Lupinen zurückschneiden: wann der Schnitt eine Nachblüte anregen kann
- Verwelkte Blütenkerzen nach dem ersten Flor abschneiden, solange die Hülsen weder dunkel noch trocken sind.
- Das kann bei mehrjährigen Gartenlupinen eine weitere Blüte im August bis September anregen, eine Garantie ist es nicht.
- Ein Herbstschnitt ist kein Muss: Abgestorbene Teile dienen als Winterschutz, nur pilzbefallenes Laub kommt schon im Herbst weg.
- Im Spätwinter abgestorbene Triebe im Hausgarten 3 bis 5 cm über dem Boden abschneiden.
- Lupinensamen sind Saatgut und nicht zum Essen gedacht.

Wenn die Blütenkerzen deiner Lupinen welken und sich am Stiel die ersten Hülsen zeigen, ist der wichtigste Schnitt des Jahres fällig. Lässt du die Kerzen stehen, reifen Samen heran, und Samenbildung kann bei vielen Stauden weitere Blüten vermindern. Schneidest du rechtzeitig, kann bei mehrjährigen Gartenlupinen eine weitere Blüte im August bis September folgen. Ich gehe deshalb nach dem ersten Flor mit der Gartenschere durchs Beet, bevor die Hülsen dunkel werden.
Der erste Flor ist die erste Hauptblüte des Jahres. Mehrjährige Gartenlupinen können im zweiten Standjahr von Mai bis Juni blühen. Die niedrigere Mischung ‘Gartenzwerg’ blüht von Juni bis August.
Lupinen kurz vorgestellt
Lupinen gehören wie Bohnen und Erbsen zu den LeguminosenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft., und die Gartenstaude Lupinus polyphyllus ist anders als die landwirtschaftlich genutzten Arten mehrjährig. Welche Arten, Farben und Wuchsgrößen es gibt, zeigt der Ratgeber über Lupinenarten, ihre Farben und Wuchsgrößen. Gartenlupinen mögen sonnige bis halbschattige Plätze mit durchlässigem Boden ohne Staunässe, mehr dazu steht im Stauden-Ratgeber zu Standort, Boden und Pflege im Jahreslauf.
Wann schneidest du Lupinen zurück?
Bei Lupinen zählt vor allem der Schnitt direkt nach dem ersten Flor. Die übrigen Termine sind kleiner: ein Blick auf krankes Laub im Herbst und das Kürzen der alten Triebe im Spätwinter.
| Zeitpunkt | Was du schneidest | Wozu |
|---|---|---|
| Erste Blüte, im zweiten Standjahr von Mai bis Juni möglich | Stiele für die Vase, bei der Russel-Mischung wenn etwa zwei Drittel der Einzelblüten offen sind | Sträuße |
| Direkt nach dem ersten Flor | verwelkte BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. samt Stiel | Samenbildung verhindern, weitere Blüte anregen |
| Nachblüte im August bis September | verwelkte Kerzen erneut, außer denen für die Samenernte | unerwünschte SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern |
| Herbst | nur Laub mit Pilzbefall | ein Herbstschnitt ist kein Muss |
| Spätwinter bis zeitiges Frühjahr | abgestorbene Triebe, im Hausgarten 3 bis 5 cm über dem Boden | das alte Laub hat bis dahin als Winterschutz gedient |
Direkt nach dem ersten Flor
Sind die Einzelblüten einer Kerze verwelkt und setzen sich Hülsen an, schneidest du den Blütenstand ab. Bei Staudenlupinen verhindert das Abschneiden der abgeblühten Triebe die Samenbildung. Das kann bei mehrjährigen Gartenlupinen eine weitere Blüte im August bis September anregen. Für die Vermehrung sind Lupinensamen erntereif, wenn ihre Hülsen dunkel gefärbt und trocken sind. Wer erst dann schneidet, kommt zu spät, um die Samenbildung zu verhindern: Der richtige Moment liegt, solange die Hülsen weder dunkel noch trocken sind.
