Blumen · Stauden & Ziergräser · Pflege

Winter-Astern schneiden, gießen und düngen: Pflege bis in den Winter

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Winter-Astern sind Garten-Chrysanthemen; kläre zuerst, ob deine Pflanze eine winterharte Gartenstaude oder eine nicht frostharte Kübelpflanze ist.
  • Stängel im Herbst als Winterschutz stehen lassen, nur pilzbefallene Blätter entfernen und erst im Frühjahr zurückschneiden.
  • Abgestorbene Staudentriebe kürzt du im Hausgarten auf 3 bis 5 cm über dem Boden.
  • Seltener und durchdringend gießen, morgens im Wurzelbereich, vorher die Feuchte unter der Oberfläche prüfen.
  • Im Frühjahr mit Kompost versorgen, ab dem Spätsommer keinen Stickstoff mehr geben.
Nahaufnahme von Margeritenblüten in einer Wiese, die im warmen Licht der Sonne leuchten
Foto: siebeckdotcom · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wer Winter-Astern im Herbst bodennah abschneidet, nimmt ihnen ihren Winterschutz. Abgestorbene Stängel und Blätter bilden bei Stauden einen natürlichen Schutz und bleiben deshalb über den Winter stehen. Ich schneide meine Winter-Astern erst im Frühjahr zurück und nehme im Herbst nur pilzbefallene Blätter heraus. Auch Gießen und Düngen folgen dem Jahreslauf: gleichmäßig feucht halten, ohne dass Wasser steht, und ab dem Spätsommer keinen Stickstoff mehr geben.

Hinter dem Namen Winteraster stecken Garten-Chrysanthemen. Je nach Sorte blühen sie als Richtwert von August bis zu den Frösten im November oder Dezember. Im Chrysanthemensortiment gibt es winterharte Gartenstauden und nicht frostharte Kübelpflanzen. Davon hängt ab, ob deine Pflanze den Winter draußen verbringen kann, deshalb klärst du das vor jeder Winterpflege. Welche Sorten es gibt, wie du sie als Schnittblumen nutzt und durch Teilung vermehrst, zeigt der Ratgeber zu Sorten und Vermehrung von Winter-Astern.

So verteilt sich die Pflege über das Jahr

Schnitt, Wasser und Dünger hängen bei Winter-Astern an der späten Blüte. Die Tabelle ordnet die Arbeiten den Jahreszeiten zu.

Zeitraum Schneiden Gießen Düngen
Frühjahr abgestorbene Triebe zurückschneiden, im Hausgarten auf 3 bis 5 cm über dem Boden Feuchte unter der Oberfläche prüfen Kompost verteilen, bei Stickstoffbedarf Hornspäne zu Beginn der Frühjahrspflege
Sommer hohe, nicht standfeste Pflanzen stützen bei Trockenheit morgens und durchdringend im Wurzelbereich Stickstoff nur bis zum Spätsommer
Blütezeit ab August Verwelktes entfernen, pilzbefallene Blätter herausnehmen, für die Vase bei 2 bis 3 offenen Röhrenblütenkreisen schneiden Feuchte prüfen, Staunässe vermeiden kein Stickstoff mehr
Winter Stängel als Winterschutz stehen lassen Töpfe an frostfreien Tagen bei Bedarf gießen keine Düngung für überwinternde Kübelpflanzen

Den vollständigen Ablauf mit Standortwahl, Pflanzung und Winterruhe beschreibt der Jahresplan für Winter-Astern von der Standortwahl bis zur Frühjahrsteilung.

Wann schneidest du Winter-Astern zurück?

Im Herbst: Stängel stehen lassen

Nach der Blüte lässt du Stängel und Blätter stehen, denn abgestorbene Pflanzenteile bilden einen natürlichen Winterschutz. Eine Ausnahme sind pilzbefallene Blätter, die du schon im Herbst entfernst. Gesundes altes Staudenlaub darf dagegen bis April oder Mai stehen bleiben. Weil Winter-Astern bis zu den Frösten blühen und ihre Stängel danach den Winterschutz bilden, gibt es bei ihnen keinen eigenen Herbstschnitt.

