Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Anbau

Kornraden kultivieren: Standort, Aussaat, Stützen und Samenernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Einjährige krautige Pflanze, 80 cm hoch, Blüte von Juni bis Juli.
  • Direkt ins Beet säen, im Frühjahr (März, April) oder im Herbst, 1 cm tief und nur leicht bedeckt.
  • Volle Sonne, lehmiger oder sandiger, gut durchlässiger Boden; am nährstoffarmen Standort nicht düngen.
  • Die schlanken Triebe kippen bei Wind und Regen manchmal um, eine Schnurstütze gibt Halt.
  • Gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere: nur als Zierpflanze nutzen, Samen nie ins Tierfutter.

Kornraden wachsen schlank und aufrecht auf 80 cm Höhe. Bei Wind und Regen kippen sie manchmal um, wenn sie keinen Halt haben. Ich plane die Stütze deshalb schon bei der Aussaat ein und säe direkt ins Beet, in eine einzelne Reihe am Beetrand. Vor dem ersten Samenkorn solltest du außerdem wissen: Die Kornrade gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere. Bei der Samenernte gehe ich darum besonders sorgfältig mit dem Saatgut um.

Wie sieht die Kornrade aus?

Auf Bildern erkennst du die Kornrade (Agrostemma githago) an ihrem schlanken, aufrechten Wuchs. Ihre Blüten sind purpurrot, und lange, spitze Kelchzipfel ragen über die Kronblätter hinaus. Die Blätter sind schmal, lanzettlich und graugrün. Als einjährige krautige Pflanze wird sie 80 cm hoch und blüht von Juni bis Juli. Nach der Blüte bildet sie Kapseln, in denen die Samen sitzen.

In Deutschland steht die Kornrade auf der Roten Liste in Kategorie 2, sie gilt also als stark gefährdet. Besonders geschützt ist sie nicht. Meine Kornraden säe ich im Garten aus, denn für Aussaaten in der freien Natur sind heimische Pflanzen regionaler Herkunft vorgesehen.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Bevorzugt volle Sonne.

Bodenart

Lehmige oder sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure bis neutrale Böden sind geeignet, ebenso Böden mit pH 6–8.

Substrat

Geeignet ist gut durchlässiger, frischer Boden; zeitweilige Trockenheit wird vertragen.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich als Zierpflanze an Beeträndern von Bauern- oder Schnittblumengärten; nicht als Futter- oder Nahrungspflanze einsetzen.

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Samen nur leicht bedecken.

Pflege

Pflege

Reiche Samenbildung und schnelle Ausbreitung beachten; auf Mehltau achten.

Düngung

Kornrade auf nährstoffarmem, gut durchlässigem Gartenboden nicht zusätzlich düngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die krautige Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die Pflanze dient als Zierpflanze und ist für Menschen, Vögel und Nutztiere giftig.

Aussaatkalender Kornrade
GartenkalenderVorkultur: März, April; Blüte: Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliVorkulturBlüte

Welcher Standort passt zur Kornrade?

Die Kornrade bevorzugt volle Sonne. Sie wächst auf lehmigen oder sandigen Böden, die gut durchlässig und frisch sind. Zeitweilige Trockenheit verträgt sie. Saure bis neutrale Böden sind ihr recht, wobei als neutral ein pH-Wert von 6 bis 8 gilt.

Ihren Platz hat sie als Zierpflanze am Rand von Beeten im Bauern- oder Schnittblumengarten. Weil sie giftig ist und nicht als Futter- oder Nahrungspflanze dient, setze ich sie nicht ins Gemüsebeet zwischen Salat und Kräuter.

Boden und Wuchsbedingungen

Vor der Aussaat lockere ich den Boden, entferne Unkraut und harke ein feines, gut durchlüftetes Saatbett. Ob der pH-Wert deines Beets passt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Wie du Standort und Boden für Sommerblumen vorbereitest, steht ausführlich im Sommerblumen-Ratgeber.

Kornraden aussäen: Zeitpunkt, Tiefe und Abstand

Wann säe ich Kornraden?

