Rosenkelch (Malope trifida): Was die einjährige Sommermalve Insekten und Vögeln bietet
- Malope trifida, hier Rosenkelch genannt, ist eine einjährige Trichter- oder Sommermalve aus der Familie der Malvengewächse.
- Die großen, trichterförmigen Blüten erscheinen von Mai bis September; als Sommermalven-Mischung gilt sie als nützlingsfreundliche Beetblume.
- Einzelne Scherenbienenarten sammeln Pollen nur an Glockenblumen und finden an der Malve keinen.
- Wer Verblühtes entfernt, verlängert die Blütezeit; reife Samen gibt es nur an stehen gelassenen Fruchtständen.
- Als einjährige Blühfläche ergänzt Malope dauerhafte Wiesen und Säume, ersetzt sie aber nicht.
- Getrocknete Samen lassen sich in beschrifteten Tüten trocken, kühl und dunkel bis zur nächsten Aussaat lagern.

Du suchst eine Sommerblume, die Insekten und Vögeln im Garten wirklich etwas bringt, und bist dabei auf den Rosenkelch gestoßen. Gemeint ist hier Malope trifida, eine einjährigeEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. Sommermalve mit großen Trichterblüten von Mai bis September. Ich säe sie jedes Jahr ins Beet und achte dabei darauf, was sie Tieren über die Saison anbietet und wo sie Lücken lässt. Ihr Nutzen hat Grenzen, die du kennen solltest, bevor du sie als Insektenpflanze einplanst.
Rosenkelch ist in diesem Beitrag der Name für Malope trifida, die Trichter- oder Sommermalve. Unter demselben Namen läuft auch Silene coronaria, die Kranz-Lichtnelke, eine mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Staude. Suchst du diese Pflanze, lies nach, wie du die Staude Silene coronaria kultivierst und verwendest.
Herkunft und Merkmale der Malope trifida
Malope trifida ist die Trichter- oder Sommermalve aus der Familie der Malvengewächse. Ihre Heimat liegt unter anderem in Spanien und Nordwestafrika. Im Garten wächst die Pflanze einjährig und ist nicht winterhart. Vom Keimling bis zum Fruchtstand spielt sich ihr Leben also in einer einzigen Saison ab. Davon hängt ab, was sie Tieren bieten kann.
| Merkmal | Malope trifida |
|---|---|
| Deutsche Namen | Trichtermalve, Sommermalve, hier Rosenkelch |
| Familie | Malvengewächse |
| Herkunft | unter anderem Spanien und Nordwestafrika |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Wuchshöhe | 60 bis 100 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 40 cm |
| Blüten | groß und trichterförmig |
| Blütezeit | Mai bis September |
| Samen | Tausendkorngewicht 3 bis 3,3 g (Wild- und GenbankmaterialGenbankmaterial ist Saat- oder Pflanzgut aus dem Bestand einer Genbank, etwa einer Sammlung von Kulturpflanzen und ihren wilden Verwandten. Es wird nur in kleinen Mengen abgegeben und ist keine Ware eines kommerziellen Saatgutlieferanten.), getrocknet lagerfähig |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Für Beete und Rabatten, Bauerngärten und naturnahe Gärten geeignet; auch als Schnittblume.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Pflanze lässt sich durch Aussaat vermehren.
Pflege
- Pflege
An windoffenen Stellen stützen. Verblühtes entfernen, um die Blütezeit zu verlängern.
- Düngung
Bei der Trichtermalven-Sorte Vulcan vor der Pflanzung Kompost oder organischen Dünger in den Gartenboden einarbeiten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Blütezeit und Blütenbild
Malope blüht von Mai bis September. Die Blüten sind groß und trichterförmig, in der Sommermalven-Mischung erscheinen sie in Rosa, Weiß und Violett. Auch als Schnittblume eignet sich die Pflanze.
Für Insekten zählt auch der Aufbau der Blüte. Bei gefüllten Blüten können pollenführende Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein, das schränkt das Pollenangebot ein. Insektenfreundliche Pflanzungen setzen deshalb auf ungefüllte Blüten, und darauf achtest du auch beim Saatgut.
Nektar und Pollen: was die Blüten Insekten bieten
Als Sommermalven-Mischung gilt Malope als nützlingsfreundliche Beetblume.
Pollen und Nektar gehen nicht automatisch zusammen. Klatschmohn liefert bestäubenden Insekten reichlich Pollen, aber keinen Nektar. Blühende Phacelia bietet Bienen dagegen beides.
