Prunkwinde hängend: So ziehst du Winden in Hängekorb und Balkonkasten
- Prunkwinden lassen sich in Blumenampeln ziehen, ihre Ranken hängen dann über den Topfrand.
- Die Trichterwinde 'Morning Glory Mischung' ziehst du von März bis Mai vor.
- Ihre Samen kommen 1 bis 2 cm tief in die Erde.
- Im Gefäß bekommen Prunkwinden ein nährstoffreiches und durchlässiges Substrat.
- Vor dem Gießen hebst du den Hängekorb an oder prüfst die Erde unten im Kasten.
- Ipomoea indica schneidest du vor dem Frost zurück und überwinterst sie kühl und frostfrei.

Eine Prunkwinde muss nicht klettern. In einem Hängekorb hängen ihre Ranken über den Rand, im Balkonkasten führst du sie an einem Gitter nach oben. Ich lege schon vor der Aussaat fest, welche Pflanzen in den Korb und welche in den Kasten kommen, weil beide Gefäße anders vorbereitet werden. Im Gefäß kommt es dann auf drei Dinge an: durchlässiges Substrat, Gießen erst nach der Feuchteprüfung und im Kasten eine Rankhilfe, die fest sitzt.
Prunkwinde hängend oder rankend: zwei Wege im Gefäß
Ja, die Prunkwinde lässt sich hängend ziehen. Prunkwinden können in Blumenampeln wachsen, ihre Ranken hängen dann über den Topfrand herab. Im Balkonkasten nutzt du die andere Richtung: Junge Pflanzen der Trichterwinde bekommen eine Kletterhilfe, an der sie nach oben wachsen.
Beide Wege haben ihre Vorzüge. Der Hängekorb braucht kein Gerüst und lässt sich bei Kälte abhängen. Der Kasten mit Gitter macht mehr Arbeit, weil Gefäß und Rankhilfe sicher stehen müssen. Dafür wächst die Winde dort in die Höhe statt nach unten.
Im Hängekorb lege ich die jungen Triebe in den ersten Wochen über den Rand. In dieser Zeit lassen sich Klettertriebe noch gut in die gewünschte Richtung lenken.
Ich setze die Winden im Hängekorb an den Rand und die aufrechten Partner in die Mitte. So kann ich die jungen Triebe gleich nach außen legen.
Welche Winden passen in Hängekorb und Kasten?
Für das Gefäß unterscheide ich zwei Gruppen: Winden, die ich jedes Frühjahr neu aus Samen ziehe, und Winden, die ich über den Winter behalte. Die Wahl hängt vor allem davon ab, ob du einen kühlen, frostfreien Raum hast.
Trichterwinde ‘Morning Glory Mischung’
Die Trichterwinde Ipomoea purpurea ziehst du aus Samen, etwa als ‘Morning Glory Mischung’. Diese Mischung wird im Frühjahr im Haus vorgezogen oder direkt gesät. Die Trichterwinde braucht einen durchlässigen Boden, der nicht austrocknet. Im Gefäß heißt das: durchlässige Erde mit Wasserabzug, und gegossen wird, bevor die Erde unten trocken ist.
Junge Pflanzen bekommen eine Kletterhilfe, wenn sie im Kasten nach oben wachsen sollen. Im Hängekorb lässt du die Ranken stattdessen hängen.
Ipomoea indica zum Überwintern
Wer seine Winde behalten möchte, nimmt Ipomoea indica. Diese Art wird vor dem Frost zurückgeschnitten und kühl sowie frostfrei überwintert. Dafür brauchst du im Haus einen Platz, an dem es kühl bleibt und nie friert.
Die Trichterwinde verlangt jedes Frühjahr eine neue Aussaat, aber keinen Winterplatz. Ipomoea indica verlangt dagegen einen RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. vor dem Frost und einen frostfreien Raum. Ohne einen solchen Raum bleibt die Trichterwinde aus Samen die einfachere Wahl.
