Blumenzwiebeln als Bodendecker: Arten für Gehölz, Hang und Schatten
- Zwiebelblumen sind Bodendecker auf Zeit: Traubenhyazinthen und Sibirischer Blaustern ziehen ihr Laub im Frühsommer ein.
- Für sonnige, durchlässige Flächen passen Krokusse, Traubenhyazinthen und Wildtulpen.
- Unter sommergrünen Gehölzen können Schneeglöckchen, Winterlinge, Blausterne und Buschwindröschen vor dem Laubaustrieb blühen.
- Kleine Zwiebelblumen setzt du in Gruppen von mindestens 20 Stück statt verstreut einzeln.
- Wildtulpen brauchen im Sommer Trockenheit und gehören nicht neben Pflanzen, die du regelmäßig gießt.
- Das Laub bleibt stehen, bis es vollständig abgestorben ist, im Mittel 6 bis 8 Wochen.
Unter Bäumen, an einer Böschung oder in der schattigen Ecke am Haus liegt im Frühjahr oft nackte Erde. Kleine Zwiebelblumen können solche Flächen füllen, bevor Gehölze und Stauden austreiben. Damit daraus ein Teppich wird, müssen Art, Licht und Bodenfeuchte zusammenpassen. Ich schaue mir eine Fläche deshalb im März an, bevor ich im Herbst Zwiebeln dafür kaufe: Dann sehe ich, wie viel Licht durch die kahlen Kronen fällt und wo das Wasser steht.
Zwiebelblumen sind dabei BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. auf Zeit. Traubenhyazinthen, Blausterne und Puschkinien ziehen ihr Laub im Frühsommer oder Sommer ein, und danach braucht die Fläche andere Partner.
Was Blumenzwiebeln als Bodendecker leisten
Wenig Arbeit, solange du sie in Ruhe lässt
Am passenden Standort können Schneeglöckchen, Blausterne und Krokusse über Jahre Blütenteppiche bilden. Die Bedingung dafür: Sie müssen ungestört wachsen dürfen. In Mischpflanzungen mit Zwiebeln ziehst du unerwünschte Pflanzen deshalb einzeln heraus, denn Hacken stört die Entwicklung des Bestands. Neu pflanzen musst du dann nicht jedes Jahr, solange die Art zum Platz passt.
Ein Muster für jeden Gartenstil
Ob eine Zwiebelfläche streng oder natürlich wirkt, hängt stark vom Pflanzmuster ab. Gelbe Narzissen lassen sich als zusammenhängendes Blütenband entlang eines Zauns setzen, das geordnet wirkt. Für ein natürliches Bild streust du die Zwiebeln dagegen aus und pflanzt sie dort, wo sie gelandet sind. So passt dieselbe Art in einen formalen Vorgarten wie unter eine frei wachsende Hecke.
Was sie für den Boden tun und was nicht
Auf eine bodenlockernde oder hangsichernde Wirkung der Zwiebelwurzeln verlasse ich mich nicht. Fest steht, dass der Boden über eingezogenen Zwiebeln offen liegt, wenn nichts anderes darauf wächst. Eine organische MulchdeckeEine Mulchschicht ist eine Abdeckung des Bodens, meist aus organischem Material wie Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht, verringert Erosion und hemmt Unkraut. beschattet offenen Boden, vermindert die Verdunstung und schützt die Oberfläche vor Verkrustung. Bei feuchter Witterung kann eine dicke Mulchauflage allerdings Schnecken fördern. Rasenschnitt bringst du deshalb angewelkt und in dünnen Schichten aus.
„Zwiebelblumen bedecken den Boden das ganze Jahr.“ Das stimmt so nicht. Armenische und Weinbergs-Traubenhyazinthen ziehen ihr Laub im Frühsommer ein und treiben erst im Herbst neue Blätter. Beim Sibirischen Blaustern vergilben die Blätter zu Beginn des Sommers, und er treibt erst im Folgejahr wieder aus. Für die Monate dazwischen braucht deine Fläche Stauden als Partner.
Frühe Nahrung für Insekten
Schneeglöckchen, Winterling, Krokus, Blaustern und Traubenhyazinthe gehören zu den empfohlenen Frühjahrsblühern für einen bienenfreundlichen Garten. Wähle dabei ungefüllte Sorten, denn vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar. Buschwindröschen liefern Bienen, Hummeln und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. reichlich Pollen, aber keinen Nektar. Mit dem Frühjahr allein ist es nicht getan: Ein bienenfreundlicher Garten braucht auch ein sommerliches Blütenangebot und Nistplätze. Eine Auswahl mit Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst verlängert das Nahrungsangebot.
