Knollenbegonien düngen: wann, wie oft und womit in Topf und Beet
- Im Topf, Kasten und in der Ampel kommt die erste Gabe 4 bis 6 Wochen nach dem letzten Umtopfen.
- Danach düngst du Knollenbegonien im Gefäß alle zwei Wochen kaliumbetont, bis September.
- Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung, Flüssigdünger kommt nur auf feuchte Erde.
- Im Beet richtest du die Düngung nach dem Bodenvorrat und rechnest Kompost als Dünger mit.
- Vor dem ersten Frost nimmst du die Knollen auf und lagerst sie frostfrei bei idealerweise 7 °C.

Knollenbegonien blühen von Mai bis Oktober, im Balkonkasten und in der Ampel oft auf wenig Erde. Weil der Wurzelraum im Gefäß begrenzt ist, brauchen sommerblühende Knollenpflanzen dort über den Sommer regelmäßig Wasser und Dünger. Ich plane die Düngung deshalb wie einen Kalender mit festem Anfang, festem Takt und festem Ende.
Diesen festen Takt gibt es allerdings nur im Gefäß. Im Gartenbeet richtest du dich nach dem Boden, und über Winter ruht die Knolle ohne Dünger.
Das Düngejahr der Knollenbegonie im Überblick
| Zeitpunkt | Was du tust | Dünger |
|---|---|---|
| Februar bis März | Knollen mit der Vertiefung nach oben in feuchtes, sandiges, torffreies Topfsubstrat setzen und angießen; sie treiben bei 15 bis 18 °C aus | noch keiner |
| nach dem Austrieb | jede Pflanze einzeln in torffreies Topfsubstrat umsetzen | noch keiner, ab dem letzten Umtopfen 4 bis 6 Wochen warten |
| ab Mitte Mai, nach den letzten Frösten | ins Freie bringen, ideal bei Nachttemperaturen ab 10 °C | im Gefäß nach der Wartezeit alle 2 Wochen kaliumbetont; im Beet nach Bodenvorrat |
| September | die Blüte läuft bis Oktober weiter | letzte Gabe im Gefäß |
| vor dem ersten Frost | Knollen aufnehmen, frostfrei bei idealerweise 7 °C lagern, vor Schrumpfen schützen | keiner |
Gezählt wird bei der ersten Gabe ab dem letzten Umtopfen, nicht ab einem Kalenderdatum.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Im Beet auf fruchtbaren Boden achten.
- Bodenreaktion
Saure Böden sind geeignet; für die Saatanzucht der Serie Primary wird pH 5,5–6,5 empfohlen.
- Substrat
Zum Antreiben feuchtes, sandiges, torffreies Topfsubstrat; nach dem Austrieb einzeln in torffreies Topfsubstrat umsetzen.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Pflanzgefäße, Blumenampeln und Sommerbeete.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Serie Primary in feinem, wasserspeicherndem und gut durchlässigem Aussaatsubstrat vorziehen und gleichmäßig feucht halten; mit Zusatzlicht ist die Aussaat schon von Dezember bis Januar möglich.
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten auf der Substratoberfläche aussäen und nicht abdecken; Licht ist zur Keimung nötig.
Pflege
- Pflege
Bei Trockenheit regelmäßig gießen, Laub möglichst trocken halten. Vor dem ersten Frost Knollen aufnehmen und frostfrei bei idealerweise 7 °C lagern; vor Schrumpfen schützen.
- Düngung
Gefäßpflanzen ab vier bis sechs Wochen nach dem letzten Umtopfen bis September alle zwei Wochen kaliumbetont düngen,.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als knollenbildende, buschige Staude und hat überwiegend eine winterliche Ruhephase.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich als blühende Gefäß- und Ampelpflanze für die Sommersaison.
Wann fängst du mit dem Düngen an?
Die erste Gabe kommt vier bis sechs Wochen nach dem letzten Umtopfen.
Zum Antreiben setzt du die Knollen in feuchtes, sandiges und torffreies Topfsubstrat, mit der Vertiefung nach oben, denn daraus wachsen die Triebe. Nach dem Austrieb kommt jede Pflanze einzeln in torffreies Topfsubstrat. Weil dieses Umsetzen ein Umtopfen ist, beginnt die Wartezeit erst dann und nicht schon mit dem ersten Trieb.
