielen, erklären die Grundlagen zum Standort von Zimmerpflanzen.
Drei Standorte kommen in Frage:
| Standort | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Kübel | Wasserabzugslöcher, Eingewöhnung im Freien, ein warmer Platz für kühle Nächte |
| Gewächshaus | hohe Luftfeuchtigkeit nach dem Austrieb, genug Lüftungsfläche, Abstände im Beet |
| Wintergarten oder Fenster | helles, indirektes Licht, Platz in der Höhe, Luftfeuchtigkeit im Blick |
Im Kübel: beweglich durch die Saison
Kurkuma eignet sich für die Kultur im Kübel. Er braucht ausreichend Wasserabzugslöcher im Boden, damit kein Wasser darin stehen bleibt. In warmen Wochen kann der Kübel nach draußen. Stell ihn dort zuerst warm, halbschattig und windgeschützt auf, damit sich die Blätter an Sonne und Wind gewöhnen. Windschutz hilft auch danach, weil Wind den Platz abkühlt und mehr Wasser verdunsten lässt.
Weil belaubte Kurkuma keine kalten Nächte verträgt, zahlt sich der Kübel draußen aus: Du stellst ihn bei kühlen Nächten einfach an einen wärmeren Platz. Gefäß, Platz im Freien und Kälteschutz sind Thema im Ratgeber, wie du Kurkuma im Topf auf Balkon und Terrasse anbaust.
Im Gewächshaus: feuchte Luft, aber gelüftet
Unter Glas braucht Kurkuma nach dem Austrieb eine hohe Luftfeuchtigkeit. Trotzdem muss die Luft ausgetauscht werden können. Als allgemeine Planungsvorgabe sollte ein Kleingewächshaus mindestens ein Viertel seiner Fläche als Lüftungsfläche haben.
Im Beet setzt du die Rhizome in Reihen, 40 cm voneinander entfernt. Zwischen den Reihen bleibt ebenfalls ein Abstand von 40 cm. Eine Rankhilfe braucht die Pflanze nicht; rechne aber mit einer Wuchshöhe von 100 cm. Die Reihen kannst du vorab im Beetplaner einzeichnen. Mehr zu Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit unter Glas steht im Ratgeber zu den Anbaubedingungen für Kurkuma im Gewächshaus.
Im Wintergarten oder am Fenster: hell, aber indirekt
Geeignet ist helles, indirektes Licht in einem warmen Wintergarten, im Gewächshaus oder am Fenster im Innenraum. Ein halbschattiger Platz passt zum Lichtbedarf der Pflanze. Plane die Wuchshöhe mit ein, damit die Blätter nicht an Scheibe oder Decke stoßen. Ob die Luft nach dem Austrieb feucht genug ist, prüfst du mit einem Thermo-Hygrometer.
Was du vor dem Pflanzen bereitlegst
Das liegt bei mir vor dem Pflanzen bereit.
- feste, pralle Rhizome mit sichtbaren Augen
- ein sauberes, scharfes Messer und ein Schneidbrett
- ein Kübel mit funktionsfähigen Wasserabzugslöchern
- frische, gut durchlässige Erde, die Feuchtigkeit hält
- eine Gießkanne mit zimmerwarmem Regenwasser
- ein Thermo-Hygrometer für Temperatur und Luftfeuchtigkeit
- ein Pflanzschild, auf dem das Pflanzdatum steht
Mit dem Datum auf dem Schild kannst du die Kulturdauer später nachzählen. Beim Gefäß entscheiden Material und Größe. Unglasierte Tontöpfe verlieren zusätzlich Wasser über ihre poröse Wand, Kunststofftöpfe nicht. Ton bringt dafür mehr Eigengewicht mit und kann eine Topfpflanze standfester machen. Bei einer Pflanze, die 100 cm hoch wird, spricht das draußen für einen schweren Tonkübel, solange du seine schnellere Austrocknung beim Gießen einplanst.
Ein riesiger Kübel für ein einzelnes Rhizomstück. In einem übergroßen Topf steigt das Risiko, zu viel zu gießen, und dauernd nasse Erde kann die Wurzeln schädigen. Wähle die Größe nach der Zahl der Stücke, die hineinkommen.
Die Erde sollte gut durchlässig sein, Feuchtigkeit speichern und reichlich organische Substanz enthalten. HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl. oder HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. kannst du zur vorbeugenden Stickstoffversorgung schon vor dem Pflanzen in torffreie Gefäßerde mischen. Welche Mischung passt und wie du sie ansetzt, zeigt der Ratgeber, wie du den Boden für Kurkuma vor der Pflanzung vorbereitest.
Rhizome auswählen und vorbereiten
Woran du ein gutes Rhizom erkennst
Nimm feste, pralle Rhizome mit gut sichtbaren Augen. Weiche Stellen, Fäulnis oder Schimmel sind ein Grund, das Stück auszusortieren. Ich drücke jedes Rhizom kurz zwischen Daumen und Zeigefinger und drehe es einmal, damit ich die Augen rundherum sehe. Auch Kurkuma aus dem Lebensmittelhandel kommt in Frage; in der Fachsprache heißt sie Konsumware.
Rhizome teilen und antrocknen lassen
Große Rhizome schneidest du in Stücke, von denen jedes eigene Augen trägt. Für Teilstücke aus Konsumware nennt die Versuchsstation Haidegg 2 Augen je Stück. Schneide mit einem sauberen, scharfen Messer glatt durch. Danach lässt du die Schnittflächen an der Luft antrocknen, bis sie nicht mehr feucht glänzen. So legst du keine nasse Schnittfläche in die Erde.