Welche Arten eignen sich für sonnige Flächen?
Auf sonnigen Flächen wählst du Arten für durchlässigen Boden. Die folgenden Zwiebelblumen kommen dort gut zurecht, wenn keine Nässe stehen bleibt.
Krokusse gedeihen sonnig bis halbschattig, solange sich im Boden keine Nässe staut. Im Garten vermehren sie sich über Brutknollen und über Samen. Eine Mischung von Crocus chrysanthus blüht im Februar und März. Im Rasen setzt du Krokusknollen 8 cm tief.
Traubenhyazinthen der Armenischen Art wachsen sonnig bis halbschattig auf durchlässigem Boden. Du pflanzt sie etwa 8 cm tief. Ihr Laub zieht im Frühsommer ein, und schon im Herbst treiben neue, wintergrüne Blätter. Eine Fläche aus Traubenhyazinthen ist deshalb nur über den Sommer kahl und zeigt vom Herbst bis in den Frühsommer Grün, weit über die Blüte hinaus. Zu groß gewordene Bestände teilst du im Herbst.
Wildtulpen bleiben oft mit etwa 10 bis 30 cm niedrig und eignen sich für den Beetvordergrund und zum Verwildern. Viele bevorzugen sonnige Plätze mit durchlässigem Boden, der im Sommer trocken wird. Diese Trockenheit brauchen botanische Tulpen, damit ihre Zwiebeln ausreifen. Tulipa tarda setzt du etwa 8 cm tief, und ihre ungefüllten Blüten bieten Insekten im Frühling zusätzliche Nahrung. Die Wilde Tulpe Tulipa sylvestris wird etwa 20 bis 40 cm hoch und steht in Deutschland unter besonderem Schutz. In sonnige Steingärten mit durchlässigem, sommertrockenem Boden passen auch Kaufmanniana-Tulpen.
Narzissen brauchen für die Gartenkultur mindestens einen halben Tag Sonne. Große Zwiebeln pflanzt du 15 cm tief. Kleinere Narzissenzwiebeln kommen 10 cm tief in den Boden. Auf nasse Böden reagieren sie weniger empfindlich als Tulpen. Alle Teile der Narzisse sind giftig, denn sie enthalten Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin. Wer Pflanzenteile verschluckt, kann schwere Magen-Darm-Beschwerden bekommen, und auch Haut- oder Augenkontakt kann reizen.
Das Balkan-Windröschen (Anemone blanda) bleibt mit knapp 15 cm niedrig und blüht im März und April. Seine Knollen setzt du etwa 5 bis 8 cm tief an sonnige bis leicht schattige Plätze mit gut durchlässigem Boden. Pflanzen kannst du sie im Frühjahr ab März oder im Herbst ab September.
In der Fläche setzt du keine Reihen, sondern Trupps. Die Abstände in der Übersicht gelten deshalb von Zwiebel zu Zwiebel innerhalb eines Trupps.
| Art | Blüte | Standort | Pflanzen und Hinweis |
|---|---|---|---|
| Krokus (Crocus-chrysanthus-Mischung) | Februar bis März | sonnig bis halbschattig, ohne stauende Nässe | im Rasen 8 cm tief |
| Armenische Traubenhyazinthe | Frühjahr | sonnig bis halbschattig, durchlässig | etwa 8 cm tief; Abstand 4 bis 5 cm, bei Muscari armeniacum bis 8 cm |
| Tulipa tarda | Frühling | sonnig, durchlässig, im Sommer trocken | etwa 8 cm tief, etwa 8 cm Abstand |
| Weinbergstulpe | April bis Mai | sonnig bis lichtschattig, durchlässig | Pflanzung von Ende September bis Mitte November |
| Narzisse | Frühjahr | mindestens ein halber Tag Sonne | große Zwiebeln 15 cm, kleinere 10 cm tief; giftig |
| Balkan-Windröschen | März bis April | sonnig bis leicht schattig, gut durchlässig | etwa 5 bis 8 cm tief |
Welche Arten füllen schattige Ecken?