Aussäen für Hängekorb und Balkonkasten
Die ‘Morning Glory Mischung’ kannst du vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. oder direkt säen. Für Hängekörbe ziehe ich vor, damit ich Jungpflanzen einsetzen kann, statt auf das AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. im Korb zu warten. Den Balkonkasten säe ich direkt.
| Schritt | ‘Morning Glory Mischung’ |
|---|---|
| Vorkultur im Haus | März bis Mai |
| Direktsaat | April bis Mai |
| Saattiefe | 1 bis 2 cm |
| Keimtemperatur | 18 bis 22 °C |
| Keimdauer bei dieser Temperatur | 7 bis 14 Tage |
| VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. nach dem Auflaufen | auf etwa 30 cm |
Vorkultur im Haus
Für die Vorkultur nimmst du frische, ausgewiesene Aussaaterde und saubere Gefäße mit Wasserabzug. Das Saatgut darf während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen. Eine Folienabdeckung lüfte ich täglich und nehme sie nach der Keimung ab.
Nach dem Auflaufen brauchen die Sämlinge genug Licht, denn Lichtmangel begünstigt lange, instabile Triebe. Senk dann auch die Temperatur, weil viel Wärme bei wenig Licht weiche Triebe fördert.
Vor dem Umzug ins Freie härtest du die Jungpflanzen ab. Die Pflanzen stehen zuerst geschützt im Schatten und kommen danach schrittweise in die Sonne. Gepflanzt wird erst bei frostfreiem Wetter. Wird es nachts noch einmal kalt, holst du den Hängekorb wieder unter Dach.
Direktsaat im Kasten
Säst du direkt in den Balkonkasten, legst du die Samen in einer Reihe vor das Gitter. Nach dem Auflaufen vereinzelst du die Sämlinge auf etwa 30 cm in der Reihe. So steht jede Pflanze einzeln vor ihrem Stück Gitter und kann daran hochwachsen.
Vereinzeln heißt, von dicht aufgelaufenen Sämlingen nur so viele stehen zu lassen, wie Platz haben. Die übrigen zupfst du vorsichtig heraus.
Mehr zu Zeitpunkt und Technik steht im Ratgeber, wann und wie du Winden aussäst. Die Termine aller Sommerblumen hast du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken beisammen.
Hängekorb und Kasten vorbereiten
Gefäß mit Wasserabzug
Ein Pflanzgefäß für draußen braucht am Boden mindestens ein Abzugsloch. Ich prüfe Hängekorb und Kasten darauf, bevor ich sie befülle. Die Löcher müssen frei bleiben, und unter dem Gefäß muss das Wasser abfließen können. Sonst entsteht an regenreichen Tagen Staunässe.
Das passende Substrat
Prunkwinden bekommen im Gefäß ein nährstoffreiches und durchlässiges Substrat. Die Erde braucht eine stabile Struktur, die mineralische Anteile wie Bims oder Blähton unterstützen können. Gute Balkonerde versorgt die Wurzeln auch nach starkem Regen oder einer Trockenphase weiter mit Luft und Wasser. Bei torffreier Erde wähle ich eine Qualitätserde, die mindestens drei Torfersatzstoffe offen deklariert.
Für den Hängekorb folgt daraus eine Entscheidung über die Größe. Die Trichterwinde braucht Erde, die nicht austrocknet, und ein größeres Erdvolumen kann mehr Wasser bevorraten. Nimm deshalb lieber einen größeren Korb, damit sein Wasservorrat heiße Tage abpuffert.
Ziehst du Winden im Beet, findest du im eigenen Ratgeber, wie du den Boden für Winden mit Analyse und Lockerung vorbereitest.
Locker statt dicht pflanzen
Wie viele Winden in einen Hängekorb passen, hängt von seiner Größe ab. Ich pflanze lieber locker, weil ein sehr dichter Bestand bei Balkonpflanzen GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. begünstigt.
