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Kokardenblumen richtig düngen: wann, womit und wie oft im Beet und Topf

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Einen festen Düngetakt gibt es nicht: Im Beet entscheidet die Bodenuntersuchung.
  • Kompost kommt im Spätwinter oder Frühjahr aufs Beet, als Faustzahl etwa 3 l je m² und Jahr.
  • In vorgedüngter Blumenerde reicht der Vorrat bei Kübelpflanzen im Regelfall etwa 4 bis 6 Wochen.
  • Flüssigdünger kommt nur auf feuchte Erde und wird nach der Packungsangabe abgemessen.
  • Verblühte Köpfe zu entfernen fördert bei Kokardenblumen weitere Blüten.
Pflege eines blühenden Sommerblumenbeets im Garten
Foto: Kampus Production · Pexels License · Quelle ↗

Wenn deine Kokardenblumen im Sommer kaum noch neue Köpfe bilden, liegt der Griff zum Dünger nahe. Ich schaue vorher zuerst, wo die Pflanze steht: Im Beet entscheidet der Boden, im Topf der Vorrat der Erde. Wer beides auseinanderhält, düngt gezielt und senkt das Risiko von Salzschäden an den Wurzeln.

Kokardenblumen gibt es als einjährige und als mehrjährige Formen. Beim Düngen gilt für beide dieselbe Reihenfolge: erst prüfen, was schon da ist, dann geben.

Wie oft düngst du Kokardenblumen?

Einen festen Kalender-Rhythmus gibt es für Kokardenblumen nicht. Im Beet entscheidet eine Bodenuntersuchung, und den Stickstoff, den der Humus nachliefert, rechnest du mit ein. Je nach Ergebnis verringerst du die Düngung oder setzt sie ganz aus.

Im Topf sind Wurzelraum und Erdvorrat begrenzt, deshalb brauchst du dort früher oder später Nachschub. Wann es so weit ist, hängt von der Grunddüngung der Erde und vom Zustand der Pflanze ab.

Situation Wann gedüngt wird Worauf du achtest
Kokardenblumen im Beet nach der Bodenuntersuchung, Kompost im Spätwinter oder Frühjahr Nährstoffvorrat und Stickstoff aus dem Humus
frisch in vorgedüngte Blumenerde gesetzt im Regelfall etwa 4 bis 6 Wochen kein Zusatzdünger Grunddüngung der Erde
im Topf nach diesem Vorrat Langzeitdünger oder flüssiger Volldünger Dosierungsanweisung des Produkts, nur feuchte Erde
kranke Pflanze erst nach der Erholung Zustand der Pflanze
Sämlinge Nährstoffe kommen über die Erde nährstoffarme Aussaaterde, Pikiererde mit etwas Dünger

Welchen Boden brauchen Kokardenblumen?

Kokardenblumen wollen einen lockeren, humusreichen und nahrhaften Boden ohne anhaltende Staunässe, dazu einen warmen Platz in voller Sonne. Ob dein Boden Kalk braucht, hängt vom gemessenen pH-Wert, der Bodenart und dem Humusgehalt ab. Wie du Licht, Platz und pH-Wert einschätzt, erklärt der Grundlagenteil zu Standort und Boden für Sommerblumen.

Kokardenblumen im Beet düngen

Wann nimmst du die Bodenprobe für die Düngung?

Die Probe nimmst du nach der Saison und vor der nächsten Düngung, also zwischen Herbst und Frühjahr. Bis dahin bleibt das Beet ungedüngt. Das Kokardenblumenbeet beprobst du getrennt von Rasen und Gemüse, denn jede Nutzung bekommt ihre eigene Probe.

Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Daran richtest du die Grunddüngung aus. Ist ein Nährstoff schon sehr hoch versorgt, setzt du ihn aus. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig liegt.

Zahl im Blick

Für die Mischprobe stichst du 10 bis 15 Einzelproben aus dem Beet und mischst sie. Davon schickst du rund 500 g ein. Eine Bodenuntersuchung ist vor der Neuanlage eines Beets vorgesehen und danach alle 3 bis 5 Jahre.