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) blühen im Februar und März und werden etwa 10 cm hoch. Sie wollen HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. und humusreichen, feuchten, gut durchlässigen Boden, der im Sommer nicht austrocknet. Ihre Zwiebeln haben keine feste Außenhülle und trocknen deshalb leicht aus. Beides zusammen heißt: Schneeglöckchen vertragen Trockenheit weder als lose Zwiebel noch im Sommerboden, und ihre Fläche gehört an einen frischen Platz. Ich pflanze sie gleich nach dem Kauf im Herbst. Durch Tochterzwiebeln werden ihre Trupps dichter, und Ameisen tragen die Samen an Stellen, an denen neue Kolonien entstehen können. Eine Ausnahme gibt es: Sorten von Galanthus elwesii bevorzugen sonnige, im Sommer trockenere Standorte.
Winterlinge bleiben mit 5 bis 6 cm sehr niedrig und blühen im Februar und März. Sie mögen Sonne bis Halbschatten und humusreichen Boden, der nicht austrocknet. Am besten gedeihen sie auf alkalischen Böden, andere Bodenreaktionen tolerieren sie. Trockenheit und StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. vertragen sie beide schlecht. Geschrumpfte Knollen legst du vor dem Pflanzen in feuchten Sand, damit sie wieder Wasser aufnehmen. Winterlinge sind in der ganzen Pflanze giftig, besonders in der Knolle.
Beim Blaustern lohnt ein Blick auf die Art. Der Zweiblättrige Blaustern ist in Deutschland heimisch, blüht im März und April und wächst in Laubmischwäldern auf frischen, nährstoffreichen Böden. Der Sibirische Blaustern ist dagegen ein etablierter Neophyt. Wer einen Naturgarten anlegt, kombiniert den Zweiblättrigen Blaustern mit dem ebenfalls heimischen Kleinen Schneeglöckchen.
Buschwindröschen gedeihen unter Gehölzen oder am Gehölzrand auf frischen, humosen Böden. Du pflanzt sie mit etwa 20 cm Abstand. Sie breiten sich mit waagerecht im Boden liegenden, verzweigten Rhizomen aus, und Ameisen verbreiten ihre Früchte. Alle Teile sind giftig, und ihr Saft kann die Haut verätzen. Ich trage beim Umsetzen deshalb Handschuhe.
Hasenglöckchen brauchen humosen, feuchten Boden ohne Staunässe, und das Atlantische Hasenglöckchen eignet sich für halbschattige Plätze. Die Zwiebeln setzt du mit etwa 10 cm Abstand, damit sich Tochterzwiebeln entwickeln können. An ungestörten Plätzen breiten sie sich über AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. und Samen aus. Das Garten-Hasenglöckchen (Hyacinthoides × massartiana) gilt als winterhart und blüht von Ende April bis Anfang Juni. Reine Spanische Hasenglöckchen sind bei uns nicht sicher winterhart. Giftig sind beide reinen Arten, beim Atlantischen die ganze Pflanze und besonders die Zwiebel.
| Art | Blüte | Standort | Pflanzen und Hinweis |
|---|---|---|---|
| Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) | Februar bis März | Halbschatten, humusreich, feucht, im Sommer nicht austrocknend | 5 bis 7 cm tief, 5 bis 10 cm Abstand bei 10 cm Reihenabstand |
| Winterling | Februar bis März | Sonne bis Halbschatten, humusreich, nicht austrocknend | 5 cm tief, 5 cm Abstand; giftig |
| Zweiblättriger Blaustern | März bis April | frisch, nährstoffreich, Laubmischwald | heimisch |
| Buschwindröschen | Frühjahr | unter Gehölzen oder am Gehölzrand, frisch, humos | etwa 20 cm Abstand; giftig |
| Garten-Hasenglöckchen | Ende April bis Anfang Juni | humos, feucht, ohne Staunässe | etwa 10 cm Abstand |
Unter Bäumen und Sträuchern: der Teppich vor dem Laubaustrieb
Unter Sträuchern und Bäumen können Frühblüher schon blühen, bevor die Gehölze austreiben. Buschwindröschen nutzen genau diese Zeit, in der am Waldboden mehr Licht ankommt. Dieses Fenster öffnet sich nur unter Gehölzen, die im Winter kahl sind, deshalb plane ich Zwiebelteppiche unter laubabwerfenden Bäumen und Sträuchern.
