Knollenbegonien pflanzen: Vortreiben, Pflanztiefe und Pflege für üppige Blüten
- Knollen im Februar oder März im Haus wecken; nach dem Angießen treiben sie bei 15 bis 18 °C aus.
- Die Vertiefung der Knolle zeigt nach oben, denn dort wachsen die Triebe.
- Ins Freie erst nach Ende der Frostgefahr, üblicherweise ab Mitte Mai; ideal sind Nachttemperaturen ab 10 °C.
- Pflanztiefe 3 bis 6 cm, Pflanzabstand 25 cm bei einer Wuchsbreite von 20 bis 30 cm.
- Halbschatten ist der sichere Platz; gieß bei Trockenheit regelmäßig auf die Erde, nicht über das Laub.
- Vor dem ersten Frost die Knollen aufnehmen und frostfrei lagern, idealerweise bei 7 °C.

Knollenbegonien blühen von Mai bis Oktober. Ins Freie dürfen sie aber erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, üblicherweise ab Mitte Mai. Wer zum Saisonstart schon Blüten sehen will, weckt die Knollen deshalb vorher im Haus. Ich hole meine im Februar oder März aus dem Winterlager und lege sie zum Antreiben in flache Kisten. Hier findest du jeden Schritt: vom Wecken der Knolle über Pflanztiefe, Ausrichtung und Abstand bis zur Pflege im Sommer und zum Winterquartier.
Knollenbegonien auf einen Blick
Knollenbegonien sind knollenbildende, buschige Stauden mit einer Ruhephase im Winter. Sie sind mehrjährig, aber nicht winterhart. Die Knolle überwintert deshalb frostfrei im Haus und treibt im nächsten Frühjahr wieder aus. Im Sommer wachsen die Pflanzen in Töpfen, Balkonkästen und Blumenampeln, aber auch im Beet.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Blütezeit | Mai bis Oktober |
| Wuchshöhe | 10 bis 40 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 30 cm |
| Licht | Halbschatten; die Empfehlungen reichen von Schatten bis Sonne |
| Vortreiben | Start im Februar oder März; Austrieb nach dem Angießen bei 15 bis 18 °C |
| Auspflanzen | nach Ende der Frostgefahr, üblicherweise ab Mitte Mai; ideal sind Nachttemperaturen ab 10 °C |
| Pflanztiefe | 3 bis 6 cm |
| Pflanzabstand | 25 cm |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | nicht winterhart |
| Winterlager | frostfrei, idealerweise bei 7 °C |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Im Beet auf fruchtbaren Boden achten.
- Bodenreaktion
Saure Böden sind geeignet; für die Saatanzucht der Serie Primary wird pH 5,5–6,5 empfohlen.
- Substrat
Zum Antreiben feuchtes, sandiges, torffreies Topfsubstrat; nach dem Austrieb einzeln in torffreies Topfsubstrat umsetzen.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Pflanzgefäße, Blumenampeln und Sommerbeete.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Serie Primary in feinem, wasserspeicherndem und gut durchlässigem Aussaatsubstrat vorziehen und gleichmäßig feucht halten; mit Zusatzlicht ist die Aussaat schon von Dezember bis Januar möglich.
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten auf der Substratoberfläche aussäen und nicht abdecken; Licht ist zur Keimung nötig.
Pflege
- Pflege
Bei Trockenheit regelmäßig gießen, Laub möglichst trocken halten. Vor dem ersten Frost Knollen aufnehmen und frostfrei bei idealerweise 7 °C lagern; vor Schrumpfen schützen.
- Düngung
Gefäßpflanzen ab vier bis sechs Wochen nach dem letzten Umtopfen bis September alle zwei Wochen kaliumbetont düngen,.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als knollenbildende, buschige Staude und hat überwiegend eine winterliche Ruhephase.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich als blühende Gefäß- und Ampelpflanze für die Sommersaison.
Wo stehen Knollenbegonien am besten?
Beim Licht reichen die Empfehlungen für Knollenbegonien von Schatten bis Sonne. Alle Angaben treffen sich im Halbschatten, und genau dort pflanze ich sie. Das gilt für das Beet genauso wie für Kasten und Ampel auf dem Balkon.
Im Beet achtest du auf fruchtbaren Boden, der feucht bleibt. Schweren Gartenboden lockerst du für Knollenpflanzen auf, indem du Sand untermischst. Kompost wirkt in beide Richtungen: Er lockert schwere Böden und hilft leichten Böden, Wasser und Nährstoffe zu halten. Ich halte mich bei Gartenboden an die Obergrenze von 2 bis 3 l Kompost je m² und Jahr, damit er nicht mit PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. überversorgt wird.
