Ananasblume vermehren: Wann Samen, wann Stecklinge?
- Die Ananasblume ist nicht winterhart und wird einjährig gezogen, jeder Jahrgang beginnt mit Samen.
- Die Vorkultur im Haus startet zwischen Februar und April.
- Als Lichtkeimer werden die Samen 0 bis 0,5 cm tief gesät, also nur angedrückt.
- Die Samen keimen bei 15 bis 20 °C.
- Ausgepflanzt wird nach den Spätfrösten, ins Beet oder in den Kübel.
- Stecklinge tragen die Eigenschaften der Mutterpflanze weiter und brauchen eine Abdeckung, die du täglich lüftest.

Hat dir die Ananasblume im Sommer mit ihrem Duft gefallen, willst du sie im nächsten Jahr wieder im Beet haben. Dafür brauchst du einen Plan, denn die Pflanze ist nicht winterhart. Ich lege mir deshalb jedes Jahr im Februar die Aussaatschalen bereit und schneide StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. nur, wenn im Sommer schon eine kräftige Pflanze wächst.
Beide Wege folgen eigenen Regeln. Die Aussaat braucht Licht und gleichmäßige Wärme, der Steckling eine gesunde Mutterpflanze und feuchte Luft unter einer Abdeckung. Welcher Weg zu dir passt, hängt davon ab, ob du einen neuen Jahrgang starten oder eine vorhandene Pflanze vervielfältigen willst.
Die Ananasblume kurz vorgestellt
Die Ananasblume, auch Gummibärchenblume genannt, wird botanisch als Helenium aromaticum geführt, auch unter dem Namen Cephalophora aromatica. Ihre Blütenköpfchen duften ananasartig, und sie stammt aus subtropischem Klima. Sie wird 30 bis 40 cm hoch und blüht von Juni bis Oktober.
Winterhart ist sie nicht, im Garten gilt sie als einjährig. Weil sie nur eine Saison lebt und unseren Winter nicht übersteht, beginnt jeder neue Jahrgang mit Samen. Wie sich einjährige Sommerblumen von ausdauernden Arten unterscheiden, erklärt das Kurzporträt der Sommerblumen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein vollsonniger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Geeignet ist lockere, humose und gut durchlässige Erde; Staunässe vermeiden.
- Substrat
Zur Voranzucht feuchte Aussaaterde verwenden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für sonnige, warme Gartenbeete und Topfkultur.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Bei etwa 20 °C vorziehen oder im Herbst direkt ins Freiland säen.
Pflege
- Düngung
Die Gummibärchenblume in Topfkultur gelegentlich düngen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich als duftende Zier- und Schnittblume mit ananasartig duftenden Blütenköpfchen.
Samen oder Stecklinge: Welcher Weg passt zu dir?
Für den neuen Jahrgang ist die Aussaat der passende Weg. Du startest zwischen Februar und April auf der Fensterbank und ziehst die Jungpflanzen heran, die nach den Spätfrösten ins Beet oder in den Kübel kommen. Dafür brauchst du frische Aussaaterde, einen hellen Platz und eine KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. von 15 bis 20 °C. Aus einer Schale ziehst du mehrere Pflanzen auf einmal, und eine eigene Ananasblume musst du dafür vorher nicht besitzen.
Stecklinge sind die Ergänzung im Sommer. Voraussetzung ist eine gesunde, kräftige Mutterpflanze, die gerade bei dir wächst. Dafür trägt jeder Steckling die Eigenschaften seiner Mutterpflanze weiter. Bei Samen gilt das nicht immer, denn Nachkommen aus selbst geernteten Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können anders aussehen als die Mutterpflanze. Weil ein Steckling die Eigenschaften weitergibt, die Ananasblume aber einjährig wächst, erhältst du eine besondere Pflanze damit nur für die laufende Saison.
Meine Empfehlung: Säe jedes Frühjahr aus. Schneide Stecklinge, wenn du im Sommer von einer bestimmten Pflanze weitere Exemplare möchtest, etwa für einen zusätzlichen Kübel.