Für humose, durchlässige Bereiche zwischen und vor Gehölzen eignen sich Winterlinge, Knotenblumen, Schneeglöckchen und Blausterne. Der Europäische Hundszahn passt in halbschattige Bereiche unter sommergrünen Gehölzen. Märzenbecher der Unterart Leucojum vernum subsp. carpathicum brauchen lichte Gehölzplätze mit nicht austrocknendem, durchlässigem, lehmig-humosem Boden. Die Strahlen-Anemone ‘White Splendour’ wächst halbschattig bis lichtschattig auf humosem, sommertrockenem bis frischem Boden. Doldigen Milchstern kannst du im Herbst unter Büsche und Sträucher pflanzen, seine Zwiebel ist besonders giftig.
Prüfe vor dem Kauf auch, wie dicht die Gehölzwurzeln sitzen. Die Pflanzmischung Schattenspiel verbindet Schneeglöckchen, Elfen-Krokusse, Schneeglanz und Narzissen mit Funkien, Farnen und Kaukasus-Vergissmeinnicht. Sie ist für halbschattige bis schattige Plätze mit keinem bis mäßigem Wurzeldruck gedacht. Wo der Spaten zwischen den Wurzeln kaum noch Platz findet, liegt der Standort außerhalb dieses Rahmens.
Mit diesen Arten staffelst du die Blüte unter Gehölzen über das Frühjahr:
| Zeitraum | Art | Platz |
|---|---|---|
| Februar bis März | Schneeglöckchen, Winterling | humusreich, nicht austrocknend |
| Februar bis April | Märzenbecher | lichte Gehölzplätze, lehmig-humos |
| März bis April | Europäischer Hundszahn, Strahlen-Anemone ‘White Splendour’ | halbschattig unter sommergrünen Gehölzen |
| März bis April | Zweiblättriger Blaustern | frisch, nährstoffreich, Laubmischwald |
| April bis Mai | Weinbergstulpe | sonnig bis lichtschattig, durchlässig |
| April bis Juni, je nach Standort | Dolden-Milchstern | unter Büschen und Sträuchern |
Für eine Fläche unter Gehölzen lege ich die Zwiebeln zuerst auf dem Boden aus und setze sie dann einzeln mit einer schmalen Pflanzschaufel. Wo ein dicker Wurzelstrang im Weg ist, rücke ich die Zwiebel ein Stück zur Seite, statt den Strang zu durchtrennen.
Hanglagen und schwierige Standorte
An schwierigen Stellen entscheidet vor allem der Wasserhaushalt über die Artenwahl. Ein sonniger Hang, an dem Wasser schnell abläuft, verlangt andere Arten als eine Senke, in der es zeitweise steht.
Prüfe, ob die Stelle im Sommer austrocknet oder ob dort zeitweise Wasser steht. Schau im März nach, wie viel Licht ankommt. Stich probeweise mit dem Spaten ein, um zu sehen, wie dicht Gehölzwurzeln sitzen. Erst danach wählst du die Art.
Sonniger, durchlässiger Hang
Ist dein Hang sonnig und zieht das Wasser schnell ab, planst du ihn wie einen Steingarten. Ein Steingarten braucht gut wasserdurchlässigen Boden ohne Verdichtungen und Staunässe. Für die Frühlingsblüte sorgen dort niedrige Narzissen, Wildtulpen, Wildkrokusse und Blausterne, während Zierlauch und Lilien später im Jahr folgen. Hauswurz, Fetthenne, Polsterglockenblumen, Blaukissen und Polsterphlox ergänzen die Zwiebelblumen.
Botanische Tulpen brauchen im Sommer Trockenheit, und regelmäßiges Gießen benachbarter Pflanzen kann ruhende Tulpenzwiebeln faulen lassen. Setz Wildtulpen am Hang deshalb nicht neben Pflanzen, die du im Sommer regelmäßig gießt. Für sommertrockene Plätze am Gehölzrand eignen sich Puschkinien, die im Sommer einziehen. Eingewachsener Dolden-Milchstern verträgt im Sommer Trockenheit, reagiert nach der Blüte aber empfindlich auf starke Nässe.
Böschung mit Rasen
Ist die Böschung mit Rasen bewachsen, hebst du für jede Zwiebelgruppe ein Rasenstück an, setzt die Zwiebeln ein und legst das Stück wieder auf. Krokusse kommen dabei 8 cm tief in den Boden. Gemäht wird erst, wenn das Laub der Zwiebelblumen eingezogen ist. Beim Mähen spare ich die Krokustrupps aus, bis ihr Laub verwelkt ist. Schachbrettblumen im Gras mähst du erst im Juli, wenn ihre Blätter verwelkt sind. Im Ratgeber dazu, wie Zwiebeln in Rasen und Wiese über Jahre verwildern, findest du Artenwahl und Pflanztechnik für solche Flächen.
