Kokardenblumen pflegen und vermehren: Gießen, Ausputzen, Winterschutz, Teilung
- Kokardenblumen gibt es einjährig und mehrjährig. Schau auf Etikett oder Saatguttüte, welche Form du hast.
- Gieß regelmäßig, aber vermeide Staunässe und anhaltende Nässe, im Topf ebenso wie im Beet.
- Wenn du verblühte Köpfe abschneidest, förderst du die Bildung neuer Blüten.
- Mehrjährige Formen schneidest du nach dem endgültigen Blühende stark zurück und schützt sie mit Reisig, nicht mit Laub.
- Vermehren: Mehrjährige Formen teilst du im Frühjahr, einjährige ziehst du aus braunen, ausgereiften Samen nach.
- Blattläuse, Schaumzikaden und Echter Mehltau können dir an Kokardenblumen begegnen.

Kokardenblumen brauchen regelmäßig Wasser, doch Staunässe und anhaltende Nässe halten sie nicht aus. Das betrifft das Gießen im Topf ebenso wie die Decke für den Winter. Wer die Pflanzen im Herbst unter Laub packt, riskiert Fäulnis statt Schutz. Meine Kokardenblumen gehe ich deshalb in einer festen Reihenfolge durch: Fingerprobe vor dem Gießen, Verblühtes ausputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung., nach der Blüte zurückschneiden, Reisig auflegen und im Frühjahr teilen.
Es geht hier um Pflanzen, die schon im Beet oder im Topf stehen. Die Aussaat reiße ich beim Vermehren nur kurz an.
Einjährig oder mehrjährig: was sich bei der Pflege ändert
Unter den Kokardenblumen (Gaillardia) findest du einjährigeEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. und mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Formen. Schau auf Etikett oder Saatguttüte, welche du hast, denn davon hängt dein Herbst ab. Mehrjährige Formen schneidest du nach der Blüte zurück, deckst sie über Winter ab und teilst sie im Frühjahr. Eine einjährige Form wächst, blüht und bildet ihre Samen in einer einzigen Saison. Da nur mehrjährige Pflanzen im Frühjahr zum Teilen bereitstehen, vermehrst du eine einjährige Kokardenblume über ihre Samen.
Standort und Boden in Kürze
Ich setze Kokardenblumen an einen warmen Platz in voller Sonne. Der Boden soll locker und humusreich sein, ausreichend mit Nährstoffen versorgt und frei von anhaltender Staunässe. Wie du Licht, Boden und pH-Wert für Sommerblumen einschätzt, zeigt der Sommerblumen-Überblick.
Wie gießt du Kokardenblumen richtig?
Kokardenblumen wollen regelmäßig befeuchtet werden, ohne nass zu stehen. Bevor ich gieße, stecke ich einen Finger in die Erde. Ist die obere Schicht trocken, bekommt die Pflanze Wasser, fühlt sie sich noch feucht an, warte ich. Gegossen wird an den Fuß der Pflanze, nicht über Blätter und Blüten.
Bei Hitze und Trockenheit gießt du Gartenbeete durchdringend, mit etwa 20 bis 25 l/m². Diese Menge verteilst du auf mehrere Gießgänge statt auf einen einzigen Schwall. Danach entscheidet wieder die Fingerprobe, wann das Beet das nächste Mal Wasser braucht.
Kokardenblumen im Topf gießen
Im Topf achte ich zuerst auf den Wasserabzug. Die Abzugslöcher bleiben frei, und unter dem Gefäß muss Wasser ablaufen können. Die Erde braucht eine stabile Struktur, wobei mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton helfen. Steht nach einem Regen Wasser im Untersetzer, kippe ich es aus.
In torffreier Erde trocknet die Oberfläche schnell ab, obwohl es weiter unten noch feucht sein kann. Deshalb prüfe ich die Feuchte mit dem Finger im unteren Bereich des Topfs.
