Blumen · Blumenzwiebeln & Knollen · Wissen

Blumenzwiebeln für Steingarten und Trockenmauer: Arten, Drainage, Pflegejahr

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 12 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Im Steingarten blühen im Frühling niedrige Narzissen, Wildtulpen, Wildkrokusse, Blausterne und Winterlinge, später folgen Zierlauch und Lilien.
  • Wildtulpen und Kaufmanniana-Tulpen passen an sonnige Plätze mit durchlässigem, im Sommer trockenem Boden.
  • Auf schwerem Boden gehört unter die Zwiebeln eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies.
  • Regelmäßiges Sommergießen der Nachbarpflanzen kann ruhende Tulpenzwiebeln faulen lassen.
  • Das Laub bleibt stehen, bis es vollständig abgestorben ist, im Mittel 6 bis 8 Wochen nach der Blüte.
  • Hauswurz, Fetthenne, Blaukissen und Polsterphlox ergänzen die Zwiebelblumen zwischen den Steinen.

Zwischen Steinen finden Wildtulpen, Krokusse und Zierlauch Sonne und einen Boden, aus dem Wasser abzieht. Zwei Dinge können dir die Pflanzung trotzdem verderben: Nässe im Untergrund und Sommerwasser, das ruhende Tulpenzwiebeln faulen lassen kann. Ich plane jede Pflanzstelle deshalb von unten. Bevor eine Zwiebel in die Erde kommt, prüfe ich, wie schnell dort Wasser versickert und was ich daneben im Sommer gieße.

Ein Steingarten ahmt eine felsige Landschaft nach, mit Steinen unterschiedlicher Größe und durchlässigem Boden dazwischen. Eine Trockenmauer ist ohne Mörtel aufgeschichtet, gepflanzt wird in ihren Fugen, auf der Krone und am Fuß. Für beide gilt: Der Boden muss gut wasserdurchlässig sein, ohne Verdichtungen und ohne Staunässe.

Welche Blumenzwiebeln in den Steingarten passen

Im Steingarten bringen niedrige Narzissen, Wildtulpen, Wildkrokusse, Blausterne und Winterlinge die Frühlingsblüten. Zierlauch und Lilien folgen später im Jahr. Welche Art an welchen Stein kommt, entscheide ich nach dem Platz. Ich schaue, wie viel Sonne dort ankommt, ob der Boden im Sommer trocken bleibt und ob in der Nähe gegossen wird.

Krokusse und Wildkrokusse

Krokusse gedeihen sonnig bis halbschattig, solange keine Nässe stehen bleibt. Wildkrokusse gehören im Steingarten zu den Frühlingsblühern, und eine Mischung aus Crocus chrysanthus blüht im Februar und März. Im Garten vermehren sich Krokusse über Brutknollen und über Samen. Am passenden Standort können sie über Jahre Blütenteppiche bilden, wenn du sie ungestört wachsen lässt.

Bei der Pflanztiefe gehen die Angaben für frühjahrsblühende Krokusse weit auseinander, sie reichen von 3 bis 10 cm. Konkrete Maße für die Crocus-chrysanthus-Mischung findest du in der Tabelle weiter unten. Der Fruchtknoten der Krokusse sitzt unter der Erde, erst nach der Befruchtung schiebt sich die Kapsel an die Oberfläche und gibt dort die Samen frei. Wer die Selbstaussaat will, lässt die Pflanzstellen deshalb bis zur Samenreife ungestört.

Zwergiris

Zwergiris wie Iris reticulata und Iris danfordiae blühen im zeitigen Frühjahr und bleiben klein genug für Nischen zwischen Steinen. Botanisch gehören sie zu den zwiebelbildenden Iris. Die Stauden-Iris mit ihren Rhizomen sind eine andere Gruppe, und deren Pflanzweise mit halb bedecktem Rhizom passt für Zwergiris nicht. Ich setze Zwergiris wie die anderen kleinen Frühlingsblüher. Die Spitze zeigt nach oben, die Tiefe beträgt das Doppelte der Zwiebelhöhe, und der Platz ist sonnig und durchlässig.

Kleine Narzissen

Niedrige Narzissen wie ‘Tête-à-Tête’ oder ‘Jetfire’ gehören zu den Frühlingsblühern im Steingarten. Für die Gartenkultur brauchen Narzissen mindestens einen halben Tag Sonne. Kleinere Narzissenzwiebeln setzt du 10 cm tief. Mit nassem Boden kommen Narzissen besser zurecht als Tulpen, durchlässig sollte er trotzdem sein.

