Calla-Zwiebeln: So bereitest du Boden, Beet und Topferde vor
- Das Calla-Beet soll humos und durchlässig sein, damit überschüssiges Wasser abziehen kann.
- Die Pflanzstelle lockerst du wie für dicke Blumenzwiebeln 30 cm tief.
- Auf schweren Böden kommt unter die Knollen eine Drainageschicht aus Sand oder Kies von 3 bis 5 cm.
- Kompost lockert und speichert, für Gartenboden gilt aber allgemein eine Obergrenze von 2 bis 3 l je m² und Jahr.
- Kalk nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem passenden Bereich für Bodenart und Humusgehalt liegt.
- Im Topf braucht die Calla frische Erde mit feinen und groben Poren und ein freies Abflussloch.
Setzt du Calla-Zwiebeln in schweren, verdichteten Boden, kann sich nach Regen Wasser um die Knolle stauen. Ich bereite Beet und Topferde deshalb vor, bevor die Knollen ab Mitte Mai ins Beet kommen. Ich lockere tief, verbessere die Struktur mit Sand und Kompost und sorge dafür, dass Wasser abziehen kann. Den pH-Wert messe ich, statt auf Verdacht zu kalken.
Calla-Zwiebeln nennt der Handel die Knollen der Calla, botanisch Zantedeschia. Hier geht es um die Vorarbeit für diese Knollen: welcher Boden passt, wie du das Beet herrichtest und welche Erde in den Topf gehört.
Welcher Boden passt zu Calla-Zwiebeln?
Für Blumenzwiebeln und Knollen eignet sich humoser, durchlässiger Gartenboden. Daran messe ich auch das Calla-Beet. Der Boden soll Feuchte halten und überschüssiges Wasser nach unten abgeben. Steht Wasser länger um die Knolle, kann das Fäulnis begünstigen.
So prüfst du deinen Boden
Bevor ich etwas einarbeite, will ich wissen, womit ich es zu tun habe. Ich drücke feuchte Erde in der Hand zusammen und rolle sie zwischen den Fingern. Lässt sie sich zu einer glatten, glänzenden Rolle formen, ist sie lehmig und schwer. Rieselt sie auseinander und fühlt sich körnig an, ist sie sandig und leicht.
Danach hebe ich an der künftigen Pflanzstelle ein Loch aus und fülle es mit Wasser. Versickert es nur zögernd, kann das auf einen verdichteten oder schweren Boden hindeuten. Dann plane ich Sand, Kompost und eine Drainageschicht ein.
Schwerer Lehm, leichter Sand: was ich jeweils einarbeite
Je nach BodenartDie Bodenart beschreibt, wie grob oder fein die Körner eines Bodens sind, und bestimmt mit, wie gut er Wasser und Nährstoffe hält. Man unterscheidet Sand, Schluff und Ton, Lehm ist eine Mischung aus allen dreien. setze ich andere Schwerpunkte. So gehe ich vor:
| Bodenart | Was ich einarbeite | Was ich beim Setzen beachte |
|---|---|---|
| Schwer, lehmig | Sand zum Auflockern, dazu Kompost; unter die Knollen eine Drainageschicht aus Sand oder Kies von 3 bis 5 cm | etwas flacher setzen |
| Leicht, sandig | Kompost, damit der Boden Wasser und Nährstoffe besser speichert | etwas tiefer setzen |
| Humos, krümelig | gründlich lockern, Kompost im Rahmen der Obergrenze | Pflanztiefe nach Angabe |
Kompost lockert schwere Böden, darf aber nur bis zu einer allgemeinen Obergrenze gegeben werden, damit kein PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. im Überschuss in den Boden kommt. Einen schweren Lehm bekommst du deshalb nicht allein mit Kompost locker. Dafür mischst du Sand bei, der schwere Gartenböden für Zwiebel- und Knollenpflanzen auflockert. Dass du auf Sand etwas tiefer und auf Lehm etwas flacher setzt, ist eine allgemeine Regel für Blumenzwiebeln.