Ins Freie dürfen Knollenbegonien erst nach dem Ende der Frostgefahr, üblicherweise ab Mitte Mai. Ideal sind dann Nachttemperaturen ab 10 °C. Pflanzt du sie dabei noch einmal in Kasten, Kübel oder Ampel um, ist das dein letztes Umtopfen, und die Wartezeit zählt ab diesem Tag. Wie tief du die Knollen setzt und wie du sie nach dem Austrieb pflegst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Knollenbegonien vom Wecken bis zur Pflege richtig pflanzt.
Beim Umsetzen schreibe ich das Datum mit Bleistift auf das Stecketikett im Topf. So sehe ich beim Gießen, seit wann die Pflanze in der neuen Erde steht, und rechne die Wartezeit nicht im Kopf nach.
Wie oft düngst du Knollenbegonien im Topf und im Beet?
Im Topf, im Balkonkasten und in der Ampel
Nach der ersten Gabe düngst du Knollenbegonien im Gefäß alle zwei Wochen mit einem kaliumbetonten Dünger. Dieser Rhythmus gilt bis September. Balkonkästen und Ampeln zählen dazu, denn auch dort ist der Wurzelraum begrenzt. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Düngers, den du verwendest. Ich nehme für meine Kästen einen flüssigen Dünger und mische ihn ins Gießwasser.
Flüssigdünger gibst du nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Ist der Ballen ausgetrocknet, gieße ich zuerst klares Wasser und dünge erst, wenn die Erde durchfeuchtet ist. Ob Wasser fällig ist, zeigt dir die obere Substratschicht: Ist sie 1 bis 2 cm tief abgetrocknet, gießt du. Knollenbegonien wachsen in torffreiem Substrat, und dort kann der untere Topfbereich noch feucht sein, während die Oberfläche schon trocken wirkt. Prüf deshalb vor dem Gießen auch weiter unten, damit du Dünger nicht in einen noch nassen Wurzelraum gibst.
Den Dünger gießt du direkt auf das Substrat und hältst Blätter und Blüten dabei möglichst trocken. Jedes Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit sich an regenreichen Tagen keine Staunässe bildet. In Ton- und Terrakottagefäßen verdunstet zusätzlich Wasser durch die Wand, sodass sie öfter Wasser brauchen können als Kunststofftöpfe.
Erde feucht, aber unten nicht nass? Abzugslöcher frei? Menge nach der Dosierungsanweisung abgemessen? Dünger aufs Substrat statt aufs Laub?
Im Gartenbeet
Der Zwei-Wochen-Takt gehört zum Gefäß. Im Beet bemisst du die Düngung nach dem Nährstoffvorrat des Bodens, denn hohe Vorräte senken den zusätzlichen Bedarf. Knollenbegonien brauchen dort einen fruchtbaren Boden. Kompost hilft dabei, weil er schwere Böden lockert und in leichten die Speicherung von Wasser und Nährstoffen verbessert.
Was du an Kompost gibst, zählt als Dünger und gehört in die Rechnung. Als allgemeine Obergrenze für Gartenboden gelten 2 bis 3 l Kompost je m² und Jahr, damit der Boden nicht mit PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. überversorgt wird. Zeigt eine Bodenprobe stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, gibst du weniger Kompost. Knollenbegonien werden sauren Böden zugeordnet. Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert für Bodenart und HumusgehaltHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. zu niedrig liegt.
Bodendünger streust du möglichst auf feuchten Boden, damit er gleich wirken kann. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe keine oder nur wenige Nährstoffe frei. Knollenbegonien brauchen feuchten Boden und bei Trockenheit regelmäßig Wasser. Lässt du das Beet austrocknen, bremst du also auch einen organischen Dünger.
Für eine aussagekräftige Bodenprobe mischst du vor der Düngung 10 bis 15 Teilproben, die du über eine einheitlich genutzte Fläche verteilt entnimmst. Davon gehen ungefähr 500 g zur Untersuchung. Das Ergebnis zeigt Unter- oder Überversorgung, und danach wählst und bemisst du den Dünger.
Im Halbschatten: wenn die Pflanze schwach wächst
Knollenbegonien kommen im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. gut zurecht. Wächst eine Pflanze an einem dunklen Platz schwach, liegt der Griff zum Dünger nahe.
„Schwach wachsende Begonien brauchen mehr Dünger.“ Schwaches Wachstum kann auch durch Lichtmangel, Bodenvernässung oder WurzelfäulenBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. entstehen und beweist allein keinen NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub.. Prüf zuerst Platz, Feuchte und Wasserabzug, bevor du an der Düngung etwas änderst.
