Knollenbegonien umweltschonend kultivieren: Regenwasser, Mulch, Nützlinge
- Auf dem Grab und im Schattenbeet passt Halbschatten mit fruchtbarem Boden, eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung.
- Knollenbegonien kommen erst nach Ende der Frostgefahr ins Freie, ideal sind Nachttemperaturen ab 10 °C.
- Dachregenwasser aus der Tonne schont Trinkwasser, Wasser von Kupfer- oder Zinkdächern und herbizidhaltigen Dachbahnen nimmst du nicht.
- Vor einem Eingriff gegen Blattläuse schaust du nach Marienkäfern, Florfliegen und Schwebfliegen, bei schwachem Befall genügt häufig ein Wasserstrahl.
- Die Knollen nimmst du vor dem ersten Frost auf und lagerst sie frostfrei bei idealerweise 7 °C.

Knollenbegonien blühen von Mai bis Oktober und wollen in dieser Zeit bei Trockenheit regelmäßig Wasser. Ob sie auf einem Grab, im Balkonkasten oder im Schattenbeet stehen: Jede Kanne aus der Regentonne schont Trinkwasser. Ich gieße meine Begonien mit Dachregenwasser, mulche den Boden und schaue bei Läusen zuerst nach NützlingenNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei.. Wie das von der Vorkultur bis zum Kompost zusammenpasst, zeige ich dir hier.
Knollenbegonien für die Grabbepflanzung und das Schattenbeet
Auf einem Grab behandle ich Knollenbegonien wie ein kleines Sommerbeet, in einer Grabschale gelten die Regeln für Gefäße. Beides passt zur Pflanze, denn sie eignet sich für Pflanzgefäße, Blumenampeln und das Sommerbeet. Beim Licht reichen die Angaben von Sonne bis Schatten, und HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. kommt in allen Angaben vor. Im Beet achtest du auf fruchtbaren Boden.
Knollenbegonien sind nicht winterhart. Sie kommen erst nach Ende der Frostgefahr ins Freie, üblicherweise ab Mitte Mai. Ideale Bedingungen bieten Nachttemperaturen ab 10 °C. Vor dem ersten Frost nimmst du die Knollen wieder auf, das gilt auf dem Grab genauso wie im Garten.
Weil Knollenbegonien bei Trockenheit regelmäßig Wasser brauchen und eine Mulchdecke die Verdunstung vermindert, lohnt sich Mulch besonders auf einem Grab, das du nur bei deinen Besuchen gießen kannst.
Knollenbegonien werden 10 bis 40 cm hoch. In der Breite nehmen sie 20 bis 30 cm ein. Wie tief die Knollen sitzen und welchen Abstand sie brauchen, erklärt der Ratgeber, wie du Knollenbegonien weckst, pflanzt und danach pflegst. Wie du Farben und Sorten kombinierst, zeigt der Ratgeber über Farben und Sorten der Knollenbegonien.
Halbschattiger Platz, im Beet fruchtbarer Boden. Pflanzen erst nach Ende der Frostgefahr, üblicherweise ab Mitte Mai. Grabschale mit freiem Abflussloch. Mulchdecke gegen Verdunstung. Am Fuß gießen, Laub trocken lassen. Knollen vor dem ersten Frost aufnehmen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Im Beet auf fruchtbaren Boden achten.
- Bodenreaktion
Saure Böden sind geeignet; für die Saatanzucht der Serie Primary wird pH 5,5–6,5 empfohlen.
- Substrat
Zum Antreiben feuchtes, sandiges, torffreies Topfsubstrat; nach dem Austrieb einzeln in torffreies Topfsubstrat umsetzen.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Pflanzgefäße, Blumenampeln und Sommerbeete.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Serie Primary in feinem, wasserspeicherndem und gut durchlässigem Aussaatsubstrat vorziehen und gleichmäßig feucht halten; mit Zusatzlicht ist die Aussaat schon von Dezember bis Januar möglich.
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten auf der Substratoberfläche aussäen und nicht abdecken; Licht ist zur Keimung nötig.
Pflege
- Pflege
Bei Trockenheit regelmäßig gießen, Laub möglichst trocken halten. Vor dem ersten Frost Knollen aufnehmen und frostfrei bei idealerweise 7 °C lagern; vor Schrumpfen schützen.
