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Hundszunge pflegen: So bringst du die Zweijährige zur Blüte und zur Samenreife

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) ist zweijährig: Blüte und Samen kommen erst im zweiten Jahr.
  • Sie wächst warm und sonnig bis leicht schattig, auf trockenem bis frischem, lehmigem oder sandigem, mäßig kalkreichem Boden.
  • Lass die Jungpflanzen des ersten Jahres beim Herbstputz stehen, denn erst im zweiten Jahr blühen sie.
  • Für den Bestandserhalt müssen die Samen reifen: Mähe oder schneide erst danach.
  • Gieße und dünge nach Bedarf, Bodenfeuchte und Bodenuntersuchung statt nach festem Plan.
  • Die Pflanze ist giftig und enthält Pyrrolizidin-Alkaloide; sie gehört nicht in die Küche.
Pflege eines blühenden Sommerblumenbeets im Garten
Foto: Kampus Production · Pexels License · Quelle ↗

Wenn deine Hundszunge im ersten Sommer nur Blätter treibt, ist nichts schiefgelaufen. Die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) ist zweijährig und blüht erst in ihrem zweiten Jahr. Die wichtigsten Handgriffe fallen deshalb in den Herbst zwischen den beiden Jahren und in die Zeit der Samenreife. Ich richte meine Pflege nach dem Alter jeder einzelnen Pflanze, nicht nach dem Kalender.

Was die Gewöhnliche Hundszunge ausmacht

Drei Eigenschaften bestimmen, wie du mit Hundszungen umgehst: Sie sind zweijährig, sie verbreiten sich über Samen, und sie sind giftig. Ihre Samen haben eine hakige Oberfläche, die an Tierfell haften kann.

Kurz erklärt

Zweijährig heißt, dass eine Pflanze ihren Lebenszyklus auf zwei Gartenjahre verteilt. Im ersten Jahr wächst sie heran, im zweiten blüht sie und bildet Samen. Danach ist ihr Zyklus abgeschlossen, und Nachwuchs kommt aus den Samen.

Über die zwei Jahre ergibt sich daraus ein fester Ablauf, an dem sich die Pflege orientiert:

Phase Was die Pflanze tut Was du tust
Erstes Jahr wächst heran, blüht noch nicht von Hand jäten, Sämlinge schonen
Herbst und Winter steht als Jungpflanze im Beet beim Aufräumen stehen lassen und markieren
Zweites Jahr blüht und bildet Samen Samen reifen lassen, erst danach mähen oder schneiden
Nach der Samenreife hat ihren Zyklus abgeschlossen Samen ernten oder ausfallen lassen, dann die Pflanze entfernen
Achtung

Die Gewöhnliche Hundszunge ist giftig und enthält Pyrrolizidin-Alkaloide. Sie ist eine Zierpflanze und nichts zum Essen. Sammelst du Wildpflanzen, isst du nur, was du sicher von giftigen Arten unterscheiden kannst. Im Familiengarten bekommt die Hundszunge einen Platz, an dem kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen.

Welcher Standort passt zu Hundszungen?

Die Gewöhnliche Hundszunge wächst an warmen, sonnigen bis leicht schattigen Standorten. Ihr Boden ist dort trocken bis frisch, lehmig oder sandig und mäßig kalkreich. Im Garten suchst du ihr deshalb einen warmen, hellen Platz, an dem der Boden nicht dauerhaft nass bleibt.

Sandreiche Böden lassen Wasser schnell durch, tonreiche Böden lassen es langsamer durch und vernässen leichter. Ein schwerer, tonreicher Boden passt damit schlecht zu den trockenen bis frischen Standorten, auf denen die Hundszunge wächst. Ich prüfe den Boden vorher mit der Fingerprobe an leicht feuchter Erde. Zerfällt sie körnig, spricht das eher für Sand; lässt sie sich gut formen und klebt, eher für Ton. Diese Probe ordnet den Boden allerdings nur näherungsweise ein.

Mäßig kalkreich heißt nicht, dass du vorsorglich Kalk ausbringst. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig liegt, und das zeigt dir eine Bodenuntersuchung. Planst du ein neues Beet für die Hundszunge, kannst du deine Beetfläche mit dem Beetplaner durchplanen.

Gießen und Düngen nach Bedarf

Wie oft du Hundszungen gießt, richtet sich nach Pflanzenbedarf, Bodenfeuchte und Witterung, nicht nach einem festen Rhythmus. Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Finger, wie feucht die Erde ist, und gieße dann am Boden, damit das Laub trocken bleibt. Gedüngt wird im Garten nach Pflanzenbedarf und Bodenuntersuchung statt nach Kalender. Im Sommerblumen-Ratgeber liest du, wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst.