Womit düngst du Knollenbegonien?
Stickstoff unterstützt vor allem das Wachstum von Blättern und Trieben, Phosphat und Kalium fördern vorrangig das generative Wachstum mit der Blüte. Dazu passt, dass Knollenbegonien im Gefäß kaliumbetont gedüngt werden. Wie die Nährstoffe zusammenwirken und welche Düngerarten es gibt, erklärt der Abschnitt Gießen und Düngen in der Übersicht zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Organische Dünger
Nährstoffe aus Kompost oder Mist stehen der Pflanze allgemein langsamer zur Verfügung als die aus Mineraldünger. Im Beet arbeite ich den Kompost vor dem Pflanzen in die obere Bodenschicht ein. Für den eigenen Kompost eignen sich gesunde Pflanzenreste. Material mit Wurzel- oder StängelfäuleStängelfäule ist eine Pflanzenkrankheit, bei der der Stängel meist am Stängelgrund fault: Schwarze, eingesunkene Flecken umfassen ihn, die Leitungsbahnen werden unterbrochen, die Pflanze welkt plötzlich und stirbt ab. Bei Tomaten löst sie ein Pilz aus., Welkeerkrankungen oder Virusbefall gehört nicht hinein.
PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. ist ein selbst angesetzter organischer Flüssigdünger. Zur Wurzeldüngung verdünnst du sie im Verhältnis 1:10 mit Wasser, sobald sie dunkel ist und nicht mehr schäumt. Gieß sie wie jeden Dünger auf das Substrat und nicht über das Laub. Einen allgemeingültigen Takt gibt es dafür nicht, weil Nährstoffbedarf und Bodenvorrat die Anwendung bestimmen. Auch die Nährstoffgehalte schwanken mit Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeit. Für die kaliumbetonte Gabe im Topf weißt du bei Jauche also nicht genau, was du gibst.
Zu viel gedüngt: was jetzt?
Hast du im Topf zu viel gedüngt, kannst du den WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. auswaschen, sofern das Wasser frei abzieht. Bei extremem Überschuss ist ein Wechsel in frisches Substrat nötig. Die allgemeinen Grundlagen zum Düngen findest du im Abschnitt Gießen und Düngen der Übersicht zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Bis wann düngst du, und was gilt in der Winterruhe?
Im Gefäß endet die Düngung mit dem September. Die Blüte läuft aber bis in den Oktober weiter. Wer sich beim Düngen nach der Blüte richtet, düngt also zu lange. Ich trage die letzte Gabe deshalb in meinen Gartenkalender ein und streiche den Dünger danach von der Liste.
Knollenbegonien sind nicht winterhart und haben eine winterliche Ruhephase. In einer Ruhephase mit sehr geringem Wachstum brauchen Topfpflanzen kaum Nährstoffe. Vor dem ersten Frost nimmst du die Knollen auf und lagerst sie frostfrei, idealerweise bei 7 °C. Im Winterquartier schützt du sie vor dem Schrumpfen.
Nicht winterharte Knollenpflanzen können auch im Gefäß frostfrei überwintern. Dann gehören sie nach spätestens zwei Jahren in frische Erde. Mit diesem Umtopfen beginnt die Wartezeit bis zur ersten Gabe neu. Im Februar oder März treibst du die Knollen wieder an, und das Düngejahr fängt von vorn an.
Umweltschonend düngen
Wie du Knollenbegonien mit Regenwasser, organischer Düngung und natürlicher Schädlingsabwehr pflegst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Knollenbegonien ressourcenschonend kultivierst. Beim Düngen selbst passt du die Menge an den Bodenvorrat an und rechnest Kompost mit, damit der Boden nicht mit Phosphat überversorgt wird. Die Grundlagen zu Feuchte ohne Staunässe und organischem Düngen stehen im selben Abschnitt Gießen und Düngen der Übersicht zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Wenn du fürs nächste Jahr neue Knollen aussuchst, hilft dir der Überblick, welche Farben und Sorten Knollenbegonien bieten. Andere Knollen im Kübelgarten haben eigene Regeln, etwa wie du Schmucklilien in Gartenboden und Kübel düngst und wann und womit Sterngladiolen gedüngt werden. Die Termine im Gartenjahr hältst du mit dem Kalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken fest.

