Blumen · Blumenzwiebeln & Knollen · Anbau

Heimische Blumenzwiebeln: Welche Arten in den Naturgarten passen und wie du sie pflanzt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Das Kleine Schneeglöckchen und der Zweiblättrige Blaustern sind in Deutschland heimisch.
  • Der Sibirische Blaustern kann verwildern, gilt aber als etablierter Neophyt.
  • Schneeglöckchen, Winterling, Krokus, Blaustern und Traubenhyazinthe werden für einen bienenfreundlichen Garten empfohlen.
  • Frühlingsblüher kommen im September und Oktober in die Erde, bei geeigneter Witterung auch noch im November.
  • Das Laub bleibt stehen, bis es verwelkt ist, und Wiesen mähst du erst danach.
  • Narzissen und Herbstzeitlosen sind in allen Teilen giftig, die Blätter der Herbstzeitlose sind mit Bärlauch verwechselbar.

Heimische Blumenzwiebeln gehören im Naturgarten an Plätze, die ihren Wildstandorten ähneln: unter Laubgehölze, an den Gehölzrand und in frische Wiesen. Wenn ich Zwiebeln für einen naturnahen Garten auswähle, prüfe ich zuerst, ob die Art hier heimisch ist und wo sie von Natur aus wächst. Erst danach lege ich Menge und Pflanzstelle fest.

In Deutschland heimisch sind das Kleine Schneeglöckchen und der Zweiblättrige Blaustern. Der Sibirische Blaustern gehört nicht dazu, er gilt als etablierter Neophyt. Für einen bienenfreundlichen Garten werden außerdem Winterling, Krokus und Traubenhyazinthe empfohlen. Wildtulpen, Narzissen und Herbstblüher ergänzen die Auswahl für sonnige Plätze und für den Herbst.

Welche Blumenzwiebeln sind in Deutschland heimisch?

Bei den Blausternen kommt es auf die Art an, deshalb achte ich beim Kauf auf den vollständigen Namen. Die folgende Übersicht zeigt die drei Arten, die du für Gehölzrand und Wiese am häufigsten in die engere Wahl nehmen wirst, mit ihrer Einordnung.

Art Einordnung Blüte Wildstandort oder Gartenplatz
Kleines Schneeglöckchen in Deutschland heimisch Februar und März frische bis sickerfeuchte Laubmischwälder und Parkwiesen
Zweiblättriger Blaustern in Deutschland heimisch März und April frische, nährstoffreiche Standorte in Laubmischwäldern und waldnahen Auenwiesen
Sibirischer Blaustern etablierter Neophyt, kann verwildern März bis April zur Blüte hell, im Sommer beschattet, etwa unter sommergrünen Gehölzen

Für einen streng heimischen Garten spielt der Unterschied eine Rolle. Der Sibirische Blaustern kann verwildern und bleibt dann nicht auf seine Pflanzstelle beschränkt, ist aber ein Neophyt. Wer nur heimische Arten ansiedeln will, wählt deshalb den Zweiblättrigen Blaustern.

Heimische Arten und weitere Zwiebeln im Porträt

Kleines Schneeglöckchen

Das Kleine Schneeglöckchen blüht im Februar und März. Von Natur aus besiedelt es frische bis sickerfeuchte Laubmischwälder und Parkwiesen. Im Garten setze ich es deshalb unter Laubgehölze oder in Wiesenränder, die im Frühjahr feucht bleiben. Es gehört zu den Frühjahrsblühern, die für einen bienenfreundlichen Garten empfohlen werden.

Zweiblättriger Blaustern

Der Zweiblättrige Blaustern blüht im März und April und schließt damit an das Schneeglöckchen an. Er wächst auf frischen, nährstoffreichen Standorten in Laubmischwäldern und waldnahen Auenwiesen. Weil beide heimischen Arten aus Laubmischwäldern stammen, pflanze ich sie auf dieselbe Fläche unter Laubgehölzen. So blüht der Gehölzrand vom Februar bis in den April.