Hängt eine Kokardenblume im Topf schlapp, gieße ich nicht sofort nach. Welke kann auch von Dauernässe und abgestorbenen Wurzeln kommen, und anhaltende Nässe verträgt die Pflanze nicht. Gießt du auf nasse Erde nach, bekommt sie also mehr von dem, was ihr schadet. Erst die Feuchteprüfung zeigt dir, ob der Topf Wasser braucht.
Heb den Topf direkt nach dem Gießen einmal an. So kennst du sein Gewicht mit feuchter Erde und merkst später beim Anheben, ob er leichter geworden ist.
Brauchen Kokardenblumen Dünger?
Kokardenblumen wollen einen humusreichen Boden, der ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist. Im Beet düngst du nach dem Bedarf, den eine BodenuntersuchungEine Bodenanalyse ist die Laboruntersuchung einer Bodenprobe, die du aus vielen Einstichen einer Fläche zusammenmischst. Sie zeigt, welche Nährstoffe im Boden stecken und wie viel Kalk er braucht, und ist die Grundlage für bedarfsgerechtes Düngen. zeigt, und nicht nach Kalender. Zeitpunkt, Düngerwahl und Düngung im Topf erklärt der Ratgeber, wann und womit du Kokardenblumen düngst.
Was im Sommer ansteht: ausputzen, hochbinden, Boden lockern
Verblühtes ausputzen
Wenn du verblühte Köpfe abschneidest, förderst du bei Kokardenblumen die Bildung neuer Blüten. Ich schneide welke Köpfe mit ihrem Stiel ab, sobald die Blütenblätter vertrocknen. Willst du Samen ernten, lässt du einzelne Köpfe stehen.
Ich putze meine Kokardenblumen beim Gießen aus. Dabei schaue ich gleich an die Triebspitzen, unter die Blätter und an die Stängel, ob sich dort etwas angesiedelt hat.
Hohe Kokardenblumen hochbinden
Hohe Formen kannst du hochbinden, damit sie stabil stehen. Dafür stecke ich einen Stab neben die Pflanze und binde die Triebe locker daran fest. Niedrige Formen lasse ich ohne Stütze wachsen.
Boden lockern und Unkraut entfernen
Im bestehenden Beet lockere ich den Boden mit einem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Aufkommendes Unkraut ziehe ich im selben Gang heraus. Die Beetfläche betrittst du dabei möglichst nicht, damit ihre Poren und ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern, erhalten bleiben.
Blattläuse, Schaumzikaden, Mehltau: hinschauen und von Hand eingreifen
Drei Probleme können dir an Kokardenblumen begegnen: Blattläuse, Schaumzikaden und Echter MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt.. Was du an der Pflanze siehst, ist zunächst ein Hinweis und noch keine Diagnose.
Sind es nur wenige Blattläuse, reicht häufig ein Wasserstrahl, mit dem du sie abspritzt. Weiße Schaumklümpchen an den Stängeln können auf Schaumzikaden hindeuten, und die streife ich samt Schaum mit der Hand ab. Ein weißlicher Belag auf den Blättern kann auf Echten Mehltau hindeuten. Befallene Blätter schneide ich heraus, was die Ausbreitung bremsen kann, aber nichts garantiert.
Biologische und chemische Verfahren ordne ich hier nicht ein. Wie du Sommerblumen vorbeugend schützt und von Hand eingreifst, beschreibt der Sommerblumen-Überblick im Kapitel zu Krankheiten und Schädlingen.
Wann schneidest du zurück, und wie kommen Kokardenblumen durch den Winter?
Ist die Blüte endgültig vorbei, schneidest du mehrjährige Formen stark zurück. Ich warte dafür, bis keine neuen Knospen mehr nachkommen. Einjährige Formen räume ich nach der letzten Blüte ab, sobald ich die Samen geerntet habe.
Als Winterschutz für Kokardenblumen, die draußen überwintern, taugt Reisig. Ich lege es locker über die zurückgeschnittenen Pflanzen.
