Stockrosen pflegen: Vom Pflanzjahr bis zur Blüte im zweiten Jahr
- Stockrosen säst du von Mai bis Juli, geblüht wird in der Regel im Jahr danach von Juli bis September.
- Jungpflanzen kommen ab dem Spätsommer ins Beet: 30 bis 40 cm in der Reihe, 40 cm zwischen den Reihen, jede an einem eigenen Stab.
- Gieße morgens bodennah und nach Bedarf, denn Blattnässe fördert Malvenrost.
- Gedüngt wird nach Bodenuntersuchung im Frühjahr, Kompost gehört nicht als Winterdecke aufs Beet.
- Verwelkte Blüten entfernst du vor dem Samenansatz, nach der Blüte schneidest du zurück.

Eine Stockrose, die du im Sommer säst, blüht in der Regel erst im Jahr darauf. Bis dahin steht eine Jungpflanze im Beet, die gepflanzt, gegossen und durch den Winter gebracht werden will. Ich teile die Pflege meiner Stockrosen deshalb in zwei Abschnitte: das Pflanzjahr und das Blütenjahr.
Stockrosen (Alcea rosea) sind eine eigene Art und nicht mit der Moschusmalve (Malva moschata) zu verwechseln. Sie wachsen zweijährig oder als kurzlebige mehrjährige Pflanze und sind winterhart. Wie Sommerblumen nach Lebensdauer und Herkunft eingeordnet werden, steht im Kurzporträt der Sommerblumen zu Lebensdauer und Herkunft.
Stockrosen auf einen Blick
Für Pflanzung und Pflege brauchst du vor allem diese Eckdaten:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Botanischer Name | Alcea rosea |
| Lebensform | zweijährig oder kurzlebig mehrjährig |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | winterhart |
| Wuchshöhe | 100 bis 200 cm |
| Wuchsbreite | 30 bis 60 cm |
| Blütezeit | Juli bis September |
| Direktsaat | Mai bis Juli |
| Vorkultur | März und April |
| Abstand | 30 bis 40 cm in der Reihe, 40 cm zwischen den Reihen, jede Pflanze an einem Stab |
| Standort | volle Sonne, gut durchlässiger und mäßig nährstoffreicher Boden |
Stockrosen duften nicht, eignen sich aber als Schnittblume. Ich säe jeden Sommer neue Stockrosen aus, damit in jedem Jahr welche blühen. Die Saattermine im Überblick zeigt dir der Aussaatkalender für Sommerblumen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger, mäßig nährstoffreicher Boden.
- Anbauort
Geeignet sind sonnige Beete und Rabatten mit mäßig nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden, auch an Wänden oder in Küstengärten.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Direkt am endgültigen Standort säen oder Aussaat mit milder Wärme.
Pflege
- Pflege
Für Teilung beziehungsweise vegetative Vermehrung nur rostfreie Exemplare verwenden.
- Düngung
Stockrosen der Serie Spring Celebrities im Frühjahr mit Kompost oder etwas organischem Gartendünger versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist zweijährig oder kurzlebig mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Vor dem Pflanzen: Aussaat und Standort in Kürze
Direkt ins Beet säst du Stockrosen von Mai bis Juli, vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. lassen sie sich im März und April. Sie sind keine Lichtkeimer, ihre Samen kommen 0,5 bis 2 cm tief in die Erde. Wie Aussaat und Anzucht im Einzelnen laufen, steht im Ratgeber, wie du Stockrosen aus Samen oder Stecklingen vermehrst.
Stockrosen brauchen volle Sonne und einen gut durchlässigen, mäßig nährstoffreichen Boden, wobei Kalk-, Lehm- und Sandböden infrage kommen. Vor der Neuanlage eines Beets klärt eine Bodenuntersuchung den Nährstoffstatus und den Kalkbedarf. Wie du Licht, Platz und pH-Wert einschätzt, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Wie pflanzt du Stockrosen im ersten Jahr?
Pflanzzeit: ab dem Spätsommer
Jungpflanzen der Sorte ‘Nigra’ werden ab dem Spätsommer an ihren endgültigen Platz gesetzt. Ich pflanze auch meine anderen jungen Stockrosen in dieser Zeit. Vorgezogene Pflanzen gewöhnst du vorher tagsüber an die Außentemperaturen. Bei mildem Wetter stehen sie dafür zuerst geschützt im Schatten und erst danach in der Sonne.
Abstand: als System aus Reihe, Reihenabstand und Stab
Den Platz für Stockrosen planst du in drei Teilen: den Abstand in der Reihe, den Abstand zwischen den Reihen und einen eigenen Stab für jede Pflanze. Ein ausreichender Abstand verbessert die Luftzirkulation, sodass die Blätter schneller abtrocknen. Das senkt das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten.