Wildtulpen und Kaufmanniana-Tulpen

Wildtulpen sind botanische Tulpenarten, aus denen durch Züchtung die Gartentulpen hervorgegangen sind. Viele von ihnen bleiben mit etwa 10 bis 30 cm niedrig und eignen sich zum Verwildern. Wildtulpen bevorzugen sonnige Plätze mit durchlässigem Boden, der im Sommer trocken bleibt. Diese Sommertrockenheit brauchen botanische Tulpen, damit ihre Zwiebeln ausreifen. Tulipa tarda setzt du etwa 8 cm tief, und ihre ungefüllten Blüten bieten Insekten im Frühling Nahrung.

Kaufmanniana-Tulpen passen an die gleichen Plätze, denn sie eignen sich für sonnige Steingärten mit durchlässigem, im Sommer trockenem Boden. ‘Stresa’ blüht johannisbeerrot mit gelbem Rand und eignet sich auch für Kübel. ‘Heart’s Delight’ zeigt Blüten in Rot, Weiß und Pink.

Traubenhyazinthen

Armenische Traubenhyazinthen wachsen sonnig bis halbschattig auf durchlässigem Boden. Im Garten sind Traubenhyazinthen winterhart. Die Zwiebeln setzt du etwa 8 cm tief. Das Laub zieht im Frühsommer ein, und schon im Herbst treiben neue, wintergrüne Blätter. Zu groß gewordene Bestände teilst du im Herbst und verteilst die Teile auf neue Stellen zwischen den Steinen.

Zierlauch

Zierlauch bringt die späteren Blüten zwischen die Steine. Er mag sonnige bis leicht halbschattige Plätze mit durchlässigem Boden ohne Staunässe. Die Zwiebeln kommen von September bis Dezember in die Erde. So haben sie vor dem Winter Zeit zum Einwurzeln und erleben die winterliche Kälteperiode.

Für kleine Plätze passt Allium karataviense ‘Ivory Queen’, der etwa 20 cm hoch wird und sich auch für Kübel und Kästen eignet. Kugellauch (Allium sphaerocephalon) setzt du etwa 8 cm tief. Bei vielen Zierlaucharten beginnt das Laub schon zu welken, bevor die Blüten ganz offen sind. Du nimmst es erst ab, wenn es vollständig vergilbt ist. Der kompakte Zierlauch ‘Ostara’ behält seine Blätter dagegen während der Blüte.

Blausterne, Winterlinge und Schneeglöckchen

Der Sibirische Blaustern ist in Deutschland ein etablierter Neophyt, der Zweiblättrige Blaustern dagegen heimisch. Beim Sibirischen Blaustern vergilben die Blätter zu Beginn des Sommers, im Folgejahr treibt er neu aus. Wenn dich interessiert, welche Arten von Natur aus hierher gehören, findest du sie im Ratgeber zu heimischen Zwiebelarten für den Naturgarten.

Winterlinge blühen im Februar und März und werden nur 5 bis 6 cm hoch. Kalkhaltige Böden sind für sie kein Problem, am besten gedeihen sie auf alkalischem Boden. Ihr Boden sollte humusreich sein und nicht austrocknen, denn Trockenheit vertragen Winterlinge ebenso schlecht wie Staunässe. Im Steingarten suche ich ihnen deshalb eine Stelle, an der die Erde frisch bleibt. Geschrumpfte Knollen legst du vor dem Pflanzen einige Tage in feuchten Sand, damit sie wieder Wasser aufnehmen.

Schneeglöckchen wollen in der Regel humusreichen, feuchten Boden, der im Sommer nicht austrocknet, und Halbschatten. Sorten von Galanthus elwesii bevorzugen dagegen sonnige, im Sommer trockenere Plätze und passen deshalb eher in den Steingarten. Schneeglöckchenzwiebeln haben keine feste Außenhülle und trocknen leicht aus, darum pflanzt du sie nach dem Kauf im Herbst zügig.