Auch die Witterung wirkt mit: Hitze und Trockenheit können Blüten schneller verblühen lassen und das Pollen- und Nektarangebot vermindern. In Trockenphasen mache ich vor dem Gießen die SpatenprobeDie Spatenprobe ist eine einfache Bodenbeurteilung vor Ort: Du stichst mit dem Spaten eine Erdscheibe aus und prüfst sie durch Anschauen, Riechen und Fühlen auf Krümelstruktur, Verdichtungen, Wurzeln und Regenwurmgänge. und prüfe, ob der Boden in etwa 20 cm Tiefe noch feucht ist.
Nützlinge an der Blüte
Ein Beispiel für NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. sind blattlausfressende SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse.. Die erwachsenen Tiere nutzen Blütennahrung, ihre Larven fressen Blattläuse. Blüten im Beet versorgen bei diesen Arten also die erwachsenen Tiere, nicht den Nachwuchs.
Pollenspezialisten brauchen andere Pflanzen
Manche Wildbienen sind beim Pollen festgelegt. Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihn ausschließlich an Glockenblumen und brauchen deshalb diese Pflanzen im Blütenangebot. Malope gehört zu den Malvengewächsen, für diese Bienen ist sie also keine Pollenquelle. Polylektische Wildbienen nutzen dagegen verschiedene Pflanzengruppen.
Heimische Wiesenpflanzen dienen auch spezialisierten Insekten als Nahrung. Wie breit das Spektrum sein kann, zeigt die Wiesenmargerite. Die Margerite bietet Nahrung für Masken-, Furchen- und Schmalbienen, für Käfer und Schwebfliegen. Mehr dazu liest du im Beitrag darüber, welche Tiere die Wiesenmargerite im Naturgarten versorgt.
„Wildblumenmischung“ auf der Tüte heißt nicht heimisch. Die Bezeichnung garantiert keine heimischen Wiesenarten. Prüf vor dem Kauf Artenliste, Lebensdauer und Standortangaben.
Malope als Samenquelle
Nach der Blüte bildet Malope Fruchtstände mit Samen. Für Gartenvögel gilt allgemein: In der Brutzeit brauchen viele tierische Nahrung, im Herbst und Winter ergänzen Fruchtstände und Beeren ihr Angebot. Der Stieglitz nutzt Sämereien, deshalb unterstützen ausgereifte und stehen gelassene Fruchtstände sein Nahrungsangebot. An der Wilden Karde frisst er im Winter die Samen.
Verblühtes entfernt man, um die Blütezeit zu verlängern. Samen reifen aber nur an Blüten, die stehen bleiben. Wer jede welke Blüte abschneidet, hat also eine lange Blüte, aber weder Saatgut fürs nächste Jahr noch Fruchtstände für den Winter. Ich putze deshalb nur einen Teil der Pflanzen aus und lasse an den übrigen die Fruchtstände ausreifen.
Die Pflanzen, an denen Samen reifen sollen, markiere ich im Sommer mit einem Stab. So schneide ich beim Ausputzen nicht aus Versehen die falschen ab.
Samen ernten und lagern
Einjährige Sommerblumenflächen werden jedes Jahr neu eingesät, und dafür kannst du eigene Samen nehmen. Bei Sommerblumen sammelst du Samen für die eigene Nachzucht, sobald sie braun und vollständig ausgereift sind. Geerntet wird bei trockenem Wetter, wenn sich die Samen leicht aus ihren Hüllen lösen. Malope-Samen gelten im Lagerverhalten als orthodox, sie lassen sich also getrocknet aufbewahren. Ich lasse die Samen offen nachtrocknen, bevor ich sie eintüte.
Samen braun und vollständig ausgereift. Erntetag trocken. Samen lösen sich leicht aus den Hüllen. Nach der Ernte vollständig nachgetrocknet. In beschrifteten Tüten trocken, kühl und dunkel bis zur Aussaat gelagert.
Lebensraum auf Zeit
Malope steht eine Saison im Beet, im Winter stirbt sie ab. Langlebige artenreiche Wiesen, Säume und Wegränder sind für Insekten wertvoller als nur vorübergehend bestehende Blühflächen. Ein Malope-Beet ist eine solche vorübergehende Blühfläche, es ergänzt dauerhafte Strukturen und ersetzt sie nicht.
Ein insektenfreundlicher Garten braucht neben Blüten auch Nistplätze, Überwinterungsräume und Nahrungspflanzen für die Entwicklungsstadien. Totholz, Laub- und Steinhaufen sowie Trockenmauern ergänzen das Blütenangebot durch Brutplätze für verschiedene Insekten. Offene oder schütter bewachsene Bodenstellen bieten bodennistenden Wildbienen Lebensraum.
Stängel über den Winter stehen lassen
Stehen gelassene Pflanzenstängel können Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Bei geeigneten Blühmischungen können die Stängel über Winter stehen bleiben und erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden. So halte ich es auch mit den abgestorbenen Malope-Stängeln.