Ein Teil der dürren Stängel kann sogar ganzjährig stehen bleiben und Insekten weiter Unterschlupf bieten. Ich lasse deshalb an einer Beetecke einige Stängel auch nach dem Frühjahrsschnitt stehen. Was die späten Blüten für Bestäuber bedeuten, beschreibt der Ratgeber dazu, wie Winter-Astern Bienen und Schmetterlinge im Herbst fördern.

Im Frühjahr: der eigentliche Rückschnitt

Mehrjährige Garten-Chrysanthemen schneidest du im Frühjahr zurück. Bei Stauden fällt dieser Schnitt allgemein in den Spätwinter oder ins zeitige Frühjahr. Ich fasse die dürren Stängel zu einem Bündel und schneide sie mit einer scharfen Schere ab.

Zahl im Blick

Beim Rückschnitt abgestorbener Staudentriebe im Spätwinter reicht die Spanne von 3 bis 10 cm über dem Boden. Für den Hausgarten gelten 3 bis 5 cm, beim flächigen Rückschnitt 5 bis 10 cm. Winter- und immergrüne Stauden sowie Halbsträucher sind davon ausgenommen.

Bleibt eine Pflanze über den Winter grün, putzt du sie einzeln aus. Oft genügt es dann, braune oder kranke Blätter zu entfernen.

Während der Blüte: Verwelktes, Stützen und Vase

Bei vielen Stauden kann die Samenbildung weitere Blüten vermindern. Schneidest du Verwelktes rechtzeitig ab, kann das die weitere Blüte fördern und unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Hohe Pflanzen, die nicht standfest sind, sicherst du im Sommer und Herbst mit einer Stütze.

Für die Vase schneidest du Chrysanthemen, wenn erst 2 bis 3 Röhrenblütenkreise geöffnet sind. Danach stehen die Stiele 2 Stunden an einem kühlen, schattigen Platz bis unter die Blüten im Wasser.

Wie gießt du Winter-Astern richtig?

Winterharte Staudenchrysanthemen bevorzugen feuchte Böden. Trotzdem gießt du nicht oft ein wenig, sondern seltener und durchdringend, bevor der noch leicht feuchte Untergrund ganz austrocknet. Eine durchdringende Wassergabe befeuchtet tiefere Wurzelschichten besser als viele kleine Gaben. Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht, weil Pflanzenbedarf, Bodenart und Witterung den Bedarf bestimmen.

Marias Erfahrung

Vor dem Gießen hebe ich neben dem Horst mit dem Spaten eine kleine Scholle heraus. An Farbe und Gefühl prüfe ich, ob im Wurzelraum noch Feuchtigkeit ist und ob der letzte Gießgang die tieferen Schichten erreicht hat.

Gegossen wird morgens mit weichem Strahl direkt im Wurzelbereich. So trocknen die Blätter schneller ab, was gegenüber abendlicher Blattbenässung die Gefahr von Blattkrankheiten verringert. Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung, sodass die Bodenfeuchte länger erhalten bleibt. Ich gieße mit Regenwasser aus der Tonne, das salzarm und sehr weich ist.

Zahl im Blick

Neu angelegte Staudenpflanzungen wässerst du in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend. Je Gießgang sind das etwa 25 l/m².

Staunässe: Wenn Welken kein Durst ist

Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Welkende Staudentriebe können auch durch Wurzel- oder Stängelgrundfäulen entstehen, deren Erreger bei anhaltender Bodenfeuchte und schlechter Durchlüftung gute Bedingungen finden. Schlappe Triebe sind deshalb kein sicheres Gießsignal: Prüfe zuerst die Feuchte unter der Oberfläche und gieße erst, wenn der Boden dort trocken wird.

Gießen im Topf

Pflanzgefäße brauchen freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Als Prüfkriterium für die nächste Wassergabe gilt eine 1 bis 2 cm tief abgetrocknete obere Substratschicht. Bei torffreier Erde prüfst du zusätzlich unten im Topf oder über das Gewicht, weil eine trockene Oberfläche Nässe darunter verdecken kann. Kleine und stark durchwurzelte Gefäße brauchen häufiger Wasser, an heißen Tagen kann auch mehrfaches Gießen nötig sein.

Wann und womit düngst du Winter-Astern?

Winterharte Staudenchrysanthemen bevorzugen nährstoffreiche Böden. Wie viel Dünger sie brauchen, ergibt sich aus Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Produktangabe. Nährstoffe aus Kompost rechnest du dabei mit.