Der Platz für Hängekorb und Kasten
Such für Hängekorb und Kasten einen Platz, an dem der Wind die Triebe nicht knickt. Vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele können bei Balkonpflanzen zu Befallsstellen für Grauschimmel werden. Wie du Licht und Platz grundsätzlich einschätzt, steht im Abschnitt Standort und Boden im Sommerblumen-Ratgeber.
Gießen im Hängekorb und Balkonkasten
Gieß Hängekorb und Kasten so, dass das Substrat bis zum Gefäßboden durchfeuchtet ist. Wie oft das nötig ist, richtet sich nach dem Bedarf der Pflanze und nicht nach einem festen Plan.
Erst prüfen, dann gießen
Den Bedarf prüfst du im unteren Bereich des Substrats oder über das Gewicht des Gefäßes. Beim Hängekorb nehme ich das Gewicht: Ich hebe ihn von unten an, und ein leichter Korb bekommt Wasser. Beim Kasten stecke ich den Finger tief in die Erde, nicht nur an die Oberfläche. Torffreie Erde trocknet oben schnell ab und kann darunter noch feucht sein.
Welke heißt nicht automatisch Durst
Hängen die Triebe schlaff, prüfe ich zuerst die Feuchte der Erde. Auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln können Welke verursachen, und dann hilft zusätzliches Wasser nicht.
Einen schlaffen Hängekorb sofort nachgießen. Heb ihn erst an oder fühl unten im Substrat, ob die Erde noch feucht ist.
Nässe ablaufen lassen
Wassergefüllte Untersetzer leere ich nach Regen, damit keine Nässe an den Wurzeln steht. Gieß bodennah auf die Erde, so kommt das Wasser an die Wurzeln und weniger verdunstet. Als Gießwasser eignet sich gesammeltes Regenwasser.
Düngen im Gefäß
Setzt du Prunkwinden in vorgedüngte Blumenerde, gilt wie für Kübelpflanzen: Zunächst verzichtest du 4 bis 6 Wochen auf zusätzlichen Dünger. Danach zeigen kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum, dass die Versorgung stimmt. Die Grundlagen zu Wasser und Nährstoffen findest du im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen.
Rankhilfe am Balkonkasten
Im Kasten soll die Winde nach oben wachsen, also braucht sie eine Stütze. Junge Pflanzen der Trichterwinde bekommen eine Kletterhilfe, deshalb stelle ich das Gitter schon beim Pflanzen auf.
Standfest und gesichert
Ein Gefäß für Kletterpflanzen, die du für eine Saison ziehst, braucht genug Standfestigkeit. Das Klettergerüst sicherst du möglichst zusätzlich an einer festen Rückwand. Bei einer Befestigung an der Wand müssen Verankerung und Material zum Wandaufbau passen. Beides muss außerdem das Gewicht von Gerüst und Bewuchs tragen, Witterungslasten eingeschlossen.
Das Material
Für die Rankhilfe nimmst du wettergeeignetes Material. Ist es behandelt, darf die Oberflächenbehandlung den Pflanzen nicht schaden.
Triebe anleiten und Gitter kontrollieren
In den ersten Wochen führe ich die jungen Triebe ans Gitter und befestige sie vorsichtig. Gerüst und Befestigung kontrollierst du bei der Pflege regelmäßig auf sichtbare Schäden.
Gitter beim Pflanzen aufstellen, Kasten standfest platzieren, Gerüst an einer festen Rückwand sichern, wetterfestes Material ohne schädliche Behandlung wählen, junge Triebe anleiten, Befestigung regelmäßig prüfen.
Für Rankhilfen im Garten, etwa an Zaun oder Pergola, zeigt ein eigener Ratgeber, welche Rankhilfe zu welcher Winde passt und wie du sie verankerst.
