Krankheiten am Altaischen Mohn: Mehltau, Welke und Läuse erkennen und behandeln
- Altaischer Mohn heißt botanisch Papaver croceum und wird oft als Papaver nudicaule verkauft.
- Islandmohn kann für Blattläuse, Echten und Falschen Mehltau, Pilzwelken und Verticillium-Welke anfällig sein.
- Echter Mehltau lässt sich oben abwischen, Falscher Mehltau sitzt fest auf der Blattunterseite.
- Bei Welke prüfst du zuerst die Erdfeuchte, weil auch nasse Wurzeln Welke verursachen können.
- Türkischer Mohn zieht nach der Blüte ein: Das ist eine Ruhephase, keine Krankheit.

Dein Altaischer Mohn trägt einen weißen Belag, wird in der Sonne schlapp oder sitzt voller Läuse? Dann entscheidet der erste Blick über den richtigen Handgriff. Ich wische in solchen Fällen mit dem Finger über das Blatt, drehe es um und prüfe die Erde. Erst danach schneide ich etwas ab oder greife zur Gießkanne. So grenzt du viele Schadbilder ein, bevor du aus Versehen das Falsche tust.
Welchen Mohn hast du vor dir?
Der Altaische Mohn heißt botanisch Papaver croceum. Im Gartenhandel wird er häufig unter dem Namen Papaver nudicaule angeboten, also als Islandmohn. Für die Diagnose ist das wichtig, weil sich Angaben zu Krankheiten immer auf eine bestimmte Art beziehen.
Er wächst als krautiger, mehrjähriger Horst, zieht sein Laub ein und gilt als winterhart. Er wird 15 bis 60 cm hoch und blüht von Mai bis Juli. In Deutschland kommt er nur unbeständig verwildert vor. Lebensdauer und Herkunft der Sommerblumen im Überblick trägt das Kurzporträt im Sommerblumen-Ratgeber.
Altaischer Mohn ist Papaver croceum. Steht auf dem Etikett Papaver nudicaule oder Islandmohn, kann der Altaische Mohn dahinterstecken. Beim Türkischen Mohn hast du dagegen eine andere Art vor dir.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger Standort ist geeignet.
- Substrat
Geeignet ist feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die Pflanze passt in Steppen- sowie Fels- und Alpengärten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die krautige Pflanze bildet Horste und zieht ihr Laub ein.
Welche Krankheiten und Schädlinge treffen den Altaischen Mohn?
Islandmohn kann für Blattläuse anfällig sein, ebenso für Echten und Falschen Mehltau, Pilzwelken und die Verticillium-Welke. Weil der Altaische Mohn oft unter dem Namen Papaver nudicaule verkauft wird, ist diese Liste die naheliegende Checkliste für dein Beet. Rechne mit diesen Problemen, ohne jedes davon als sicher zu erwarten.
Dazu kommen Risiken, die viele Sommerblumen treffen. GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. breitet sich bei hoher Luftfeuchte aus, Schnecken fressen an jungen Blättern, und durch Dauernässe geschädigte Wurzeln können Welke verursachen. Die Tabelle ordnet, was du siehst. Jedes Schadbild ist ein Hinweis, keine Diagnose.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Erster Handgriff |
|---|---|---|
| Weißer Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt und später bräunlich wird | Echter Mehltau | erkrankte Blätter entfernen, befallene Triebe zurückschneiden |
| Nicht abwischbarer Belag auf der Blattunterseite, oben gelbliche bis braune Flecken | Falscher Mehltau | befallenes Material entfernen, nicht auf den eigenen Kompost geben |
| Grauer Belag auf faulenden Pflanzenteilen bei hoher Luftfeuchte | Grauschimmel | faulende Teile entfernen |
| Welke Blätter, obwohl die Erde feucht ist | durch Nässe geschädigte Wurzeln oder ein Welkepilz | Erdfeuchte prüfen, bei unklarer Ursache Pflanzenprobe zum Pflanzenschutzdienst |
| Tiere an Triebspitzen und Blattunterseiten, gekräuselte oder verkrüppelte Triebe | Blattläuse | auf NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. achten, schwachen Befall mit Wasser abspülen |
| Fraß vom Blattrand, silbrige oder eingetrocknete Schleimspuren | Schnecken | absammeln |
| Gelblich-weiße Sprenkel, teils mit feinen Gespinsten | SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. | Blattunterseiten genau ansehen |
| Blattflecken ohne klares Muster | Schaderreger oder nichtparasitäre Schäden | befallene Blätter entfernen, bei Unklarheit fachlich bestimmen lassen |
| Laub zieht ein, ohne Belag oder Flecken | natürlicher Wuchsrhythmus mit einziehendem Laub | Erdfeuchte prüfen, nicht vorsorglich gießen |
Echter oder Falscher Mehltau: So unterscheidest du sie
Beide Mehltau-Arten können Islandmohn treffen, und sie sitzen an verschiedenen Stellen. Echter Mehltau beginnt mit weißen Flecken auf der Blattoberseite, die sich zu einem mehlartigen Belag ausbreiten. Dieser Belag lässt sich abwischen und wird später bräunlich. Er kann auch bei trockenwarmer Witterung auftreten.