Im Frühjahr versorgen

Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht im Herbst, das vermindert die Nitratauswaschung. Ich verteile den Kompost im Frühjahr rund um die Horste. Brauchen die Pflanzen Stickstoff, kommen Hornspäne schon zu Beginn der Frühjahrspflege aufs Beet, weil sie ihre Nährstoffe verzögert freisetzen. Organische Dünger geben bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmem Wetter dagegen unter Umständen sehr viel. Dünger gibst du auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Blätter.

Die jährliche Kompostgabe sollte 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten, damit es nicht zu einer Phosphatüberdüngung kommt. Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt den Boden alle 4 bis 5 Jahre auf Phosphor und Kalium untersuchen. Die Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und Kalkbedarf, Stickstoff beauftragst du gesondert.

Mythos-Check

Phosphor gilt vielen als Blühdünger. Er dient dem Energiehaushalt, der Erbsubstanz und den Zellmembranen, ein pauschaler Blühverstärker ist er aber nicht. Auch Kompost kann den Boden bereits mit Phosphat überversorgen.

Ab dem Spätsommer kein Stickstoff mehr

Stickstoff gibst du nur während der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer nicht mehr, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Weil die Blüte je nach Sorte im August beginnt und bis zu den Frösten reicht, fällt sie fast ganz in die Zeit ohne Stickstoff. Die Stickstoffversorgung gehört deshalb ins Frühjahr.

Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind außerdem anfälliger für Krankheiten. Zeigt die Bodenuntersuchung Kaliumbedarf, kann eine Kaliumdüngung dagegen auch zwischen Mitte Oktober und Ende November erfolgen.

Düngen im Topf

Torffreie Topferden sind meist vorgedüngt, ihre Ersatzstoffe können die Stickstoffverfügbarkeit aber einschränken. Die Nachdüngung passt du deshalb an die tatsächliche Versorgung an und beobachtest dafür Wuchs und Blätter. Überwinternde Kübelpflanzen erhalten im Winter grundsätzlich keine Düngung.

Wie kommen Winter-Astern gesund durch den Winter?

Im Beet

Für winterharte Garten-Chrysanthemen im Beet erledigst du die wichtigsten Winterschritte schon mit Schnitt und Düngung: Die Stängel bleiben stehen, und seit dem Spätsommer gab es keinen Stickstoff mehr. Steht auf deinem Beet nach Regen länger Wasser, lockerst du den Boden vor einer Neupflanzung auch in der Tiefe. Bei Staunässe müssen nämlich auch tiefer liegende Verdichtungen beseitigt werden.

Häufiger Fehler

Wer Garten-Chrysanthemen im Herbst pflanzt, setzt sie in eine Zeit mit geringem Wurzelwachstum. Wegen ihrer späten Blüte und der schwachen Wurzelbildung im Herbst pflanzt du sie besser im Frühjahr.

Winterharte Pflanzen im Topf

Auch im Garten winterharte Pflanzen können im Kübel erfrieren, wenn ihr Wurzelballen durchfriert. Deshalb isolierst du Gefäßwand, Oberfläche und Boden des Topfes. Gießen und Wasserabzug müssen dabei möglich bleiben. Ich lasse beim Einpacken eine Stelle frei, an der ich mit der Kanne an die Erde komme. Den Untersetzer nimmst du weg, damit stehendes Wasser den Topf nicht auffrieren lässt. An frostfreien Tagen prüfst du die Erde und gießt bei Bedarf.

Achtung

Nicht frostharte Kübel-Chrysanthemen vertragen keinen Frost. Räumst du sie zur kühlen Überwinterung ein, stellst du die Düngung ein und gießt weniger. Im Frühjahr stellst du sie bei frostfreiem Wetter zuerst schattig und windgeschützt auf und gewöhnst sie dann schrittweise an die Sonne.

Mini-Checkliste

Stängel im Beet stehen lassen. Pilzbefallene Blätter entfernen. Ab dem Spätsommer keinen Stickstoff mehr geben. Winterharte Töpfe isolieren und den Untersetzer wegnehmen. Nicht frostharte Kübelpflanzen vor dem Frost einräumen. Töpfe an frostfreien Tagen prüfen.

Wie beugst du Krankheiten vor?