30 bis 40 cm Abstand in der Reihe, 40 cm zwischen den Reihen, jede Stockrose an einem eigenen Stab. Die Pflanzen selbst werden 30 bis 60 cm breit.
Für ein ganzes Beet kannst du die Abstände im Beetplaner für dein Gartenbeet durchspielen.
Einsetzen und angießen
Trockene Topfballen tauche ich vor dem Pflanzen in Wasser, bis sie wieder durchfeuchtet sind. Den Stab stecke ich gleich beim Pflanzen mit in die Erde. Danach schließt du das Pflanzloch, drückst die Erde leicht an und gießt gründlich an. Das frisch bepflanzte Beet betrittst du möglichst nicht, damit der Boden seine Poren und seine Wasserspeicherfähigkeit behält. Eine dünne Mulchdecke schützt den offenen Boden zusätzlich vor Verdunstung und Verkrustung.
Wie gießt und düngst du Stockrosen im ersten Jahr?
Gießen: nach Bedarf und direkt an den Wurzeln
Stockrosen mögen einen feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Wie oft du gießt, hängt von Bodenart, Temperatur und Niederschlag ab, einen allgemein gültigen Rhythmus gibt es nicht. Braucht das Beet Wasser, gießt du durchdringend in größeren Abständen statt häufig in kleinen Mengen. Bei Hitze und Trockenheit bekommt ein Gartenbeet etwa 20 bis 25 l/m², aufgeteilt auf mehrere Gießgänge. Als tägliche Pauschalmenge ist dieser Wert nicht gedacht.
Gegossen wird vorzugsweise morgens und direkt im Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen. Bei Stockrosen hat das einen konkreten Grund: BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. fördert den Malvenrost, und wer bodennah gießt, hält die Blätter trocken. Ich gieße deshalb mit der Kanne ohne Brause direkt an den Fuß der Pflanze.
Bevor ich nachgieße, prüfe ich die Bodenfeuchte mit dem Finger. Welke Blätter können TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. anzeigen, aber auch beginnende Wurzelfäule.
Düngen: die erste Gabe kommt im Frühjahr
Gedüngt wird nach Bedarf und nicht nach Kalender. Für Gartenbeete richtet sich die Düngung nach einer Bodenuntersuchung, wobei der Stickstoff mitzählt, den der Humus im Boden nachliefert. Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht als pauschale Herbstgabe, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Mineralische DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. und Hornspäne geben ihre Nährstoffe verzögert ab und eignen sich deshalb ebenfalls nicht für eine Herbstdüngung. Setzt du deine Jungpflanzen ab dem Spätsommer, fällt die erste Düngergabe also ins folgende Frühjahr. Wie sie aussieht, steht weiter unten bei der Blüte.
Wie bringst du junge Stockrosen durch den ersten Winter?
Stockrosen sind winterhart. Für Jungpflanzen der Sorte ‘Nigra’ ist im Herbst trotzdem ein leichter Winterschutz vorgesehen, und ich halte es bei meinen übrigen jungen Stockrosen genauso.
Vorher räume ich das Beet auf. Blätter mit Rostflecken schneide ich ab, nehme sie aus dem Beet und vernichte sie. So beseitigst du überwinternde Infektionsquellen. Als leichten Schutz lege ich anschließend locker Reisig über die Pflanzen. Im Frühjahr räume ich es wieder ab.
Kompost als Winterdecke um die Jungpflanzen häufeln. Kompost bringst du zur Vermeidung von Nitratauswaschung erst im Spätwinter oder Frühjahr aus, nicht als Gabe im Herbst.
Was brauchen Stockrosen im zweiten Jahr?
Im zweiten Jahr bildet die Stockrose ihre hohen Blütentriebe, und die Blüte folgt von Juli bis September. Jetzt kommen Stütze, AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. und Rückschnitt zur Pflege dazu.
Stützen: den Trieb am Stab festbinden
Eine Stockrose wie ‘Nigra’ ist keine Rank- oder Schlingpflanze und klettert nicht selbst an einer Stütze hoch. Du bindest den Trieb deshalb an einen stabilen Stab, zum Beispiel aus Bambus, was vor allem an exponierten Stellen nötig werden kann. Welche Methoden und Materialien sich dafür eignen, zeigt der Ratgeber, wie du hohe Stockrosen standfest stützt.