Den pH-Wert erst messen, dann entscheiden
Ich kalke ein Calla-Beet nie auf Verdacht. Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und HumusgehaltHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. passt. Der Maßstab ist also dein eigener Boden, und den kennst du erst nach einer Messung. Ein Bodentest aus dem Gartenhandel zeigt dir den pH-Wert. Eine BodenuntersuchungEine Bodenanalyse ist die Laboruntersuchung einer Bodenprobe, die du aus vielen Einstichen einer Fläche zusammenmischst. Sie zeigt, welche Nährstoffe im Boden stecken und wie viel Kalk er braucht, und ist die Grundlage für bedarfsgerechtes Düngen. im Labor kann zusätzlich Nährstoffwerte ausweisen, die du beim Kompost brauchst. Liegt der pH-Wert im passenden Bereich, lässt du den Kalk weg.
Ich steche Proben an mehreren Stellen des Beets aus der Schicht, die ich später lockere. Die Erde mische ich in einem Eimer und messe erst dann, damit der Wert für das ganze Beet steht und nicht für eine Ecke.
Drainage: Wasser muss abziehen
Bei Zwiebeln und Knollen zählt, dass Wasser abziehen kann. Für Blumenzwiebeln auf schweren Böden wird eine Drainageschicht aus Sand oder Kies empfohlen, die 3 bis 5 cm stark ist. Sie liegt unter den Knollen am Grund des Pflanzlochs. Ich lockere diesen Grund vorher mit der Grabegabel, damit unter der Schicht keine feste Sohle bleibt. Auf leichtem Sandboden lege ich keine Drainageschicht an.
Das Pflanzbeet für Calla-Zwiebeln vorbereiten
Ich arbeite das Beet der Reihe nach durch: lockern, organisches Material einarbeiten und auf schwerem Boden die DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. anlegen. Welche Fläche ich herrichte, lege ich vorher mit dem Beetplaner fest.
Den Boden tief lockern
Für Blumenzwiebeln wird die Pflanzstelle vor dem Pflanzen 20 cm tief gelockert. Bei dickeren Zwiebeln sind es 30 cm. Calla-Knollen behandle ich wie dicke Zwiebeln und lockere entsprechend tief. Ich steche die Grabegabel senkrecht ein, hebele die Erde an und lasse die Schichten an ihrem Platz. Steine und alte Wurzeln sammle ich dabei heraus.
Kompost und organisches Material einarbeiten
Kompost wirkt in beiden Bodenarten, nur auf verschiedene Weise. In schweren Böden lockert er, in leichten verbessert er die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Ich nehme reifen, krümeligen Kompost und arbeite ihn in die gelockerte Schicht ein. Die Menge richte ich an der allgemeinen Obergrenze für Gartenboden aus, die eine Phosphatüberversorgung vermeiden soll.
„Viel Kompost hilft viel“ stimmt so nicht. Für Gartenboden gilt allgemein eine Obergrenze von 2 bis 3 l je m² und Jahr, weil sonst Phosphat im Überschuss in den Boden kommen kann. Zeigt eine Bodenuntersuchung stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein.
Wenn das Beet bis Mai frei liegt
Sommerblühende Callas sind nicht winterhart und kommen erst ab Mitte Mai ins FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle.. Das Calla-Beet liegt deshalb über Winter und Frühjahr oft lange frei. Auf solchen Flächen verbessert eine GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. die BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten., weil sie den Boden durchwurzelt und bedeckt. Blühende Phacelia liefert zudem Pollen und Nektar für Insekten. Was von der Gründüngung übrig ist, arbeite ich beim Lockern mit ein.
Bodenart mit der Fingerprobe bestimmen. Versickerung im Probeloch prüfen. pH-Wert messen, bevor du kalkst. Pflanzstelle tief lockern. Schweren Boden mit Sand und Kompost verbessern. Auf schwerem Boden eine Drainageschicht unter die Knollen legen. Kompost nur bis zur Obergrenze geben.
Die richtige Erde für Callas im Topf
Im Topf gibt es keinen Unterboden, der überschüssiges Wasser aufnimmt. Deshalb kommt es hier ganz auf Erde und Gefäß an. Ein Kübelsubstrat soll dauerhaft zweierlei bieten: feine Poren, die Wasser speichern, und grobe Poren, durch die Wasser abzieht und Luft an die Wurzeln kommt. Ich nehme für Topf-Callas frische Erde und prüfe sie in der Hand. Sie soll krümeln und darf nicht schmieren. Ich richte mich nach dieser Struktur und nicht nach einem festen Mischungsrezept.
