Palmen und Grünpflanzen düngen: Zeitpunkt, Menge und Anwendung im Topf
- Gedüngt wird, wenn die Pflanze wächst: für viele Zimmerpflanzen im Frühling und Sommer flüssig alle 2–4 Wochen.
- Die Menge bestimmt die Dosierungsanweisung auf der Packung deines Düngers.
- Düngerlösung gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.
- Frisch in vorgedüngte Blumenerde umgetopfte Kübelpflanzen brauchen gewöhnlich 4–6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger.
- Im lichtarmen Winter brauchen Zimmerpflanzen weniger Nährstoffe, auch im warmen Raum; ohne Wachstum entfällt das Düngen.
- Palmen im Kübel düngst du nach denselben Regeln und richtest dich nach ihrem Wachstum.

Eine Palme im Kübel bekommt nur, was in ihrer Erde steckt und was du nachgibst. Landet Dünger auf einem trockenen Ballen, können die Wurzeln Schaden nehmen. Und gedüngt wird nur, wenn die Pflanze wächst. Bevor ich Dünger in die Gießkanne rühre, prüfe ich deshalb, ob der Ballen feucht ist und ob die Pflanze neue Blätter oder Wedel bildet.
Für Palmen und Grünpflanzen gelten beim Düngen dieselben Grundregeln: in der Wachstumsphase düngen, nach Packungsangabe dosieren und nur auf feuchte Erde geben. Einige Zimmerpflanzen wie Strelitzien, Phalaenopsis oder Kakteen haben eigene Rhythmen, die du weiter unten in einer Übersicht findest.
Welche Nährstoffe Grünpflanzen und Palmen brauchen
Stickstoff brauchen Pflanzen für Blatt- und Triebwachstum, Phosphor ist an ihrem Energiehaushalt beteiligt, und Kalium regelt den Wasserhaushalt mit. Zu den Hauptnährstoffen zählen außerdem Calcium, Magnesium und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft., hinzu kommen SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. wie Eisen, Mangan oder Bor. Wie diese Nährstoffe zusammenspielen und woran sich ein Mangel zeigen kann, erklärt der Abschnitt zum Düngen und zu Nährstoffmangel im Zimmerpflanzen-Ratgeber.
Wann du düngst: Die Wachstumsphase gibt den Takt vor
Gedüngt wird, solange die Pflanze wächst. Für viele Zimmerpflanzen wird in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2–4 Wochen empfohlen. Als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit gängiger Zimmerpflanzen gilt März bis Oktober. Im Frühjahr fange ich erst wieder an, wenn ich an der Pflanze neue Blätter sehe.
| Situation | Orientierung | Gilt für |
|---|---|---|
| Wachstumsphase im Frühling und Sommer | Flüssigdüngung alle 2–4 Wochen | viele Zimmerpflanzen |
| März bis Oktober | Flüssigdüngung alle 4 Wochen als allgemeine Orientierung | gängige Zimmerpflanzen in der Schulkultur |
| frisch in vorgedüngte Blumenerde umgetopft | in den ersten 4–6 Wochen gewöhnlich keine zusätzliche Düngung | Kübelpflanzen |
| Winter mit wenig Licht | weniger Nährstoffe, seltener düngen | Zimmerpflanzen, auch im warmen Raum |
| Winter ohne Wachstum wegen Lichtmangel | keine zusätzliche Düngung | Zimmerpflanzen |
Im Winter brauchen Zimmerpflanzen bei wenig Licht weniger Wasser und Nährstoffe, auch wenn das Zimmer warm bleibt. Du gießt dann zurückhaltender und düngst seltener. Wächst eine Pflanze wegen Lichtmangels gar nicht, lässt du zusätzlichen Dünger ganz weg.
„Die Heizung läuft, also wächst die Palme weiter und braucht Dünger.“ Die Wärme gleicht das fehlende Winterlicht nicht aus, der Bedarf an Nährstoffen sinkt trotzdem. Wenig Licht zusammen mit zu hoher Temperatur kann bei Zimmerpflanzen sogar Blattfall verursachen.
Wie viel Dünger: Packung, Vorrat in der Erde und Bedarf
Die Menge steht auf der Packung. Die Dosierung eines Düngers richtet sich nach seiner Verpackungsanweisung, und bei Topf- und Kübelpflanzen hältst du sie ein. Ich messe die angegebene Menge mit einem Messbecher ab, statt sie nach Augenmaß in die Kanne zu kippen.
Was schon im Topf steckt, zählt mit. Vorgedüngte Blumenerde bringt eine Grunddüngung mit, die du bei jeder Nachdüngung berücksichtigst. Auch was organische Dünger nach und nach freisetzen, kann zu einer Überversorgung und zu erhöhtem Salzgehalt im Substrat beitragen. Die Düngung richtet sich außerdem nach dem Bedarf der Pflanze, nicht nach dem Kalender allein.
