Glockenreben: Schädlinge, Krankheiten und Wetterschäden erkennen
- Die Glockenrebe gilt im Allgemeinen als schädlings- und krankheitsfrei, deshalb prüfst du bei Schäden zuerst Wetter, Wasser und Standort.
- Anhaltend nasskaltes Wetter kann Wachstum und Blüte der wärmeliebenden Kletterpflanze beeinträchtigen.
- Welke kann Trockenheit oder Staunässe bedeuten, prüf deshalb vor dem Gießen die Feuchte tief im Ballen.
- Bei der violett blühenden Glockenrebe sind die Blüten zunächst grünlich und färben sich später violett.
- Echter Mehltau lässt sich oben abwischen, Falscher Mehltau sitzt unten und lässt sich nicht abwischen.

Wenn deine Glockenrebe im Frühsommer kaum wächst, die Blätter hängen lässt oder grünliche Blüten zeigt, liegt der Gedanke an eine Krankheit nahe. Ich schaue in so einem Fall zuerst auf Wetter, Topf und Rankhilfe und erst danach auf die Blattunterseiten. Die Glockenrebe (Cobaea scandens) gilt nämlich im Allgemeinen als schädlings- und krankheitsfrei. Bevor du zu einem Mittel greifst, lohnt deshalb der Blick auf Standort, Wasser und Witterung.
Die Glockenrebe ist botanisch eine mehrjährige Kletterpflanze. Sie ist nicht winterhart und wird deshalb meist einjährig kultiviert. Sie klettert mit gegabelten Blattranken, deren Enden Haken tragen.
Schadbilder eingrenzen: was du siehst und was dahinterstecken kann
Ein Schadbild ist ein Hinweis, keine Diagnose. Gelbe Blätter, Welke oder braune Ränder haben mehrere mögliche Ursachen, und manche davon sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Die Übersicht hilft dir beim Eingrenzen, die Abschnitte darunter erklären die einzelnen Punkte genauer.
| Was du siehst | Was dahinterstecken kann | Was du zuerst tust |
|---|---|---|
| Triebe wachsen nach dem Auspflanzen kaum, die Blüte bleibt schwach | anhaltend nasskalte Witterung | Pflanztermin, AbhärtungAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. und geschützten Platz prüfen |
| Blätter hängen schlaff | Wassermangel, aber auch Staunässe mit Wurzelfäule | Feuchte tief im Ballen, Abzugsloch und Untersetzer prüfen |
| Ältere Blätter gelb, Laub hell, wenig Zuwachs | allgemeiner Nährstoff- oder Stickstoffmangel, ebenso Wasser-, Licht-, Temperatur- oder Salzstress | Erde, Gießen und letzte Düngergabe prüfen |
| Junge Blätter und Triebspitzen gelb, Adern zunächst grün | möglicher Eisenmangel, auch durch hohen Kalkgehalt oder Staunässe | Nässe und Gießwasser prüfen |
| Braune Ränder an älteren Blättern | Kaliummangel, Trocken- oder Salzschaden | Düngermenge und Gießen prüfen, bei Salz die Erde auswaschen |
| Weißer Belag auf der Blattoberseite, abwischbar | Echter Mehltau | erkrankte Blätter entfernen |
| Belag unterseits, nicht abwischbar, oben gelbliche bis braune Flecken | Falscher Mehltau | befallene Teile entfernen, nicht auf den eigenen Kompost |
| Grauer Belag auf faulenden Pflanzenteilen | GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. | faulende Teile entfernen |
| Gekräuselte Triebspitzen, Tiere an den Blattunterseiten | Blattläuse | auf Nützlinge achten, mit dem Wasserstrahl abspülen |
| Gelblich-weiße Sprenkel, feine Gespinste | SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. | Blattunterseiten genau ansehen |
| Klebriger HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn., Blätter dicht mit kleinen Insekten besetzt | Weiße Fliege | stark besetzte Blätter abpflücken, größere abwaschen |
| Silbrig graue Stellen | Saugschäden durch Thripse | Blätter und Blüten genauer ansehen |
| Fraß vom Blattrand, silbrige Schleimspuren | Schnecken | absammeln |
| Lange, blasse, instabile Jungpflanzen | Lichtmangel bei der Anzucht | heller stellen, nach der Keimung kühler halten |
| Blüten zunächst grünlich | normaler Farbwechsel zu Violett | abwarten |
| Unklare Blattflecken | Schaderreger oder nichtparasitärer Schaden | Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst |
Grünliche Blüten für ein Mangelsymptom halten. Bei der violett blühenden Glockenrebe sind die Blüten zunächst grünlich und wechseln während ihrer Entwicklung zu Violett. Bevor du deshalb düngst, beobachte, wie sich die Blüte weiter färbt.