Vorbeugung steckt bei Winter-Astern in den Pflegeschritten: morgens im Wurzelbereich gießen, Staunässe vermeiden, nicht mit Stickstoff überdüngen und pilzbefallene Blätter im Herbst entfernen. Werkzeug, Schuhe und Stützen, die mit krankheitsbelasteter Erde in Berührung kamen, reinigst du, damit du keine Erreger verschleppst. Wie du Krankheiten und Schädlingen im Staudenbeet vorbeugst und sie kontrollierst, zeigt der Stauden-Überblick.

Welcher Standort passt zu Winter-Astern?

Als Richtwert gilt ein sonniger bis halbschattiger Platz, häufig empfohlen werden sonnige, warme Lagen. Winterharte Staudenchrysanthemen bevorzugen feuchte, nährstoffreiche und möglichst tiefgründige Böden. Wie du Licht, Feuchte und pH-Wert für Stauden einschätzt, erklärt derselbe Stauden-Überblick im Abschnitt Standort und Boden.

Teilen und kombinieren

Lässt die Vitalität nach, teilst du Garten-Chrysanthemen und pflanzt sie neu ein, als Richtwert gilt April bis Mai. Jedes etwa faustgroße Teilstück braucht mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze. Wie du Winter-Astern mit anderen Pflanzen kombinierst, zeigt der Ratgeber zu Winter-Astern in Beeten, Gartentypen und Gefäßen. Den Platz im Beet kannst du vorher im Beetplaner skizzieren.

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Häufige Fragen

Was sind Winter-Astern und wann blühen sie?
Winteraster ist ein Gartenname für Garten-Chrysanthemen. Je nach Sorte blühen sie als Richtwert von August bis zu den Frösten im November oder Dezember. Im Chrysanthemensortiment gibt es winterharte Gartenstauden und nicht frostharte Kübelpflanzen, deshalb klärst du vor dem Winter, welche Form du hast.
Welche Standortanforderungen haben Winter-Astern im Garten?
Als Richtwert gilt ein sonniger bis halbschattiger Platz, häufig empfohlen werden sonnige, warme Lagen. Winterharte Staudenchrysanthemen bevorzugen feuchte, nährstoffreiche und möglichst tiefgründige Böden. Länger anhaltende Staunässe vermeidest du, weil sie Sauerstoffmangel im Wurzelbereich verursacht und Wurzel- und Stammgrundfäule begünstigt.
Wann und wie schneidet man Winter-Astern?
Im Herbst lässt du die abgestorbenen Stängel und Blätter als natürlichen Winterschutz stehen und entfernst nur pilzbefallene Blätter. Mehrjährige Garten-Chrysanthemen schneidest du im Frühjahr zurück, für abgestorbene Staudentriebe gelten im Hausgarten 3 bis 5 cm über dem Boden. Während der Blüte kann das Abschneiden welker Blüten die weitere Blüte fördern.
Wie wirken sich verschiedene Düngungsstrategien auf Winter-Astern aus?
Kompost gibst du im Spätwinter oder Frühjahr, Stickstoff nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer nicht mehr, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter, und mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Phosphor ist kein pauschaler Blühverstärker, die Düngermenge richtest du nach einer Bodenuntersuchung.
Welche praktischen Schritte sind für die Überwinterung von Winter-Astern erforderlich?
Im Beet lässt du die abgestorbenen Stängel als Winterschutz stehen und schneidest erst im Frühjahr zurück. Winterharte Pflanzen im Topf bekommen eine isolierende Hülle um Gefäßwand, Oberfläche und Boden, bei der Gießen und Wasserabzug möglich bleiben. Den Untersetzer nimmst du weg und gießt an frostfreien Tagen bei Bedarf. Nicht frostharte Kübel-Chrysanthemen vertragen keinen Frost, beim Einräumen zur kühlen Überwinterung stellst du das Düngen ein und gießt weniger.
Was unterscheidet echte Winter-Astern von Herbst-Chrysanthemen?
Winteraster ist ein Gartenname für Garten-Chrysanthemen, du hast es also in jedem Fall mit Chrysanthemen zu tun. Für die Pflege zählt ein Unterschied innerhalb des Sortiments: Es gibt winterharte Gartenstauden und nicht frostharte Kübelpflanzen. Winterharte Gartenstauden schneidest du im Frühjahr zurück, nicht frostharte Kübelpflanzen schützt du vor Frost.
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