Ich lege die geschnittenen Stücke mit der Schnittfläche nach oben auf ein trockenes Holzbrett. Vor dem Pflanzen fahre ich mit dem Finger darüber und prüfe, ob die Fläche noch feucht ist.
Wo genau du schneidest und wie du ältere Pflanzen beim Umtopfen teilst, erklärt die Anleitung, wie du Kurkuma-Rhizome teilst und die Teilstücke einsetzt.
Wann und wie du Kurkuma pflanzt
Die Pflanzzeit: April bis Mai
Gepflanzt wird von April bis Mai. Die Kultur dauert danach 210 bis 280 Tage. Geerntet wird im November oder Dezember. Den Termin trägst du dir in den druckbaren Aussaatkalender für Zimmerpflanzen ein, dann hast du auch deine anderen Exoten im Blick.
Schritt für Schritt pflanzen
- Fülle den Kübel mit frischer Erde und lass oben einen Rand zum Gießen frei.
- Lege das Rhizomstück mit den Augen nach oben flach auf die Erde.
- Bedecke es so, dass es 5 cm tief liegt.
- Setzt du mehrere Stücke, halte 40 cm Abstand zwischen ihnen.
- Gieß durchdringend an und lass überschüssiges Wasser ablaufen.
- Stell den Kübel an den warmen Platz, den du für ihn ausgesucht hast.
Bis zum Austrieb hältst du die Erde feucht, aber nicht nass. Ich hebe den Topf vor dem Gießen an und schätze die Feuchte an seinem Gewicht. Bei torffreier Erde prüfst du zusätzlich weiter unten, denn die Oberfläche kann trocken wirken, während das SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. darunter noch nass ist.
Die Werte für Kurkuma auf einen Blick
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Pflanzzeit | April bis Mai |
| Pflanztiefe | 5 cm |
| Abstand in der Reihe | 40 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 40 cm |
| Wuchshöhe | 100 cm |
| Blütezeit | Juli bis August |
| Kulturdauer | 210 bis 280 Tage |
| Erntezeit | November bis Dezember |
| Winterhart | nein |
Stell dir vor April Kübel, Erde und Thermo-Hygrometer bereit. Such dabei gleich den warmen Platz aus, an dem die Pflanze im Herbst bis zur Ernte stehen kann.
Nach dem Pflanzen: die Schritte bis zur Erntereife
Zwischen Pflanzung und Ernte gießt du, beobachtest und passt den Platz an die Temperatur an. Die Reihenfolge sieht so aus:
- Austrieb: Sobald die ersten Blätter erscheinen, behältst du die Luftfeuchtigkeit am Thermo-Hygrometer im Blick.
- Sommer: Ein Kübel kann in warmen Wochen nach draußen, zuerst halbschattig und windgeschützt.
- Blüte: Von Juli bis August kann Kurkuma blühen.
- Laufende Pflege: Alte, vergilbte Triebe entfernst du bei Bedarf; einen FormschnittFormschnitt ist der regelmäßige, intensive Schnitt, mit dem Hecken und andere Gehölze in einer festen Form gehalten werden, etwa als kantige Formhecke. Er unterscheidet sich vom zurückhaltenden Schnitt frei wachsender Gehölze. braucht die Pflanze nicht.
- Herbst: Die belaubte Pflanze kommt an einen warmen, geschützten Platz.
- Ernte: Du gräbst die Rhizome aus, wenn die oberen Blätter welken.
Gießen, Düngen und Schädlinge kurz gefasst
Kurkuma mag feuchte Erde, aber keine Nässe. Beim Nachdüngen rechnest du die GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. mit ein, die schon im Substrat steckt. Wie du gießt, düngst und mulchst, steht im Ratgeber, wie du Kurkuma in der Wachstumszeit pflegst.
Bleibt der Ballen zu lange nass, können die Wurzeln aus Sauerstoffmangel faulen, und die Pflanze wirkt trotz feuchter Erde wie vertrocknet. Ich sehe mir bei der Arbeit an der Pflanze auch die Blattunterseiten an. Mehr dazu, welche Schädlinge und Krankheiten Kurkuma befallen und wie du vorbeugst, findest du im eigenen Ratgeber.
Im Herbst: warm stellen bis zur Ernte
Mit der Ernte wartest du, bis die oberen Blätter im Spätherbst zu welken beginnen. Bis dahin trägt die Pflanze Laub, und belaubte Kurkuma sollte keine Nächte unter 12 °C erleben. Ein Kübel, der den Sommer draußen verbracht hat, braucht also schon vor der Ernte einen warmen, geschützten Platz.
Ernte, Küche und Winter
Geerntet wird im November oder Dezember, sobald die oberen Blätter welken. Das Rhizom nutzt du als Gewürz, häufig getrocknet und zu Pulver vermahlen. Wie du ausgräbst, reinigst, trocknest, mahlst und lagerst, zeigt der Ratgeber, wann und wie du Kurkuma-Rhizome erntest und verarbeitest.
Kurkuma ist nicht winterhart. Willst du eine Pflanze über den Winter bringen, statt alles zu ernten, lies, wie du Kurkuma im Topf oder als eingelagertes Rhizom frostfrei überwinterst.
Gewürz, keine Medizin
Kurkuma aus dem eigenen Anbau ist ein Lebensmittel, keine Medizin. Nahrungsergänzungsmittel mit Kurkuma oder Curcumin können in seltenen Fällen schwere Leberschäden verursachen und Wechselwirkungen mit Medikamenten auslösen. Was über die Inhaltsstoffe der Wurzel gesagt wird, ordnet der Ratgeber zu Inhaltsstoffen und zugeschriebenen Wirkungen von Kurkuma ein.