Falscher Mehltau zeigt sich auf der Blattunterseite. Sein Belag lässt sich nicht abwischen, und auf der Oberseite erscheinen gelbliche bis braune Flecken.
Bei einem verdächtigen Fleck wische ich mit dem Zeigefinger über die Blattoberseite und drehe das Blatt dann um. Geht der weiße Belag oben ab, denke ich an Echten Mehltau. Sitzen oben gelbliche Flecken und unten ein fester Belag, schaue ich genauer auf Falschen Mehltau.
Was du gegen Mehltau tun kannst
Bei beginnendem Echtem Mehltau entfernst du die erkrankten Blätter und schneidest befallene Triebe zurück. Das kann die Ausbreitung eindämmen. Material mit Falschem Mehltau nimmst du ebenfalls heraus, gibst es aber nicht auf den eigenen Kompost. Ich lege solche Blätter direkt in eine Tüte, die nicht auf dem Kompost landet.
Ein gewisser Befall mit Echtem Mehltau gegen Ende der Saison gilt an Sommerblumen als tolerierbar. Mehr als Ausschneiden steht erst an, wenn er Jahr für Jahr stark auftritt. Zur Vorbeugung tragen ausreichender Abstand, gute Belichtung und Durchlüftung bei. Auch der Verzicht auf Stickstoffüberdüngung unterstützt die Vorbeugung.
Wer abends nicht gießt, hält den Echten Mehltau fern? Diese Wirkung gilt als nicht gesichert. Morgendliches Gießen hat trotzdem Vorteile, denn die Verdunstung ist geringer und Pflanzen und Boden trocknen tagsüber wieder ab.
Mohn welkt: Durst, nasse Wurzeln oder Welkepilz?
Welke Blätter können durch TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. entstehen, aber auch durch beginnende WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde.. Prüfe deshalb die Bodenfeuchte, bevor du gießt. Ich stecke dafür einen Finger tief in die Erde neben dem Horst.
Der Altaische Mohn braucht einen frischen, gut durchlässigen Boden. Wasser, das im Wurzelbereich stehen bleibt, passt nicht zu dieser Beschreibung. Wie du den Boden für Altaischen Mohn verbesserst und für Drainage sorgst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Welkender Mohn bekommt sofort Wasser. Ist die Erde schon nass, kann die Welke von Wurzeln kommen, die durch Dauernässe geschädigt sind. Zusätzliches Wasser löst dieses Problem nicht.
Vergilbt das Laub ohne Belag oder Flecken, denk an den Wuchsrhythmus, denn der Altaische Mohn zieht sein Laub ein. Bleibt er dagegen welk, obwohl die Erde passt, kommt ein Welkepilz infrage. Islandmohn kann für Pilzwelken und die Verticillium-Welke anfällig sein. Von außen lässt sich das kaum sicher unterscheiden. Bei unklaren Symptomen und kümmernden Pflanzen kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Diagnose klären. Nach der Arbeit an einer kranken Pflanze reinigst du Werkzeug und Handschuhe, bevor du an gesunde Pflanzen gehst.
Türkischer Mohn: Was ist bei ihm anders?
Wer nach Krankheiten beim Türkischen Mohn sucht, hat eine andere Art vor sich, nämlich Papaver orientale. Die Anfälligkeiten des Islandmohns lassen sich nicht einfach auf ihn übertragen. Beim Türkischen Mohn begünstigt schlecht drainierter Boden Wurzelfäule, deshalb vermeidest du Überwässerung. Besonders im Winter braucht er sehr gut durchlässigen Boden.
Eine Eigenheit solltest du nicht mit einer Krankheit verwechseln. Türkischer Mohn zieht nach der Blüte oberirdisch ein und geht in eine Ruhephase. Im Herbst bildet er sein Laub neu. Wer das einziehende Laub als Durst deutet und gießt, schafft damit genau die Nässe, die bei dieser Art Wurzelfäule begünstigt.
Mehltau, Läuse oder Schneckenfraß erkennst du beim Türkischen Mohn an denselben Merkmalen wie in der Tabelle oben. Die Lücke, die er im Sommer hinterlässt, planst du bei der Beetgestaltung ein. Spät austreibende Prärieastern können sein einziehendes Laub später überdecken.
Blattläuse am Mohn: erst schauen, dann abspülen
Islandmohn kann auch für Blattläuse anfällig sein. Die Tiere sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen. Sie können gekräuselte oder verkrüppelte Blätter und Triebe verursachen.