- Düngung
Gefäßpflanzen ab vier bis sechs Wochen nach dem letzten Umtopfen bis September alle zwei Wochen kaliumbetont düngen,.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als knollenbildende, buschige Staude und hat überwiegend eine winterliche Ruhephase.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich als blühende Gefäß- und Ampelpflanze für die Sommersaison.
Vorkultur mit torffreier Erde
Ich wecke die Knollen im Februar oder März. Zum Antreiben nehme ich feuchtes, sandiges, torffreies Topfsubstrat. Nach dem Angießen treiben die Knollen bei 15 bis 18 °C aus. Sobald sich der Austrieb zeigt, setze ich jede Knolle einzeln in torffreie Topferde um. So kommt die ganze Kultur ohne torfhaltige Erde aus.
Wie herum die Knolle liegt und wie du sie danach weiter versorgst, steht im bereits genannten Pflanzratgeber für Knollenbegonien. Die Termine von der Vorkultur bis zum Auspflanzen hast du mit dem Aussaatkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken im Blick.
Aus Samen ziehen
Knollenbegonien lassen sich auch säen, die Aussaat fällt in den November und Dezember. Die Samen sind LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte.. Du legst sie auf die Substratoberfläche und deckst sie nicht ab, weil sie zum Keimen Licht brauchen. Für die Vorkultur nimmst du feines, wasserspeicherndes und gut durchlässiges Aussaatsubstrat und hältst es gleichmäßig feucht. Die Keimdauer liegt bei 14 bis 56 Tagen.
Gießen mit Regenwasser
Knollenbegonien brauchen feuchten Boden und bei Trockenheit regelmäßig Wasser. Dafür sammle ich Dachregenwasser in einer Regentonne. Das Gießen mit diesem Wasser schont die Trinkwasservorräte. Gieß an den Wurzelbereich und nicht über die Blätter, denn das Laub soll möglichst trocken bleiben.
Nicht jedes Dach liefert Gießwasser. Wasser von Dachbahnen oder Bitumenabdichtungen mit auswaschbaren Herbiziden nutzt du nicht. Bei Kupfer- und Zinkdächern reichen die Einschätzungen von eingeschränkt geeignet bis ungeeignet, deshalb fange ich dort nichts für die Begonien auf.
Im Topf prüfe ich vor dem Gießen nicht nur die Oberfläche. Knollenbegonien stehen in torffreiem Substrat, und bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während unten noch Wasser steht. Wer nur nach der Oberfläche gießt, gießt also womöglich in einen noch nassen Wurzelraum. Ich prüfe deshalb mit dem Finger tief im Substrat, bevor ich nachgieße.
Für Kästen und Kübel kann eine Tropfbewässerung Wasser sparen, weil sie es gezielt an die Pflanzen bringt. Dafür braucht die Anlage Schutz vor Verstopfung und Verkalkung.
Ich stelle die Gießkanne direkt unter den Hahn der Regentonne und gieße die Begonien am Topfrand entlang. Die Blätter lasse ich dabei trocken.
Mulchen: Wasser halten, Boden schützen
Eine organische Mulchdecke beschattet offenen Boden und vermindert die Verdunstung. Sie bremst außerdem das Aufheizen des Bodens und schützt seine Oberfläche vor Verkrustung. Im Beet und auf dem Grab lege ich die Decke zwischen die Begonien, sobald sie gepflanzt sind.
Bei feuchter Witterung hat Mulch einen Nachteil: Eine dicke Auflage fördert dann Schnecken. Feinen Grasschnitt bringe ich in solchen Phasen nur dünn aus und lege bei Bedarf nach.
Mulch aus Kompost bringt Humus und Nährstoffe in den Boden. Wer mit Kompost mulcht, düngt also mit, und diese Menge zählt zur Kompostgabe des Jahres. Wie viel Kompost der Boden verträgt, steht im nächsten Abschnitt.
Organisch düngen ohne Überversorgung
Für Gartenboden gilt als allgemeine Obergrenze eine Kompostmenge von 2 bis 3 l je m² und Jahr, damit der Boden nicht mit PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. überversorgt wird. Welcher Dünger zu Knollenbegonien in Topf und Beet passt, wann du beginnst und wie oft du nachlegst, erklärt der Ratgeber, wann und womit du Knollenbegonien düngst. Die artübergreifenden Grundregeln zu Feuchte ohne Staunässe und organischer Düngung trägt der Abschnitt Gießen und Düngen in unserem Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen.
