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Heimische Pflanzen: Artengaranten im Garten und wie du sie standortgerecht wählst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Der Name Wildblumen garantiert keine heimischen Arten: Entscheidend sind die Artenliste und die Angaben heimisch und mehrjährig.
  • Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen nur an Glockenblumen und brauchen diese Pflanzen im Garten.
  • Insekten, die von heimischen Wildpflanzen leben, sind Nahrung für Vögel, Igel, Amphibien und Reptilien.
  • Standortgerecht wählst du nach Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffen; für Gehölzränder gibt es eigene Saummischungen.
  • Für gebietseigenes Saatgut ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete gegliedert, frag beim Kauf nach der Herkunft.
Dicht blühende Wildblumenfläche mit rotem Klatschmohn, violettem Feld-Rittersporn und weißen kamilleartigen Blüten. Dazwischen stehen Gräser, Knospen und grüne Mohnkapseln im Sonnenlicht.
Foto: Maria M. · Pexels License · Quelle ↗

Auf vielen Samentüten steht „Wildblumen“, und vorne blüht es in allen Farben. Ob darin heimische Arten stecken, verrät dieser Name allein nicht. Für spezialisierte Insekten zählt aber genau das, weil sie auf bestimmte Pflanzen angewiesen sind. Ich drehe jede Mischung deshalb zuerst um und lese die Artenliste, bevor ich mir das Bild anschaue.

Hier liest du, was heimische Pflanzen für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und den Boden leisten. Danach geht es darum, wie du Arten und Herkunft passend zu deinem Standort auswählst.

Was sind heimische Pflanzen?

Heimisch ist eine Art, die von Natur aus zur Wildflora einer Region gehört. Ein Beispiel ist die Wiesen-Margerite: Leucanthemum vulgare im engeren Sinn gilt in Deutschland als einheimisch. Botanisch ist sie eine Art innerhalb der Artengruppe der Wiesenmargeriten.

Noch genauer ist der Begriff gebietseigen. Gebietseigene Pflanzen und gebietseigenes Saatgut stammen aus einheimischen Populationen, die sich über viele Generationen in ihrem Naturraum vermehrt haben. Heimisch beschreibt also die Art, gebietseigen zusätzlich ihre regionale Herkunft.

Als Exoten bezeichne ich hier Pflanzen, die ursprünglich aus anderen Weltgegenden stammen. Ein bekanntes Beispiel aus dem Garten ist Phacelia: Phacelia tanacetifolia gehört zu einer ursprünglich amerikanischen Gattung der Raublattgewächse.

Für den Einkauf heißt das: Die Bezeichnung „Wildblumen“ garantiert keine heimischen Arten. Für eine dauerhafte heimische Wiese prüfst du deshalb die Artenliste und schaust, ob dort ausdrücklich heimisch und mehrjährig steht.

Warum zählen heimische Pflanzen für Insekten so viel?

Manche Insekten sind wenig wählerisch. Polylektische Wildbienen etwa sammeln an ganz verschiedenen Pflanzengruppen. Andere sind festgelegt: Einzelne Scherenbienenarten holen ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen. Auch die Glockenblumen-Sägehornbiene, Melitta haemorrhoidalis, ist beim Pollensammeln auf Glockenblumen spezialisiert. Ohne Glockenblumen im Blütenangebot fehlt diesen Bienen der Pollen, den sie brauchen.

Bei Schmetterlingen reicht die Bindung bis zur Eiablage. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling legt seine Eier an die Blüten des Großen Wiesenknopfs. Heimische Wiesenpflanzen ernähren auch solche Spezialisten, und eine Art allein kann viele Gäste haben. Die Wiesen-Margerite versorgt Masken-, Furchen- und Schmalbienen mit Nahrung, dazu Käfer und Schwebfliegen.

Blühende Phacelia liefert Bienen Pollen und Nektar und hilft damit den wenig wählerischen Arten. Eine Scherenbiene, die nur an Glockenblumen sammelt, hat davon nichts. Ein Beet voller Exoten kann also gut besucht sein und trotzdem genau die Bienen auslassen, die auf bestimmte heimische Pflanzen angewiesen sind.

Zahl im Blick

In Riedstadt lief eine zweijährige Untersuchung. Auf Wildblumenflächen wurden dort je nach Fangmethode 212 bis 260 % mehr Insektenexemplare erfasst als auf Flächen mit exotischen Gehölzen. Die Pflege der Wildblumenwiesen war in Riedstadt außerdem um den Faktor 5 günstiger als die der zuvor vorhandenen exotischen Gehölzflächen.

