Wunderblumen gießen: wie oft, wann und wie im Beet und im Kübel
- Einen festen Gießrhythmus gibt es für Wunderblumen nicht: Bodenart, Temperatur und Niederschläge bestimmen den Bedarf.
- Vor dem Gießen prüfst du die Erde mit dem Finger, bei torffreier Topferde im unteren Bereich oder über das Topfgewicht.
- Gegossen wird morgens und direkt am Boden, so bleibt das Laub trocken und Pflanze und Boden trocknen tagsüber ab.
- Bei Hitze und Trockenheit bekommt ein Gartenbeet durchdringend etwa 20 bis 25 l/m², verteilt auf mehrere Gießgänge.
- Welke kann Wassermangel, Hitze oder nasse, geschädigte Wurzeln bedeuten, deshalb erst fühlen und dann gießen.
- Im Kübel bleiben die Abzugslöcher offen, und Wasser im Untersetzer wird ausgeleert.

Wenn eine Wunderblume an einem heißen Nachmittag die Blätter hängen lässt, liegt der Griff zur Gießkanne nahe. Das hilft, wenn die Erde ausgetrocknet ist. Steht die Pflanze aber in nasser Erde, kann jede weitere Kanne den Schaden an den Wurzeln vergrößern. Ich gieße meine Wunderblumen deshalb nicht nach Kalender, sondern fühle zuerst, wie feucht die Erde ist.
Die Wunderblume (Mirabilis jalapa) ist eine nicht winterharte Knollenpflanze, die häufig einjährig kultiviert wird. Ihre duftenden Blüten öffnen sich am späten Nachmittag und schließen sich am nächsten Morgen, die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Mehr dazu, was die Wunderblume in Herkunft, Duft und Sorten auszeichnet, steht in ihrem Porträt.
Was die Wunderblume beim Wasser braucht
Die Wunderblume braucht mäßig nährstoffreichen, feuchten und gut durchlässigen Boden. So beschreibt es die britische Gartenbaugesellschaft RHS. Für das Gießen heißt das: Die Erde soll Feuchtigkeit halten, überschüssiges Wasser aber abgeben können. Die US-Gartenberatung UW Extension nennt für gutes Wachstum eine mäßige Wasserversorgung zusammen mit gelegentlicher Düngung. Feucht ist also gewünscht, dauernd nass dagegen nicht.
Dazu kommt der Standort. Die Wunderblume braucht volle Sonne und soll vor kalten, austrocknenden Winden geschützt stehen. Wer beides zusammen plant, setzt sie an einen sonnigen Platz im Windschatten. Dort trocknet die Erde nicht zusätzlich durch den Wind aus.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet; vor kalten, austrocknenden Winden schützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Vor kalten, austrocknenden Winden schützen; vor dem Herausnehmen der Knollen im Herbst zurückschneiden.
- Düngung
Für gutes Wachstum gelegentlich düngen und mäßig mit Wasser versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Blumenrabatten und Beete.
Wie oft du Wunderblumen gießt
Einen festen Rhythmus, der für jeden Garten passt, gibt es nicht. Wie oft eine Wunderblume Wasser braucht, hängt von Bodenart, Temperatur und Niederschlägen ab. Dazu kommt ihr eigener Bedarf, und der zeigt sich an der Bodenfeuchte. Ein Beet kann nach kräftigem Regen gut versorgt sein, während ein Kübel unter dem Dachvorsprung trocken geblieben ist. Deshalb entscheidet die Erde, nicht der Wochentag.
So machst du die Fingerprobe
Vor dem Gießen steckst du einen Finger in die Erde und fühlst, ob sie trocken oder feucht ist. Bei torffreier Topferde reicht ein Blick auf die Oberfläche nicht. Sie kann oben schon trocken sein, während tiefere Schichten noch nass sind. Prüfe dort deshalb im unteren Bereich des Topfes oder heb das Gefäß an, denn ein nasser Topf ist deutlich schwerer als ein trockener. Ich hebe meine Kübel vor dem Gießen kurz an und fühle bei Zweifel zusätzlich mit dem Finger nach.