Sibirischer Blaustern

Der Sibirische Blaustern wird 15 cm hoch und blüht von März bis April. Während Austrieb und Blüte braucht er ausreichend Licht, im Sommer darf er beschattet stehen. Ein Platz unter sommergrünen Gehölzen erfüllt beides. Der Boden sollte humos, nährstoffreich, frisch und gut durchlässig sein, winterliche Staunässe vermeidest du. Er ist als nützlingsfreundlich eingestuft. Soll er sich aussäen, lasse ich die verblühten Blüten stehen und hacke in der Fläche nicht, auch Trittbelastung meide ich dort.

Buschwindröschen

Buschwindröschen gedeihen unter Gehölzen oder am Gehölzrand auf frischen, humosen Böden. Ich setze sie mit etwa 20 cm Abstand zueinander und verteile die Pflanzstellen versetzt über die Fläche statt in Reihen. Für weitere Arten im Halbschatten und Schatten lies nach, welche Blumenzwiebeln in dunklen Gartenecken wachsen.

Winterling, Krokus und Traubenhyazinthe

Winterling, Krokus und Traubenhyazinthe gehören wie Schneeglöckchen und Blaustern zu den Frühjahrsblühern, die für einen bienenfreundlichen Garten empfohlen werden. Krokusse setze ich in den Rasen, dort kommen die Knollen 8 cm tief in den Boden. Traubenhyazinthen kombiniere ich mit der rot blühenden Tulipa praestans ‘Füsilier’, weil beide zusammen ein gleichzeitiges Blütenbild ergeben können.

Wildtulpen

Viele Wildtulpen bleiben mit etwa 10 bis 30 cm niedrig. Sie passen in den Beetvordergrund und eignen sich zum Verwildern. Als botanische Tulpen brauchen sie im Sommer Trockenheit, damit ihre Zwiebeln ausreifen. Schneeglöckchen und Blaustern wollen dagegen frischen Boden. Ich gebe den Wildtulpen deshalb einen eigenen, sonnigen Platz und setze sie nicht zu den Frühblühern unter die Gehölze.

Dazu passt, dass Tulpen einen eher sandigen Boden bevorzugen. Gepflanzt werden Tulpen einschließlich Wildtulpen von Ende September bis Mitte November. Für magere, steinige Plätze findest du Anregungen, welche Zwiebeln in Steingarten und Trockenmauer passen.

Narzissen

Narzissen brauchen für die Gartenkultur mindestens einen halben Tag Sonne. Gelbe Narzissen setze ich als zusammenhängendes Band entlang eines Zauns. Blaustern passt im Frühjahrsbeet gestalterisch zu Narzissen. Diese Paarung ist Gestaltung, kein Pflanzenschutz.

Achtung

Narzissen sind in allen Pflanzenteilen giftig. Sie enthalten Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin, die nach dem Verschlucken schwere Magen-Darm-Beschwerden verursachen können. Haut- oder Augenkontakt kann Reizungen auslösen, deshalb pflanze ich Narzissen mit Handschuhen. Zwiebeln, Blätter und Blüten gehören nicht in den Mund.

Herbstzeitlose und Herbst-Alpenveilchen

Herbstblüher verlängern die Zwiebelsaison bis in den Herbst. Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) blüht im September und Oktober. Herbstzeitlosen und Herbstkrokusse pflanzt du je nach Art und Anleitung zwischen Juli und Mitte September, also früher als die Frühlingsblüher. Das Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) blüht als Richtwert von September bis November. Damit die frühen Termine nicht untergehen, trage ich alle Pflanzfenster in einen Kalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken ein.

Achtung

Bei der Herbstzeitlose sind alle Pflanzenteile giftig, besonders Samen und Knolle, denn sie enthalten das Alkaloid Colchicin. Ihre Blätter lassen sich mit Bärlauch verwechseln, und ihr Verzehr kann tödlich enden. Wo Bärlauch wächst oder gesammelt wird, pflanze ich deshalb keine Herbstzeitlosen. Bist du bei einer selbst gesammelten Pflanze unsicher, was sie ist, iss sie nicht.

