Goldlack im Naturgarten: was er Insekten bietet und wie du ihn einbindest
- Goldlack (Erysimum cheiri) duftet und gilt als nützlingsfreundlich.
- Blütezeit Mai bis Juni, im Schnittblumengarten April bis Juli.
- Im Naturgarten deckt er Frühjahr und Frühsommer ab, Sommer- und Herbstblüher setzen die Blühfolge fort.
- Für Insekten ungefüllte oder halbgefüllte Blüten wählen, stark gefüllte meiden.
- Passt in Rabatten, Gefäße, an Böschungen und in trockene Steinmauern, immer in volle Sonne.
- Echter Goldlack ist giftig und gehört nicht in die Küche.

Wer einen Naturgarten anlegt, will Insekten über die ganze Saison etwas bieten. Goldlack deckt davon das Frühjahr und den Frühsommer ab: Er duftet, gilt als nützlingsfreundlich und blüht in warmen Farben. Ich plane ihn deshalb nie als Einzelstück, sondern als ein Glied in einer Blühfolge, die andere Pflanzen bis in den Herbst fortsetzen. Eines gleich vorweg: Echter Goldlack ist giftig, er gehört ins Beet und an die Mauer, nicht in die Küche.
Was ist Goldlack? Der Steckbrief
Goldlack (Erysimum cheiri) ist botanisch eine kurzlebige, immergrüne mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Pflanze. Im Garten wird er zweijährig kultiviert, die Blüte folgt also im Jahr nach der Aussaat. Für die Planung im Naturgarten zählen vor allem diese Eckdaten:
| Merkmal | Goldlack |
|---|---|
| Lebensform | kurzlebig mehrjährig und immergrün, zweijährig kultiviert |
| Blütezeit | Mai bis Juni, im Schnittblumengarten April bis Juli |
| Wuchshöhe | 20 bis 60 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 30 cm |
| Abstand | 20 bis 25 cm in der Reihe, 30 cm zwischen den Reihen |
| Duft | duftend |
| Insekten | gilt als nützlingsfreundlich |
| Verwendung | Rabatte, Beet, Gefäß, Böschung, trockene Steinmauer, Schnittblume |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | bedingt winterhart |
| Giftigkeit | Echter Goldlack ist giftig |
„Goldlack blüht nur gelb.“ Das stimmt nicht. Die ‘Mauerblumen Mischung’ blüht in Gelb-, Orange- und Rottönen, daneben gibt es violette Farbsorten. Diese sind im Winter meist empfindlicher.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist nährstoffarmer bis mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger, neutraler oder idealerweise alkalischer Boden. Volle Sonne erforderlich.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffarmer bis mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger, neutraler oder idealerweise alkalischer Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für trockene Steinmauern.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Samen nur leicht bedecken.
Pflege
- Pflege
Für das Überdauern eines weiteren Winters sehr gut durchlässigen, trockenen Boden sicherstellen.
- Düngung
Bei Gartenformen des Goldlacks ist zusätzliche Düngung nicht zwingend nötig. Nach dem Winter kann ein Stauden-Dünger Wachstum und Blüte unterstützen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Blumenrabatten und Beete, Böschungen und Hänge.
Was bietet Goldlack Insekten im Naturgarten?
Goldlack gilt als nützlingsfreundlich, und seine Blüten duften. Für den Naturgarten zählt außerdem, wann er blüht: Die Blütezeit liegt im Mai und Juni, im Schnittblumengarten reicht sie von April bis Juli. Ich beobachte an sonnigen Vormittagen, welche Insekten die Blüten anfliegen, und notiere mir das für die Planung des nächsten Jahres.