„Dunkle Erde ist feuchte Erde.“ Bei torffreier Blumenerde stimmt das nicht, eine dunkle Farbe garantiert keine Feuchtigkeit. Verlass dich auf den Finger oder auf das Gewicht des Topfes.
Gründlich gießen, wenn es nötig ist
Zeigt die Probe trockene Erde, gießt du gründlich. Im Topf durchfeuchtest du das Substrat bis zum Topfboden. Im Beet gießt du durchdringend, damit das Wasser dort ankommt, wo die Wurzeln sitzen. Wie oft das nötig wird, richtet sich wieder nach Pflanze, Boden und Wetter.
Wann und womit du gießt
Morgens und direkt am Boden
Ich gieße meine Wunderblumen morgens und setze die Kanne am Fuß der Pflanze an. Um diese Zeit schließen sich gerade die Blüten, die am späten Nachmittag zuvor aufgegangen sind. Morgens geht weniger Wasser durch Verdunstung verloren, und Pflanze und Boden trocknen tagsüber wieder ab. Bodennahes Gießen bringt das Wasser an die Wurzeln und hält das Laub trocken. Trocknen die Blätter rasch ab, sinkt das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten. Stehen deine Wunderblumen in Balkonkästen, gießt du bei Bedarf zusätzlich abends, ebenfalls direkt im Wurzelbereich.
Regenwasser oder Leitungswasser
Gesammeltes Regenwasser ist weich und salzarm und eignet sich gut als Gießwasser. Bei Leitungswasser kommt es auf die CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. an. Ist sie hoch, kann sie den pH-Wert im Substrat anheben und dadurch Eisen festlegen. Eisenmangel kann sich an gelben jungen Blättern zeigen, deren Adern zunächst grün bleiben. Vergilben die jungen Blätter einer Wunderblume im Kübel, lohnt deshalb neben dem Dünger auch ein Blick auf das Gießwasser.
Spielen kleine Kinder im Garten, verschließt du Regentonne und wassergefüllte Bottiche kindersicher.
Wunderblumen im Kübel gießen
Die Wunderblume eignet sich für Kübel und Gefäßbepflanzungen auf der Terrasse. Im Gefäß sind Wurzelraum und Erdvorrat allerdings begrenzt. Wie viel Wasser ein Kübel braucht, hängt von Wetter, Topfgröße und Gefäßmaterial ab. Mehr Erdvolumen vergrößert den Wasserspeicher. Ein großzügiger Kübel kann deshalb den raschen Wasserverlust an heißen Tagen besser abpuffern als ein kleiner Topf.
Damit sich kein Wasser staut, bleiben die Abzugslöcher offen. Das Substrat sollte strukturstabil sein, also Wasser speichern und Überschüssiges abgeben können. Beim Gießen durchfeuchtest du die Erde bis zum Topfboden und leerst danach den Untersetzer.
Wasser im Untersetzer stehen lassen. Es hält die Wurzeln dauerhaft nass, und Staunässe kann WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. und Welke nach sich ziehen. Leere den Untersetzer nach dem Gießen und auch nach starkem Regen.
Wasserspeicher und Tropfsysteme im Gefäß
Ein Kasten oder Kübel mit Wasserspeicher unterstützt dich erst, wenn die Pflanzen eingewurzelt sind. Bis dahin gießt du ganz normal von oben. Bei Balkonpflanzen ist dieser Punkt etwa 2 bis 3 Wochen nach der Pflanzung erreicht. Feuchteabhängige Tropfsysteme versorgen Kästen und Kübel abhängig von der Substratfeuchte mit Wasser. Bei Hitze prüfst du trotzdem nach, ob die Erde unten feucht ist.
Wunderblumen im Beet gießen
Im Beet steht der Wunderblume mehr Erde zur Verfügung als im Topf. In Trockenphasen braucht sie trotzdem Wasser, und dann gießt du durchdringend.
Sandreiche Böden lassen Wasser schnell durch und speichern wenig, tonreiche Böden vernässen leichter. HumusHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. aus Kompost oder organischem MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. verbessert, wie der Boden Wasser aufnimmt und speichert. Wie du Standort und Boden für Sommerblumen einschätzt, zeigt der Überblick zu den Sommerblumen.