Teilen sich Kokardenblumen das Beet mit anderen Pflanzen, gilt die Probe für die ganze Fläche. Welche Nachbarn infrage kommen, zeigt der Ratgeber, welche Begleitpflanzen zu Kokardenblumen passen. Die Probenbereiche zeichne ich im Beetplaner für den eigenen Garten ein, damit jede Tüte zum richtigen Beet gehört.

Wann kommt Kompost aufs Beet?

Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus, nicht als pauschale Herbstgabe. So verminderst du die Auswaschung von Nitrat. Als allgemeine Faustzahl gelten im Garten jährlich etwa 3 l Kompost je m². Eine artspezifische Düngeberechnung ersetzt dieser Wert nicht.

Zum Anspruch der Kokardenblume an den Boden passt Kompost gut. Seine organische Substanz lockert schwere Böden und verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.

Mehrjährige Kokardenblumen teilst du im Frühjahr und pflanzt sie neu, und genau dann ist auch die Zeit für Kompost. Wer teilt, bringt den Kompost deshalb am besten im selben Arbeitsgang aus.

Mythos-Check

„Mit Kompost kann man nicht überdüngen.“ Das stimmt so nicht. Zeigt die Bodenprobe stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumgehalte, schränkst du die Kompostgabe ein.

Womit düngst du im Beet?

Welche Düngerart und welche Menge dein Beet braucht, leitest du aus der Bodenuntersuchung und ihrer Düngeempfehlung ab. Dabei zählen der vorhandene Nährstoffvorrat und der Bedarf der Pflanzen. Organische Dünger setzen ihre Nährstoffe abhängig von der Witterung frei. Bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe geben sie wenig ab, feuchtwarmes Wetter kann dagegen starke Schübe mit Auswaschungsgefahr auslösen. Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, damit die Nährstoffe gleich wirken können.

An Kokardenblumen kann Echter Mehltau auftreten, und das Vermeiden von Stickstoffüberdüngung unterstützt die Vorbeugung dagegen. Ich gebe ihnen deshalb keinen Stickstoff über die Düngeempfehlung hinaus.

Was Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurenelemente in der Pflanze leisten und wie sich organische, mineralische und Blattdünger unterscheiden, gehört zur allgemeinen Nährstofflehre. Die findest du im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen.

Wann bekommen Sämlinge die ersten Nährstoffe?

Ziehst du Kokardenblumen selbst aus Samen, steuerst du die Nährstoffe über die Wahl der Erde. Für die Aussaat eignet sich hygienische, nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Der Salzgehalt dieser Erde sollte unter 0,5 g je Liter liegen.

Nach dem Pikieren steigt das Angebot Stufe für Stufe. Die Pikiererde enthält etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt. Für ein Kokardenblumen-Saatgut gelten diese Kulturangaben:

Schritt Angabe
Aussaat ab Mitte Mai bis August in Gefäße, ins Frühbeet oder direkt ins Freiland
Bedecken nur leicht mit Substrat, während der Keimung feucht halten
Keimung optimaler Mindesttemperaturbereich 20 bis 22 °C
Pikieren nach ungefähr 4 Wochen

Wann welche Sommerblume an der Reihe ist, zeigt der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.

Kokardenblumen im Topf und Balkonkasten düngen

Im Gefäß sind Wurzelraum und Substratvorrat begrenzt. Mit dem Wachstum durchwurzeln die Kokardenblumen die Erde und laugen sie aus. Nachschub brauchen sie deshalb, aber nicht gleich nach dem Eintopfen.

Wie lange reicht die vorgedüngte Erde?

Setzt du Kokardenblumen in vorgedüngte Blumenerde, verzichtest du zunächst auf Zusatzdünger. Die Grunddüngung üblicher Pflanzerde reicht bei Kübelpflanzen im Regelfall etwa 4 bis 6 Wochen. Diesen Vorrat rechnest du an, wenn du später über zusätzliche Gaben entscheidest.

Torffreie Erde verlangt einen genaueren Blick. Auch vorgedüngt kann dort durch die Torfersatzstoffe zu wenig Stickstoff verfügbar sein. In torffreier Erde verlässt du dich deshalb nicht blind auf die Wochenzahl, sondern schaust schon vorher auf Blattfarbe und Wachstum. Kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum zeigen eine gute Nährstoffversorgung an.