Kornraden säst du direkt ins Gartenbeet. Gesät wird im Frühjahr oder im Herbst. Im Frühjahr sind März und April die Startmonate. Die Aussaattemperatur liegt bei 10 °C. Wann deine übrigen Sommerblumen an der Reihe sind, hast du im Blick, wenn du den Aussaatkalender für Sommerblumen ausdruckst. Auch Kornblumen kommen direkt an ihren endgültigen Standort; wann und wie du Kornblumen aussäst, erklärt ein eigener Ratgeber.

Die Werte für die Aussaat auf einen Blick:

Was Wert
Aussaatart Direktsaat ins Gartenbeet
Aussaatzeit Frühjahr (März, April) oder Herbst
Aussaattemperatur 10 °C
Saattiefe 1 cm, Samen nur leicht bedecken
Keimdauer 7 bis 14 Tage
Pflanzabstand 30 cm in der Reihe
Wuchshöhe 80 cm
Blütezeit Juni bis Juli

So säe ich Kornraden

Am Beetrand ziehe ich eine flache Rille und lege die Samen einzeln hinein. Sie kommen 1 cm tief in die Erde und werden nur leicht bedeckt. Danach drücke ich die Erde an und gieße mit feiner Brause. Nach 7 bis 14 Tagen erscheinen die Keimlinge.

Stehen sie zu eng, ziehe ich die schwächeren heraus, bis die übrigen 30 cm auseinanderstehen. Weil ich nur eine Reihe am Beetrand säe, brauche ich keinen Reihenabstand. Die Pflanzen wachsen frei aufrecht und bekommen eine Schnurstütze, die ich weiter unten beschreibe. Wie viele Pflanzen auf deine Beetkante passen, kannst du im Beetplaner einzeichnen.

Marias Erfahrung

Die Pfähle für die spätere Stütze stecke ich schon bei der Aussaat an die Enden der Rille. So sehe ich beim Jäten, wo die Reihe verläuft, und muss später nicht neben die jungen Wurzeln stechen.

Die ersten Wochen nach der Saat

In Trockenzeiten gieße ich die Ansaat während der Auflaufphase täglich, damit die Blüte früh beginnen kann. Unkraut, das zwischen den Keimlingen aufläuft, ziehe ich von Hand, solange die Kornraden noch klein sind.

Kornraden im Topf

Die Kornrade eignet sich auch für Töpfe. Ich säe sie dort ebenfalls direkt ins endgültige Gefäß. Das Gefäß braucht am Boden mindestens ein Abzugsloch. Ein größeres Erdvolumen kann mehr Wasser bevorraten, deshalb greife ich zu einem großen Topf. Bei torffreier Erde prüfe ich den Gießbedarf, indem ich das Gefäß anhebe. Wenn ich gieße, durchfeuchte ich die Erde bis zum Topfboden. Den Stab für die Stütze stecke ich gleich bei der Aussaat mit in den Topf.

Pflege: gießen nach Bodenzustand, nicht düngen

Die Kornrade braucht frischen Boden und verträgt zeitweilige Trockenheit. Ich gieße sie deshalb nicht nach Kalender, sondern fühle vorher mit dem Finger, ob der Boden unter der Oberfläche noch feucht ist. Bei Hitze und Trockenheit gieße ich das Beet durchdringend mit etwa 20 bis 25 l/m² und verteile die Menge auf mehrere Gießgänge.

Am nährstoffarmen, gut durchlässigen Gartenstandort düngst du die Kornrade nicht zusätzlich. Verblühtes schneide ich vor allem dort ab, wo sie sich nicht selbst aussäen soll.

Kornraden stützen: So bleiben die Triebe aufrecht

Mit 80 cm Höhe und schlanken Stängeln kippen Kornraden bei Wind und Regen manchmal um. Ich setze die Stütze deshalb, solange die Pflanzen noch klein sind, und nicht erst, wenn sie schief stehen.

