Calla vermehren: Rhizome teilen, Samen ziehen, Jungpflanzen pflegen
- Calla bildet Rhizome, und geteilte Stücke behalten das Erbgut der Mutterpflanze.
- Die weiß blühende Zimmercalla teilst du im Richtzeitraum Juli bis August beim Umtopfen.
- Stecklinge sind bei der Calla Rhizomstücke mit eigenen Knospen und Wurzeln.
- Aus Samen gezogene Zimmercallas blühen meist erst nach mehreren Jahren und können von der Mutterpflanze abweichen.
- Frisch getopfte Stücke zunächst vorsichtig gießen, ab dem Blattaustrieb kräftiger.
- Ins Freiland ab Mai, sobald es sicher frostfrei ist, und vorher abhärten.

Du hast eine Calla, die dir gefällt, und willst mehr davon? Wer genau diese Sorte behalten will, teilt ihr Rhizom, denn jedes Teilstück trägt das Erbgut der Mutterpflanze weiter. Ich teile meine Callas, wenn ich sie ohnehin in der Hand habe: die Zimmercalla beim Umtopfen im Sommer, die farbigen HybridenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. vor dem VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. im Frühjahr. Die Aussaat ist der zweite Weg. Sie verlangt Geduld, und die SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. können anders aussehen als die Mutterpflanze.
Calla ist keine Zwiebel: was das fürs Vermehren heißt
Im Handel heißt sie oft Calla-Zwiebel, botanisch ist die Calla eine Zantedeschie. Sie bildet Rhizome und gehört nicht zu den echten Zwiebelpflanzen. Die Sumpfpflanze Calla palustris ist trotz des Namens eine andere Art und Gattung als die Zimmercalla Zantedeschia aethiopica.
Ein Rhizom ist eine unterirdische Sprossachse mit Knoten und Blattansätzen. Es speichert Reservestoffe und dient der vegetativen Vermehrung. Tulpen und Narzissen speichern ihre Reserven dagegen in verdickten Blattteilen ihrer Zwiebeln.
Beim Vermehren unterscheide ich zwei Gruppen. Die weiß blühende Zimmercalla trägt ein weißes Hochblatt, das den eigentlichen kolbenförmigen BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. umgibt. Die farbigen Hybriden wachsen im Sommer in Beet oder Kübel, etwa ‘Vermeer’ mit weißer Außenseite, dunkelviolettem Schlund und weiß gepunktetem Laub. Wie du beide Gruppen übers Jahr versorgst, beschreibt der Ratgeber zur Calla-Pflege von Sommer bis Winterruhe.
Teilung, Aussaat oder Steckling: welche Methode passt?
Die Methoden führen zu verschiedenen Pflanzen. Vegetativ vermehrte Pflanzen besitzen das Erbgut der Mutterpflanze, deshalb bleibt eine geteilte ‘Vermeer’ eine ‘Vermeer’. Sämlinge vereinen dagegen weibliche und männliche Erbanteile. Ich teile, wenn ich eine Sorte erhalten will, und säe nur, wenn mich neue Sämlinge interessieren.
| Methode | Was du bekommst | Was du einplanst |
|---|---|---|
| Teilung des Rhizoms | Pflanzen mit dem Erbgut der Mutterpflanze | eine gesunde Mutterpflanze und einen Termin, an dem du sie ohnehin umtopfst oder eintopfst |
| StecklingEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. | bei der Calla ein Rhizomstück, also ebenfalls das Erbgut der Mutterpflanze | Stücke mit eigenen Knospen und Wurzeln |
| Aussaat | Sämlinge mit neu kombinierten Erbanlagen, die von der Mutterpflanze abweichen können | bei der Zimmercalla meist mehrere Jahre bis zur ersten Blüte |
Wie verschieden sich Zwiebeln, Knollen und Rhizome vermehren lassen, zeigt der Abschnitt Vermehren im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen. Suchst du erst eine Sorte, die du später vermehren willst, hilft der Überblick über Calla-Sorten für Beet, Rabatte und Vase.
Calla teilen: so gehst du vor
Wann teilst du?
