Flammenblumen kompakt halten: Rückschnitt, Auslichten, Pinzieren, Stützen
- Gesunde Phloxstängel über Winter stehen lassen und im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr zurückschneiden, im Hausgarten auf 3 bis 5 cm.
- Pilzbefallene Blätter und kranke Triebe schon im Herbst entfernen.
- Im Austrieb die dünnsten Triebe an der Basis herausnehmen, damit Licht in den Horst kommt.
- Nur weiche Triebspitzen ohne sichtbare Knospe pinzieren und nie den ganzen Horst.
- Verblühte Rispen abschneiden, bevor Samen reifen, denn Sämlinge sind meist nicht farbecht.
- Stäbe früh setzen, denn Staudenphlox wird 100 bis 150 cm hoch.

Staudenphlox wird 100 bis 150 cm hoch, und ein so hoher Horst kann im Sommer auseinanderfallen. Stehen die Triebe zudem dicht und bekommen wenig Licht, fehlt eine wichtige Vorbeugung gegen Echten MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt.. Ich halte meine Flammenblumen deshalb mit fünf Handgriffen in Form, die sich über das Jahr verteilen: zurückschneiden, auslichtenAuslichten ist ein Schnitt, bei dem einzelne Triebe ganz herausgenommen werden, statt alle einzukürzen. Bei Sträuchern schneidest du dafür ältere, kranke oder zu schwache Triebe direkt über dem Boden ab., pinzieren, ausputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. und stützen.
Gemeint ist hier der hohe Staudenphlox, Phlox paniculata, auch Flammenblume genannt. Welche weiteren Arten und Sorten es gibt, zeigt dir der Überblick über Phlox-Arten und Sorten. Hier geht es darum, wie der Horst kompakt, standfest und blühfreudig bleibt.
Das Schnittjahr auf einen Blick
Jeder Handgriff hat seinen Zeitpunkt. Die Tabelle ordnet sie, die Abschnitte darunter erklären die Gründe.
| Zeitpunkt | Handgriff | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Herbst | pilzbefallene Blätter und kranke Triebe entfernen | gesunde Stängel bleiben stehen |
| Winter | Stängel stehen lassen | natürlicher Winterschutz, Unterschlupf für Insekten |
| Spätwinter bis zeitiges Frühjahr | alte Stängel bodennah zurückschneiden | im Hausgarten auf 3 bis 5 cm |
| Frühjahr, im Austrieb | auslichten und Stützen setzen | dünnste Triebe an der Basis heraus |
| solange die Triebe weich sind | einen Teil der Triebspitzen pinzieren | nur Spitzen ohne sichtbare Knospe |
| nach der Blüte | verblühte Rispen abschneiden | keine Samenbildung, keine SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist nährstoffreicher, feuchter Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, feuchter Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Stadt- und Hofgärten, Bauern- und informelle Gärten.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Aussaat 3 Wochen bei 4 °C halten, danach bei 20 °C weiterkultivieren.
Pflege
- Pflege
Gartenphloxe alle paar Jahre teilen und in frische Erde setzen. Samenstände vor der Selbstaussaat abschneiden, da Nachkommen meist nicht farbecht sind und häufig Hybriden vorkommen.
- Düngung
Hohe Phloxe wie Phlox paniculata im Frühjahr mit Kompost oder Hornspänen versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich als Schnittblume sowie für Blumenbeete und Rabatten.
Wann schneide ich Phlox zurück?
Die alten Stängel schneide ich nicht im Herbst, sondern im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr. Bis dahin bleiben die gesunden Stängel stehen, denn abgestorbene Stängel und Blätter bilden einen natürlichen Winterschutz. Ein Teil der dürren Stängel bietet zudem Insekten Unterschlupf, und den kannst du sogar ganzjährig stehen lassen.