So tief und mit welchem Abstand du die Steingartenarten setzt:

Art Pflanztiefe Abstand Gut zu wissen
Crocus-chrysanthus-Mischung etwa 6 cm 6 cm blüht im Februar und März
Tulipa tarda etwa 8 cm etwa 8 cm ungefüllte Blüten, Nahrung für Insekten
Kleinere Narzissen 10 cm allgemeine Regel: 2 bis 3 Zwiebelbreiten mindestens einen halben Tag Sonne
Armenische Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum) etwa 8 cm 8 cm für Traubenhyazinthen allgemein 4 bis 5 cm Abstand
Kugellauch (Allium sphaerocephalon) etwa 8 cm etwa 5 cm Pflanzung September bis Dezember
Allium karataviense ‘Ivory Queen’ etwa 10 cm etwa 15 cm etwa 20 cm hoch
Winterling 5 cm 5 cm 5 bis 6 cm hoch
Zwergiris doppelt so tief, wie die Zwiebel hoch ist allgemeine Regel: 2 bis 3 Zwiebelbreiten Spitze nach oben
Achtung

Narzissen sind in allen Pflanzenteilen giftig. Die Pflanzen enthalten Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin, und nach dem Verschlucken können schwere Magen-Darm-Beschwerden folgen. Auch Haut- oder Augenkontakt kann reizen, deshalb pflanze ich Narzissen mit Handschuhen. Beim Winterling ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Knolle. Lilien sind für Katzen sehr stark giftig. Zwiebeln, Knollen und Blätter dieser Arten gehören nicht in den Mund.

Blumenzwiebeln für die Trockenmauer

Eine Trockenmauer bietet dir drei Pflanzplätze: die Fugen, die Mauerkrone und den Mauerfuß. In den Fugen ist wenig Platz für Erde. Wärme, Wind und wenig Niederschlag lassen Boden schneller austrocknen, und in einer sonnigen Mauer trifft das vor allem Fugen und Krone.

In Fugen und auf der Krone setze ich deshalb Arten für sommertrockenen Boden: Wildtulpen und Kaufmanniana-Tulpen. Krokusse und Traubenhyazinthen kommen dazu, denn sie wachsen sonnig bis halbschattig und verlangen vor allem Boden ohne stauende Nässe. Winterlinge vertragen Trockenheit schlecht, und die Fugen einer sonnigen Mauer trocknen schnell aus. Für die Fuge sind Winterlinge deshalb die falsche Wahl.

Bleibt der Mauerfuß nach Regen länger feucht, setzt du dort eher Narzissen als Tulpen, weil Tulpen empfindlicher auf nasse Böden reagieren. Die Narzissen brauchen an dieser Stelle allerdings mindestens einen halben Tag Sonne.

Pflanztricks für Mauerfugen

Wenn ich eine Mauer neu aufsetze, lege ich die Zwiebeln gleich beim Aufschichten in die Fugen. Dann komme ich an jede Lage noch von oben heran, fülle durchlässiges Substrat um die Zwiebel und lege erst danach die nächste Steinreihe auf. In eine fertige Mauer setzt du die Zwiebel von vorn in die Fuge, mit der Spitze nach oben.

Als Fugenerde eignet sich humoser, durchlässiger Gartenboden, für Tulpen darf er sandiger sein. Ist deine Erde schwer, mischst du Sand darunter, damit Wasser abziehen kann. Kompost verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Gerade in einer Fuge, die schnell austrocknet, ist das ein Grund, ihn unterzumischen.

Über der Zwiebel sollte eine Erdschicht liegen, die etwa zwei- bis dreimal so stark ist wie die Zwiebel selbst. Danach drückst du die Erde rundherum leicht an, damit die Zwiebel in der Fuge Halt hat. Zum Schluss gießt du gründlich an, auch wenn die Erde schon feucht ist, aber nur so, dass kein Wasser stehen bleibt.

Mini-Checkliste

Fugenerde humos und durchlässig, schwere Erde mit Sand gemischt. Zwiebel mit der Spitze nach oben einsetzen. Erdschicht darüber etwa zwei- bis dreimal so stark wie die Zwiebel. Erde rundum leicht andrücken. Gründlich angießen, ohne dass Wasser steht.

Drainage: So zieht das Wasser ab

Anhaltende Nässe begünstigt bei Tulpen Fäulnis und Pilzbefall. Krokusse wollen keine stauende Nässe, und Winterlinge vertragen sie schlecht. Ein Steingarten für Zwiebeln beginnt deshalb unter der Oberfläche, mit einem Boden ohne Verdichtungen.