Feuchte und wechselfeuchte Stellen
Prärielilien eignen sich für Bereiche, die nicht austrocknen, etwa am Teichrand oder in feuchten Wiesen. Sie brauchen humusreichen, feuchten Boden, aus dem überschüssiges Wasser trotzdem abziehen kann. Auf wechselfeuchten Flächen, auf denen zeitweise Wasser steht, gehören Sommerknotenblumen und Schachbrettblumen zur Auswahl. Dazu passen Blutweiderich und Sumpf- oder Wiesen-Schwertlilien. Das Gelbe Windröschen besiedelt ebenfalls feuchtere bis nasse Böden. Sommerknotenblumen sind in allen Pflanzenteilen giftig. Im Ratgeber dazu, welche Zwiebelmischung zu welchem Boden passt, findest du fertige Kombinationen.
Farben und Flächenwirkung
Eine Fläche wirkt stärker, wenn mehrere Zwiebeln derselben Art an einer Stelle stehen statt weit verstreut. Ich streue die Zwiebeln einer Art über einen Bereich und pflanze jede dort, wo sie liegen bleibt. So entstehen dichte Trupps mit unregelmäßigem Rand.
Die Zwiebeln einzeln und weit verstreut über die ganze Fläche zu setzen, damit sie mehr Boden abdecken. Mehrere Zwiebeln derselben Art an einer Stelle ergeben die stärkere Blütenwirkung.
Für sichtbare Gruppen rechnest du bei kleinen Zwiebelblumen mit mindestens 20 Stück und bei Tulpen und Narzissen mit mindestens 10 Stück. Schneeglöckchen setzt du für ein natürliches Bild in Gruppen von 10 bis 15 Zwiebeln. Bei großblütigen Tulpen unterscheiden sich die Dichten je nach Zweck: 12 bis 15 Zwiebeln je m² in Staudenmischungen, 40 in Grünanlagen und 60 in Ausstellungsbeeten.
Bei den Farben arbeite ich mit wenigen, klaren Paaren. Blaue Traubenhyazinthen und die rot blühende Tulipa praestans ‘Füsilier’ lassen sich für ein gleichzeitiges Blütenbild kombinieren. Das Balkan-Windröschen passt zu Hyazinthen, Tulpen und Narzissen, und auch Blaustern lässt sich im Frühjahrsbeet mit Narzissen kombinieren. Solche Paare sind Gestaltung, auf einen Schutz durch den Partner verlässt du dich nicht. Für eine ruhige Fläche in einer Farbe setzt du Blausterne und blaue Traubenhyazinthen nebeneinander.
Kombinierst du Zwiebeln mit unterschiedlichen Blühterminen, verlängert sich die Blütezeit auf kleiner Fläche. Ein Beispiel ist die Folge aus Schneeglöckchen mit Blühbeginn im Februar, Hyazinthen im April und Zierlauch im Mai. Weil mehrere Zwiebeln einer Art an einer Stelle stärker wirken als verstreute Einzelzwiebeln, setzt du auch in einer gestaffelten Fläche jede Art als eigenen Trupp. Im Ratgeber dazu, wie du winterharte Zwiebelmischungen für eine Blüte übers Jahr planst, geht es um die Abfolge im Detail. Bevor du bestellst, kannst du deine Fläche im Beetplaner aufteilen.
Wege, Baumscheiben und Rasenersatz
Für Wegränder brauchst du niedrige Arten. Winterlinge bleiben mit 5 bis 6 cm besonders flach, und Wildtulpen eignen sich ohnehin für den Beetvordergrund. An schattigen Wegen passen Schneeglöckchen, die etwa 10 cm hoch werden. Ein durchgehendes Band entlang der Kante wirkt am Weg ruhiger als einzelne Tupfen.
Eine BaumscheibeDie Baumscheibe ist die Bodenfläche rund um den Stamm eines Baums oder Strauchs, die du frei von Gras und Unkraut hältst oder mulchst. So nehmen Gräser und Unkraut dem Gehölz weniger Wasser und Nährstoffe weg. ist eine kleine Gehölzfläche, also gelten dort dieselben Regeln wie unter Bäumen und Sträuchern. Achte auf einen laubabwerfenden Baum, humosen, durchlässigen Boden und genug Platz zwischen den Wurzeln.
