Kornblume: Wie aus der Ackerblume eine Gartenzierde wurde
- Die Kornblume kam vermutlich mit dem Getreideanbau aus dem östlichen Mittelmeergebiet und Vorderasien nach Mitteleuropa.
- Als Ackerbegleitpflanze braucht sie offenen, bearbeiteten Boden und ist keine eigentliche Wiesenpflanze.
- Ihr Blütenkopf besteht ausschließlich aus Röhrenblüten, die Wildform blüht blau.
- Gartensorten blühen auch weiß oder rosa, die Mischung 'Midget' bleibt mit 20 bis 30 cm klein genug für Töpfe.
- In der Romantik galt die Kornblume als Sinnbild für Einfachheit und Natürlichkeit.

Säst du Kornblumen in eine Blumenwiese, die danach nur noch gemäht wird, verdrängen konkurrenzstärkere Arten sie mit der Zeit. Der Grund steckt in ihrer Herkunft: Die Kornblume ist eine Ackerbegleitpflanze und braucht offenen, bearbeiteten Boden. Ich schaue deshalb bei jeder Sommerblume zuerst nach, woher sie stammt, bevor ich ihr einen Platz im Garten gebe.
Ihre Geschichte erklärt auch, wie aus der blauen Ackerblume eine Gartenpflanze in mehreren Farben wurde. Hier liest du, woher sie kommt, was die Zucht verändert hat und was daraus für dein Beet folgt.
Was ist eine Kornblume?
Die Kornblume, botanisch Centaurea cyanus, ist eine einjährigeEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. Pflanze. Ihr Blütenkopf besteht ausschließlich aus RöhrenblütenRöhrenblüten sind die röhrenförmigen Einzelblüten im Blütenstand der Korbblütler. Sie bilden ihn allein, etwa bei Disteln, oder zusammen mit den Zungenblüten am Rand, etwa bei Astern.. Neben der blauen Wildform gibt es Gartensorten mit weißen oder rosa Blüten.
| Merkmal | Kornblume |
|---|---|
| Botanischer Name | Centaurea cyanus |
| Lebensdauer | einjährig |
| Herkunft | vermutlich östliches Mittelmeergebiet und Vorderasien |
| Lebensraum | Ackerbegleitpflanze auf offenem, bearbeitetem Boden |
| Blüte | Blütenkopf nur aus Röhrenblüten, Wildform blau |
| Blütezeit | Mai bis Oktober |
| Standort | volle Sonne, gut durchlässiger Boden |
| Wuchshöhe | je nach Sorte, ‘Midget’ 20 bis 30 cm, ‘Blauer Junge’ etwa 50 bis 60 cm |
| Verwendung | Beet, Topf, Schnittblume, Nahrungsquelle für Insekten |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Direkt am endgültigen Standort säen.
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Etablierte Pflanzen sind trockenheitsverträglich.
- Düngung
Im Garten ist keine zusätzliche Düngung nötig.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon. Die Pflanze dient Nützlingen und Insekten als Nahrungsquelle.
Woher stammt die Kornblume?
Vermutlich kam die Kornblume mit dem Getreideanbau aus dem östlichen Mittelmeergebiet und Vorderasien nach Mitteleuropa. Sie kam demnach nicht als Zierpflanze, sondern mit dem Ackerbau. Als Ackerbegleitpflanze braucht sie offenen, bearbeiteten Boden und ist keine eigentliche Wiesenpflanze.
Ackerbegleitpflanzen wachsen zwischen den Kulturen auf bearbeiteten Feldern. Ackerwildkräuter wie die Kornrade brauchen zum Keimen offene Stellen im Boden. Bleibt die wiederkehrende Bodenbearbeitung aus, setzen sich ausdauernde Pflanzen gegen sie durch.
Wie wurde aus der Ackerblume eine Gartenblume?
Drei Themen zeigen den Weg in den Garten: die Kornblume als Symbol, ihre frühere Verwendung und die Zucht neuer Sorten.
Symbol der Romantik und alte Verwendung
In der Romantik galt die Kornblume als Sinnbild für Einfachheit und Natürlichkeit. Historische Quellen beschreiben ihre Blüten außerdem als Augenwasser oder als Räucherpulver. Solche Angaben gehören zur Kulturgeschichte der Pflanze.
Historische Verwendungen sind Kulturgeschichte, keine Anleitung. Aus den alten Beschreibungen folgt keine Empfehlung für heute.
Was die Zucht verändert hat
Zur blauen Wildform sind Sorten in weiteren Farben hinzugekommen, darunter Weiß und Rosa. Andere Sorten unterscheiden sich in Wuchshöhe und Verwendung. Die Beispiele in der Tabelle zeigen, in welche Richtungen sich die Gartenformen entwickelt haben.
| Was die Sorte zeigt | Beispiel |
|---|---|
| Neue Blütenfarben | Sorten mit weißen oder rosa Blüten |
| Blau der Wildform in einer Gartensorte | ‘Blauer Junge’, blau, etwa 50 bis 60 cm hoch |
| Kompakter Wuchs für kleine Gärten und Töpfe | Mischung ‘Midget’, 20 bis 30 cm hoch |
| Eignung für die Vase | ‘Goliath Blue’, voll aufgeblüht geschnitten, hält in Wasser etwa 7 Tage |
Einen vollständigen Überblick, welche Farben und Sorten es bei Kornblumen gibt, findest du im eigenen Ratgeber.