Ich gieße vor dem Pflanzen ein ausgehobenes Probeloch voll Wasser und schaue, ob es abzieht oder stehen bleibt. Steht es, lockere ich tiefer und arbeite Sand ein. Die Pflanzstellen lockerst du 20 cm tief. Für dickere Zwiebeln gehst du auf 30 cm. Schwere Erde mischst du im Pflanzloch mit Sand, damit das Wasser besser abzieht. Kompost lockert schwere Böden zusätzlich auf.

Auf schwerem Boden kommt unter die Zwiebeln eine Drainageschicht aus Sand oder Kies, 3 bis 5 cm stark. Liegt sehr schwerer Lehm und willst du Tulpen setzen, gehst du weiter. Dann gräbst du den Boden 45 cm tief auf. Unten kommt eine Drainage aus Schotter oder Kies hinein, darüber lockerer Mutterboden oder Erde mit reichlich eingemischtem Sand.

Obenauf passt auf trockenen, offenen Flächen mineralischer Mulch wie Kies oder Splitt. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung und das Aufheizen des Bodens und schützt die Oberfläche vor Verkrustung.

Tiefe, Pflanzzeit, Licht, Dünger und Schädlinge in Kürze

Die allgemeinen Regeln findest du in den Grundlagen-Abschnitten zu Pflanzung, Pflege und Schädlingen bei Blumenzwiebeln. Hier steht nur, was im Steingarten dazukommt.

Pflanztiefe

Als allgemeine Regel setzt du Frühlingsblüher doppelt so tief, wie die Zwiebel hoch ist, mit der Spitze nach oben. Ist dein Steingartenboden sandig und leicht, darfst du etwas tiefer gehen, auf schwerem Lehm etwas flacher. Wie Zeitpunkt, Abstand und Tiefe allgemein zusammenspielen, beschreibt der Grundlagen-Abschnitt zum Pflanzen.

Pflanzzeit

Frühlingsblühende Zwiebeln kommen im September und Oktober in den Boden, bei geeigneter Witterung auch noch im November. Wildtulpen pflanzt du von Ende September bis Mitte November. Die Monate je Art hast du im druckbaren Pflanzkalender für Blumenzwiebeln auf einem Blatt.

Licht

Die vollsonnigen Plätze bekommen Wildtulpen und Kaufmanniana-Tulpen, Narzissen brauchen mindestens einen halben Tag Sonne. Krokusse und Traubenhyazinthen kommen sonnig bis halbschattig zurecht, Zierlauch sonnig bis leicht halbschattig. Für die schattige Seite hinter großen Steinen hilft dir der Ratgeber, welche Zwiebelblumen in schattigen Ecken zurechtkommen.

Düngen

Für Zwiebelplätze im Steingarten passt alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist. In leichtem Boden verbessert der Kompost zugleich die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Wird das Laub gelb, bringt Düngen nichts mehr; Zeitpunkte und Nährstoffe erklärt der Grundlagen-Abschnitt Gießen und Düngen.

Schädlinge

Machen Wühlmäuse Probleme, setzt du die Zwiebeln gruppenweise in Drahtkörbe und versenkst sie zwischen den Steinen im Boden. Tulpenzwiebeln prüfst du vor dem Pflanzen auf braune Flecken und sortierst verdächtige aus, an Lilien sammelst du die roten Lilienhähnchen ab. Mehr dazu steht im Grundlagen-Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Das Steingartenjahr: Pflege von Spätwinter bis Winter

Spätwinter und Frühjahr

Den Winterrückschnitt der Begleitstauden erledigst du, bevor die ersten Zwiebelblumen austreiben. Unkraut ziehst du zwischen Steinen und Polstern heraus oder stichst es aus.

Marias Erfahrung

Im Steingarten jäte ich nur mit der Hand und einem schmalen Messer zum Ausstechen. Die Hacke bleibt dort im Schuppen, weil Hacken eine Pflanzung aus Stauden und Zwiebeln in ihrer Entwicklung stört.

Bei Tulpen und Narzissen ist Frost am frischen Austrieb kein Grund zur Sorge. Treiben sie draußen von selbst aus, verlieren sie dadurch ihre Frostverträglichkeit nicht. Offene Blüten können bei starkem Frost allerdings Schaden nehmen.