Manche Wildbienen nisten in abgestorbenen Staudenstängeln, wenn diese länger als ein Jahr stehen bleiben dürfen. In Randbereichen einer Wiese können dafür abgestorbene Karden- oder Distelstängel zwei Jahre erhalten bleiben.
Brutplätze liefern Sträucher und Altgras
Brutplätze für Singvögel bieten dichte Dornsträucher und Kletterpflanzen, sie ergänzen offene Flächen im Garten. Ungemähte Altgrasstreifen bieten während der Mahd Rückzugsräume und können Nist- und Überwinterungsstrukturen erhalten. Über Winter stehen gelassen, dienen sie Tieren als Quartier und Vögeln als Sitzwarte.
Malope im Jahreslauf
Insektenfreundliche Pflanzungen sollten ein zeitlich gestaffeltes Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst bieten. Malope übernimmt davon den Sommer. Was sie wann tut und was du ergänzen kannst, zeigt die Übersicht.
| Zeitraum | Malope | Ergänzung |
|---|---|---|
| Februar bis April | Aussaat ab April, noch keine Blüte | Frühjahrs-Krokusse, gesondert gepflanzt, blühen ungefähr im Februar und März |
| Mai bis September | Blütezeit, Aussaat noch bis Juni | Kornblumen und Ringelblumen blühen je nach Aussaat und Sorte ungefähr von Juni bis September |
| Nach der Blüte | Fruchtstände reifen | Herbstastern im ergänzenden Staudenbereich blühen ungefähr im September und Oktober |
| Winter | Pflanze abgestorben, Stängel und Fruchtstände bleiben stehen | Altgrasstreifen über Winter stehen lassen |
Eine heimische Blumenwiese hat ihren Hauptblühzeitraum häufig im Frühsommer, etwa im Mai und Juni. Malope blüht dagegen bis in den September. Stehen beide im Garten, reicht das Blütenangebot weiter in den Spätsommer, wenn die Wiese ihren Höhepunkt oft schon hinter sich hat.
Witterung und Klima beeinflussen die Entwicklung der Pflanzen und damit ihre Blühtermine. Ich notiere deshalb jedes Jahr, wann die erste Malope-Blüte aufgeht und wann die Fruchtstände reif sind.
Malope im Vergleich mit anderen Insekten- und Vogelpflanzen
Neben anderen Sommer- und Wildblumen sieht das Profil der Malope so aus. Die Übersicht nennt ohne Rangfolge, was über den Nutzen der jeweiligen Pflanze für Tiere bekannt ist.
| Pflanze | Lebensdauer | Nutzen für Tiere |
|---|---|---|
| Malope trifida | einjährig | nützlingsfreundliche Beetblume, große Trichterblüten von Mai bis September |
| Phacelia (Büschelschön) | einjährig | Pollen und Nektar für Bienen |
| Klatschmohn | einjährig oder überjährig | reichlich Pollen für bestäubende Insekten, kein Nektar |
| Garten-Fuchsschwanz | einjährig | reife Früchte unbegrannter Arten und Sorten können Vögeln als Nahrung dienen |
| Wilde Karde | zweijährig | nutzbares Blütenangebot für zahlreiche Insekten, Samen als Winternahrung für den Stieglitz |
| Wiesenmargerite | mehrjährig | Nahrung für Masken-, Furchen- und Schmalbienen, Käfer und Schwebfliegen |
Für Schmetterlinge zählt mehr als die Blüte. Ein insektenfreundlicher Garten braucht Nahrungspflanzen für die Entwicklungsstadien, und die Raupen des Großen Ochsenauges fressen Gräser. Ein Blumenbeet ohne Gräser bietet den Raupen dieser Art also keine Nahrung.
Auch Nachtfalter haben eigene Pflanzen. Eine dokumentierte Saatmischung für Fledermäuse und Nachtfalter kombiniert die Gemeine Nachtkerze unter anderem mit Gewöhnlicher Nachtviole und Weißer Lichtnelke. Die Nachtkerze öffnet ihre gelben Blüten am Abend.
Aussaat, Standort und Pflege in Kürze
Malope säst du von April bis Juni an einen sonnigen Platz mit mäßig nährstoffreichem, feuchtem und gut durchlässigem Boden. HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. verträgt sie, an windoffenen Stellen braucht sie eine Stütze. Grundlagen zu SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist., Gießen und Pflege findest du im Ratgeber zu Aussaat, Standort und Pflege von Wildblumen.
Malope im naturnahen Garten
Malope passt in Beete und Rabatten, in Bauerngärten und naturnahe Gärten. Plane sie dort als Sommerblüte neben dauerhaften Wiesen und Säumen ein. Wo Wildblumen sonst ihren Platz finden, vom Garten bis zum Wegrand, beschreibt der Wildblumen-Ratgeber ebenfalls.