Bei der weiß blühenden Zimmercalla gilt Juli bis August als Richtzeitraum fürs Teilen, und zwar beim Umtopfen. Ich nehme die Pflanze dann aus dem Topf, teile das Rhizom und setze die Stücke gleich in frische Erde. Die farbigen Hybriden verbringen den Winter frostfrei und trocken im Haus. Ihre Rhizome teile ich im Frühjahr, bevor ich sie ab März im Haus vorziehe, weil sie dann ohnehin vor mir liegen.
Welche Pflanze eignet sich zum Teilen?
Ich teile nur feste Rhizome ohne weiche Stellen, Krankheitszeichen oder Fraßspuren. Calla gehört zum Wirtsspektrum von Tomatenbronzeflecken- und Impatiensfleckenvirus, die mit infiziertem, vegetativ vermehrtem Material weitergegeben werden können. Wer eine infizierte Pflanze teilt, vermehrt also das Virus mit. Mosaikflecken oder Wuchsstörungen allein sichern die Diagnose nicht, und helle Blattflecken können bei ‘Vermeer’ sortentypisch sein; Pflanzen mit unklaren Symptomen teile ich deshalb nicht, Klarheit bringt erst eine Laboruntersuchung. Weitere Schadbilder ordnet der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen ein.
Wie schneidest du das Rhizom?
Alle Teile der Zimmercalla sind giftig. Beim Verzehr können sie starke Schleimhautreizungen auslösen, bei Hautkontakt Blasenbildung. Ich trage beim Teilen deshalb Handschuhe und lasse keine Schnittreste herumliegen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wendest du dich unverzüglich an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe.
Ich lege das Rhizom auf eine saubere Unterlage und suche die Knospen. Dann schneide ich mit einem sauberen Messer so, dass jedes Stück eigene Knospen und Wurzeln behält. Stoße ich beim Schneiden auf weiche, faulige Stellen, sortiere ich dieses Stück aus und reinige das Messer vor dem nächsten Schnitt. Anhaftende Erde kann Pflanzenkrankheiten mit Werkzeugen verschleppen.
Das lege ich mir vor dem Teilen bereit:
- Handschuhe
- ein sauberes Messer
- Töpfe mit Abflussloch
- durchlässige Blumenerde mit etwas Sand
- Etiketten für die Sortennamen
Ich stecke in jeden Topf ein Etikett mit dem Sortennamen, bevor ich das nächste Stück schneide.
Wie topfst du die Teilstücke ein?
Jedes Stück bekommt einen eigenen Topf mit Abflussloch am Boden. Als Substrat eignet sich durchlässige Blumenerde mit etwas Sand. Bis die ersten Blätter erscheinen, gieße ich vorsichtig, ab dem Blattaustrieb bekommt die Calla kräftiger Wasser. Bei torffreier Erde prüfe ich mit dem Finger auch die tiefere Schicht, weil die Oberfläche schon trocken sein kann, während unten noch Nässe steht.
Frisch getopfte Rhizome gleich so kräftig gießen wie eine Calla im vollen Wachstum. Reichlich Wasser braucht sie in der Wachstumsphase, also ab dem Blattaustrieb. Weitere typische Stolperstellen beschreibt der Ratgeber zu häufigen Fehlern bei Calla-Zwiebeln.
Calla aus Samen ziehen
Wie bekommst du Samen?
Verblühte Blüten und gelb oder braun gewordene Blätter entferne ich bei der Calla sonst. Für Samen lasse ich einzelne verblühte Blütenstände an der Pflanze und beobachte, ob sich daran Früchte bilden. Wer alle verblühten Blütenstände ausputzt, kann also keine Samen ernten.
Wie säst du Calla aus?
Für die VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. aus Samen eignet sich nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Ich fülle sie in saubere Schalen, verteile die Samen und halte das Substrat feucht, ohne dass Wasser steht. Die Schale stelle ich hell, aber nicht in die pralle Mittagssonne. Sobald sich die Sämlinge greifen lassen, setze ich sie einzeln in kleine Töpfe mit Abflussloch.
„Aus den Samen meiner Lieblingssorte wächst wieder dieselbe Sorte.“ Sämlinge vereinen weibliche und männliche Erbanteile, die Erbanlagen der Eltern werden dabei neu kombiniert. Das Erbgut der Mutterpflanze behalten nur vegetativ vermehrte Pflanzen, bei der Calla also Rhizomstücke.