Für eine Reihe am Beetrand schlage ich an beiden Enden einen Pfahl ein, bei einer langen Reihe auch dazwischen. Daran spanne ich links und rechts der Pflanzen je eine Schnur. So stehen die Kornraden in einem schmalen Gang und lehnen sich bei Wind an die Schnur. Wenn sie wachsen, spanne ich eine zweite Schnurlage höher. Diese sitzt unterhalb der Blüten, damit die Blütenstiele frei bleiben.

Einzelne Pflanzen im Topf oder in einer Beetlücke binde ich an einen Stab. Das weiche Band lege ich als Acht zwischen Stab und Stängel, damit der Stängel nicht am Stab scheuert. Die Schlaufe bleibt locker, und ich weite sie, wenn der Stängel dicker wird.

Wenn du Kornraden als Schnittblumen ernten willst, lohnt sich die Stütze besonders. Für die Vase brauchst du gerade Stängel.

Krankheiten: Worauf ich bei Kornraden achte

Bei der Kornrade schaue ich vor allem nach Mehltau. Teile, die danach aussehen, schneide ich früh heraus und reinige danach Schere und Handschuhe, bevor ich an gesunden Pflanzen weiterarbeite. Wie du Krankheiten und Schädlingen bei Sommerblumen vorbeugst und von Hand eingreifst, steht im Sommerblumen-Ratgeber im Kapitel Krankheiten und Schädlinge.

Selbstaussaat steuern und Samen ernten

Wenn sich die Kornrade selbst aussät

Die Kornrade bildet reichlich Samen und kann sich schnell ausbreiten. Wo sie nicht weiterwandern soll, schneide ich Verblühtes ab, bevor Kapseln reifen, und ziehe unerwünschte Sämlinge, solange sie klein sind. An einigen kräftigen Pflanzen lasse ich die Kapseln für die Samenernte stehen.

Samen ernten und ausdreschen

Geerntet wird bei trockenem Wetter, wenn die Samen ausgereift sind. Die Samen der Kornrade lösen sich überwiegend erst beim Dreschen aus der Kapsel. Du kannst die volle Reife deshalb an der Pflanze abwarten, ohne den Großteil der Samen vorher an das Beet zu verlieren. Reif ist eine Kapsel, wenn sie trocken ist. Zur Probe breche ich eine auf und schaue, ob die Samen fest und ausgefärbt sind.

So gehe ich bei der Ernte vor:

  1. Ich schneide die Kapseln mit einem Stück Stiel ab und lege sie in eine Papiertüte.
  2. Zu Hause lasse ich sie auf Papier nachtrocknen.
  3. Die trockenen Kapseln gebe ich in einen Stoffbeutel und klopfe sie mit der flachen Hand aus, bis sie aufbrechen.
  4. Über einer Schale trenne ich die Samen von Kapselresten und Pflanzenteilen.
  5. Die sauberen Samen fülle ich in Tüten und beschrifte sie mit Art und Erntejahr.

Beim Ausdreschen trage ich Handschuhe und wasche mir danach die Hände.

Achtung

Die Kornrade gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere. Dreschreste und übrige Samen gehören deshalb weder ins Vogelfutter noch ins Tierfutter.

Samen lagern

Kornradensamen gelten als orthodox.

Kurz erklärt

Orthodox heißen Samen, die das Trocknen vertragen und sich trocken lagern lassen.

Die beschrifteten Tüten lagere ich kühl, dunkel und trocken und außer Reichweite von Kindern. Vor der nächsten Aussaat mache ich bei älterem Saatgut eine Keimprobe. Dafür lege ich einige Samen auf feucht gehaltenes, nicht nasses Küchenpapier und decke es gegen Austrocknung ab.

Giftig: Was das für deinen Garten heißt

Für Menschen, Vögel und Nutztiere gilt die Kornrade als giftig. Sie bleibt deshalb Zierpflanze und kommt nie als Futter- oder Nahrungspflanze zum Einsatz.

Für Kita-Gärten ist die Regel eindeutig: Pflanzen mit giftigen Bestandteilen kommen nicht in frei zugängliche Bereiche. Im eigenen Garten halte ich es ähnlich und säe Kornraden nicht dort, wo kleine Kinder spielen.