Das erste Jahr: Jungpflanzen ungestört wachsen lassen

Im ersten Jahr zählt vor allem, dass die jungen Hundszungen ungestört heranwachsen. Ich jäte rund um die Pflanzen von Hand und schaue dabei genau hin, damit keine eigenen Sämlinge mit dem Unkraut im Eimer landen. Drängen sich Sämlinge aus Selbstaussaat zu dicht, vereinzle ich sie, damit Licht und Luft zwischen die Pflanzen kommen.

Den Boden lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Schichten zu wenden, und betrittst die Beetfläche möglichst nicht, damit ihre Poren erhalten bleiben. Mehr zu Unkraut und Beetpflege findest du im Sommerblumen-Ratgeber im Kapitel zur Pflege.

Willst du Hundszungen neu säen, arbeitest du mit einer Warm-Kalt-Vorbehandlung in normaler Aussaaterde. Zeitpunkt, Ablauf und Saattechnik stehen in der Anleitung, wie du Hundszunge von der Vorbehandlung bis zum Auspflanzen aussäst.

Herbst und Winter: die Pflanzen des ersten Jahres durchbringen

Zwischen den beiden Jahren entscheidet sich, ob im nächsten Sommer Hundszungen blühen. Aus den Jungpflanzen des ersten Jahres werden die blühenden Pflanzen des Folgejahres, deshalb bleiben sie beim Herbstputz stehen. Wachsen beide Jahrgänge nebeneinander, unterscheidest du genau: Die abgeblühten Pflanzen haben ihren Zyklus beendet, die jungen stehen noch am Anfang.

Häufiger Fehler

Beim Aufräumen im Herbst landen die Jungpflanzen zusammen mit den abgeblühten Pflanzen im Gartenabfall. Dann fehlt im nächsten Sommer genau die Generation, die blühen sollte.

Marias Erfahrung

Ich stecke im Herbst neben jede Jungpflanze einen Stab, damit ich beim Aufräumen sehe, was stehen bleibt. Die abgeblühten Pflanzen nehme ich erst heraus, wenn ihre Samen geerntet oder ausgefallen sind. Die Stäbe ziehe ich im Frühjahr erst, wenn ich die Pflanzen sicher wiedererkenne.

Steht eine Hundszunge im Kübel, friert ihr Wurzelballen schneller durch als im Gartenboden. Ich rücke solche Gefäße im Winter an einen geschützteren Platz und halte die Abzugslöcher frei, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Wasser im Untersetzer leere ich nach Regen aus, damit an den Wurzeln keine Nässe steht.

Das zweite Jahr: Blüte und Samenreife

Im zweiten Jahr blüht die Hundszunge und bildet ihre Samen. Für den Bestandserhalt muss sie zur Samenreife kommen, bevor gemäht wird. Wächst sie bei dir in einer Wiesenecke, mähst du dort also erst, wenn die Samen reif sind.

Jede Pflanze blüht nur in ihrem zweiten Jahr, und der Nachwuchs kommt aus ihren Samen. Die Blüten der kommenden Jahre hängen deshalb an den Samen, die du in diesem Sommer reifen lässt. Ich lasse darum in jedem Sommer an einem Teil der Pflanzen die Samen ausreifen.

Bei Balkonpflanzen wie Petunien und Fleißigem Lieschen fördert das Entfernen verblühter Blüten die weitere Blüte und vermindert Krankheitsherde. Bei der Hundszunge bildet ein abgeschnittener Blütenstand aber keine Samen mehr, also schneidest du nur dort, wo du keinen Nachwuchs willst. Wie du Sommerblumen ausputzt, steht ebenfalls im Sommerblumen-Ratgeber im Kapitel zur Pflege. Pflegst du ein ganzes Beet aus Blütenmischungen, hilft dir der Ratgeber, wie du Samenmischungen für ein Blumenbeet auswählst und das Beet über die Saison pflegst.

Samen ernten, lagern und die Selbstaussaat lenken

Lässt du die Samen an der Pflanze ausfallen, sät sich die Hundszunge selbst aus. Erntest du sie, bestimmst du selbst, wo neue Pflanzen wachsen. Willst du die Ausbreitung begrenzen, schneidest du überzählige Blütenstände ab, bevor die Samen reifen. Denk dabei an die hakigen Samen: Solche Samen können im Fell von Hund oder Katze an Stellen gelangen, an denen du keine Hundszunge haben möchtest.