Darum gebe ich im Garten heimischen Arten den Vorrang.

Was brauchen Tiere außer Blüten?

Zu den Belastungen für Insekten gehören Lebensraumverlust, Strukturverarmung, Zerschneidung und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Gegen die Strukturverarmung kannst du im eigenen Garten direkt etwas tun. Ein insektenfreundlicher Garten braucht neben Blüten auch Nistplätze, Winterquartiere und Futterpflanzen für Raupen und Larven.

Artenreiche Wiesen decken davon schon viel ab. Sie bieten Insekten Nahrung, Raum zur Fortpflanzung, Rückzug und Überwinterung. Gräser liefern dabei ebenso Nahrung und Deckung wie Kräuter. Totholz, Laub- und Steinhaufen sowie Trockenmauern ergänzen das Angebot um Brutplätze für verschiedene Insekten. Wildbienen, die im Boden nisten, finden an offenen oder schütter bewachsenen Stellen Platz.

Auch die Blütenform zählt. In gefüllten Blüten können die pollenführenden Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein, dann finden Insekten weniger Pollen. Setz deshalb auf ungefüllte Blüten und plane die Blüte gestaffelt vom Frühjahr bis in den Spätherbst.

Stängel, Samen und Altgras über Winter

Abgestorbene Stängel sind kein Abfall. Stehen gelassene Stängel dienen Insekten als Winterquartier und als Platz für die Eiablage. Dürfen Staudenstängel länger als ein Jahr stehen, können manche Wildbienen darin nisten und ihre Nachkommen schlüpfen. Karden- und Distelstängel lasse ich deshalb am Rand der Wiese zwei Jahre stehen.

Ausgereifte Fruchtstände sind Futter für den Stieglitz, an der Wilden Karde frisst er im Winter die Samen. Über Winter ungemähte Altgrasstreifen dienen Tieren als Quartier und Vögeln als Sitzwarte. Ich mähe größere Flächen in Abschnitten und lasse jedes Mal einen Teil stehen. Eine zeitlich versetzte Mahd von Teilflächen erhält auf größeren Wiesen Rückzugsräume für Insekten.

Viele Gartenvögel brauchen während der Brutzeit tierische Nahrung. Insekten, die von heimischen Wildpflanzen leben, sind Futter für Vögel, aber auch für Igel, Amphibien und Reptilien. Heimische Pflanzen füttern Vögel also nicht erst über ihre Samen, sondern schon in der Brutzeit über die Insekten.

Mini-Checkliste

ungefüllte Blüten wählen · Blüte vom Frühjahr bis in den Spätherbst staffeln · Stängel über Winter stehen lassen · einen Altgrasstreifen ungemäht lassen · offene Bodenstellen dulden · Totholz, Laub- oder Steinhaufen anlegen

Was tun artenreiche Pflanzungen für Boden und Klima?

Bei Boden und Klima zählen Wurzeln, Bodenleben, Vielfalt und eine Pflanzendecke, die lange bleibt. Fein verzweigte Wurzeln stabilisieren Bodenkrümel und hinterlassen nach ihrem Abbau Kanäle, durch die Luft und Wasser eindringen. Gräser können mit ihren fein verteilten Wurzeln ebenfalls stabile Krümel fördern. Klee und Luzerne können über ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden.

Bakterien, Pilze und Regenwürmer bauen Pflanzenreste ab und wirken so an Humusbildung und Nährstofffreisetzung mit. Regenwürmer legen dabei Röhren an, die Luft und Wasser führen. Im Jena-Graslandexperiment erhöhte eine größere Pflanzenvielfalt den Gehalt an organischem Kohlenstoff im Boden. Gegen Wassererosion wirkt eine Bodenbedeckung ab etwa 30 %. Eine feste Schutzleistung für eine bestimmte Blumenmischung folgt daraus aber nicht.

Bewachsener Boden kann seine unmittelbare Umgebung kühlen, weil das Verdunsten von Wasser Wärmeenergie benötigt. Das funktioniert nur, solange die Fläche ausreichend mit Wasser versorgt ist. Grünflächen reflektieren außerdem mehr Sonnenstrahlung als dunkler Asphalt und speichern tagsüber weniger Wärme.