Laub oder Torfmull als Winterdecke. Darunter droht Kokardenblumen Fäulnis. Leg stattdessen Reisig auf.
Kokardenblumen im Topf überwintern
Im frei stehenden Topf friert der Ballen schneller durch als im Gartenboden. Weil die Pflanze zugleich keine anhaltende Nässe verträgt, suche ich ihr einen geschützten Platz, an dem kein Regenwasser im Untersetzer steht. Unter einem Vordach bekommt der Topf allerdings keinen Regen ab. An milden, sonnigen Wintertagen prüfe ich deshalb, ob die Erde ausgetrocknet ist.
Kokardenblumen vermehren: Teilung und eigene Samen
Für Kokardenblumen gibt es zwei Wege zu neuen Pflanzen. Mehrjährige Formen teilst du im Frühjahr, und aus geernteten Samen ziehst du neue Pflanzen nach.
Mehrjährige Kokardenblumen im Frühjahr teilen
Die Teilung mehrjähriger Kokardenblumen steht im Frühjahr an, danach pflanzt du die Stücke neu. Ich steche die Pflanze rundum ab und hebe sie mit dem Ballen heraus. Den Ballen teile ich mit dem Spaten so, dass jedes Stück eigene Triebe und Wurzeln behält. Die Teilstücke kommen gleich wieder in lockere, humusreiche Erde an einen sonnigen Platz. Zum Schluss drücke ich die Erde an und gieße an, danach entscheidet wieder die Fingerprobe.
Samen ernten und lagern
Ausputzen fördert neue Blüten, doch Samen entstehen nur an Köpfen, die bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen bleiben. Wer ernten will, lässt deshalb einzelne Köpfe stehen und putzt nur die übrigen aus. Gesammelt werden braune, ausgereifte Samen, und zwar bei trockenem Wetter. Ich trockne sie auf Papier nach, trenne sie von Pflanzenresten und fülle sie beschriftet ab. Aufbewahrt werden sie kühl, dunkel und trocken.
Stammen deine Pflanzen von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.
Kokardenblumen aussäen
Die Werte im Kasten gelten für ein bestimmtes Kokardenblumen-Saatgut. Bei deinem Saatgut zählen die Angaben auf der Tüte.
Gesät wird ab Mitte Mai bis August, in Gefäße, ins FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. oder direkt ins FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle.. Bedecke die Samen nur leicht mit Substrat und halte sie feucht, bis sie gekeimt sind. Für die Keimung gilt ein optimaler Mindesttemperaturbereich von 20 bis 22 °C. Pikiert wird nach ungefähr 4 Wochen.
Wie du Kokardenblumen aussäst und die Sämlinge sicher bis ins Beet bringst, beschreibt ein eigener Ratgeber. Für deine übrigen Sommerblumen hilft dir der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken beim Planen.
Das Pflegejahr auf einen Blick
Über das Jahr verteilen sich die Arbeiten so:
| Zeitpunkt | Was ansteht |
|---|---|
| Frühjahr | mehrjährige Formen teilen und neu pflanzen |
| Mitte Mai bis August | neue Pflanzen aussäen |
| Sommer | nach Fingerprobe gießen, Verblühtes ausputzen, hohe Pflanzen hochbinden, Boden lockern, auf Blattläuse, Schaumzikaden und Echten Mehltau achten |
| nach dem endgültigen Blühende | Samen ernten, mehrjährige Formen stark zurückschneiden |
| Winter | Reisig auflegen, Töpfe geschützt stellen, Untersetzer leer halten |
Welche Nachbarn im Beet zu Kokardenblumen passen, zeigt der Ratgeber über Begleitpflanzen für Kokardenblumen und ihre Farbkombinationen. Ziehst du auch Kornblumen, lies, wie du Kornblumen gießt, ausputzt und schonend schützt. Den Platz für neue Teilstücke planst du, indem du deine Beetfläche im Beetplaner einteilst.