Zum Ernten wartest du, bis die Samen braun und ausgereift sind. Geerntet wird an einem trockenen, sonnigen Tag. Ich lege die Samenstände zum Nachtrocknen auf Papier und trenne die Samen danach von den Pflanzenresten. Beschriftet lagerst du sie kühl, dunkel und trocken; erst vollständig getrocknete Samen kommen luftdicht verschlossen ins Lager. Wie du die geernteten Samen aussäst, beschreibt die Aussaatanleitung für die Hundszunge.

Was fehlt meiner Hundszunge?

Die Anzeichen in der Tabelle können an Zierpflanzen allgemein auftreten. An der Hundszunge sind sie Hinweise, keine sichere Diagnose.

Was du siehst Was dahinterstecken kann Erster Handgriff
Weiße Flecken, die zu einem mehlartigen, abwischbaren Belag auf der Blattoberseite zusammenwachsen, auch bei trockenwarmem Wetter Echter Mehltau erkrankte Blätter entfernen und betroffene Triebe zurückschneiden, um die Ausbreitung einzudämmen
Fraß vom Blattrand her, silbrige Schleimspuren Schnecken absammeln, bei erneuter Zuwanderung einen Schneckenzaun setzen
Blattläuse auf Blättern und Trieben schwacher Blattlausbefall mit einem Wasserstrahl abspritzen
Grauer Belag auf faulenden Pflanzenteilen bei hoher Luftfeuchte Grauschimmel befallene Teile entfernen
Welke Blätter Trockenstress oder beginnende Wurzelfäule erst die Bodenfeuchte prüfen, dann über das Gießen entscheiden
Unklare Blattflecken, die Pflanze kümmert Ursache offen Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst untersuchen lassen

Ich schaue beim Rundgang auf und unter die Blätter und nehme kranke Teile gleich heraus. Danach reinige ich Schere und Handschuhe, bevor ich an gesunde Pflanzen gehe.

Vorbeugen und eingreifen

Genug Abstand zwischen den Pflanzen, gute Belichtung und Durchlüftung und keine Stickstoffüberdüngung unterstützen die Vorbeugung gegen Echten Mehltau. Kommt es trotzdem zu Befall, sammelst du Schädlinge ab und entfernst kranke Pflanzenteile. Wie du bei Sommerblumen vorbeugst und von Hand eingreifst, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Kapitel zu Krankheiten und Schädlingen.

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Häufige Fragen

Ist die Hundszunge giftig?
Ja. Die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) ist giftig und enthält Pyrrolizidin-Alkaloide. Sie ist eine Zierpflanze und gehört nicht in die Küche. Im Familiengarten bekommt sie einen Platz, an dem kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen.
Warum blüht meine Hundszunge im ersten Jahr nicht?
Die Gewöhnliche Hundszunge ist zweijährig. Im ersten Jahr wächst sie heran, Blüte und Samen folgen erst im zweiten Jahr. Lass die Jungpflanzen deshalb im Herbst stehen, statt sie beim Aufräumen zu entfernen.
Welcher Standort ist für Hundszungen geeignet?
Die Gewöhnliche Hundszunge wächst an warmen, sonnigen bis leicht schattigen Standorten. Ihr Boden ist dort trocken bis frisch, lehmig oder sandig und mäßig kalkreich. Kalk gibst du nur, wenn eine Messung einen zu niedrigen pH-Wert für deine Bodenart zeigt.
Wie vermehrt sich die Hundszunge im Garten?
Die Hundszunge verbreitet sich über Samen, deren hakige Oberfläche an Tierfell haften kann. Damit der Bestand erhalten bleibt, müssen die Samen reifen, bevor du mähst oder die Stängel abschneidest. Willst du die Ausbreitung begrenzen, schneidest du überzählige Blütenstände vor der Samenreife ab.
Wie ernte und lagere ich Hundszungen-Samen?
Ernte die Samen an einem trockenen, sonnigen Tag, wenn sie braun und ausgereift sind. Trockne sie auf Papier nach, trenne sie von Pflanzenresten und beschrifte sie. Gelagert werden sie kühl, dunkel und trocken, vollständig getrocknet auch luftdicht verschlossen.
Wie oft muss ich Hundszungen gießen?
Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht, die Häufigkeit richtet sich nach Pflanzenbedarf, Bodenfeuchte und Witterung. Die Hundszunge wächst auf trockenen bis frischen Standorten. Welkt sie, prüfe vor dem Gießen die Bodenfeuchte, denn Welke kann Trockenstress oder beginnende Wurzelfäule anzeigen.
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