Bevor ich an einer Glockenrebe etwas abschneide oder behandle, gehe ich diese Fragen durch:
- War das Wetter zuletzt nasskalt, heiß oder windig?
- Wie feucht ist die Erde tief im Topf oder im Beet?
- Ist das Abzugsloch frei, und steht Wasser im Untersetzer?
- Sitzt etwas auf der Blattunterseite, und lässt sich ein Belag abwischen?
- Wann habe ich zuletzt gedüngt?
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte feucht und gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.
Pflege
- Pflege
Eine Rankhilfe an geschützter Stelle bereitstellen und den Boden feucht, aber gut drainiert halten.
- Düngung
Vor der Pflanzung Kompost einarbeiten und während der Saison eine weitere Gabe oberflächlich aufbringen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Nasskaltes Wetter bremst die wärmeliebende Glockenrebe
Die Glockenrebe ist eine wärmeliebende Kletterpflanze. Hält nasskaltes Wetter länger an, kann das ihr Wachstum und ihre Blüte beeinträchtigen. Für dich sieht das dann aus wie eine kranke Pflanze: Die Triebe legen kaum zu, und die Blüte kann schwächer ausfallen. Gegen das Wetter hilft kein Mittel. Du kannst aber den Start so legen, dass die junge Pflanze nicht zu früh ins Kalte kommt.
Bei der Sorte ‘Violette Schönheit’ ist das Auspflanzen ins Freiland ab Mitte Mai vorgesehen. Wann du vorziehst und auspflanzt, behältst du mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick. Vorgezogene Jungpflanzen gewöhnst du bei mildem Wetter schrittweise an draußen, zuerst geschützt im Schatten und danach auch in der Sonne. Ich stelle meine Jungpflanzen dafür tagsüber hinaus und hole sie bei niedrigen Nachttemperaturen wieder herein. Steht ein bepflanzter Kübel schon vor Mitte Mai draußen, braucht er bei drohendem Spätfrost Schutz.
Für eine gute Blüte gilt eine geschützte, sonnige Wand oder ein Rankgerüst an geschützter Stelle als passender Platz. Den Winter übersteht die Glockenrebe draußen nicht, weil sie nicht winterhart ist. Plane sie deshalb als Pflanze für eine Saison.
Zu nass oder zu trocken: Welke richtig deuten
Die Glockenrebe braucht feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Fehlt Wasser, welkt sie. Steht sie dauerhaft nass, können die Wurzeln faulen, und auch dann hängen die Blätter. Deshalb prüfst du vor jedem weiteren Gießen die Erdfeuchte. Bei torffreier Topferde kann die Oberfläche schon trocken sein, während tiefere Schichten noch nass sind. Ich stecke den Finger deshalb in den unteren Bereich des Ballens oder hebe den Topf kurz an.
Im Gefäß entscheidet der Abfluss. Ein Pflanzgefäß braucht einen Wasserabzug, und eine Kiesschicht ohne Abzugsloch ersetzt ihn nicht. Eine grobe Schicht unter feinerer Erde kann den Abfluss an der Schichtgrenze sogar verzögern, bis die Erde darüber gesättigt ist. Wer also Kies oder groben Sand unten in den Topf füllt, statt für ein freies Abzugsloch zu sorgen, kann die Nässe im Wurzelraum eher verlängern. Strukturstabile Kübelpflanzenerde speichert Wasser und gibt überschüssiges Wasser ab.