Während Tulpen im Frühjahr wachsen, brauchen sie gleichmäßig feuchten Boden ohne Staunässe. Bleibt das Frühjahr trocken, gießt du morgens durchdringend in den Wurzelbereich, bevor auch der Untergrund austrocknet.

Verblühte Tulpenköpfe schneidest du ab, damit die Pflanze ihre Kraft in die Brutzwiebeln steckt statt in Samen. Abgefallene Blütenblätter nimmst du vom Laub, weil sie bei Regen faulen können. Blausterne, Winterlinge und Schneeglanz köpfst du nicht, wenn sie sich aussäen sollen. Von Wildtulpen lässt du dafür einige Fruchtstände bis zur Samenreife stehen.

Frühsommer: Laub einziehen lassen

Nach der Blüte bleibt das Laub stehen, bis es vollständig abgestorben ist, denn bis dahin lagert die Zwiebel Reserven für die nächste Blüte ein. Bei Traubenhyazinthen und Sibirischem Blaustern ist es schon zu Beginn des Sommers so weit. Ich markiere die Tulpenplätze mit Stäben, solange das Laub noch zu sehen ist. Später austreibende Stauden können das vergilbende Laub verdecken.

Zahl im Blick

Im Mittel dauert es nach der Blüte 6 bis 8 Wochen, bis das Laub eingezogen ist. Erst die vollständig abgestorbenen Blätter nimmst du ab.

Hast du eine fertige Mischung gesetzt, findest du die Schritte von der Unkrautkontrolle bis zur Ruhephase im Ratgeber, wie du ein Beet mit Zwiebelmischungen nach der Pflanzung pflegst.

Sommer: Trockenruhe einhalten

Botanische Tulpen brauchen im Sommer Trockenheit, damit ihre Zwiebeln ausreifen. Auch bei anderen Tulpen begünstigt eine sommerliche Trockenphase die reiche Blüte im nächsten Jahr. Gießt du im Sommer regelmäßig die Nachbarpflanzen, können die ruhenden Tulpenzwiebeln faulen. Zierlauch dagegen bekommt in längeren Trockenperioden Wasser. Ich setze Zierlauch und Tulpen deshalb in getrennte Gruppen, damit das Gießwasser für den Lauch nicht bei den Tulpen landet.

An sommertrockenen Plätzen können die Tulpenzwiebeln im Boden bleiben. In feuchten Lagen gräbst du sie aus, sobald der Blütenstängel eingetrocknet ist. Bis zum Herbst lagern sie mitsamt dem einziehenden Laub kühl und dunkel, und du kontrollierst sie regelmäßig auf Schimmel oder Fäulnis.

Herbst

Im Herbst setzt du neue Frühlingsblüher und Zierlauch. Die frischen Blätter der Traubenhyazinthen zeigen dir dabei, wo schon Zwiebeln liegen, denn sie treiben im Herbst neu aus. Für ein natürliches Bild streust du die Zwiebeln einer Gruppe aus und pflanzt sie dort, wo sie gelandet sind.

Winter

Tulpen, Winterlinge und Traubenhyazinthen sind im Garten winterhart. Im Winter achtest du vor allem darauf, dass Regen und Schmelzwasser abziehen können. Hast du den Herbst verpasst, kannst du Frühlingsblüher noch im Januar oder Februar in frostfreien Boden setzen. Voraussetzung ist, dass bis März noch ausreichend Kälte zu erwarten ist.

Kombinationen im Steingarten

Zwischen den Steinen ergänzen Hauswurz, Fetthenne, Polsterglockenblumen, Blaukissen und Polsterphlox die Zwiebelblumen. Hauswurz und Fetthenne sind dabei Sukkulenten und keine Zwiebelpflanzen.

Für eine lange Blütezeit auf kleiner Fläche kombinierst du Arten mit unterschiedlichen Blühterminen. Winterlinge und die Crocus-chrysanthus-Mischung blühen schon im Februar und März. Zierlauch und Lilien bringen später im Jahr die nächsten Blüten. Für Farbpaare nehme ich gern blaue Traubenhyazinthen und die rot blühende Tulipa praestans ‘Füsilier’, denn beide blühen zur selben Zeit. Blaustern passt gestalterisch zu Narzissen, als Schutz für die Narzissen ist diese Kombination nicht gedacht.