Wer genauer hinschauen will, misst den Salzgehalt im Substrat.
Der EC-WertDie Leitfähigkeit, oft als EC-Wert angegeben, ist ein Messwert für die Menge gelöster Salze, etwa Düngesalze, in Erde oder Wasser. Gemessen wird, wie gut die Probe Strom leitet: Je mehr Salze gelöst sind, desto höher der Wert. gibt in mS/cm die elektrische Leitfähigkeit aller gelösten Salze aus Gießwasser und Dünger an, und auch die Temperatur beeinflusst ihn. Er zeigt dir die gesamte Salzbelastung, aber nicht, wie viel von einem einzelnen Nährstoff im Topf ist. Vergleichen lassen sich Messungen mit Einstichelektroden nur bei kontrollierter Substratfeuchte, gleicher Einstichtiefe und einem geprüften Gerät.
Auch eine Substratanalyse aus dem Labor ist eine Momentaufnahme. Du beurteilst sie zusammen mit dem Zustand der Pflanze, ihrer Wachstumsphase und der Zusammensetzung der Erde.
Vor jeder Düngergabe gehe ich diese Fragen durch.
- Wächst die Pflanze gerade und bildet neue Blätter oder Wedel?
- Ist der Ballen feucht, auch weiter unten im Topf?
- Steckt noch ein Vorrat im Topf, etwa aus vorgedüngter Erde oder einem DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt.?
- Habe ich die Menge nach der Packungsangabe abgemessen?
Palme düngen: Was im Kübel dazukommt
Palmen bilden die botanische Familie Arecaceae, auch Palmae genannt. Beim Düngen behandle ich meine Palmen wie die übrigen Kübelpflanzen: Dünger gibt es in der Wachstumsphase, nach Packungsangabe und auf feuchte Erde. Einen allgemeingültigen Dünge- und Gießrhythmus gibt es für Kübelpflanzen nicht. Ich richte mich deshalb nach den Wedeln: Schiebt die Palme neue nach, wächst sie, und dann bekommt sie Dünger.
Nach dem Umtopfen pausiert der Dünger. So gehe ich bei einer Palme im Kübel vor:
- Ich wässere den Ballen vorher kräftig, damit er sich leichter aus dem Gefäß löst.
- Gesunde Wurzeln bleiben beim Austopfen erhalten. Sitzt der Ballen fest, öffne ich notfalls das alte Gefäß.
- Der neue Kübel hat am oberen Rand mindestens 2 cm mehr Durchmesser als der alte. Ein übergroßes Gefäß erhöht das Risiko vernässter Erde.
- Die Oberkante des Ballens bleibt rund 3 cm unter dem Topfrand, damit ein Gießrand frei bleibt.
- Ich gieße an und prüfe vor der nächsten Wassergabe, ob die Erde abgetrocknet ist.
- In vorgedüngter Blumenerde braucht die Palme als Kübelpflanze in den ersten 4–6 Wochen gewöhnlich keinen zusätzlichen Dünger.
Die Hauptwachstumszeit beginnt grob im März, und vorgedüngte Erde ersetzt in den ersten Wochen nach dem Umtopfen die Nachdüngung. Wer die Palme zu Beginn der Wachstumszeit umtopft, hat die ersten Gaben der Saison also schon im Topf.
Teilt sich die Palme den Kübel mit anderen Pflanzen, sollten alle annähernd gleiche Ansprüche an Licht, Wasser und Nährstoffe haben, denn gedüngt wird immer der ganze Topf. Für Kübel auf Balkon und Terrasse lohnt der Blick darauf, was das Düngen im Topf vom Düngen im Gartenboden unterscheidet.
Ich schreibe das Datum jeder Düngergabe mit Bleistift auf das Stecketikett im Kübel. So sehe ich beim Gießen, wann die Palme zuletzt Dünger bekommen hat.
Flüssig, Depot oder Blatt: So gibst du den Dünger
Flüssigdünger mit dem Gießwasser
Flüssigdünger rührst du nach Packungsangabe ins Gießwasser. Die Lösung gibst du auf bereits feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Ist der Ballen trocken, gieße ich zuerst mit klarem Wasser und dünge erst, wenn die Erde durchfeuchtet ist.
Bei torffreier Erde täuscht die Oberfläche: Sie kann trocken wirken, während das Substrat weiter unten noch nass ist. Das Gewicht des Topfes verrät mehr, deshalb hebe ich ihn vor und nach dem Gießen an. Wie du Gießen und Düngen im Alltag zusammenbringst, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Düngen und Gießen bei Grünpflanzen aufeinander abstimmst.
Dünger auf den völlig trockenen Ballen geben, weil die Pflanze ohnehin Wasser braucht. Die Düngesalzlösung kann dann die Wurzeln schädigen, bei Grünpflanzen und Palmen genauso wie bei Kakteen.