„Nach dem RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. blühen Lupinen sicher ein zweites Mal.“ So pauschal stimmt das nicht. Das Entfernen verwelkter Blüten nach dem ersten Flor kann bei mehrjährigen Gartenlupinen eine weitere Blüte anregen. Eine Garantie gibt dir der Schnitt nicht.
Nachblüte im August und September
Verwelkt auch die Nachblüte, stehst du vor derselben Wahl wie im Frühsommer. Möchtest du keine Sämlinge im Beet, schneidest du die welken Kerzen wieder ab, bevor die Hülsen reifen. Das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten kann bei vielen Stauden die unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Will ich Samen ernten, lasse ich an einer Pflanze einzelne Kerzen ausreifen und schneide die übrigen ab.
Im Herbst ist der Schnitt kein Muss
Haben mehrjährige Beetlupinen ihre oberirdischen Teile eingezogen, musst du sie im Herbst nicht zwingend zurückschneiden. Abgestorbene Stängel und Blätter dienen Stauden als natürlicher Winterschutz und können bis zum Rückschnitt im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr stehen bleiben. Beides zusammen heißt: Gesunde Lupinen darfst du über Winter stehen lassen und erst im Spätwinter schneiden. Anders ist es bei Pilzbefall: Befallene Blätter entfernst du schon im Herbst. Ein Teil der dürren Stängel kann sogar ganzjährig stehen bleiben und Insekten Unterschlupf bieten.
Spätwinter und zeitiges Frühjahr
Im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr schneidest du die abgestorbenen Triebe ab. Im Hausgarten bleiben dabei 3 bis 5 cm über dem Boden stehen. Ein paar dürre Stängel lasse ich am Beetrand stehen und kürze nur den Rest.
3 bis 5 cm über dem Boden bleiben abgestorbene Staudentriebe beim Rückschnitt im Hausgarten stehen. Beim flächigen Rückschnitt sind es 5 bis 10 cm. Winter- und immergrüne Arten sowie Halbsträucher sind vom flächigen Rückschnitt ausgenommen.
So schneidest du Lupinen richtig
Das passende Werkzeug
Für den Rückschnitt von Stauden eignet sich eine scharfe Gartenschere, für Vasenstiele brauchst du zusätzlich ein scharfes Messer. Klebt an Schere, Schuhen oder Stützen Erde aus einem Beet mit kranken Pflanzen, reinigst du sie. So verschleppst du SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren. weniger leicht in andere Beete.
Verwelkte Kerzen abschneiden, Schritt für Schritt
Beim Sommerschnitt nimmst du nur ab, was abgeblüht oder krank ist, und lässt das gesunde Laub der Pflanze stehen. Prüfe zuerst die Hülsen: Sind sie weder dunkel noch trocken, ist der Zeitpunkt richtig. Dann schneidest du den abgeblühten Blütenstand samt Stiel ab.
Ich halte die verwelkte Kerze beim Schneiden mit einer Hand fest und lege sie direkt in den Eimer. Kerzen, von denen ich Samen ernten will, markiere ich vorher mit einem Bändchen, damit ich sie nicht versehentlich mitschneide.
Einzelblüten der Kerze verwelkt, Hülsen sichtbar; Hülsen weder dunkel noch trocken; abgeblühten Blütenstand samt Stiel abschneiden; gesundes Laub stehen lassen; Kerzen für die Samenernte vorher markieren.
Stiele für die Vase
Für die Vase schneidest du Blütenstände der Russel-Mischung, sobald etwa zwei Drittel der Einzelblüten geöffnet sind. Geschnitten wird möglichst morgens bei trockenem Wetter, ersatzweise am Abend. Danach stellst du die Stiele 2 Stunden an einen kühlen, schattigen Platz, bis unter die Blüten ins Wasser. Vor dem Einstellen in die Vase schneidest du die Stielenden mit einem scharfen Messer erneut schräg an.
Was nach dem Schnitt wichtig ist
Gießen
Bei Trockenheit gießt du durchdringend, bevor der Boden auch im Untergrund ganz ausgetrocknet ist. Gieß möglichst morgens direkt in den Wurzelbereich und benetze die Blätter dabei nicht. Mehr zum Gießen von Stauden steht im Stauden-Ratgeber.