Gieß deine Glockenrebe möglichst morgens direkt im Wurzelbereich und lass das Laub trocken. Einen mit Wasser gefüllten Untersetzer leerst du nach Regen, damit sich keine Nässe an den Wurzeln staut.
Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht. Die Häufigkeit richtet sich nach Bodenart, Temperatur und Niederschlag. Im Beet ist durchdringendes Gießen in größeren Abständen besser als häufige kleine Wassergaben. Bei Hitze und Trockenheit bekommen Gartenbeete etwa 20 bis 25 l/m², verteilt auf mehrere Gießgänge. Im Topf trocknet die Erde umso schneller aus, je kleiner das Gefäß ist. Poröse Tontöpfe verlieren Feuchtigkeit zudem schneller als Kunststoffgefäße.
Im Gartenboden begünstigt ein hoher Tonanteil Staunässe. Tonige Böden verbesserst du durch Lockerung und gröberen Humus oder Kompost, gegebenenfalls auch mit grobem Sand.
Wenn die Wurzeln faulen
Welkt die Glockenrebe, obwohl die Erde tief unten nass ist, kann Wurzelfäule dahinterstecken. Stehendes Wasser im Gefäß begünstigt sie. Gieß dann erst wieder, wenn die Prüfung im unteren Ballen trockene Erde zeigt, und sorge für freien Abfluss. Dünger bekommt eine geschädigte Kübelpflanze erst wieder, wenn sie sich erholt hat.
Wind, Rankhilfe und Kübel: mechanische Schäden vermeiden
Eine Glockenrebe wird mehrere Meter hoch und braucht eine Rankhilfe, die sie über die ganze Saison trägt. Sie klettert mit Blattranken, deren Enden Haken tragen. Für solche Ranker eignen sich filigrane Netze oder Gitter. Zu dicke Streben kann eine Ranke nicht umfassen, ein tragfähiges Gerüst braucht deshalb zusätzlich passende Greifmöglichkeiten. Junge Triebe lenkst du in den ersten Wochen in die gewünschte Richtung und befestigst sie vorsichtig. Ich binde sie locker an und prüfe dabei, ob Streben und Befestigung noch fest sitzen.
Im Kübel braucht die Kletterpflanze ein standfestes Gefäß. Das Klettergerüst sicherst du möglichst zusätzlich an einer festen Rückwand. Hohe Pflanzen brauchen außerdem ein entsprechend schweres Gefäß, um einem Umkippen durch Wind oder ungleich verteiltes Gewicht entgegenzuwirken.
Wind schadet auch indirekt. Vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele können bei Balkonpflanzen zu Befallsstellen für Grauschimmel werden. Ein geschützter Platz, wie ihn die Glockenrebe für eine gute Blüte ohnehin braucht, kann also auch dieses Risiko senken.
An einer Rankhilfe setzt du mehrere Pflanzen in der Reihe 30 bis 50 cm auseinander. Ziehst du mehrere Reihen, liegen 40 bis 50 cm dazwischen. Den Platz an Wand oder Zaun planst du mit dem Beetplaner für dein Gartenbeet.
Die Glockenrebe wird 200 bis 300 cm hoch, nach anderen Angaben bis 400 cm, und 30 bis 100 cm breit. Ihre Blüte reicht von Juli bis November.
Gelbe oder braune Blätter: Nährstoffe, Salz und Licht
Bei verfärbten Blättern lohnt der Blick auf Ernährung, Wasser und Licht. Gelbe ältere Blätter können bei Beet- und Balkonpflanzen durch Wasser-, Licht-, Temperatur-, Salz- oder Nährstoffstress entstehen. Helles Laub, gehemmtes Wachstum und zuerst gelbe ältere Blätter können auf allgemeinen Nährstoffmangel oder Stickstoffmangel hindeuten. Am Aussehen allein lassen sich die beiden kaum unterscheiden.