Verwechsle die Kornrade nicht mit der Kornblume (Centaurea cyanus), auch wenn die Namen ähnlich klingen. Kornblumenblüten eignen sich als essbare Dekoration und als Salatzutat, für die Kornrade gilt das nicht. Gegessen wird nur, was du sicher von giftigen Arten unterscheiden kannst, und im Zweifel verzichtest du. Wie du Kornblumen vom Samen an im Garten ziehst, liest du im Ratgeber zur Kornblume. Welche weiteren Sommerblumen giftig sind und welche Blüten in die Küche dürfen, fasst der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zu essbaren Blüten und giftigen Arten zusammen.

Kornraden im Beet und in der Vase

Als nützlingsfreundliche Zierpflanze passt die Kornrade in Bauern- und Schnittblumengärten, und als Schnittblume kommt sie auch in die Vase. Wie du Kornraden im Naturgarten mit passenden Partnern kombinierst, zeigt ein eigener Ratgeber.

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Häufige Fragen

Was sind Kornraden und wie sehen sie aus?
Die Kornrade (Agrostemma githago) ist eine einjährige krautige Pflanze mit schlankem, aufrechtem Wuchs. Sie wird 80 cm hoch und hat schmale, graugrüne Blätter. Über die purpurroten Kronblätter ragen lange, spitze Kelchzipfel hinaus. Sie blüht von Juni bis Juli und bildet danach Kapseln, in denen die Samen sitzen.
Wann ist die beste Zeit für die Kornraden-Aussaat?
Für die Kornraden-Aussaat gibt es zwei Zeitfenster: das Frühjahr mit den Startmonaten März und April und den Herbst. Gesät wird direkt ins Gartenbeet bei einer Aussaattemperatur von 10 °C. Die Samen kommen 1 cm tief in die Erde und werden nur leicht bedeckt. Nach 7 bis 14 Tagen keimen sie.
Welchen Standort bevorzugen Kornraden im Garten?
Kornraden bevorzugen volle Sonne und einen lehmigen oder sandigen Boden, der gut durchlässig und frisch ist. Zeitweilige Trockenheit vertragen sie, und der Boden darf sauer bis neutral sein. Am nährstoffarmen, gut durchlässigen Standort düngst du sie nicht zusätzlich. Als Zierpflanze passen sie an den Rand von Bauern- oder Schnittblumenbeeten.
Ist die Kornrade giftig und was bedeutet das für Gartenbesitzer?
Ja, die Kornrade gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere. Du nutzt sie deshalb nur als Zierpflanze und nie als Futter- oder Nahrungspflanze. Samen und Dreschreste gehören weder ins Vogelfutter noch ins Tierfutter. Dort, wo kleine Kinder spielen, säst du sie besser nicht.
Wann blühen Kornraden und wie lange dauert die Blütezeit?
Kornraden blühen von Juni bis Juli. Danach bilden sie Kapseln, in denen die Samen reifen. Weil die Kornrade einjährig ist, blüht jede Pflanze nur eine Saison, und für das nächste Jahr säst du neu.
Wie kontrolliert man die Selbstaussaat von Kornraden im Garten?
Die Kornrade bildet reichlich Samen und kann sich schnell ausbreiten. Wo sie sich nicht aussäen soll, schneidest du Verblühtes ab, bevor Kapseln reifen, und ziehst unerwünschte Sämlinge, solange sie klein sind. Die Samen lösen sich überwiegend erst beim Dreschen aus der Kapsel, sodass du reife Kapseln für eigenes Saatgut in Ruhe ernten kannst.
Was ist der Unterschied zwischen Kornraden und Kornblumen?
Kornrade (Agrostemma githago) und Kornblume (Centaurea cyanus) sind zwei verschiedene Arten, die nur ähnlich heißen. Die Kornrade blüht purpurrot und gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere. Kornblumenblüten eignen sich dagegen als essbare Dekoration und Salatzutat. Gegessen wird nur, was du sicher von giftigen Arten unterscheiden kannst.
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