Knollenbegonien bevorzugen saure Böden. Eine Kalkung ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Kalk streust du ins Begonienbeet also nur nach einer Messung, nie auf Verdacht.
Knollen wecken: so treibst du Knollenbegonien vor
Ich beginne im Februar oder März. Zuerst nehme ich jede Knolle in die Hand und drücke leicht darauf. Fest soll sie sein, Knollen mit weichen oder faulen Stellen lege ich beiseite. Dann suche ich die Oberseite: Dort hat die Knolle eine Vertiefung, aus der später die Triebe wachsen.
Die Begonienknolle wie eine Tulpenzwiebel setzen. Echte Blumenzwiebeln kommen mit der Spitze nach oben in die Erde. Bei der Knollenbegonie zeigt dagegen die Vertiefung nach oben, weil dort die Triebe wachsen.
Zum Antreiben eignet sich feuchtes, sandiges und torffreies Topfsubstrat. Ich fülle es in eine flache Kiste und lege die Knollen mit der Vertiefung nach oben hinein. Bei der Sorte Angelique kommen zum Vortreiben höchstens 2 cm Erde auf die Knolle. Hast du eine andere Sorte, richte dich nach der Angabe auf dem Etikett.
Nach dem Angießen treiben die Knollen bei 15 bis 18 °C aus. Die Kiste steht bei mir hell im Haus, und das Substrat halte ich feucht. Sobald die Triebe zu sehen sind, setzt du jede Knolle einzeln in einen Topf mit torffreiem Topfsubstrat um.
Bevor die Pflanzen ins Freie ziehen, härtest du sie ab. Dafür stellst du sie kühler und lüftest gut, damit sie sich an die Bedingungen draußen gewöhnen. Die Termine fürs Antreiben und Auspflanzen behältst du mit dem Aussaatkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken im Blick.
Knolle fest und ohne weiche Stellen. Vertiefung nach oben. Feuchtes, sandiges, torffreies Substrat. Nach dem Angießen 15 bis 18 °C. Nach dem Austrieb einzeln umtopfen. Vor dem Auspflanzen abhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten..
Pflanztiefe, Ausrichtung und Abstand
Ins Freie kommen Knollenbegonien erst nach dem Ende der Frostgefahr, üblicherweise ab Mitte Mai. Ideal sind Nachttemperaturen ab 10 °C. Ich richte mich deshalb nicht allein nach dem Datum, sondern schaue, wie kalt die Nächte noch werden.
Die Pflanztiefe liegt bei 3 bis 6 cm. Ob mit Trieben oder ohne: Die Vertiefung der Knolle zeigt immer nach oben. Ich setze die Pflanze ein, fülle Erde auf, drücke sie leicht an und gieße an.
Zwischen zwei Pflanzen lässt du 25 cm Platz. Eine Knollenbegonie wird 20 bis 30 cm breit, bei diesem Abstand wachsen die Nachbarn also ungefähr aneinander heran. Im Beet setze ich sie als lockere Gruppe statt in Reihen und halte den Abstand zu jeder Nachbarpflanze ein. Willst du eine größere Fläche bepflanzen, kannst du die Gruppe vorher mit dem Beetplaner auf dein Beet verteilen.
Knollenbegonien in Topf, Kasten und Ampel
Als Gefäß- und Ampelpflanze schmückt die Knollenbegonie den Balkon in der Sommersaison. Jedes Gefäß braucht ein freies Abflussloch am Boden, damit sich an regenreichen Tagen keine Staunässe bildet. Als Erde nehme ich torffreies Topfsubstrat.
Bei torffreier Erde täuscht die Oberfläche: Sie kann schon trocken sein, während unten im Topf noch Feuchte steht. Ich stecke deshalb vor dem Gießen den Finger tief in die Erde und prüfe auch den unteren Bereich. Weil der Wurzelraum im Gefäß begrenzt ist, musst du Knollenbegonien dort über den Sommer regelmäßig gießen und düngen.
Schwarze Kunststoffkübel in direkter Sonne können sich so aufheizen, dass die Wurzeln Schaden nehmen. Für Plätze mit direkter Sonne nehme ich deshalb helle Gefäße.
Womit passen Knollenbegonien zusammen?
Ich setze Knollenbegonien in Kästen und Beeten lieber in Gruppen als einzeln. Im Ratgeber zur Gestaltung erfährst du, welche Farben und Sorten Knollenbegonien bieten und wie du sie kombinierst.
Gießen und Pflege im Sommer
Knollenbegonien brauchen feuchte Erde. Bei Trockenheit gieße ich regelmäßig und ziele dabei auf die Erde, denn das Laub soll möglichst trocken bleiben. Welke Blüten und gelbe Blätter nehme ich ab, sobald ich sie sehe.
