Iris-Pflege: richtig pflanzen, teilen und im Herbst versorgen
- Bart-Iris brauchen einen sonnigen Platz mit gut durchlässigem Boden und vertragen eingewachsen Hitze und Trockenheit.
- Das Rhizom der Bart-Iris setzt du so flach, dass seine Oberseite etwas über der Erde sichtbar bleibt.
- Bart-Iris teilst du alle drei bis fünf Jahre nach der Blüte im Spätsommer.
- Jedes Teilstück braucht mindestens einen gesunden Blattfächer und einige Wurzeln.
- Im Herbst entfernst du pilzbefallene Blätter und gibst ab dem Spätsommer keinen Stickstoff mehr.
- Länger anhaltende Staunässe begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule.

Im Herbst stehen bei Iris drei Arbeiten an: frisch geteilte Rhizome zum Anwachsen bringen, kranke Blätter aus dem Beet holen und mit dem Stickstoff aufhören. Ich gehe dafür nach der Blüte mit Grabegabel, Messer und Etiketten durch meine Bart-Iris. Dabei notiere ich, welcher Horst schwächer blüht und geteilt werden soll. Für eine reiche Blüte zählen außerdem der Platz und die Pflanztiefe. Bei der Bart-Iris läuft beides anders als bei vielen Stauden, denn ihr Rhizom bleibt oben sichtbar.
Welche Iris steht in deinem Garten?
Die Pflege richtet sich danach, welche Iris du hast. Bart-Iris sind Stauden für sonnige Beete mit gut durchlässigem Boden. Ihr Rhizom liegt flach im Boden, und durch Teilen lassen sich alte Horste verjüngen.
Die Wiesen-Schwertlilie (Iris sibirica) gehört dagegen an den Übergang vom Garten in eine Feuchtzone. Für sie suchst du also einen anderen Platz als für die Bart-Iris.
Daneben gibt es niedrige Schwertlilien-Hybriden mit 15 cm Wuchshöhe. Diese HybridenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. blühen schon im Februar und März und haben eigene Pflanzregeln. Ihre Werte überträgst du nicht auf die Bart-Iris, sonst setzt du deren Rhizom zu tief.
Iris-Pflege im Herbst: was jetzt ansteht
Die Herbstarbeit an Bart-Iris beginnt im Spätsommer, sobald die Blüte vorbei ist. Danach folgen Laubkontrolle, Düngepause und Winterschutz für Iris im Kübel. Die Tabelle zeigt dir die Reihenfolge.
| Arbeit | Zeitpunkt | So gehst du vor |
|---|---|---|
| Bart-Iris teilen | Spätsommer nach der Blüte, alle drei bis fünf Jahre | Jedes Teilstück braucht mindestens einen gesunden Blattfächer und einige Wurzeln. |
| Teilstücke einsetzen | gleich nach dem Teilen | Flach setzen, die Rhizomoberseite bleibt etwas über der Erde sichtbar; angießen und bis zum Anwachsen gleichmäßig feucht halten. |
| Laub durchsehen | Herbst | Pilzbefallene Blätter entfernen; gesundes altes Laub kann bis April oder Mai stehen bleiben. |
| Düngung | ab Spätsommer | Keine Stickstoffdüngung mehr. |
| Niedrige Schwertlilien-Hybriden pflanzen | September bis Dezember | 8 cm tief setzen. |
| Iris im Kübel | Winter | Topf isolieren; Gießen und Wasserabfluss müssen möglich bleiben. |
Den Stickstoff lässt du weg, weil die Pflanzen ab dem Spätsommer aushärten sollen. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Beim Laub trennst du gesund und krank: Abgestorbene Blätter und Stängel bilden bei Stauden einen natürlichen Winterschutz, pilzbefallene Blätter kommen dagegen schon im Herbst heraus. Ich sammle die kranken Blätter in einem Eimer und gebe sie nicht auf den Kompost.
Der richtige Platz für Iris
Bart-Iris pflanzt du an einen sonnigen Platz mit gut durchlässigem Boden. Sind die Pflanzen eingewachsen, vertragen sie Hitze und Trockenheit. Vor dem Pflanzen schaue ich mir an, wo nach einem kräftigen Regen Wasser stehen bleibt. Dort setze ich keine Bart-Iris.
Die Wiesen-Schwertlilie setzt du dorthin, wo der Garten in eine Feuchtzone übergeht. Für die niedrigen Schwertlilien-Hybriden passt ein Platz in der Sonne oder im Halbschatten.
Ob dein Boden Kalk braucht, zeigt erst eine Messung, denn gekalkt wird nur bei einem für die Bodenart zu niedrigen pH-Wert. Welche pH-Zielbereiche für Sand, Lehm und Ton gelten und wie ein Sandbeet funktioniert, steht im Abschnitt Standort und Boden für Stauden und Ziergräser.