Winden als Sichtschutz
Ein bewachsenes Gitter am Kasten kann auch Blicke vom Balkon abhalten. Wie du mit Winden und Rankhilfen einen dichten, blühenden Sichtschutz anlegst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Winden mit Partnern kombinieren
Winden lassen sich mit aufrechten Balkonblumen in ein Gefäß setzen. Dabei kommt es darauf an, dass kein Partner die anderen verdrängt.
In gemischten Balkonpflanzungen können schwache Partner im Sommer verdrängt werden. In einer Prüfung solcher Pflanzungen wurden Petunien häufig dominanter. Auch kletternde Kapuzinerkresse kann mit ihren langen Trieben andere Pflanzen unterdrücken. Setzt du Winden zu solchen starken Partnern, gib jeder Pflanze Raum und schau im Sommer nach, wer überhandnimmt.
Für den Hängekorb kommt die Elfenspiegel-Mischung aus Nemesia strumosa in Frage, die sich für Ampeln, Töpfe und Kästen eignet. Die Mischung verträgt sonnige bis halbschattige Plätze. Husarenknöpfchen setzt du in gemischten Kübeln vorzugsweise an den vorderen Rand. Die Sorte ‘Solaris’ blüht leuchtend gelb.
Für Insekten wähle ich Partner mit ungefüllten oder halbgefüllten Blüten, weil viele davon Pollen und Nektar liefern. Stark gefüllte Blüten meidest du für diesen Zweck.
Räumst du die Trichterwinde im Herbst ab, kann der Hängekorb mit Garten-Stiefmütterchen weitermachen. Stiefmütterchen eignen sich für Ampeln und für gemischte Gefäße im Frühjahr und Herbst.
Wenn Winden kränkeln
Bei hoher Luftfeuchte kann Grauschimmel einen grauen Belag auf faulenden Pflanzenteilen bilden. Diese Teile entfernst du, das kann den Befall eindämmen. Bei schwachem Blattlausbefall genügt an Zierpflanzen häufig ein Wasserstrahl, und wie du darüber hinaus vorbeugst, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Neu säen oder überwintern?
Die Trichterwinde ziehst du jedes Frühjahr neu aus Samen, Ipomoea indica kann dagegen im Gefäß überwintern. Was bei Winden in jedem Abschnitt des Gartenjahres ansteht, zeigt der Ratgeber zu den Pflegearbeiten an Winden Monat für Monat.
Winterquartier für Hängekorb und Kasten
Ipomoea indica schneidest du vor dem Frost zurück und überwinterst sie kühl und frostfrei. Ich kürze die Ranken so weit, dass Hängekorb oder Kasten bequem ins Quartier passen.
In frei stehenden Pflanzgefäßen friert der WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. schneller durch als im Gartenboden. Weil Ipomoea indica frostfrei überwintern muss, holst du Hängekorb und Kasten deshalb vor dem ersten Frost herein und nicht erst danach.
Im Quartier prüfe ich die Erde, bevor ich gieße, und leere Untersetzer, damit keine Nässe an den Wurzeln steht.
Gitter und Werkzeug nach der Saison
Aus dem Kastengitter entferne ich tote Pflanzenteile und prüfe es auf Schäden, bevor es im nächsten Jahr wieder Bewuchs trägt. Waren Pflanzen krank, reinige ich Schere und Handschuhe, bevor ich damit an gesunde Pflanzen gehe.
Saatgut der Trichterwinde für das nächste Jahr
Von der Trichterwinde nimmst du Saatgut mit ins nächste Jahr. Dafür lässt du einzelne Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen und erntest bei trockenem Wetter. Gesammelt werden braune, ausgereifte Samen. Du trocknest sie auf Papier nach, trennst sie von Pflanzenresten und lagerst sie beschriftet kühl, dunkel und trocken. Stammen deine Pflanzen aus HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren., können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.
Ipomoea indica vor dem Frost zurückschneiden und frostfrei stellen, das Kastengitter säubern und prüfen, reife Samen der Trichterwinde ernten und beschriftet lagern.