Ein Baustein in der Blühfolge
Für Insekten sollten ungefüllt blühende Pflanzen vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst Nahrung bereitstellen. Im Naturgarten kombinierst du dafür Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten über die ganze VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht.. Die Blüte des Goldlacks endet im Juni, im Schnittblumengarten im Juli. Ab dem Spätsommer bietet er an seinem Platz deshalb keine Blüten mehr, und genau dort setzen seine Partner ein.
| Abschnitt | Pflanzen | Was du wissen solltest |
|---|---|---|
| Frühjahr | Krokus, Lungenkraut | ergänzen das Blütenangebot für Bienen im Frühjahr |
| Frühjahr bis Frühsommer | Goldlack, Wald-Vergissmeinnicht | Vergissmeinnicht blüht als Frühjahrsblüher von März bis Mai |
| Sommer | Schmuckkörbchen, Kornblume | ergänzen das Blütenangebot für Bienen im Sommer |
| Herbst bis zum ersten Frost | ungefüllte Herbstastern wie Raublatt- und Glattblatt-Astern | werden von Honigbienen, Wildbienen, SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. und Tagfaltern besucht |
Wenn du die Abfolge für ein konkretes Beet planen willst, kannst du die Blühfolge im Beetplaner skizzieren.
Gefüllt oder ungefüllt: Worauf du bei der Sorte achtest
Für bienenfreundliche Pflanzungen eignen sich ungefüllte und halbgefüllte Blüten als Pollen- und Nektarquellen. Stark gefüllte Blüten solltest du meiden, denn vollständig gefüllte Zierblüten können als Pollenquelle ausfallen. Eine feste Regel ist das trotzdem nicht: Auch manche gefüllt blühende Zierpflanze bildet noch zugänglichen Pollen oder Nektar. Die Füllung allein bestimmt den Bienenwert also nicht sicher. Ich schaue mir vor dem Kauf das Blütenbild auf der Saatgutpackung an und greife zu ungefüllten oder halbgefüllten Formen.
Blüten reichen nicht: Nistplätze und Quartiere
Wildbienen brauchen neben Blüten auch Nistplätze, und die liefert ein Blumenbeet nicht von allein. Offene Bodenstellen und Totholz ergänzen das Blütenangebot um solche Nistmöglichkeiten. Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten fördern zudem NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei., die Blattläuse dezimieren. Über Winter stehen gelassene Staudenstängel bieten Insekten Quartiere, und Samenstände können Vögeln Nahrung liefern. Auch Raupen brauchen eigenes Futter: Brennnesseln sind Raupenfutterpflanzen für Tagpfauenauge und Kleinen Fuchs.
Ich lasse neben dem Goldlack eine Stelle mit offenem Boden frei und schichte am Beetrand alte Äste zu einem kleinen Totholzhaufen auf. Die dürren Stängel meiner Stauden schneide ich erst im Frühjahr ab, damit sie über Winter stehen bleiben.
Wie bindest du Goldlack in den Naturgarten ein?
Wo Goldlack im Naturgarten hinpasst
Goldlack eignet sich für Rabatten und Beete, für Gefäße auf der Terrasse sowie für Böschungen und Hänge. Beschrieben ist er auch für trockene Steinmauern. Damit eine Pflanze einen weiteren Winter überdauern kann, braucht sie sehr gut durchlässigen, trockenen Boden. Eine trockene Steinmauer kommt diesem Anspruch entgegen, während ein feuchtes Beet ihm widerspricht. Ich setze Goldlack deshalb gern in die Fugen einer Trockenmauer und lasse unten im Beet Platz für seine Partner. Wie du Goldlack in Mauerfugen und im Steingarten ansiedelst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Partner für Farbe und Jahreslauf
Für kontrastreiche Pflanzungen bilden Gelb und Violett sowie Orange und Blau Komplementärpaare. Die ‘Mauerblumen Mischung’ blüht in Gelb-, Orange- und Rottönen, sodass blau und violett blühende Partner einen klaren Kontrast setzen. Das Wald-Vergissmeinnicht passt dazu auch im Jahreslauf. Es wird zweijährig kultiviert, gewöhnlich im Juni oder Juli gesät und blüht als Frühjahrsblüher von März bis Mai. Goldlack säst du von Mai bis Juli, beide Arten teilen sich also den Sommer als Aussaatzeit. Ich säe sie im selben Sommer nebeneinander aus und halte beide Saatflächen feucht, bis die SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. stehen.