Was Zwiebelblumen im Naturgarten für Insekten leisten

Schneeglöckchen, Blaustern, Winterling, Krokus und Traubenhyazinthe werden für einen bienenfreundlichen Garten empfohlen. Ein solcher Garten braucht neben Frühjahrsblühern aber auch ein sommerliches Blütenangebot und Nistplätze. Schneeglöckchen und Blaustern blühen zwischen Februar und April. Eine Pflanzenauswahl mit Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst verlängert das Nahrungsangebot für Insekten. Wer nur Frühjahrszwiebeln setzt, deckt also den Anfang der Saison ab und braucht für Sommer und Herbst weitere Blüten.

Für den Sommer kommen ungefüllte oder wenig gefüllte Dahlien infrage, die Insekten Pollen und Nektar bieten können. Sie blühen von Juli bis November. Heimisch sind sie nicht, ihre Wildformen stammen aus Mexiko und Guatemala.

Nistplätze schaffst du mit Totholz-, Reisig- und Steinhaufen. Sie bieten verschiedenen Gartentieren Unterschlupf sowie Nist- und Überwinterungsplätze. Liegt eine Fläche bis zur Pflanzung länger brach, säe ich dort Phacelia als Gründüngung. Blühend liefert sie Pollen und Nektar, und ihre Durchwurzelung verbessert die Bodenstruktur.

Marias Erfahrung

Reisig und Totholz aus dem Gehölzschnitt schichte ich am Gehölzrand auf, gleich neben den Flächen mit Schneeglöckchen und Blaustern. Beim Pflanzen der Zwiebeln im Herbst lasse ich um die Haufen einen Streifen frei, damit ich sie nicht umsetzen muss.

So pflanzt du Blumenzwiebeln im Naturgarten

Ich kaufe nur Zwiebeln, die trocken, fest und glatthäutig sind. Weiche, kranke oder angefressene Stellen sind für mich ein Grund, die Zwiebel liegen zu lassen. Müssen gekaufte Zwiebeln von Frühlingsblühern bis zur Pflanzung warten, lagerst du sie dunkel und luftig bei etwa 18 °C. Halte sie von Äpfeln fern, denn deren Reifegas Ethylen kann einen vorzeitigen Austrieb fördern.

Mini-Checkliste

Artname vollständig geprüft, heimisch oder Neophyt geklärt, Zwiebeln trocken, fest und glatthäutig, keine weichen oder angefressenen Stellen, Menge für eine sichtbare Gruppe eingeplant, Platz nach Licht und Bodenfeuchte der Art gewählt.

Viele Zwiebeln derselben Art an einer Stelle wirken stärker als weit verstreute Einzelzwiebeln. Für ein natürliches Bild streue ich die Zwiebeln über die Fläche und pflanze jede dort, wo sie liegen bleibt. Setzt du Zwiebelblumen hinter später austreibende Stauden, verschwindet ihr welkendes Laub unter deren Blättern. Größere Flächen plane ich vorher mit dem Beetplaner, damit Gehölzrand, Wiese und Sonnenplatz getrennt bleiben.

Zahl im Blick

Für eine sichtbare Gruppe setzt du kleine Zwiebelblumen zu mindestens 20 Stück, Tulpen und Narzissen zu mindestens 10 Stück an eine Stelle.

Beim Boden kommt es darauf an, dass Wasser abziehen kann. Auf schweren Böden legst du unter die Zwiebeln eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies. Licht und Bodenfeuchte richtest du nach der Art, mehr dazu, wie Standort und Boden bei Blumenzwiebeln und Knollen zusammenspielen, steht im Überblick zu allen Arten.

Frühlingsblüher setzt du im September und Oktober, bei geeigneter Witterung auch noch im November; wann Zwiebeln sogar im Januar noch in den Boden dürfen, hängt von Frost und Kälte ab. Als Abstand gelten 2 bis 3 Zwiebelbreiten, und nach dem Setzen gießt du gründlich an. Über die Zwiebel kommt etwa die zwei- bis dreifache Zwiebelstärke an Erde, Einzelheiten zur Tiefe je Art stehen ebenfalls im Überblick zu den Blumenzwiebeln.