Umgekehrt setzt das Wetter auch den Pflanzen zu. Hitze und Trockenheit können Blüten schneller verblühen lassen und das Angebot an Pollen und Nektar verringern. Die Entwicklungsphasen von Wildpflanzen reagieren auf längerfristige Witterungsverläufe, dadurch kann sich das zeitliche Zusammenspiel mit Bestäubern verschieben.

Mythos-Check

„Eine Wildblumenwiese speichert automatisch CO2.“ So einfach ist es nicht. Auf 120 untersuchten Gießener Campus-Grünflächen hatten Wildblumenwiesen höhere Bodenkohlenstoffvorräte als kurz geschnittene Rasen, mitbestimmt hat aber auch die frühere Nutzung der Flächen. Im Münchner CO2-Flussmodell waren Grasflächen im Jahresmittel sogar Quellen, weil ihre Bodenatmung die Photosynthese überstieg. Ein Vorrat im Boden sagt also noch nichts darüber, ob eine Fläche laufend CO2 aufnimmt.

So wählst du heimische Pflanzen passend zum Standort

Standortgerecht heißt: Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffe bestimmen die Auswahl. Trockene, frische und feuchte Freiflächen sind dabei eigene Standorte, ebenso der Gehölzrand und der Bereich unter Gehölzen. Auch nährstoffreichere Böden tragen passende Wiesengesellschaften. Für einen nährstoffreichen Gartenboden wählst du deshalb eine entsprechend angepasste Mischung.

Den Standort lesen

Bevor ich säe, mache ich an mehreren Stellen die Fingerprobe und notiere, welche Ecken im Sommer im Schatten liegen. Die Fingerprobe an feuchtem, nicht nassem Feinboden gibt dir eine grobe Einschätzung der Bodenart. Genauer wird eine Bodenanalyse: Standardmäßig erfasst sie Phosphat, Kalium und den pH-Wert, auf Wunsch auch den Humusgehalt.

Auch was schon wächst, verrät etwas über den Standort. Aussagekräftig sind dabei größere Bestände und mehrere Arten, eine einzelne Pflanze sagt wenig.

Kurz erklärt

Zeigerwerte nach Ellenberg ordnen Arten nach Licht, Feuchte, Stickstoff und weiteren Faktoren ein. Die Stickstoffzahl reicht von 1 für stickstoffärmste bis 9 für übermäßig stickstoffreiche Standorte. Die Margerite hat die Stickstoffzahl 3, die Wilde Karde die Stickstoffzahl 7. Für die Wiesenpflege weist der BUND darauf hin, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann.

Passende Arten für Sonne, Feuchte und Gehölzrand

Standort Beispiele Gut zu wissen
sonnig und trocken Wiesen-Witwenblume, Taubenkropf-Leimkraut, Wilde Möhre heimische Arten für trockene, sonnige Plätze
Wiese auf lehmigem Boden Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke, Wiesenglockenblume mit der Glockenblume auch Futter für Pollenspezialisten
feucht bis nass Blutweiderich wächst auch an zeitweise überfluteten Stellen
Gehölzrand, voll- bis teilschattig Frühlings-Platterbse, Nesselblättrige Glockenblume, Rote Lichtnelke, Hain-Rispengras, Waldzwenke, Wald-Segge aus einer Schattsaum-Mischung für Ursprungsgebiet 11; für wenig betretene Ränder mit trockenem, nährstoffärmerem bis mäßig nährstoffreichem Boden
unter dicht stehenden Bäumen keine gewöhnliche Blumenwiese eine eigens für Gehölzsäume zusammengestellte Mischung

Eine Glockenblume taucht in zwei Zeilen auf, als Wiesenglockenblume auf Lehm und als Nesselblättrige Glockenblume im Schattsaum. Weil einzelne Scherenbienen nur an Glockenblumen sammeln, kannst du diesen Spezialisten an der Sonne wie am Gehölzrand etwas anbieten. Beim Schattsaum brauchst du Geduld, denn manche seiner Arten werden erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif.

Häufiger Fehler

Eine normale Blumenwiese unter Bäume säen. Stark beschattete Gartenflächen eignen sich für schattenverträgliche Stauden oder passende Saummischungen, nicht für die übliche mehrjährige Blumenwiese. Auch Schattenmischungen haben Grenzen: Die Veitshöchheimer Schattenmischungen etwa eignen sich nicht für stark durchwurzelte Baumscheiben.