Marias Erfahrung

Ich schreibe das Datum des Eintopfens auf das Steckschild im Topf. Danach schaue ich auf Blattfarbe und Wachstum, statt die Wochen im Kopf zu zählen.

Langzeitdünger oder Flüssigdünger?

Für Kübelpflanzen kommen Langzeitdünger oder flüssige Volldünger mit Haupt- und Spurennährstoffen infrage. Mineralischen Langzeitdünger mischst du unter das Pflanzsubstrat. Bei umhüllten Depotdüngern bremst die Hülle die Abgabe der Nährstoffe. Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Die Menge misst du in beiden Fällen nach der Dosierungsanweisung des jeweiligen Produkts ab.

Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Langzeitdünger steckt nach dem Einmischen in der Erde, und an der Abgabe kannst du danach wenig ändern. Flüssigdünger entscheidest du Gabe für Gabe, dafür prüfst du vor jeder Gabe die Erdfeuchte. Für Kokardenblumen im Kasten empfehle ich Flüssigdünger: Beim Prüfen fällt dir Staunässe früh auf, und die vertragen Kokardenblumen nicht.

Häufiger Fehler

Flüssigdünger auf ausgetrocknete Erde gießen, weil die Pflanze schlapp aussieht. Düngerlösung gehört nur auf feuchte Erde, sonst drohen Wurzelschäden.

Was tust du, wenn die Kokardenblume im Topf welkt?

Welkt eine Kokardenblume im Topf, ist Dünger nicht die erste Antwort. Welke kann Trockenstress oder beginnende Wurzelfäule anzeigen, deshalb prüfst du zuerst die Erdfeuchte. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken sein, während tiefere Schichten noch nass sind. Dort prüfst du mit dem Finger im unteren Bereich oder über das Gewicht des Topfes.

Abzugslöcher müssen offen bleiben, und Wasser im Untersetzer leerst du nach Regen aus. Kokardenblumen brauchen regelmäßig Feuchtigkeit, vertragen aber weder Staunässe noch anhaltende Nässe. Kranke Pflanzen bekommen erst nach ihrer Erholung wieder Dünger.

Was hilft, wenn es zu viel Dünger war?

Hohe Salzbelastung durch Überdüngung kann Wurzeln absterben lassen und braune Blattränder verursachen, besonders bei Pflanzen in Gefäßen. Vermutest du eine Überdüngung, spülst du die Salze mit langsam fließendem Wasser aus und sorgst für freien Ablauf. Bei deutlichen Salzschäden kannst du die Erde im Gefäß austauschen.

Mini-Checkliste

Vor jeder Düngergabe im Topf:

  • Datum des Eintopfens notiert und Erdvorrat eingerechnet?
  • Erde auch unten feucht, aber nicht nass?
  • Abzugslöcher frei, Untersetzer leer?
  • Menge nach der Packungsangabe abgemessen?
  • Pflanze gesund und nicht frisch erkrankt?
  • Dünger kindersicher verschlossen aufbewahrt?

Mangel oder Überdüngung: Wie deutest du die Blätter?

Helles Laub, gehemmtes Wachstum und zuerst gelbe ältere Blätter können auf allgemeinen Nährstoff- oder Stickstoffmangel hindeuten. Braune Ränder an älteren Blättern können auf Kaliummangel hinweisen, ähneln aber Trocken- oder Salzschäden. Die einzelnen Mangelbilder erklärt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen.

Ausputzen und Rückschnitt: Was fördert die Blüte neben dem Dünger?

Für neue Blüten zählt bei Kokardenblumen nicht nur die Nährstoffversorgung. Das Entfernen verblühter Köpfe fördert die Bildung weiterer Blüten. Ich knipse welke Köpfe ab, sobald sie verblüht sind, und schaue dabei unter die Blätter nach Blattläusen und Schaumzikaden.

Nach dem endgültigen Ende der Blüte schneidest du Kokardenblumen stark zurück. Mehrjährige Formen schützt du im Winter mit Reisig, denn unter Laub oder Torfmull droht Fäulnis. Im Kübel brauchen Pflanzen während einer tatsächlichen Winterruhe wegen des geringen Wachstums kaum zusätzliche Nährstoffe.