Wildform und Zuchtform: Was haben Insekten davon?
Die Kornblume gilt als nützlingsfreundlich und kann im Sommer zusammen mit dem Schmuckkörbchen das Blütenangebot für Bienen ergänzen. Gefüllte Zuchtformen sind häufig steril und bieten dann keine Nahrung, die Füllung allein bestimmt den Bienenwert aber nicht sicher. Wie du Beete mit Sorten und Mischungen nach Höhe, Duft und Bienen gestaltest, zeigt der Sommerblumen-Überblick.
Was die Herkunft für deinen Garten bedeutet
„Kornblumen gehören in die Wildblumenwiese.“ Das stimmt nur bedingt. Kornblumen sind Ackerbegleitpflanzen und keine eigentlichen Wiesenpflanzen. Auf mehrjähriger Brache verdrängen konkurrenzstärkere Arten sie.
Gib deinen Kornblumen deshalb eine Fläche, deren Boden du immer wieder bearbeitest. Säst du außerhalb deines Gartens, etwa auf einem Blühstreifen, gelten andere Regeln. Für Aussaaten in der freien Natur sind heimische Pflanzen regionaler Herkunft vorgesehen. Für Blühstreifen wird regionales, artenreiches Wildpflanzensaatgut mit zertifizierter Herkunft empfohlen, und die jeweiligen Fördervorgaben beachtest du dabei.
Ein Ackerblumenbeet statt Dauerwiese
Kornblumen kannst du in einer Ackerblumenmischung mit Getreide, Kamille und Mohn kombinieren. Vor der Aussaat lockerst du den Boden, entfernst unerwünschten Bewuchs und bereitest die Fläche mit dem Rechen vor. In der Mischung ‘Veitshöchheimer Farbenmix’ gehören Kornblume und Klatschmohn zu den Blütenpflanzen des ersten Jahres. Auf mehrjähriger Brache wird die Kornblume dagegen verdrängt. Bleibt eine solche Mischung ohne Bodenbearbeitung stehen, rechnest du mit Kornblumen deshalb vor allem im ersten Jahr.
Ich säe meine Kornblumen zwischen Mohn und Kamille auf ein Beet, das ich vor jeder Aussaat mit dem Rechen bearbeite. In den Rasen säe ich sie nicht.
Willst du die Fläche vorher aufteilen, zeichnest du sie im Beetplaner ein. Wie du Kornblumen in bunte Beete einbindest, zeigt ein eigener Ratgeber.
Wie säst und pflegst du Kornblumen heute?
Kornblumen säst du direkt an den Platz, an dem sie blühen sollen. Die Samen kommen 0,5 bis 1 cm tief in die Erde, danach befeuchtest du den Boden. Sie brauchen volle Sonne und gut durchlässigen Boden, zusätzlich düngen musst du im Garten nicht. Etablierte Pflanzen vertragen Trockenheit, und bei der Sorte ‘Blauer Junge’ verlängert regelmäßiges AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. die Blütezeit.
Wie du Kornblumen vom Samen bis zur Blüte ziehst, beschreibt der Ratgeber zur Kultur. Welche Handgriffe beim Gießen, Ausputzen und Schützen dazugehören, erklärt der Ratgeber dazu, mit welchen Pflegegriffen deine Kornblumen lange blühen. Den Aussaattermin trägst du in den Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken ein.
Samen selbst ernten und weitergeben
Für eigenes Saatgut lasse ich am Beetrand einzelne Blütenköpfe an der Pflanze vertrocknen. Geerntet wird bei trockenem Wetter, danach trocknest du die Samen auf Papier nach. Beschriftet lagerst du sie kühl, dunkel und trocken. Stammt dein Saatgut von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.
Im Herbst gekeimte Kornblumen können als Rosette überwintern und sich im Frühjahr rasch weiterentwickeln. Was zwischen Aussaat, Samenernte und Herbst ansteht, zeigt der Ratgeber dazu, was bei Kornblumen im Jahreslauf zu tun ist.
Kornblumen in Küche und Vase
Kornblumenblüten eignen sich als essbare Dekoration und als Salatzutat. Nimm dafür nur Blüten, die nicht mit chemischen Mitteln behandelt wurden und die du sicher von giftigen Arten unterscheiden kannst. Was bei essbaren Blüten und giftigen Sommerblumen grundsätzlich gilt, fasst der Sommerblumen-Überblick im Teil zu essbaren Blüten und giftigen Arten zusammen.
Für die Vase schneide ich Kornblumen morgens bei trockenem Wetter und stelle die Stiele sofort ins Wasser. Blätter, die im Wasser stehen würden, entferne ich vorher.
Such dir eine sonnige Fläche mit durchlässigem Boden, die du jedes Jahr bearbeitest. Säe dort Kornblumen zusammen mit Mohn und Kamille, und lass einzelne Blütenköpfe bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen.