Ananasblume aus Samen ziehen
Die wichtigsten Werte für die Aussaat stehen in der Tabelle, die Handgriffe folgen darunter.
| Schritt | Wert für die Ananasblume |
|---|---|
| Start der Vorkultur im Haus | Februar bis April |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 0 bis 0,5 cm, LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. |
| Keimtemperatur | 15 bis 20 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Auspflanzen | nach den Spätfrösten, ins Beet oder in den Kübel |
| Abstand im Beet | 30 cm in der Reihe, 40 cm zwischen den Reihen |
| Wuchshöhe | 30 bis 40 cm |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
Wann du säst
Mit der Anzucht im Haus beginnst du zwischen Februar und April. Ich säe gern früh in diesem Zeitraum, damit die Jungpflanzen bis zum Auspflanzen Zeit zum Wachsen haben. Ins Freie kommen sie erst nach den Spätfrösten. Die Sorte ‘Süßer Duft’ etwa wird im Haus vorgezogen und danach ins Freiland oder in Kübel gepflanzt. Die Termine deiner übrigen Sommerblumen behältst du mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick.
Erde und Schale vorbereiten
Nimm frische Erde, die ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnet ist. Sie soll nährstoffarm und wasserdurchlässig sein. Die Schale muss sauber sein und einen Wasserabzug haben, damit keine Staunässe entsteht. Feuchte die Aussaaterde vor dem Säen an. Ich säe die Ananasblume in eine flache Schale und streiche die Oberfläche vorher mit einem Brettchen glatt.
Säen: andrücken statt zudecken
Die Ananasblume ist ein Lichtkeimer. Ihre Saattiefe liegt bei 0 bis 0,5 cm, die Samen werden also nur angedrückt oder höchstens dünn mit Erde bedeckt. Halte die Aussaat danach gleichmäßig feucht, denn Saatgut darf während und direkt nach der Keimung nicht austrocknen. Eine durchsichtige Haube hält die Feuchte, sie darf aber nicht luftdicht schließen. Lüfte sie täglich und nimm sie ab, sobald die Keimlinge da sind.
Lichtkeimer brauchen zum Keimen Licht an den Samen. Deshalb gehören ihre Samen auf die Erde oder unter eine sehr dünne Schicht, nie tief ins Substrat.
Die Samen mit einer dicken Erdschicht zudecken. Bei der Ananasblume ist bei 0,5 cm Schluss, Andrücken reicht.
Temperatur und Keimdauer
Für die Keimung brauchen die Samen 15 bis 20 °C. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen. Ich stelle die Schale an ein helles Fenster und schaue jeden Morgen beim Lüften nach, ob sich etwas zeigt.
Nach der Keimung: hell, kühler, pikieren
Sobald die Keimlinge stehen, nimmst du die Haube ab und stellst die Schale kühler. Viel Wärme bei wenig Licht macht Sämlinge lang und weich, und Lichtmangel lässt sie instabil und hellgrün werden. Pikiert wird, wenn nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. das erste Laubblatt sichtbar ist. Fass den Sämling dabei an den Keimblättern, ohne daran zu ziehen, und setz die Wurzel gerade ein, ohne sie umzubiegen. Danach schließt du das Pflanzloch seitlich, drückst die Erde leicht an und gießt. Die PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. darf leicht vorgedüngt sein, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt.
Abhärten und auspflanzen
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen an draußen. Bei mildem Wetter stehen sie zuerst geschützt im Schatten, danach schrittweise auch in der Sonne. Pflanzreif sind kräftige Jungpflanzen, deren Topfballen sichtbar durchwurzelt ist. Ins Beet setze ich sie mit 30 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lasse ich 40 cm frei. Wie viele Pflanzen auf deine Fläche passen, planst du mit dem Beetplaner. Wie Sommerblumen allgemein vorgezogen und frostfrei ausgepflanzt werden, beschreibt der Abschnitt zur Vorkultur im Sommerblumen-Ratgeber.
Wenn die Aussaat nicht aufläuft
Zeigt sich nach der Keimdauer nichts, prüf zuerst die Saattiefe. Zu dick bedeckte Lichtkeimer können der Grund sein, ebenso eine zu kalte oder ausgetrocknete Schale. Bei älterem Saatgut hilft eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.: Leg eine genau abgezählte Zahl Samen auf feuchtes, nicht nasses Küchenpapier und deck es gegen Austrocknen ab. So siehst du, welcher Anteil noch keimt. Werden die Sämlinge lang und blass, kann Lichtmangel dahinterstecken, besonders bei zu viel Wärme.