Was kannst du von Sämlingen erwarten?
Aus Samen gezogene Zimmercallas brauchen als groben Richtwert meist mehrere Jahre bis zur ersten Blüte. Weil sich die Erbanlagen neu mischen, wählst du anschließend die Sämlinge mit den gewünschten Eigenschaften gezielt aus. Ich behalte nur die Pflanzen, deren Blüte mir gefällt.
Und Stecklinge? Bei der Calla sind es Rhizomstücke
Viele kennen Stecklinge von Dahlien, die man im zeitigen Frühjahr aus vorgetriebenen Knollen gewinnt. Bei der Calla sitzt die Sprossachse als Rhizom unter der Erde, mit Knoten und Blattansätzen, und genau dieses Organ dient der vegetativen Vermehrung. Ein Steckling ist bei ihr deshalb ein Rhizomstück mit eigenen Knospen, also eine Teilung in kleinerem Maßstab. Ich schneide solche Stücke aus größeren Rhizomen und topfe sie ein wie jedes andere Teilstück. Wie bei jeder Stecklingsvermehrung behält die neue Pflanze die Eigenschaften der Mutterpflanze.
Jungpflanzen pflegen bis zum Auspflanzen
Wo stehen die jungen Callas?
Ob Teilstück oder Sämling, die jungen Callas stehen bei mir hell und windgeschützt, aber nicht in der prallen Mittagssonne. Volle Mittagssonne vertragen Zantedeschien nur, wenn der Boden ausreichend feucht ist. Welcher Platz im Garten später passt, zeigt der Ratgeber zu Licht, Wärme und Windschutz für Callas im Garten.
Wann düngst du?
Ist die Blumenerde vorgedüngt, warte ich mit dem Dünger: Kübelpflanzen werden nach dem Umtopfen in den ersten vier bis sechs Wochen nicht zusätzlich gedüngt. Danach gebe ich Flüssigdünger nur auf feuchte Erde und richte die Menge nach der Dosierungsanweisung des Produkts.
Wann dürfen sie ins Freie?
Vor dem Auspflanzen härte ich selbst gezogene Jungpflanzen ab, indem ich sie kühler stelle und mehr lüfte. Bei mildem Wetter stehen die Töpfe tagsüber im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. draußen, bei Frost hole ich sie wieder herein. Ins FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. kommen Callas ab Mai, sobald es sicher frostfrei ist. Garten-Callas setzt du je nach Größe des Pflanzguts etwa 5 bis 10 cm tief. Alles Weitere zum Setzen erklärt der Ratgeber zum Pflanzen von Callas in Beet und Topf, vom Zeitpunkt bis zur Tiefe.
Die wichtigsten Werte für Teilstücke und Jungpflanzen im Überblick:
| Schritt | Wert | Gilt für |
|---|---|---|
| Teilen beim Umtopfen | Juli bis August, Richtzeitraum | weiß blühende Zimmercalla |
| Vorziehen im Haus | ab März | farbige Calla-Hybriden |
| Keine Zusatzdüngung nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde | erste vier bis sechs Wochen | Kübelpflanzen allgemein |
| Ins Freiland | ab Mai, sobald es sicher frostfrei ist | Zantedeschien im Garten |
| Pflanztiefe | etwa 5 bis 10 cm, je nach Größe des Pflanzguts | Garten-Callas |
| Sommerliches Wachstum | Tagestemperaturen ab 20 °C, nachts 10 bis 18 °C | Zantedeschien |
Wer Vorziehen und Auspflanzen übers Jahr planen will, kann den Aussaatkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken nutzen.
Nach der ersten Saison: Einziehen und Winterruhe
Im Herbst holst du die farbigen Hybriden ins Haus und hältst ihre Rhizome beim Einziehen trocken, danach kühl und frostfrei. In dieser Ruhephase vertragen die Speicherorgane keine Nässe. Die Zimmercalla bekommt nach der Blüte eine kühle Ruhephase mit 2 bis 3 Monaten ohne Wassergabe. Wie du Mutterpflanzen und Nachwuchs durch den Winter bringst, beschreibt der Pflege-Ratgeber zur Calla im Jahresverlauf, den artübergreifenden Überblick gibt der Abschnitt Ausgraben und Überwintern im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen.