Gießen, Schnitt, Pflanzenschutz und Überwinterung im Einzelnen beschreibt der Ratgeber, wie du Kokardenblumen durch die Saison pflegst.

Passt dazu

Nicht jede Sommerblume teilt den Wunsch der Kokardenblume nach nahrhaftem Boden. Für Schmuckkörbchen ‘Cosimo’ eignet sich lockerer, nährstoffarmer Boden, und Garten-Stiefmütterchen sind stark salzempfindlich. Lies nach, wie du Schmuckkörbchen düngst, ohne Blattmasse zu fördern, wie du Stiefmütterchen für viele Blüten düngst und wie du die Liebeshainblume düngst.

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Häufige Fragen

Wie oft sollten Kokardenblumen gedüngt werden?
Einen festen Kalender-Rhythmus gibt es dafür nicht. Im Beet entscheidet eine Bodenuntersuchung, und den Stickstoff, den der Humus nachliefert, rechnest du mit ein. Im Topf reicht der Vorrat vorgedüngter Blumenerde bei Kübelpflanzen im Regelfall etwa 4 bis 6 Wochen. Danach düngst du nach der Dosierungsanweisung deines Düngers und gibst Flüssigdünger nur auf feuchte Erde.
Muss ich Kokardenblumen im Topf anders düngen als im Beet?
Ja, denn im Gefäß sind Wurzelraum und Erdvorrat begrenzt, und die Erde wird mit dem Wachstum ausgelaugt. Im Beet bemisst du die Düngung nach einer Bodenuntersuchung, im Topf nach der Grunddüngung der Erde und der Packungsangabe des Düngers. Infrage kommen im Topf Langzeitdünger, den du unter das Pflanzsubstrat mischst, oder ein flüssiger Volldünger mit Haupt- und Spurennährstoffen.
Woran erkenne ich, dass meine Kokardenblumen überdüngt sind?
Braune Blattränder können auf eine hohe Salzbelastung durch Überdüngung hinweisen, die besonders bei Pflanzen in Gefäßen Wurzeln absterben lassen kann. Eindeutig ist das Zeichen nicht, denn Trockenschäden oder Kaliummangel sehen ähnlich aus. Vermutest du eine Überdüngung im Topf, spülst du die Salze mit langsam fließendem Wasser bei freiem Ablauf aus. Bei deutlichen Salzschäden kannst du die Erde im Gefäß austauschen.
Stimmt es, dass zu viel Stickstoff die Blüte verhindert?
Bei manchen Sommerblumen fördert zu nährstoffreicher Boden das Laub auf Kosten der Blüten, etwa bei Kapuzinerkresse und Mandelröschen. Kokardenblumen dagegen brauchen einen humusreichen, nahrhaften Boden mit ausreichender Nährstoffversorgung. Zu viel Stickstoff gibst du ihnen trotzdem nicht, denn das Vermeiden von Stickstoffüberdüngung unterstützt die Vorbeugung gegen Echten Mehltau, der an Kokardenblumen auftreten kann.
Warum ist der pH-Wert des Bodens bei der Düngung von Kokardenblumen wichtig?
Am gemessenen pH-Wert entscheidest du, ob dein Boden Kalk braucht: Gekalkt wird nur, wenn der Wert für die Bodenart zu niedrig liegt. Zu viel Kalk ist ebenfalls ungünstig, denn hoher Kalkgehalt kann die Eisenverfügbarkeit einschränken, obwohl genug Eisen im Boden steckt. Welcher Wert passt, hängt auch von Bodenart und Humusgehalt ab, deshalb klärt eine Bodenuntersuchung den Kalkbedarf.
Wann nehme ich die Bodenprobe für mein Kokardenblumenbeet?
Die Probe nimmst du nach der Saison und vor der nächsten Düngung, also zwischen Herbst und Frühjahr, und vorher wird nicht gedüngt. Für die Mischprobe stichst du 10 bis 15 Einzelproben aus dem Blumenbeet, getrennt von anders genutzten Flächen. Davon schickst du rund 500 g ein. Eine Untersuchung ist vor der Neuanlage und danach alle 3 bis 5 Jahre vorgesehen.
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