Bevor du eingreifst, schau, wer schon da ist. Marienkäfer und die Larven von Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. gehören zu den natürlichen Feinden der Blattläuse. Bei schwachem Befall genügt häufig ein Wasserstrahl, der die Läuse abspült. Einzelne dicht besetzte Pflanzenteile kannst du auch abschneiden.
SchmierseifenlösungEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. wird oft als Hausmittel gegen Läuse genannt. Ich bleibe beim Wasser.
Nützlinge brauchen Nahrung und Verstecke. Ungefüllte Ringelblumen und Kosmeen bieten erwachsenen Schwebfliegen und SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. gut erreichbare Blütennahrung, Verstecke und Überwinterungsplätze fördern die Ansiedlung von Nützlingen. Welche Nachbarn zu deinem Mohnbeet passen, kannst du mit dem Mischkultur-Planer prüfen.
Schnecken, Grauschimmel und Spinnmilben einordnen
Diese drei stehen nicht auf der Liste für Islandmohn. Sie treffen aber viele Sommerblumen und Stauden, deshalb lohnt es sich, ihre Spuren zu kennen.
Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken. Sammle sie zuerst ab. Schneckenzaun oder Schneckenkragen können erneute Zuwanderung einschränken. Mulch legst du bei feuchtem Wetter und Schneckengefahr nur dünn aus, denn eine zu dicke Schicht fault und bietet Schnecken Unterschlupf.
Grauschimmel bildet bei hoher Luftfeuchte einen grauen Belag auf faulenden Pflanzenteilen. Ein sehr dichter Bestand begünstigt seine Ausbreitung. Wenn du die faulenden Teile entfernst, kann das den Befall eindämmen.
Gelblich-weiße Sprenkel auf den Blättern, teils mit feinen Gespinsten, können auf Spinnmilben hindeuten. Die Tiere selbst sind nur etwa 0,5 mm groß.
Wie beugst du Krankheiten beim Altaischen Mohn vor?
Der Altaische Mohn braucht einen sonnigen Platz und frischen, gut durchlässigen Boden. Die Denver Botanic Gardens ziehen ihn im Steppengarten sowie im Fels- und Alpengarten. Am Wildstandort zeigt er mäßig nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Verhältnisse an, ein Kultur-Optimum ist das aber nicht. Welche Licht-, Boden- und Nährstoffbedingungen der Altaische Mohn braucht, beschreibt der Standort-Ratgeber.
Gepflanzt wird er als kleiner Horst in Reihen.
In der Reihe stehen die Pflanzen 15 cm auseinander, zwischen den Reihen ebenfalls 15 cm. Der Horst selbst wird 15 bis 20 cm breit.
Bei dieser Wuchsbreite berühren sich die Horste bald. Ausreichender Abstand verbessert jedoch die Luftzirkulation und das Abtrocknen der Blätter, und das senkt das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten. Halte den Raum zwischen den Horsten deshalb frei von Unkraut und dichtem Bewuchs. Die Reihen kannst du vorher im Beetplaner einzeichnen.
Gieße möglichst am frühen Morgen direkt auf die Erde statt über die Blätter. Braucht das Beet Zusatzwasser, gießt du lieber seltener und durchdringend als oft in kleinen Gaben. Wie oft das nötig ist, hängt von Bodenart, Temperatur und Niederschlägen ab, einen festen Rhythmus gibt es nicht. Gedüngt wird nach Bodenuntersuchung, und eine Stickstoffüberdüngung vermeidest du, weil das die Vorbeugung gegen Echten Mehltau unterstützt.
Darauf schaust du beim Kontrollgang am Mohn:
- Blattoberseite: weißer Belag, der sich abwischen lässt?
- Blattunterseite: fester Belag, Läuse oder feine Sprenkel?
- Triebspitzen: Läuse oder gekräuselte Blätter?
- Blattrand: Fraß und Schleimspuren?
- Erde: feucht oder trocken, bevor du gießt?
Zum Kontrollgang nehme ich eine Schere und eine Tüte mit, damit ich befallene Blätter gleich mitnehmen kann.
Wann kommen Pflanzenschutzmittel infrage?
Zugelassene Präparate sind erst ein Thema, wenn der Erreger sicher bestimmt ist und sanftere Wege nicht reichen. Dann zählen die Zulassung für Haus- und Kleingarten, Gebrauchsanweisung, Schutzkleidung, Wartezeit und Entsorgung; solche Mittel können auch Nützlinge treffen. Wie du bei Sommerblumen Krankheiten vorbeugst und von Hand eingreifst, fasst der Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen im Sommerblumen-Ratgeber zusammen.
Stehen in deinem Beet auch Sommerastern, findest du im Ratgeber, wie du Krankheiten an Prinzess-Astern erkennst, die Schadbilder für diese Art.