Lilien bevorzugen beschatteten Boden, während Blätter und Blüten in der Sonne stehen, und lassen sich deshalb zwischen niedrige Stauden pflanzen. Im Steingarten setzt du sie zwischen Polsterstauden, die den Boden um den Stiel beschatten.

Mehrere Zwiebeln einer Art an einer Stelle wirken stärker als weit verstreute Einzelzwiebeln. Von kleinen Zwiebelblumen setzt du für eine sichtbare Gruppe mindestens 20 Stück zusammen. Bei Tulpen und Narzissen sind es mindestens 10 Stück. Wo welche Gruppe zwischen den Steinen liegen soll, zeichne ich vorher im Beetplaner ein.

Krokus, Blaustern, Traubenhyazinthe und Winterling gehören zu den Frühjahrsblühern für einen bienenfreundlichen Garten. Ungefüllte Blüten wie die von Tulipa tarda sind für Insekten die bessere Wahl, stark gefüllte Sorten meidest du.

Beliebt im Shopaus dem samen.de Shop
Produkt-
bild
Ananasblumensamen
Zum Shop
Produkt-
bild
Kurkuma
Zum Shop

Häufige Fragen

Welche Blumenzwiebeln eignen sich für karge Standorte im Steingarten?
Für sonnige Plätze mit durchlässigem, im Sommer trockenem Boden passen Wildtulpen und Kaufmanniana-Tulpen. Viele Wildtulpen bleiben mit etwa 10 bis 30 cm niedrig und können verwildern. Im Frühling kommen niedrige Narzissen, Wildkrokusse und Blausterne dazu, später im Jahr Zierlauch und Lilien. Winterlinge gehören an Stellen, die nicht austrocknen, weil sie Trockenheit schlecht vertragen.
Wie verbessere ich bei schwerem Boden die Drainage für Blumenzwiebeln?
Lockere die Pflanzstellen 20 cm tief und misch schwere Erde mit Sand. Für dickere Zwiebeln lockerst du 30 cm tief. Unter die Zwiebeln kommt auf schwerem Boden eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies. Für Tulpen auf sehr schwerem Lehm kannst du den Boden 45 cm tief aufgraben und mit Kies oder Schotter sowie reichlich Sand neu aufbauen.
Wie tief pflanze ich kleine Zwiebeln wie Zwergiris in Mauerfugen?
Als allgemeine Regel setzt du Frühlingsblüher doppelt so tief, wie die Zwiebel hoch ist, mit der Spitze nach oben. In leichtem, sandigem Fugensubstrat darfst du etwas tiefer gehen, in schwerem Lehm etwas flacher. Danach drückst du die Erde leicht an und gießt gründlich an, ohne dass Wasser stehen bleibt.
Worauf achte ich beim Kauf von Blumenzwiebeln für den Steingarten?
Pflanzfähige Zwiebeln sind trocken, fest und glatthäutig und haben keine weichen, kranken oder angefressenen Stellen. Geschrumpfte oder schimmlige Zwiebeln lässt du liegen. Tulpenzwiebeln prüfst du zusätzlich auf braune Flecken und schwarze Pilz-Dauerkörper. Für sonnige, im Sommer trockene Plätze wählst du Arten wie Wildtulpen oder Kaufmanniana-Tulpen.
Wie überstehen Blumenzwiebeln im Steingarten den Winter?
Tulpen, Winterlinge und Traubenhyazinthen sind im Garten winterhart. Tulpen und Narzissen, die draußen von selbst austreiben, verlieren dadurch ihre Frostverträglichkeit nicht, offene Blüten können bei starkem Frost aber Schaden nehmen. Achte vor allem darauf, dass Wasser abziehen kann, denn anhaltende Nässe begünstigt bei Tulpen Fäulnis und Pilzbefall.
Welche besonderen Herausforderungen stellen Trockenmauern für Blumenzwiebeln dar?
In den Fugen ist wenig Platz für Erde, und Wärme, Wind und wenig Niederschlag lassen Boden schneller austrocknen. Deshalb passen dort Arten für sommertrockenen Boden, etwa Wildtulpen und Kaufmanniana-Tulpen. Winterlinge vertragen Trockenheit schlecht und sind für sonnige Fugen keine gute Wahl. Beim Pflanzen drückst du die Erde um jede Zwiebel leicht an, damit sie in der Fuge Halt findet.
Zuletzt geprüft:
↑