Stecklinge von der Ananasblume schneiden
Für Stecklinge brauchst du eine Ananasblume, die gerade kräftig wächst. Ich schneide sie im Sommer an gesunden Pflanzen im Beet oder im Kübel. Dabei arbeite ich nach den Regeln für Sommerstecklinge von Beet- und Balkonpflanzen.
Den passenden Trieb auswählen
Wähle eine gesunde, kräftige Mutterpflanze und daran feste, noch unverholzte Triebe. Der Trieb sollte möglichst keine Blüten und keine Blütenknospen tragen. Schneide die Triebspitze so lang, dass du den Stiel gut in die Erde stecken kannst, ohne dass ein Blatt die Erde berührt. Blätter in der Erde faulen sehr schnell, deshalb zupfe ich die untersten ab.
Stecken, abdecken, lüften
Steck den Steckling in Aussaaterde und gieß ihn gut an. Darüber kommt eine durchsichtige Plastiktüte oder Haube. Der Platz soll warm und hell sein, aber vor greller Sonne geschützt. Kontrolliere die abgedeckten Stecklinge täglich und lüfte kurz, damit hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser keine Pilzerkrankungen begünstigen.
gesunde, kräftige Mutterpflanze · fester, unverholzter Trieb ohne Blütenknospen · kein Blatt in der Erde · Aussaaterde, gut angegossen · durchsichtige Abdeckung · warm und hell ohne grelle Sonne · täglich kontrollieren und kurz lüften
Wann der Steckling bewurzelt ist
Eingewurzelt ist ein Steckling, sobald er neue kleine Blättchen bildet. Bei dafür geeigneten Beet- und Balkonpflanzen bilden Sommerstecklinge an einem hellen, vor greller Sonne geschützten Platz nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln. Bei der Ananasblume nimmst du diesen Wert als groben Rahmen und richtest dich nach dem neuen Austrieb. Danach setzt du den jungen Steckling in einen eigenen Topf. Bevor er nach draußen kommt, gewöhnst du ihn wie eine vorgezogene Jungpflanze schrittweise ans Freiland.
Ich stecke jeden Steckling in einen eigenen kleinen Topf und schreibe das Datum aufs Etikett. Beim Lüften am Morgen schaue ich gleich nach neuen Blättchen an der Spitze.
Eigene Samen für das nächste Frühjahr
Wann die Samen reif sind und wie du sie sammelst, erklärt der Ratgeber darüber, wie du Blüten und Samen der Ananasblume erntest. Bis zur Aussaat lagerst du selbst geerntete Samen nachgetrocknet an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort. Beschrifte die Tüte mit Pflanzenname und Erntejahr, damit du im Februar weißt, was du säst.
Nach der Vermehrung: Platz, Boden, Wasser und Winter
Die Ananasblume braucht einen sonnigen, warmen und geschützten Platz, im Beet ebenso wie im Topf. Wie du für Sommerblumen den passenden Platz findest, steht im Abschnitt Standort und Boden des Sommerblumen-Ratgebers.
Als Boden passt lockere, humose und gut durchlässige Erde, Staunässe verträgt sie nicht. Wie du die Erde vorbereitest und pflegst, liest du im Ratgeber dazu, welchen Boden die Ananasblume braucht.
Prüf vor dem Gießen die Feuchte der Erde, denn auch Dauernässe kann Welke auslösen. Wann und womit sie Dünger bekommt, erklärt der Ratgeber dazu, wie du die Ananasblume düngst. Allgemeines zum Gießen nach Phase und Bedarf findest du im Sommerblumen-Ratgeber.
Einen Winterschutz planst du für die Ananasblume nicht ein, denn sie wird bei uns einjährig gezogen. Was Sommerblumen im Topf und beim Überwintern allgemein brauchen, beschreibt der Abschnitt Topf, Überwintern und Stecklinge im Sommerblumen-Ratgeber.
Im Beet ist sie eine duftende Schnittblume und gilt als nützlingsfreundlich. Ideen zu Höhe, Duft und Bienen sammelt der Abschnitt Gestalten mit Sorten und Mischungen im Sommerblumen-Ratgeber.