Wo im Schatten kein Rasen wachsen will, reichen Zwiebeln allein nicht als Ersatz, weil ihr Laub über den Sommer fehlt. Für den Gehölzrand kombiniert die Pflanzmischung Schattensilber die Sommerknotenblume ‘Gravetye Giant’ mit Funkien, Farnen, Kaukasus-Vergissmeinnicht und Bergenien. In Mischungen mit Stauden werden Sommerknotenblumen mit 15 Zwiebeln je m² angesetzt. Später austreibende Stauden wie Taglilien verdecken einziehendes Zwiebellaub, das du erst nach dem vollständigen Abtrocknen entfernst. Im Ratgeber dazu, wie du Zwiebeln und Stauden im Beet aufeinander abstimmst, findest du passende Paare.
Pflanzen und pflegen in Kürze
Standort und Boden. Für alle Arten gilt, dass Wasser abziehen muss, das Licht wählst du nach der Art. Bei schweren Böden wird eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies unter den Zwiebeln empfohlen. Die Grundlagen dazu stehen im Überblick zu Standort, Boden und Pflanzung von Blumenzwiebeln und Knollen.
Pflanzen. Frühlingsblüher kommen im September und Oktober in den Boden, bei geeigneter Witterung auch noch im November. Als allgemeine Regel hältst du 2 bis 3 Zwiebelbreiten Abstand, artspezifische Angaben haben Vorrang. Die Pflanzzeiten je Art hast du mit dem Kalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken im Blick.
Gießen und Düngen. Nach dem Pflanzen gießt du gründlich an, auch wenn der Boden schon feucht ist, danach gilt Feuchte ohne Staunässe. Für Beete mit Frühlingsblühern empfiehlt sich alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost oder Lauberde.
Nach der Blüte. Das Laub bleibt stehen, bis es vollständig abgestorben ist, denn bis dahin baut die Zwiebel Reserven auf. Im Mittel dauert das Einziehen 6 bis 8 Wochen. Im Ratgeber dazu, wie du ein Zwiebelbeet nach der Pflanzung durchs Jahr pflegst, geht es um die Nachsorge bis zur Ruhephase.
Vermehren und verjüngen. Sollen sich Schneeglanz, Blaustern oder Winterling über Samen ausbreiten, lässt du die verblühten Stände stehen. Zu dicht gewordene Hasenglöckchen gräbst du im Frühherbst aus und verteilst sie neu, Puschkinien setzt du erst um, wenn ihre Blüte nachlässt. Weitere Wege beschreibt der Abschnitt Vermehren im Überblick zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Krankheiten und Schädlinge. Pflanze nur feste Zwiebeln ohne weiche, kranke oder angefressene Stellen. Bei Wühlmausproblemen setzt du die Zwiebeln gruppenweise in Drahtkörbe. Wie du bei Befall vorgehst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Überblick zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Giftige Arten in Bodendeckerflächen
Viele Arten, die sich als Bodendecker eignen, sind giftig. Narzissen enthalten in allen Teilen Lycorin, verschluckt können sie schwere Magen-Darm-Beschwerden auslösen, und Haut- oder Augenkontakt kann reizen. Beim Winterling ist die ganze Pflanze giftig, vor allem die Knolle. Das Buschwindröschen ist in allen Teilen giftig, und sein Saft kann die Haut verätzen. Beim Atlantischen Hasenglöckchen betrifft es die ganze Pflanze und besonders die Zwiebel, auch das Spanische Hasenglöckchen ist giftig. Sommerknotenblumen sind in allen Teilen giftig, beim Doldigen Milchstern vor allem die Zwiebel.
Herbstzeitlosen blühen im September und Oktober und bringen späte Farbe in eine Fläche. Bei ihnen sind alle Pflanzenteile giftig, besonders Samen und Knolle, denn sie enthalten das Alkaloid Colchicin. Ihre Blätter bildet die Herbstzeitlose erst im Frühjahr.
Die Blätter der Herbstzeitlose können mit Bärlauch verwechselt werden, und ihr Verzehr kann tödliche Vergiftungen auslösen. Verlass dich nicht auf den Knoblauchgeruch, denn Geruch an den Händen kann eine weitere Blattprobe verfälschen. Bei unsicherer Bestimmung isst du nichts, was du selbst gesammelt hast.
Hat jemand Teile einer möglicherweise giftigen Pflanze verschluckt, entfernst du die Pflanzenreste aus dem Mund. Danach rufst du ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe an und löst kein Erbrechen aus.