Im Beet hilft eine organische Mulchdecke: Sie beschattet den Boden und vermindert die Verdunstung. Bei feuchter Witterung lege ich aber keine dicke Mulchschicht aus, weil sie dann Schnecken fördert.
Zum Gießen nehme ich Regenwasser aus der Tonne, das schont die Trinkwasservorräte. Wasser von Kupfer- oder Zinkdächern eignet sich dafür nur eingeschränkt. Im Ratgeber dazu zeige ich, wie du Knollenbegonien mit Regenwasser und organischem Dünger ressourcenschonend pflegst.
Wie oft düngst du Knollenbegonien?
Im Gefäß bekommen Knollenbegonien ab vier bis sechs Wochen nach dem letzten Umtopfen kaliumbetonten Dünger. Danach düngst du alle zwei Wochen, bis September. Wann und womit du im Beet düngst und was bis zur Winterruhe gilt, liest du im Ratgeber, wie du Knollenbegonien richtig düngst.
Wenn Knollenbegonien kränkeln
Bei schwachem Blattlausbefall reicht an Zierpflanzen wie der Knollenbegonie häufig ein Wasserstrahl, der die Läuse abspült. Vorher schaue ich, ob Marienkäfer, Florfliegen oder SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. schon da sind, denn vorhandene NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. können einen Eingriff überflüssig machen. Was du bei Krankheiten und Schädlingen grundsätzlich prüfst, steht im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen im Ratgeber für Blumenzwiebeln und Knollen.
Überwintern: so kommen Knollenbegonien durch den Winter
Knollenbegonien sind nicht winterhart, ihre Knollen müssen frostfrei überwintern. Wenn das Laub im Herbst vergilbt, gieße ich weniger. Vor dem ersten Frost nehme ich die Knollen dann aus der Erde.
Beim Ausgraben lockere ich die Erde rund um die Pflanze und hebe die Knolle vorsichtig heraus, damit sie unverletzt bleibt. Lose Erde schüttele ich ab, abgestorbene Triebe entferne ich. Danach kommen die Knollen in eine Kiste ins Winterquartier.
Lagere die Knollen frostfrei, idealerweise bei 7 °C. Dabei dürfen sie nicht schrumpfen. Ich nehme sie im Winterquartier in die Hand und achte darauf, dass sie fest bleiben.
Dieser Lagerwert gilt nur für Begonienknollen. Dahlien und Canna haben eigene Temperaturen fürs Winterlager, also prüf für jede Art den passenden Wert.
Hast du Knollenbegonien im Topf, können sie auch im Gefäß frostfrei überwintern. Nach spätestens zwei Jahren topfst du sie dann in frische Erde um. Im Frühjahr geht es mit dem Wecken der Knollen weiter, wie im Abschnitt zum Vortreiben beschrieben.
Beim Ausgraben schreibe ich die Sorte auf ein Etikett und lege es zur Knolle in die Kiste. Im Februar weiß ich dann, welche Knolle ich gerade wecke.
Knollenbegonien vermehren
Vegetative Vermehrung erzeugt Nachkommen, die genetisch mit der Ausgangspflanze identisch sind. Bei Kreuzungen werden die Erbanlagen der Eltern dagegen neu kombiniert, und du musst die Nachkommen mit den gewünschten Eigenschaften anschließend auslesen. Eine Pflanze, deren Farbe dir gefällt, erhältst du deshalb sicherer über die Knolle als über Samen.
Knollen teilen
Eine große Knolle teile ich erst im Frühjahr, wenn sie beim Vortreiben Triebe gebildet hat. Dann sehe ich, wo die Triebe sitzen, und schneide mit einem sauberen, scharfen Messer so, dass jedes Stück eigene Triebe behält. Die Teilstücke setze ich wie ganze Knollen in torffreies Topfsubstrat.
Stecklinge
Auch junge Triebe kannst du als StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. bewurzeln, sie sind ebenfalls genetisch identisch mit der Mutterpflanze. Ich stecke sie in nährstoffarme, durchlässige AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. und halte sie feucht.
Aussaat
Knollenbegonien sind LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte.. Du streust die Samen deshalb auf die Oberfläche und deckst sie nicht ab. Als Substrat eignet sich feine, wasserspeichernde und gut durchlässige Aussaaterde, die du gleichmäßig feucht hältst. Gesät wird im November und Dezember. Bis die Samen keimen, können 14 bis 56 Tage vergehen.
Für die Saatserie Primary wird zur Anzucht ein pH-Wert von 5,5 bis 6,5 empfohlen. Als Saatzeit werden für diese Serie Dezember bis Januar genannt, allerdings unter geschützten Produktionsbedingungen mit Zusatzlicht. Ich ziehe meine Knollenbegonien deshalb aus Knollen und nicht aus Samen.