Hellen sich ältere Blätter auf, während die Adern zunächst grün bleiben, kann Magnesiummangel dahinterstehen. Braune Ränder an älteren bis mittelalten Blättern können auf Kaliummangel hinweisen, ähneln aber auch Trocken- oder SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum.. Vergilben junge Blätter und Triebspitzen, kann das auf Eisenmangel hindeuten. Hoher Kalkgehalt oder Staunässe können die Eisenverfügbarkeit einschränken, obwohl genug Eisen im Boden ist. Gelbe junge Blätter in nasser Erde sind deshalb zuerst ein Anlass, das Wasser zu prüfen und nicht den Dünger. Kalkhaltiges Gießwasser mit hoher CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. kann den pH-Wert im Substrat anheben und Eisen festlegen, Regenwasser dagegen ist weich und salzarm.
Für die Glockenrebe empfiehlt ein Anbieter Kompost vor der Pflanzung und eine weitere oberflächliche Gabe während der Saison. In frisch vorgedüngter Blumenerde braucht eine Kübelpflanze zunächst 4 bis 6 Wochen keinen Zusatzdünger. Auch in vorgedüngter torffreier Erde kann allerdings zu wenig Stickstoff verfügbar sein. Flüssige Düngerlösung gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Im Beet richtet sich die Düngung nach einer Bodenuntersuchung und berücksichtigt die Stickstoffnachlieferung aus dem Humus.
Zu viel Dünger kann im Gefäß Salzschäden verursachen, bei denen Wurzeln absterben und Blattränder braun werden. Dann wäschst du die Salze mit langsam fließendem Wasser bei freiem Ablauf aus oder tauschst die Erde aus. Ich dünge eine Glockenrebe mit verfärbten Blättern nicht sofort nach, sondern prüfe zuerst Erde, Wasser und die letzte Düngergabe.
Lange, blasse Triebe schon bei der Anzucht
Ziehst du Glockenreben selbst vor, entstehen manche Schäden schon auf der Fensterbank. Jungpflanzen brauchen nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. ausreichend Licht, denn zu wenig Licht lässt sie lang, instabil und hellgrün werden. Nach der Keimung senkst du die Temperatur, weil viel Wärme bei Lichtmangel lange, weiche Triebe begünstigt. Für die Anzucht eignet sich Aussaaterde mit einem Salzgehalt unter 0,5 g je Liter. Neu gekaufte Glockenreben im Kübel stellst du zunächst halbschattig auf, damit ungewohnte starke Sonne keine Schäden verursacht.
Belag auf den Blättern: Mehltau oder Grauschimmel?
Mehltau, Grauschimmel und Wurzelfäule werden oft als typische Krankheiten der Glockenrebe aufgezählt. Die Glockenrebe gilt jedoch im Allgemeinen als krankheitsfrei. Taucht trotzdem ein Belag auf, ordnest du ihn mit den folgenden Merkmalen ein.
Bei einem weißen Belag entscheidet die Blattseite. Echter Mehltau bildet typischerweise einen abwischbaren weißen Belag auf der Blattoberseite, der später bräunlich werden kann. Falscher Mehltau sitzt als nicht abwischbarer Belag auf der Unterseite, oben zeigen sich gelbliche bis braune Flecken. Echter Mehltau kann auch bei trockenwarmer Witterung auftreten.
Bei beginnendem Echtem Mehltau entfernst du erkrankte Blätter und schneidest betroffene Triebe zurück, das kann die Ausbreitung bremsen. Von Falschem Mehltau befallenes Material entfernst du ebenfalls und entsorgst es nicht auf dem eigenen Kompost. Gegen Ende der Saison ist ein gewisser Befall mit Echtem Mehltau an Sommerblumen tolerierbar. Da die Glockenrebe bis in den November blüht, musst du späte Flecken im Herbst also nicht wie einen Notfall behandeln.
Ob der Verzicht auf abendliches Gießen gegen Echten Mehltau hilft, gilt als nicht gesichert. Ich gieße trotzdem morgens am Boden, weil Pflanze und Erde dann tagsüber wieder abtrocknen.
Grauschimmel an faulenden Teilen
Ein grauer Belag auf faulenden Pflanzenteilen bei hoher Luftfeuchte kann auf Grauschimmel hinweisen. Die faulenden Teile entfernst du, das kann den Befall eindämmen. Ein sehr dichter Bestand begünstigt bei Beet- und Balkonpflanzen die Ausbreitung. Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigst du Werkzeug und Handschuhe, bevor du gesunde Pflanzen anfasst.