Hast du Probleme mit Wühlmäusen, setzt du die Zwiebeln gruppenweise in Drahtkörbe in den Gartenboden.

Nach der Blüte: Laub stehen lassen, spät mähen

Das Laub bleibt stehen, bis es verwelkt ist, damit die Zwiebel Reserven für die nächste Blüte aufbauen kann. Im Mittel dauert das Einziehen 6 bis 8 Wochen. Rasen mit Zwiebelblumen mähst du erst danach, Schachbrettblumen im Gras erst im Juli, wenn ihre Blätter verwelkt sind.

Wildtulpen und der Sibirische Blaustern eignen sich zum Verwildern. Wie Zwiebeln in Rasen, unter Gehölzen und in Wiesen dauerhaft verwildern, erklärt der Ratgeber zum Naturalisieren von Blumenzwiebeln.

Beete mit Frühlingszwiebeln bekommen alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist. Kalk gebe ich nur, wenn eine Messung einen pH-Wert unter dem passenden Bereich zeigt. Mehr zu Pflege, Gießen und Düngen steht im Überblick zu den Blumenzwiebeln.

Beliebt im Shopaus dem samen.de Shop
Produkt-
bild
Ananasblumensamen
Zum Shop
Produkt-
bild
Kurkuma
Zum Shop

Häufige Fragen

Was sind Blumenzwiebeln und welche Rolle spielen sie im Naturgarten?
Blumenzwiebeln sind Speicherorgane: Tulpen und Narzissen legen ihre Reserven in verdickten Blattteilen der Zwiebel an. Im Naturgarten zählen Schneeglöckchen, Winterling, Krokus, Blaustern und Traubenhyazinthe zu den empfohlenen Frühjahrsblühern für einen bienenfreundlichen Garten. Allein reichen sie nicht, denn ein bienenfreundlicher Garten braucht auch ein sommerliches Blütenangebot und Nistplätze.
Welche heimischen Frühlingsblüher eignen sich für den Naturgarten?
In Deutschland heimisch sind das Kleine Schneeglöckchen, das im Februar und März blüht, und der Zweiblättrige Blaustern mit Blüte im März und April. Beide wachsen von Natur aus in Laubmischwäldern und passen deshalb unter Laubgehölze mit frischem Boden. Der Sibirische Blaustern ist dagegen ein etablierter Neophyt. Als Ergänzung für Bienen werden außerdem Winterling, Krokus und Traubenhyazinthe empfohlen.
Wann pflanzt man Blumenzwiebeln im Herbst?
Frühlingsblühende Blumenzwiebeln kommen im September und Oktober in die Erde, bei geeigneter Witterung auch noch im November. Für Tulpen einschließlich Wildtulpen gilt Ende September bis Mitte November. Wer den Herbst verpasst, kann Frühjahrszwiebeln noch im Januar oder Februar in frostfreien Boden setzen, sofern bis März noch ausreichend Kälte zu erwarten ist.
Wie tief und in welchen Abständen pflanzt man Blumenzwiebeln?
Als Faustregel für Frühlingsblüher gilt ein Abstand von 2 bis 3 Zwiebelbreiten. Über der Zwiebel liegt etwa die zwei- bis dreifache Zwiebelstärke an Erde, auf leichten Sandböden etwas mehr, auf schweren Lehmböden etwas weniger. Krokusknollen kommen im Rasen zum Beispiel 8 cm tief in den Boden. Artspezifische Angaben haben Vorrang vor der Faustregel.
Wie hilfst du dem Sibirischen Blaustern beim Verwildern?
Lass die Blüten stehen, wenn er sich selbst aussäen soll, und nimm die Blätter erst weg, wenn sie vergilbt sind. Vermeide auf der Fläche Trittbelastung und Hacken. Ein passender Platz liegt unter sommergrünen Gehölzen, wo er zur Blüte hell und im Sommer beschattet steht. Beachte, dass er kein heimischer Blaustern ist, sondern ein etablierter Neophyt.
Zuletzt geprüft:
↑