Iris pflanzen: das Rhizom bleibt sichtbar
Bevor eine Iris einzieht, holst du Wurzelunkräuter heraus und lockerst Verdichtungen. Bei Wurzelunkräutern nimmst du die Grabegabel und sammelst Rhizom- und Wurzelstücke sorgfältig ab. Neigt die Stelle zu Staunässe, lockerst du auch tiefer liegende Verdichtungen. Erst danach arbeitest du bei Bedarf mineralisches Material ein, damit der Boden durchlässiger wird.
Bei der allgemeinen Staudenpflanzung bekommt der WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. eine Bodenabdeckung von 1 cm. Bart-Iris setzt du flacher, sodass die Oberseite des Rhizoms etwas über der Erde sichtbar bleibt. Wer Iris wie jede andere Staude einpflanzt, setzt sie also zu tief.
Ich hebe eine flache Mulde aus, lege das Rhizom hinein und breite die Wurzeln darunter aus. Dann drücke ich die Erde seitlich an, bis nur noch der Rücken des Rhizoms herausschaut. Kaufst du die Iris im Topf, tauchst du den Ballen vorher in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Nach dem Pflanzen gießt du an und hältst die Erde bis zum Anwachsen gleichmäßig feucht. Den Pflanzabstand nimmst du von der Angabe deiner Sorte.
Die niedrigen Schwertlilien-Hybriden pflanzt du von September bis Dezember. Diese Hybriden kommen 8 cm tief in den Boden.
Wer die Pflanztiefe von 8 cm der niedrigen Schwertlilien-Hybriden auf Bart-Iris überträgt, setzt das Rhizom zu tief. Bei Bart-Iris bleibt die Oberseite des Rhizoms etwas über der Erde sichtbar.
Iris teilen: wann es Zeit ist und wie es geht
Lässt die Blühleistung eines Horstes nach, verjüngst du ihn durch Teilen und Neupflanzen. Bart-Iris teilst du dafür alle drei bis fünf Jahre, und zwar nach der Blüte im Spätsommer.
Den Horst nach der Blüte im Spätsommer behutsam ausgraben. Alte, abgestorbene Rhizomteile abtrennen. Nur Teilstücke mit mindestens einem gesunden Blattfächer und einigen Wurzeln behalten. Die Stücke flach setzen, sodass die Rhizomoberseite sichtbar bleibt. Angießen und bis zum Anwachsen gleichmäßig feucht halten.
Ich schneide mit einem scharfen, sauberen Messer und stecke zu jedem Teilstück gleich ein Etikett mit dem Sortennamen. Willst du eine Sorte behalten, ist Teilen der Weg und nicht die Aussaat. Bei Hybridsorten können Nachkommen aus selbst geernteten Samen deutlich von der Mutterpflanze abweichen.
Ich teile nicht alle Horste im selben Jahr. Jedes Jahr nehme ich mir einen Teil des Beets vor, sodass die übrigen Iris ungestört weiterwachsen.
Gießen: bis zum Einwachsen feucht, danach nach Bedarf
Frisch gepflanzte und frisch geteilte Bart-Iris hältst du gleichmäßig feucht, bis sie angewachsen sind. Hitze und Trockenheit vertragen Bart-Iris erst nach dem Einwachsen. Im ersten Jahr verlässt du dich deshalb nicht auf ihre Trockenheitsverträglichkeit, sondern gießt bei anhaltender Trockenheit nach.
Neu angelegte Staudenpflanzungen gießt du in den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend, mit etwa 25 l/m² je Gießgang.
Gieße morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird. Durchdringend gegossen wird, bevor der Boden auch im Untergrund ganz ausgetrocknet ist. Ich prüfe dafür mit dem Finger, wie feucht die Erde unter der Oberfläche ist.
Düngen: nach dem Boden, ab Spätsommer ohne Stickstoff
Wie viel Dünger deine Iris brauchen, legst du nicht nach Gefühl fest. Die Gaben richten sich nach dem Pflanzenbedarf und nach einer Düngeempfehlung, die auf einer Bodenuntersuchung beruht.
Stehen deine Iris in einem Beet mit Prachtstauden, bekommt die Fläche im Frühjahr 3 l Kompost/m², leicht eingearbeitet. Ich arbeite den Kompost zwischen den Horsten ein und lasse die Rhizomoberseiten frei. Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt den Boden alle 4 bis 5 Jahre untersuchen. Dabei geht es um Phosphor und Kalium, die sich anreichern können. Sind die Werte stark erhöht, schränkst du weitere Kompostgaben ein.