Rote oder weiße Tulpen gelten ebenfalls als Gestaltungspartner für leuchtenden Goldlack. Für den Bauerngarten gelten eigene Partner und Strukturen; welche Pflanzen Goldlack im Bauerngarten begleiten, beschreibt ein eigener Ratgeber. Weitere Anregungen findest du in den weiteren Gestaltungsideen mit Goldlack.
Verwildern lassen, aber nur im Garten
Goldlack gilt als verwilderungsfähig. Für Aussaaten in der freien Natur sind dagegen heimische Pflanzen regionaler Herkunft vorgesehen. Für Blühstreifen wird regionales, artenreiches Wildpflanzensaatgut mit zertifizierter Herkunft empfohlen, wobei die jeweiligen Fördervorgaben gelten. Eine Goldlack-Gartenmischung ist kein solches Saatgut. Lass Goldlack deshalb innerhalb deines Gartens wandern und streu übrige Samen nicht an Wegränder oder in die Feldflur.
Goldlack ist giftig: Was das für Familien und Kitas heißt
Echter Goldlack ist giftig. In frei zugänglichen Kita-Bereichen werden Pflanzen mit giftigen Bestandteilen nicht angepflanzt, für solche Flächen kommt Goldlack also nicht infrage. Im eigenen Garten mit kleinen Kindern wählst du seinen Platz entsprechend bewusst.
Blüten und Blätter von Goldlack gehören nicht auf den Teller, auch nicht als Dekoration. Hat jemand Pflanzenteile verschluckt, entfernst du Reste aus dem Mund, rufst ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe an und löst kein Erbrechen aus. Bei Verdacht auf eine Vergiftung von Hund oder Katze suchst du sofort tierärztliche Hilfe, gibst keine Hausmittel und nimmst bekannte Pflanzenreste mit.
Goldlack im Naturgarten
- sonniger, gut durchlässiger Platz, zum Beispiel in einer trockenen Steinmauer
- ungefüllte oder halbgefüllte Blüten
- Partner für Sommer und Herbst
- offene Bodenstellen und Totholz in der Nähe
- kein Platz in frei zugänglichen Kita-Bereichen
Standort, Aussaat und Pflege in Kürze
Standort und Boden
Goldlack braucht volle Sonne, bevorzugt geschützte Lagen und einen gut durchlässigen, neutralen bis alkalischen Boden, der nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich sein darf. Seine Reaktionszahl nach Ellenberg liegt bei 9, also am basischen, kalkreichen Ende der Skala. Mehr dazu findest du in den Ratgebern, welcher Standort zu Goldlack passt und wie du den Boden für Goldlack vorbereitest.
Aussaat und Pflege
Goldlack säst du von Mai bis Juli, bedeckst die Samen nur leicht und hältst die Saatfläche feucht. Zusätzliche Düngung ist bei Gartenformen nicht zwingend nötig. Wie du Goldlack von der Aussaat bis zum Winterschutz pflegst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Überwinterung
Goldlack gilt als bedingt winterhart; in einem dokumentierten Garten traten ab etwa −10 °C Schäden auf. Bei Kahlfrost schützt du ihn vor Wintersonne, und violette Farbsorten sind meist empfindlicher.
Krankheiten und Schädlinge
Bei Blattläusen achtest du zuerst auf vorhandene Nützlinge und spritzt die Läuse nötigenfalls mit einem Wasserstrahl ab. Grundsätzliches dazu, wie du bei Sommerblumen Krankheiten vorbeugst und von Hand eingreifst, findest du im Überblick zu den Sommerblumen.
Goldlack für die Vase
Goldlack eignet sich auch als Schnittblume. Du schneidest ihn bevorzugt morgens bei trockenem Wetter und stellst die Stiele sofort ins Wasser. Ich schneide im Naturgarten nur einzelne Stiele und lasse den Rest im Beet stehen.
Samen für die nächste Generation
Für die eigene Nachzucht lässt du einzelne Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen und erntest die Samen bei trockenem, sonnigem Wetter. Getrocknet lagerst du sie kühl, dunkel und trocken; bei F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. können sich die Eigenschaften in der nächsten Generation aufspalten.