Achtung

Heimisch heißt nicht harmlos. Zu den heimischen Wildpflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide bilden, gehören Jakobskreuzkraut, Gemeines Greiskraut und Natternkopf; bestimmte dieser Stoffe können die Leber schädigen. Blüten kommen nur in die Küche, wenn die Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist. Als Zierpflanzen verkaufte Blumen verwendest du wegen möglicher Pflanzenschutzmittelbehandlungen nicht als essbare Blüten.

Worauf achtest du bei Herkunft und Mischung?

Für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete gegliedert. Regionale Herkünfte derselben Art können sich im Blühzeitpunkt unterscheiden, ebenso in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Frost oder Hitze. Als Herkunftsnachweis für gebietseigenes Wildpflanzensaatgut dienen die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert.

Tipp

Bevor ich eine Mischung bestelle, frage ich nach ihrem Ursprungsgebiet und vergleiche es mit meiner Region. Steht auf der Packung keine einsehbare Artenliste, lasse ich sie liegen.

Auf der Packung zählen außerdem die ausdrückliche Angabe heimisch, die Lebensdauer der Arten und die Standortangaben. Gräser gehören in eine Wiesenmischung; die Raupen des Großen Ochsenauges etwa fressen Gräser. Weidelgras und Wiesenrispe sind dagegen so konkurrenzstark, dass du sie in einer Wiesenmischung vermeiden solltest. Eine Blumenwiesenmischung für das Ursprungsgebiet 9 enthält zum Beispiel Ruchgras, Zittergras, Weide-Kammgras und Horst-Rotschwingel.

Eine dauerhafte Blumenwiese besteht aus Gräsern und Wildkräutern und unterscheidet sich von einer überwiegend einjährigen Sommerblumenansaat. Einjährige Sommerblumenflächen werden jedes Jahr neu eingesät. Auf Dauer angelegte mehrjährige Garten-Blühmischungen können dagegen 10 Jahre und länger bestehen. Für Insekten sind nur vorübergehend bestehende Blühflächen zudem weniger wertvoll als langlebige Wiesen, Säume und Wegränder. Mit einer mehrjährigen heimischen Mischung sparst du dir also die jährliche Neuansaat und bietest Insekten den dauerhafteren Lebensraum.

Für den Hausgarten ist die Lage der Fläche entscheidend. Gärten, die einem Gebäude zugeordnet sind, zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG. Im Einzelfall kommt es auf die tatsächliche Zuordnung der Fläche an. Auch extensiv genutzte Flächen innerhalb einer Siedlung können zur freien Natur gehören, dann klärst du vorher, welche Anforderungen an gebietseigene Herkünfte dort gelten.

Vorhandene Flächen aufwerten statt neu säen

Nicht jede Fläche muss neu angesät werden. Vor einer Neuansaat lohnt die Prüfung, ob sich eine vorhandene Fläche durch angepasste, extensive Pflege oder durch Selbstbegrünung ökologisch aufwerten lässt. Einen Rasen kannst du stellenweise öffnen und standortgerechte Wildblumen in die Lücken säen. Blumeninseln lassen sich in bestehende Rasenflächen einfügen und mit regelmäßig gemähten Rändern einfassen.

Kleine Bestände der Riesen-Goldrute lassen sich über mehrere Jahre immer wieder von Hand entfernen. Ich ziehe sie so, dass der Boden möglichst wenig aufreißt, weil verletzter Boden das Keimen neuer Goldruten fördert.

Bringen heimische Blüten etwas für den Gemüsegarten?

Ein Blühstreifen am Rand der Gemüsebeete füttert auch Nützlinge. Bei blattlausfressenden Schwebfliegen leben die erwachsenen Tiere von Blütennahrung, ihre Larven fressen Blattläuse. Mehr Ernte folgt daraus nicht automatisch. Im Projekt FlowerBeet gab es neben Blühstreifen mehr Nützlinge und teilweise weniger Blattläuse, ein zuverlässig höherer Zuckerrübenertrag ergab sich daraus nicht.

Plane den Streifen deshalb als Lebensraum und nicht als Pflanzenschutz. Wo er neben deinen Kulturen Platz findet, legst du am einfachsten fest, wenn du deine Beete und Randstreifen im Beetplaner einteilst.