Für Sommerblumen mit eigenen Krankheitsthemen gibt es eigene Ratgeber, etwa dazu, welche Krankheiten Sommerastern bedrohen, oder dazu, wie du Krankheiten und Schädlinge am Prachtlein erkennst.
Schädlinge an der Glockenrebe: Läuse, Milben und Co.
Auch Schädlinge sind an der Glockenrebe kein typisches Thema, denn sie gilt im Allgemeinen als schädlingsfrei. Saugt oder frisst doch etwas an ihr, hilft dir das Schadbild beim Einordnen.
Blattläuse sitzen an Zierpflanzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen. Sie können gekräuselte oder verkrüppelte Blätter und Triebe verursachen. Bevor du eingreifst, achtest du auf Nützlinge, die schon da sind. Marienkäfer sowie Larven von Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. gehören zu den natürlichen Feinden der Blattläuse. Bei schwachem Befall genügt häufig das Abspritzen mit einem Wasserstrahl, stark besetzte Triebe kannst du entfernen.
Spinnmilben sind an Zierpflanzen etwa 0,5 mm groß und verursachen gelblich-weiße Blattsprenkel, teilweise mit feinen Gespinsten. Bei Zimmerpflanzen gelten auch weiße Häutungsreste an den Blattunterseiten als möglicher Hinweis.
Bei Weißer Fliege pflückst du im Freiland die am stärksten besetzten Blätter ab und entsorgst sie. Größere Blätter lassen sich mit Wasser abwaschen. Der Hauptschaden entsteht durch den klebrigen Honigtau.
Silbrig graue Stellen und bei starkem Befall deformierte Blüten können auf Saugschäden durch Thripse hinweisen. Fraß vom Blattrand zusammen mit silbrigen Schleimspuren deutet auf Schnecken, die du zuerst absammelst. Schneckenzäune und Schneckenkragen können gefährdete Pflanzen zusätzlich schützen.
Bei unklaren Blattflecken und kümmernden Pflanzen kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Diagnose klären. Blattflecken können durch Schaderreger entstehen, aber auch durch nichtparasitäre Schäden.
Wenn ich die Triebe anbinde, drehe ich ein paar Blätter um und schaue auf die Unterseite. Dabei achte ich auf Läuse, Gespinste, Belag und klebrige Stellen.
Vorbeugen und Nützlinge fördern
Ausreichender Abstand, Hygiene und Lebensraum für Nützlinge gehören bei allen Sommerblumen zum Pflanzenschutz und sind keine Besonderheit der Glockenrebe. Wie du bei Sommerblumen Krankheiten und Schädlingen vorbeugst und von Hand eingreifst, zeigt der Sommerblumen-Ratgeber im Überblick.
Wann ein chemisches Mittel überhaupt infrage kommt
Im Biogarten gelten zugelassene Pflanzenschutzpräparate nur selten als nötig, nämlich dann, wenn ein Schaderreger zuverlässig bestimmt ist und sanftere Methoden versagen. Bei der Glockenrebe, die im Allgemeinen als schädlings- und krankheitsfrei gilt, steht deshalb die sichere Bestimmung vor jedem Mittel. Steckt ein Wetter- oder Wasserproblem dahinter, hilft ohnehin kein Präparat. Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz schont auch nützliche Insekten, denn ein Mittel kann sie treffen.
Kommt ein Mittel doch infrage, dann nur ein für den Haus- und Kleingarten zugelassenes. Halte dich an die Gebrauchsanweisung, trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeit und entsorge Reste vorschriftsmäßig. Dünger und Pflanzenschutzmittel bewahrst du kindersicher unter Verschluss auf.
Prüf bei deiner Glockenrebe heute das Abzugsloch, kipp einen vollen Untersetzer aus und kontrollier die Befestigung der Rankhilfe. Dreh beim nächsten Gießen ein paar Blätter um und schau auf die Unterseite.