Frische Erde nach der Ruhephase
Bei der Zimmercalla kommt die Knolle nach der Ruhephase in einen neuen Topf mit frischer Erde. Für nicht winterharte Zwiebel- und Knollenpflanzen, die im Gefäß frostfrei überwintern, gilt eine Grenze: Spätestens nach zwei Jahren gehören sie in frische Erde. Ich topfe meine Callas nach der Ruhephase um und verwende die alte Erde nicht noch einmal für sie.
Abflussloch frei halten
Gefäße für sommerblühende Zwiebel- und Knollenpflanzen brauchen ein Abflussloch am Boden. Das Loch muss frei bleiben, damit sich an regenreichen Tagen keine Staunässe bildet. Die groben Poren im Substrat leiten das Wasser nach unten, doch ohne freies Loch staut es sich dort trotzdem.
Der Topf steht mit dem Abflussloch flach auf einer Platte oder in einem vollen Untersetzer. Dann kann das Wasser nicht ablaufen, auch wenn die Erde gut gemischt ist. Ich stelle meine Calla-Töpfe auf Topffüße und leere den Untersetzer nach Regen aus.
Calla schneiden: Blüte und Laub
Für die Vase schneide ich Callas mit einem scharfen, sauberen Messer, wenn sich die Blüte geöffnet hat. Das Laub bleibt stehen, bis es im Herbst von selbst einzieht, erst dann nehme ich es ab. Wann es so weit ist und wie die Knollen danach in die Winterruhe gehen, zeigt der Ratgeber, wie du Callas durch das Jahr pflegst.
Standort, Pflanzung und Pflege im Überblick
Herkunft, Sorten und Vase
Callas heißen botanisch Zantedeschia und stammen aus dem südlichen Afrika. Welche Sorten zu welchem Gartenstil passen und wie du Callas in Beet, Rabatte und Vase einsetzt, zeigt der Ratgeber zu Calla-Sorten für Garten und Vase.
Standort
Welcher Platz passt, hängt an Licht, Wärme und Frostschutz. Das klärt der Ratgeber, welcher Gartenstandort Callas zur Blüte bringt, und für schattigere Ecken der Ratgeber, wie Callas an schattigen Plätzen gedeihen. An jedem Platz muss Wasser im Boden abziehen können.
Pflanzzeit, Pflanztiefe und Topf
Sommerblühende Callas kommen ab Mitte Mai ins Freiland. Als Pflanztiefe gelten 10 cm, auf leichtem Sandboden setzt du etwas tiefer und auf schwerem Lehm etwas flacher. Zeitpunkt, Abstand und das Pflanzen im Kübel beschreibt der Ratgeber, wie du Calla-Zwiebeln im Beet und im Topf pflanzt.
Gießen, Pflege und Überwinterung
Im Kübel brauchen Callas wie andere sommerblühende Knollenpflanzen im Sommer regelmäßig Wasser und Dünger, weil ihr Wurzelraum begrenzt ist. Da sie nicht winterhart sind, überwintern die Knollen frostfrei. Gießen, Einziehen und Winterquartier behandelt der Pflege-Ratgeber zur Calla ausführlich.
Düngen
Der Kompost aus der Bodenvorbereitung verbessert Struktur und Speicherfähigkeit des Bodens. Wann, womit und wie viel du über die Saison düngst, steht im Ratgeber, wie du Calla-Zwiebeln richtig düngst.
Gesunde Knollen und Vermehrung
Vor dem Pflanzen prüfe ich jede Knolle: Gesundes Pflanzgut ist fest und hat keine weichen, kranken oder angefressenen Stellen. Wie du Zwiebeln und Knollen auf Krankheiten prüfst und wie Vermehren über Brutzwiebeln und geteilte Knollen funktioniert, steht im Überblick zu Krankheiten, Schädlingen und Vermehren bei Blumenzwiebeln und Knollen.