Beim Schnitt kommen die alten Stängel bodennah weg. Im Hausgarten setzt du die Schere 3 bis 5 cm über dem Boden an. Beim flächigen RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. größerer Pflanzungen liegt die Schnitthöhe bei 5 bis 10 cm. Danach hat der neue Austrieb Licht und Platz, und du siehst, wie dicht der Horst treibt.
Beim Frühjahrsschnitt arbeite ich mich von außen nach innen durch den Horst. Ich schneide die alten Stängel einzeln und schaue dabei auf den Grund, damit ich keinen frischen Austrieb erwische.
Und was ist mit dem Schnitt im Herbst?
Im Herbst greife ich nur dort zur Schere, wo Pilze sitzen. Pilzbefallene Blätter kommen schon im Herbst weg, gesundes altes Laub darf dagegen bis April oder Mai stehen bleiben. Zeigt der Phlox Echten Mehltau, entfernst du zuerst die befallenen Blätter oder schneidest die kranken Triebe zurück.
Ein Herbstschnitt und der Frühjahrsschnitt widersprechen sich also nicht. Der eine räumt Krankes ab, der andere nimmt die gesunden alten Stängel weg, wenn der Winter vorbei ist. Wie du Flammenblumen durchs ganze Gartenjahr pflegst, mit Gießen, Winterschutz und Krankheitsvorsorge, beschreibt der Pflege-Ratgeber zum Phlox.
Den ganzen Horst im Herbst kahl schneiden und mehltaubefallenes Laub im Beet liegen lassen. Umgekehrt ist es richtig: Krankes Laub kommt im Herbst weg, gesunde Stängel bleiben bis zum Spätwinter stehen.
Wie lichte ich einen Phloxhorst aus?
Steht der Austrieb im Frühjahr dicht, lichte ich aus. Ich nehme die dünnsten Triebe direkt an der Basis heraus und lasse die kräftigen stehen. Wie viele das sind, entscheide ich am Horst selbst: Zwischen den verbleibenden Trieben soll Luft bleiben, und Licht soll bis an die inneren Blätter kommen.
Der Grund liegt beim Echten Mehltau. Er kann Phlox besonders bei trocken-warmer Witterung befallen und zeigt sich dann als weißer, mehlartiger Belag. Zur Vorbeugung gehören gute Belichtung, ausreichende Pflanzabstände und eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Wer nur in nassen Sommern an Pilze denkt, übersieht also genau das Wetter, bei dem Mehltau am Phlox besonders auftreten kann. Deshalb lichte ich auch dann aus, wenn ein trockener Sommer angesagt ist.
Für Staudenphlox liegt der Pflanzabstand bei 40 bis 50 cm. In Gruppen von 3 bis 5 Pflanzen kommt er als mittelhohe bis hohe Staude gut zur Wirkung.
Wie pinziere ich Staudenphlox?
Pinzieren heißt, die weiche Spitze eines Triebs mit Daumen und Zeigefinger auszukneifen. Der Trieb wächst dort nicht weiter in die Länge und kann sich darunter verzweigen.
Von Landnelken im Topf ist das Prinzip bekannt: Stutzen fördert einen gedrungenen, dicht verzweigten Wuchs, verlängert aber die Kulturzeit. Am Staudenphlox nutze ich den Handgriff gezielt und nie am ganzen Horst.
Ich kneife nur weiche Triebspitzen aus, an denen noch keine Knospe zu sehen ist. Meist nehme ich mir die Triebe am Beetrand vor. Weil Stutzen Zeit kostet, können die gekniffenen Triebe später blühen als die übrigen. Ich richte mich dabei nach dem Trieb und nicht nach dem Kalender. Pinzieren ergänzt das Auslichten, es ersetzt weder Rückschnitt noch Stütze.
Warum schneide ich Verblühtes ab?
Ist eine Rispe verblüht, schneide ich sie ab. Ein Rückschnitt nach der Blüte verhindert beim Staudenphlox die Samenbildung und damit unerwünschte Selbstaussaat.