Bei Hitze und Trockenheit bekommt ein Gartenbeet durchdringend etwa 20 bis 25 l/m². Diese Menge verteilst du auf mehrere Gießgänge. Sie gilt für die Beetfläche, nicht je Pflanze, und sie ist keine tägliche Pauschalmenge.
Mulch hält die Feuchte im Boden
Eine MulchdeckeEine Mulchschicht ist eine Abdeckung des Bodens, meist aus organischem Material wie Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht, verringert Erosion und hemmt Unkraut. vermindert die Verdunstung aus dem Boden und bremst seine Aufheizung. Eine dünne Decke schützt offenen Boden außerdem vor Verkrustung. Gesunden, unkrautsamenfreien Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und bringst ihn in dünnen Schichten aus, damit er nicht verklebt oder schimmelt. Bei feuchtem Wetter und Schneckengefahr legst du Mulch nur dünn aus. Steht deine Wunderblume zwischen Einjahresblumen, lässt du rohen, nicht kompostierten RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. weg. Stroh, Holz und Rinde können bei ihrer Zersetzung zudem Stickstoff im Boden binden.
Gießkanne oder Tropfbewässerung
Mit der Gießkanne prüfst und gießt du jede Pflanze einzeln. Das kostet Zeit, dafür siehst du dabei, wie es den Pflanzen geht. Eine Tropfbewässerung versorgt die Pflanzen gezielt im Wurzelbereich und kann Wasser sparen. Dafür musst du die Tropfer vor Verstopfen und Verkalken schützen. Für einzelne Wunderblumen im Beet nehme ich die Kanne, weil ich dabei ohnehin die Erde prüfe.
Zu wenig oder zu viel Wasser? So liest du die Zeichen
Hängende Blätter sind das auffälligste Signal, aber kein eindeutiges. Sie können von TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. kommen, von Hitze oder von Wurzeln, die durch Dauernässe abgestorben sind. Wer bei jeder Welke nachgießt, verstärkt im letzten Fall genau die Nässe, die den Schaden auslöst. Fühl deshalb zuerst die Erde und entscheide dann.
| Was du siehst | Was die Erde zeigt | Mögliche Ursache | Was du tust |
|---|---|---|---|
| Blätter hängen schlaff | auch unten trocken | Wassermangel | gründlich am Boden gießen, im Topf bis zum Topfboden |
| Blätter hängen schlaff | unten nass | durch Dauernässe geschädigte Wurzeln | nicht gießen, Abzugslöcher und Untersetzer prüfen |
| Blätter welken in der Hitze | noch feucht | Hitze | kein zusätzliches Wasser, Erde später erneut prüfen |
| junge Blätter gelb, Adern zunächst grün | häufig nass oder mit hartem Wasser gegossen | Eisenmangel durch Staunässe oder hohen pH-Wert | Wasserabzug verbessern, auf Regenwasser umstellen |
| braune Ränder an älteren Blättern | trocken oder Kübel kräftig gedüngt | Trockenschaden, Salzschaden oder Kaliummangel | Feuchte prüfen, bei ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. Salze auswaschen |
Bei einer überdüngten Kübelpflanze wäschst du die Salze mit langsam fließendem Wasser aus. Das Wasser muss dabei unten frei ablaufen können. Bleibt unklar, warum eine Wunderblume kümmert oder Flecken bekommt, kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Ursache klären.
Wenn meine Wunderblumen die Blätter hängen lassen, fühle ich zuerst unten im Topf nach und schaue in den Untersetzer. Erst danach fülle ich die Kanne oder lasse sie stehen.
Aussaat und junge Pflanzen
Säst du Wunderblumen aus, darf die Erde während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen. Wie du Wunderblumen im Garten aussäst, beschreibt ein eigener Ratgeber. Saatzeiten vieler Sommerblumen findest du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Gießen und Düngen zusammen denken
Dünger gibst du auf feuchten Boden, damit seine Nährstoffe unmittelbar wirken können. Bei großer Hitze und Trockenheit kommt Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden, nicht über das Laub. Zeitpunkt, Düngerart und Menge findest du im Ratgeber, wie du Wunderblumen richtig düngst.