Stickstoff gibst du nicht auf Vorrat, weil überhöhte oder zu häufige Gaben als Nitrat ausgewaschen werden können. Ab dem Spätsommer lässt du ihn ganz weg. Rohen RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. lasse ich im Irisbeet ebenfalls weg, denn er bindet Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet.
Verblühte Blütenstände entfernen
Welke BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. nimmst du nach der Blüte heraus, weil das rechtzeitige Entfernen bei vielen Stauden die unerwünschte SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern kann. Wo du den Stiel ansetzt, wie du mit dem Laub umgehst und welche Stiele in die Vase dürfen, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Blütenstiele und Blätter der Iris kürzt und Stiele für die Vase erntest.
Krankheiten und Schädlinge: Fäulnis vorbeugen, Rhizome prüfen
Pflanzenschutz an Iris folgt derselben Reihenfolge wie im ganzen Staudenbeet: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Bei der Bart-Iris setzt das Vorbeugen schon beim Pflanzen an.
Fäulnis am Rhizom
Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Vorbeugen heißt bei Bart-Iris deshalb: durchlässiger Boden, keine Verdichtung und ein flach gesetztes Rhizom. Weiche, faulig riechende Stellen am Rhizom können auf Fäulnis hindeuten.
Beim Teilen und bei Horsten, die schwach wirken, drücke ich mit dem Daumen auf die Rhizome. Weiche Partien schneide ich mit einem sauberen Messer bis ins feste Gewebe heraus und gebe sie nicht auf den Kompost. Danach suchst du die Ursache am Standort, etwa stehendes Wasser oder ein zu tief gesetztes Rhizom.
Flecken und helle Blätter
Pilzbefallene Blätter entfernst du im Herbst, statt sie über den Winter stehen zu lassen. Hellen die Blätter auf, kann eine Eisenmangelchlorose dahinterstecken. Ursache kann ein zu hoher Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. sein, aber auch verdichteter oder vernässter Boden. Auch Trockenheit und Staunässe können über eine gestörte Nährstoffaufnahme Mangelsymptome auslösen. Bevor du düngst, prüfst du deshalb Bodenfeuchte und pH-Wert.
Läuse und Fraßspuren
Bei schwachem Blattlausbefall an Zierpflanzen genügt es häufig, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. Findest du Fraßgänge in Blättern oder Rhizomen, schneidest du die befallenen Teile heraus und entsorgst sie.
Chemie nur als letzte Stufe
Chemische Mittel kommen erst infrage, wenn Vorbeugen, Kontrolle und mechanisches Eingreifen nicht reichen. Dann verwendest du nur Mittel mit Zulassung für Haus- und Kleingarten und hältst dich genau an die Gebrauchsanweisung. Dazu gehören Schutzkleidung, die Beachtung der Wartezeit und die sachgerechte Entsorgung von Resten. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.
Iris im Topf
Als topfgeeignet gelten die niedrigen Schwertlilien-Hybriden. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Strukturstabile Kübelpflanzenerde beugt Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vor. Ein größeres Gefäß speichert mehr Wasser und Nährstoffe als ein kleines.
Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte auch unten im Topf, weil eine trockene Oberfläche nasse Erde darunter verdecken kann. Im Winter schützt du den Wurzelballen mit einer isolierenden Topfumhüllung. Gießen und Wasserabfluss müssen dabei möglich bleiben.
Iris im Beet kombinieren
Iris lassen sich wie Lupinen, Phlox und Astern in Gruppen von 3 bis 5 Pflanzen wirkungsvoll anordnen. Gruppen und Nachbarn planst du vorher im Beetplaner für dein Staudenbeet.
Staudenpfingstrosen wollen wie Bart-Iris Sonne und einen gut durchlässigen Boden. Auch die Tauben-Skabiose braucht volle Sonne und gut durchlässigen Boden und wird vor WinternässeWinternässe ist Nässe in der kalten Jahreszeit, unter der vor allem Pflanzen aus Gebieten mit trockenen Wintern leiden. Bei ungünstiger Witterung können ihre Überwinterungssprosse faulen – auch wenn die Pflanzen als winterhart gelten. geschützt. Was du sonst über sie wissen solltest, steht im Ratgeber dazu, was Skabiosen für Standort, Pflege und Vermehrung brauchen.
Zur Wiesen-Schwertlilie am feuchten Gartenrand passen Pfeifengräser, denn Molinia arundinacea und Molinia caerulea bevorzugen frische bis feuchte Böden. Ziergräser der Freifläche pflanzt du am günstigsten im zeitigen Frühjahr bei bereits erwärmtem Boden, weil Herbstpflanzungen schlechter anwachsen können. Ziehst du Gräser lieber selbst, findest du eine Anleitung, wie du Ziergräser aussäst und die Sämlinge zum Etablieren bringst.