Depotdünger, Düngersticks und Granulat
Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung der Nährstoffe von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Bei niedrigeren Temperaturen verzögert sich die Wirkung organischer wie mineralischer Langzeitdünger. Wie viele Sticks oder wie viel Granulat in einen Topf gehören und wo sie hinkommen, steht auf der Packung. Ein Depot im Topf rechne ich als Vorrat mit, bevor ich zusätzlich Flüssigdünger gebe.
Blattdüngung
Nährstoffe lassen sich auch über die Blätter zuführen. Wegen möglicher Verbrennungen und fehlender nachhaltiger Wirkung ist BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. aber nur begrenzt einsetzbar. Ich dünge meine Palmen und Grünpflanzen deshalb über das Gießwasser.
Organische Dünger
Organisch gebundene Nährstoffe werden erst von Mikroorganismen abgebaut und dadurch nach und nach pflanzenverfügbar. Hornspäne liefern Stickstoff dabei langsamer als Hornmehl, und zur vorbeugenden Stickstoffversorgung lassen sich beide schon vor dem Pflanzen in torffreie Gefäßerde einmischen. Mehr dazu, mit welchen nachhaltigen Düngern du Grünpflanzen und Palmen versorgst.
Hydrokultur
In erdelosen Kulturen wie der HydrokulturHydrokultur ist eine Kulturmethode ohne Erde: Die Wurzeln wachsen in einem neutralen Füllsubstrat wie Blähton, und eine Nährlösung aus Wasser und gelösten Nährstoffen versorgt die Pflanze. müssen alle benötigten Nährstoffe gezielt dosiert zugeführt werden. Für Zimmerpflanzen in Hydrokultur gibt es dafür auch Depotdünger auf Ionenaustauschbasis. Bei fertig gekauften Hydrokulturgefäßen ist die NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. üblicherweise auf einen pH-Wert von 5,5–6,5 eingestellt. Ungefähr alle 6 Monate wechselst du das Wasser und stellst die Nährlösung neu ein. Was dein Gießwasser schon mitbringt, etwa Calcium und Magnesium, rechnest du bei der Nährlösung mit.
Strelitzie, Phalaenopsis, Kaktus: Pflanzen mit eigenem Rhythmus
Einige Zimmerpflanzen weichen vom allgemeinen Takt ab. Stehen sie neben deinen Palmen, düngst du sie nach ihrem eigenen Plan.
| Pflanze | Rhythmus und Hinweis |
|---|---|
| Strelitzien | im Sommer und während der Blüte Düngergaben im Abstand von etwa 1 Woche; Strelitzia reginae in geschützter Topfkultur während des Wachstums mit ausgewogenem Flüssigdünger |
| Phalaenopsis | zusätzliche Düngergaben alle 2 Wochen, sobald Blütenstiele sichtbar werden; zu hohe oder zu häufige Gaben können Orchideenwurzeln schädigen |
| Glücksklee | im Wachstum je nach Kulturanleitung wöchentliche bis zweiwöchentliche Düngergaben |
| Blaue Passionsblume | in Zimmer- und Wintergartenkultur im März Dünger und frische Erde |
| Zimmer-Alpenveilchen | Düngung nach dem Verblühen für die Ruhephase einstellen |
| Kakteen | flüssiger Kakteendünger während des aktiven Wachstums mit dem Gießwasser; Dünger mit geringerem Stickstoffanteil und Betonung von Phosphor und Kalium sind günstiger als stark stickstoffbetonte; nicht auf völlig trockenes Substrat düngen |
Für die Passionsblume gibt es einen eigenen Ratgeber dazu, wann und womit du die Passionsblume düngst.
Gelbe Blätter: erst die Ursache prüfen, dann nachdüngen
Gelbe Blätter mit Blattfall können auf Nährstoffmangel hindeuten, ebenso aber auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.. Auch ein zur Pflanze unpassender pH-Wert kann die Aufnahme begrenzen, obwohl genug Nährstoffe im Topf sind. Mehr dazu, wie du Anzeichen von Nährstoffmangel bei Grünpflanzen und Palmen einordnest und wie der pH-Wert die Düngung beeinflusst.
Ist der Salzgehalt durch Überdüngung gestiegen, stellst du das Düngen ein. Bei Bedarf topfst du um und tauschst dabei einen Teil der alten Erde aus. Bei starker Überdüngung einer Kübelpflanze entfernst du beim Umtopfen möglichst viel belastete Erde. Wie du vorbeugst und eine betroffene Pflanze versorgst, erklärt der Ratgeber dazu, woran du Überdüngung bei Grünpflanzen erkennst. Typische Dosierfehler und ihre Korrektur findest du im Ratgeber dazu, welche Fehler beim Düngen von Zimmerpflanzen passieren und wie du sie behebst.