Das ist mehr als Ordnung im Beet. Sämlinge aus Gartenphlox sind meist nicht farbecht, weil Gartenphloxe häufig Hybridanteile haben. Reifen die Samen aus, können also zwischen deiner Sorte Sämlinge in anderen Farben aufgehen.
Bei vielen Stauden kann Samenbildung außerdem weitere Blüten vermindern, sodass das Entfernen welker Blüten die weitere Blüte fördern kann. Wie du mit Ausputzen und gestaffelt blühenden Sorten die Blütezeit deiner Flammenblumen verlängerst, zeigt der Ratgeber dazu.
Staudenphlox eignet sich auch als Schnittblume. Wer Rispen für die Vase schneidet, nimmt sie dem Horst ab, bevor sie Samen bilden. Frisch geschnitten stellst du sie zuerst 2 Stunden kühl und schattig bis unter die Blüten ins Wasser.
Wie stütze ich hohe Flammenblumen?
Hohe Sorten brauchen Halt, damit der Horst nicht auseinanderfällt. Hochwachsende Stauden kannst du im Sommer und Herbst mit Stützen oder durch Anbinden sichern.
Ich setze die Stäbe im Frühjahr, solange die Triebe noch kurz sind, weil sich kurze Triebe leichter führen lassen als lange, die schon überhängen. Einzelne Triebe binde ich an einen Stab, eine ganze Gruppe fasse ich mit einem Band zusammen. Das Band lege ich locker an, damit es die Stängel nicht einschnürt. Wächst der Phlox weiter, binde ich eine Etage höher nach.
Was sonst zur Phlox-Pflege gehört
Schnitt und Stütze sind nur ein Teil der Pflege. Die Grundlagen zu Standort, Gießen und Düngen von Stauden findest du im Stauden-Überblick, ausführlich für den Phlox auch im oben verlinkten Pflege-Ratgeber. Hier stehen nur die Hinweise, die zum Schnitt passen.
Standort
Staudenphlox wächst gern auf nährstoffreichem, feuchtem Boden in voller Sonne oder im Halbschatten. Licht, Bodenvorbereitung und pH-Werte erklärt der Stauden-Überblick unter Standort und Boden.
Gießen
Gieß Phlox bei Bedarf durchdringend, bevor der Boden auch im Untergrund ausgetrocknet ist. Am besten gießt du morgens direkt an den Wurzeln statt über die Blätter. Eine Mulchdecke hält die Bodenfeuchte länger und schützt die Oberfläche vor Verkrustung.
Düngen
Als Prachtstaude bekommt Phlox im Frühjahr 3 l Kompost/m², den du leicht einarbeitest. Stark wachsende Prachtstauden wie Phlox können zu dieser Kompostgabe zusätzlich bis zu 50 g HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne./m² erhalten. Wie du Flammenblumen bedarfsgerecht düngst, zeigt der Dünge-Ratgeber.
Teilen und Vermehren
Lässt die Blühleistung nach, kann nach 3 bis 5 Jahren Teilen und Neupflanzen nötig werden, beim Phlox gleich zusammen mit den frühen Frühjahrsarbeiten. Phlox-Paniculata-Hybriden lassen sich im Frühjahr auch über StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. vermehren. Wie du Flammenblumen aus Samen anziehst, erklärt die Aussaat-Anleitung.
Winter und Topf
Staudenphlox gilt als winterhart, und die stehen gelassenen Stängel bilden zusätzlich einen natürlichen Winterschutz. Im Kübel schützt eine isolierende Topfumhüllung den WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt., wobei Gießen und Wasserabfluss möglich bleiben müssen.
Krankheiten
Neben dem Echten Mehltau lohnt beim Phlox ein Blick auf die Triebe, denn nicht jeder gedrungene Wuchs ist gewollt. Verschmälerte, deformierte Blätter an gedrungenen, leicht verdickten Trieben können auf Stängelälchen hinweisen. Wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, erklärt der Stauden-Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.