Anlegen und pflegen in Kürze

Eine artenreiche, magere Wiese wird nicht gedüngt, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Je nach Wüchsigkeit und Standort mähst du sie ein- bis dreimal im Jahr und räumst das Mähgut ab. Wie du säst, die ersten Wochen mit dem Schröpfschnitt begleitest und die Mahd planst, erklärt der Wildblumen-Ratgeber in den Abschnitten zu Aussaat, ersten Wochen und Mähen.

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Häufige Fragen

Was sind heimische Pflanzen und wie unterscheiden sie sich von exotischen Arten?
Heimische Pflanzen gehören von Natur aus zur Wildflora einer Region, die Wiesen-Margerite zum Beispiel gilt in Deutschland als einheimisch. Gebietseigene Pflanzen stammen zusätzlich aus einheimischen Populationen, die sich über viele Generationen im jeweiligen Naturraum vermehrt haben. Exoten wie Phacelia aus einer ursprünglich amerikanischen Gattung können Bienen ebenfalls Pollen und Nektar liefern. Spezialisten wie einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen aber ausschließlich an Glockenblumen und brauchen genau diese Pflanzen.
Welche Rolle spielen heimische Pflanzen für die Biodiversität in lokalen Ökosystemen?
Heimische Wiesenpflanzen ernähren auch spezialisierte Insekten: Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling etwa legt seine Eier an die Blüten des Großen Wiesenknopfs. Insekten, die von heimischen Wildpflanzen leben, sind wiederum Nahrung für Vögel, Igel, Amphibien und Reptilien. Langlebige, artenreiche Wiesen, Säume und Wegränder sind für Insekten wertvoller als Blühflächen, die nur vorübergehend bestehen.
Inwiefern unterstützen regionale Pflanzen die Bodengesundheit und den Erosionsschutz?
Fein verzweigte Wurzeln stabilisieren Bodenkrümel und hinterlassen nach ihrem Abbau Kanäle, durch die Luft und Wasser in den Boden gelangen. Klee und Luzerne können über Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden, und im Jena-Graslandexperiment erhöhte größere Pflanzenvielfalt den organischen Kohlenstoff im Boden. Gegen Wassererosion wirkt eine Bodenbedeckung ab etwa 30 %, eine feste Schutzleistung für eine bestimmte Mischung folgt daraus aber nicht.
Stimmt es, dass heimische Pflanzen grundsätzlich keine Pflege benötigen?
Nein, auch eine heimische Blumenwiese braucht Pflege, vor allem am Anfang: Nach der Aussaat hältst du die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Danach mähst du je nach Wüchsigkeit und Standort ein- bis dreimal im Jahr und räumst das Mähgut ab. Ist die Wiese etabliert, braucht sie im Sommer normalerweise kein zusätzliches Wasser. Mehrjährige Garten-Blühmischungen kommen mit etwa 1 bis 2 Minuten Pflegezeit je m² und Jahr aus.
Welche regionalen Besonderheiten gibt es bei der Auswahl gebietseigener Pflanzen?
Für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete gegliedert. Regionale Herkünfte derselben Art können sich im Blühzeitpunkt und in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Frost oder Hitze unterscheiden. Frag deshalb beim Kauf nach dem Ursprungsgebiet und achte auf Herkunftsnachweise wie die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert.
Worin unterscheiden sich Wildpflanzen von Kulturpflanzen in ihrer ökologischen Wirkung?
Ein Unterschied kann in der Blüte liegen: Bei gefüllten Blüten können die pollenführenden Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein, sodass Insekten weniger Pollen finden. Für insektenfreundliche Pflanzungen sind deshalb ungefüllte Blüten und ein Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst sinnvoll. Wildformen wie die Wiesen-Margerite versorgen verschiedene Wildbienen, Käfer und Schwebfliegen mit Nahrung.
Wie legt man eine insektenfreundliche Bienenweide im eigenen Garten an?
Wähle eine Mischung mit einsehbarer Artenliste, die ausdrücklich heimische und mehrjährige Arten nennt und zu Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffen deines Standorts passt. Setz auf ungefüllte Blüten, die vom Frühjahr bis in den Spätherbst gestaffelt blühen. Lass abgestorbene Stängel und einen Altgrasstreifen über Winter stehen und dulde offene Bodenstellen für Wildbienen, die im Boden nisten. Eine magere, artenreiche Wiese düngst du nicht, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden.
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