Schädlinge natürlich abwehren
Bevor ich gegen Blattläuse etwas unternehme, schaue ich mir die Pflanze genau an. Sitzen dort Marienkäfer, Florfliegen oder SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse., kann ein Eingriff überflüssig sein. Diese Nützlinge sind natürliche Gegenspieler der Läuse.
Bei schwachem Befall an Zierpflanzen genügt häufig, die Läuse mit Wasser abzuspritzen. Dabei wird allerdings das Laub nass, das bei Knollenbegonien möglichst trocken bleiben soll. Ich spritze deshalb nur die befallenen Triebe gezielt ab und nehme dafür Wasser aus der Regentonne.
Für Nützlinge lasse ich im Garten Verstecke stehen und plane Blüten über die ganze Saison. Totholz-, Reisig- und Steinhaufen bieten Gartentieren Unterschlupf sowie Nist- und Überwinterungsplätze. Eine Pflanzenauswahl mit Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst verlängert das Nahrungsangebot für Insekten.
Bei Krankheiten setze ich auf Vorbeugung und halte das Laub trocken. Pflanzen und Knollen schaue ich regelmäßig auf faule oder welke Stellen an, die auf eine Krankheit hindeuten können. Wie du kontrollierst, Befallenes absammelst und notfalls den Platz wechselst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge desselben Überblicks über Blumenzwiebeln und Knollen.
Überwintern mit wenig Energie
Ich nehme die Knollen vor dem ersten Frost auf und lagere sie frostfrei bei idealerweise 7 °C. Ein kühler Raum, den du ohnehin nicht heizt, reicht dafür, und dort schützt du die Knollen vor dem Schrumpfen. Die Grundtechnik vom Aufnehmen bis zum Einlagern steht im Pflanzratgeber für Knollenbegonien.
Töpfe, Kästen und Schalen weiterverwenden
Für Begonien in Kästen, Ampeln und Schalen nehme ich zuerst die Gefäße, die schon da sind. Jedes braucht freie Ablauflöcher, damit sich an regenreichen Tagen keine Staunässe bildet. In ein umfunktioniertes Gefäß ohne Löcher bohre ich sie, bevor die Erde hineinkommt.
Auf die Farbe achte ich bei Kunststoff. Direkt besonnte schwarze Kunststoffkübel können durch Überhitzung Wurzelschäden verursachen. Steht ein dunkles Gefäß in der Sonne, beschatte ich die Gefäßwand.
Beim Substrat zählt die Struktur. Kübelsubstrat soll dauerhaft kleine Poren haben, die Wasser speichern, und größere Poren für Wasserabzug und Wurzelbelüftung. Für Knollenbegonien nehme ich dabei torffreies Topfsubstrat.
Pflanzenreste im Kreislauf
Im Herbst, wenn ich die Knollen aufnehme, fallen Laub und Stängel an. Gesundes Material kommt auf den Kompost und führt dort Humus und Nährstoffe in den Garten zurück. Teile, die nach Wurzel- oder StängelfäuleStängelfäule ist eine Pflanzenkrankheit, bei der der Stängel meist am Stängelgrund fault: Schwarze, eingesunkene Flecken umfassen ihn, die Leitungsbahnen werden unterbrochen, die Pflanze welkt plötzlich und stirbt ab. Bei Tomaten löst sie ein Pilz aus., Welkeerkrankungen oder Virusbefall aussehen, gehören nicht auf den Gartenkompost.
Nach dem Aufnehmen bleibt das Beet ohne Begonien, bis du ab Mitte Mai wieder auspflanzt. GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. wird auf länger unbewachsenen Flächen eingesetzt und verbessert durch Durchwurzelung und Bodenbedeckung die BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten.. Für die Lücke im Begonienbeet kommt also eine Gründüngung infrage. Plane die Fläche dafür im Beetplaner mit.
Gründüngung meint Pflanzen, die eine freie Fläche durchwurzeln und bedecken. Abgeschnittene Begonienreste sind keine Gründüngung, gesundes Material bringst du auf den Kompost.