Das Laub auf Mehltau prüfen
Lupinen gehören zu den Stauden mit häufigerem Echten MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt., und ein mehliger Belag auf Pflanzenteilen kann darauf hindeuten. Trockenes Wetter ist keine Entwarnung, denn für die Keimung der Pilze kann bereits eine relative Luftfeuchte von 70 % reichen. Befallene Blätter pflückst du ab, befallene Triebe schneidest du bis ins gesunde Gewebe zurück, und das Schnittgut kommt in den Hausmüll statt auf den Kompost. Wie du vorbeugst, zeigt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Düngen ohne Stickstoffschub
Einen stickstoffbetonten Dünger gebe ich nach dem Schnitt nicht. Die Staudenlupine kann über ihre Symbiose mit KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. selbst pflanzenverfügbaren Stickstoff gewinnen. Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind zudem anfälliger für Krankheiten. Wie du Stauden nach ihrem Bedarf und dem Angebot des Bodens düngst, steht im Stauden-Ratgeber im Abschnitt Düngen.
Stützen für hohe Sorten
Hohe Lupinen sicherst du bei Bedarf mit einer Stütze gegen das Abknicken ihrer langen Stängel. Die Russel-Mischung wird etwa 80 bis 100 cm hoch. Die Mischung ‘Gartenzwerg’ bleibt je nach Herstellerangabe mit 30 bis 60 cm deutlich niedriger.
Samen reifen lassen oder abschneiden?
Ob du verwelkte Kerzen abschneidest oder ausreifen lässt, entscheidet über die Selbstaussaat. Grenzt dein Garten an eine nährstoffarme Wiese, schneidest du konsequent, denn eine starke Ausbreitung von Lupinus polyphyllus kann deren Artenvielfalt beeinträchtigen. Für die Samenernte lässt du einzelne Kerzen stehen, bis die Hülsen dunkel gefärbt und trocken sind. Sämlinge von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können deutlich von der Mutterpflanze abweichen, und wie du die Samen später vom Quellen bis zur Keimung aussäst, erklärt der Aussaat-Ratgeber für Lupinen.
Lupinensamen sind Saatgut und nicht zum Essen gedacht. Je nach Sorte und Anbaubedingungen können sie hohe Gehalte an Chinolizidinalkaloiden haben und beim Verzehr akute Vergiftungen auslösen. Außerdem können sie allergische Reaktionen hervorrufen, bei Erdnussallergie sind Kreuzreaktionen möglich. Besteht der Verdacht, dass jemand Samen gegessen hat, wendest du dich an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe und löst kein Erbrechen aus.
Wie verjüngst du ältere Lupinen?
Lässt die Blühleistung einer Staude nach, kann bei dafür geeigneten Arten nach 3 bis 5 Jahren Teilen und Neupflanzen nötig werden. Mehrjährige Lupinen lassen sich im Frühjahr über ihre Wurzelstöcke teilen, und Teilen dient bei Stauden zugleich der Vermehrung und der Verjüngung. Jedes etwa faustgroße Teilstück braucht mindestens ein austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze. Grab dabei behutsam, denn Lupinen der Russel-Mischung bilden eine rübenartige Wurzel. Ich schneide auch an alten Pflanzen nur Verblühtes, Krankes und Abgestorbenes und teile sie im Frühjahr, wenn die Blüte nachlässt. Wie du Lupinen durch Samenernte und Teilung vermehrst, erklärt der Ratgeber zur Lupinenkultur.
Einjährige Lupinen und Gründüngung
Die Nachblüte nach dem Schnitt betrifft mehrjährige Gartenlupinen. Einjährig ist dagegen zum Beispiel die als Gründüngung angebotene Düngelupine Lupinus angustifolius. Gründüngungslupinen schneidest du, bevor ihre Samen ausreifen. Nach dem Einarbeiten lässt du meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung verstreichen. Warum Lupinen als Bienenweide und Stickstoffbinder gelten, liest du im Ratgeber dazu.