Ausputzen und Blätter kontrollieren
Verwelkte Blüten entfernst du, bevor sich Samen ansetzen. Bei Sommerblumen kann das die Bildung weiterer Blüten fördern. Dabei schaue ich auch unter die Blätter. Rost zeigt sich an Stockrosen mit gelben bis rötlichbraunen Blattflecken und mit Rostpusteln an der Blattunterseite. Pflanzenteile mit diesen Symptomen nimmst du umgehend ab. Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinige ich Schere und Handschuhe, bevor ich an gesunde Pflanzen gehe.
In der Blütezeit schaue ich an meinen Stockrosen auf vier Dinge.
- Verwelkte Blüten, die noch keine Samen angesetzt haben
- Gelbe bis rötlichbraune Blattflecken und Rostpusteln an der Blattunterseite
- Feuchte des Bodens vor dem nächsten Gießen
- Bindungen am Stab, die sich gelöst haben
Rückschnitt nach der Blüte und Samen für das nächste Jahr
Nach der Blüte werden Stockrosen wie die Sorte ‘Nigra’ zurückgeschnitten. Rostkranke Reste nimmst du auch jetzt aus dem Beet. Das Ausputzen begrenzt allerdings die Samenbildung, und für eigene Samen müssen ausgewählte Blüten bis zur Samenreife stehen bleiben. Willst du selbst Samen ernten, lässt du deshalb an einzelnen Trieben die welken Blüten hängen und schneidest diese Triebe erst nach der Samenreife zurück.
Wie du Samen erntest und lagerst und wann sich StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. lohnen, beschreibt der Vermehrungs-Ratgeber. Für eine Teilung oder eine andere vegetative Vermehrung verwendest du nur rostfreie Pflanzen.
Wie förderst du die Blüte im zweiten Jahr?
Im Frühjahr des Blütenjahrs bekommt die Stockrose ihre Düngergabe. Für die Serie ‘Spring Celebrities’ wird im Frühjahr Kompost oder etwas organischer Gartendünger empfohlen. Ich streue den Kompost um die Pflanzen und arbeite ihn leicht ein. Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, damit die Nährstoffe gleich wirken können.
Als allgemeine Faustzahl für Kompost im Garten gelten 3 l/m² pro Jahr. Eine Düngeberechnung für deine Stockrosen ersetzt diese Zahl nicht. Bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten im Boden bringst du weniger Kompost aus.
Stockrosen wollen einen mäßig nährstoffreichen Boden, und auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung überdüngen. Zeigt die Bodenuntersuchung für einen Nährstoff eine sehr hohe Versorgung, setzt du die Düngung mit diesem Nährstoff deshalb aus. Bei Zierpflanzen gehört außerdem das Vermeiden von Stickstoffüberdüngung zur Vorbeugung gegen Echten Mehltau, ebenso wie ausreichender Abstand, gute Belichtung und Durchlüftung.
Sorgt ein phosphatbetonter Blütendünger für mehr Blüten? Als pauschale Strategie zur Blütenförderung ist er fachlich nicht sinnvoll. Ob deinem Boden Phosphat fehlt, zeigt eine Standarduntersuchung, die üblicherweise Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf erfasst.
Selbst angesetzte PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung., etwa aus Brennnesseln, ist ein Dünger mit schwankenden Nährstoffgehalten. Eine allgemein gültige Menge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht, entscheidend sind der Bedarf der Pflanze und die Nährstoffe, die schon im Boden stecken.
Beim Wasser bleibst du in der Blütezeit bei der Routine aus dem ersten Jahr: gießen nach Bedarf, bodennah und vorzugsweise morgens. Verwelkte Blüten nimmst du weiter ab, bevor sich Samen ansetzen.
Wenn Stockrosen kränkeln
Schnecken sammelst du zunächst ab, schwachen Blattlausbefall an Zierpflanzen spritzt du häufig schon mit einem Wasserstrahl ab. Den Überblick über Krankheiten und Schädlinge bei Sommerblumen gibt der Sommerblumen-Ratgeber im gleichnamigen Abschnitt. Was du bei Malven gegen Rost und Schädlinge tun kannst, zeigt der Ratgeber, wie du Malven von der Jungpflanze bis zum Pflanzenschutz pflegst.
Sorten und Gestaltung in Kürze
Stockrosen gibt es als Sorten wie ‘Nigra’ und als Mischungen wie die ‘Simplex Mischung’ oder ‘Chater’s Mischung’. Welche Sorten Insekten nützen, zeigt der Ratgeber, welche Stockrosen Bienen und Schmetterlingen helfen.
Im Garten passen Stockrosen in sonnige Beete und Rabatten und auch an Wände. Ideen zu Höhe, Duft und Bienen im Beet sammelt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gestalten mit Sorten und Mischungen.





