Wegwarte im Naturgarten: Standort, Partner und wie du sie vermehrst
- Wilde Wegwarte: ausdauernde, winterharte Staude mit Pfahlwurzel
- Standort: volle Sonne und durchlässiger Boden, nährstoffarm bis nährstoffreich
- Blüte von Juli bis Oktober, jedes Blütenköpfchen öffnet sich nur an einem Tag
- Gräser und Gebüsch dürfen sie nicht überwachsen
- Vermehrung über Samen und Wurzelschnittlinge
- Teilbereiche bis zum nächsten Frühjahr ungemäht stehen lassen

Die Wegwarte kennst du vermutlich vom Straßenrand, von Bahnanlagen oder aus zertretenen Weiderasen. Holst du sie in den Naturgarten, braucht sie dort dieselbe Offenheit: volle Sonne, durchlässigen Boden und keine Nachbarn, die sie überwachsen. Ich suche ihr deshalb zuerst einen Platz in voller Sonne und überlege erst danach, welche Partner daneben passen.
Wegwarte im Steckbrief: Wildform, Blüte und Wurzel
Botanisch heißt die Wegwarte Cichorium intybus. Ihre wilde Form ist eine ausdauernde, winterharte Staude und wird der Winterhärtezone 3a zugeordnet. Zur selben Art gehören Gemüse wie Wurzelzichorie, Blattzichorie, Radicchio und Zuckerhut, dazu die Futter-Zichorie. Ein Teil der Kulturangaben zur Art stammt aus dem Anbau dieser Formen. Prüf auf Saattüten und Datenblättern deshalb, welche Form gemeint ist: Für den Naturgarten zählt die Wildform Cichorium intybus var. intybus.
| Merkmal | Wegwarte (Cichorium intybus) |
|---|---|
| Lebensform der Wildform | ausdauernde, winterharte Staude, Winterhärtezone 3a |
| Wuchshöhe | 20 bis 80 cm, nach anderen Angaben bis 150 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 40 cm |
| Blütezeit | Juli bis Oktober |
| Einzelblüte | jedes Blütenköpfchen öffnet sich nur an einem Tag |
| Wurzel | PfahlwurzelEine Pfahlwurzel ist eine einzelne Hauptwurzel, die senkrecht nach unten in den Boden wächst; von ihr gehen Seitenwurzeln ab. Pflanzen mit Pfahlwurzel heißen Tiefwurzler, zum Beispiel Löwenzahn und Eiche. |
| Licht | volle Sonne |
| Vermehrung | Samen und Wurzelschnittlinge |
| Rote Liste Deutschland | ungefährdet, bundesweite Einstufung ohne Aussage zu einzelnen Ländern |
Jedes Blütenköpfchen blüht nur einen Tag. Die Pflanze selbst blüht von Juli bis Oktober. Das Blau im Beet entsteht also aus vielen Köpfchen, die sich nacheinander öffnen.
„Wegwartenblüten sind nur vormittags offen.“ Eine feste Uhrzeit gibt es dafür nicht. Jedes Köpfchen öffnet sich an einem einzigen Tag und schließt je nach Jahreszeit und BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. nach unterschiedlich langer Zeit. Ich schaue deshalb zu verschiedenen Tageszeiten nach, welche Köpfchen gerade offen sind.
Was die Pfahlwurzel im Boden macht
Unter der Erde bildet die Wegwarte eine Pfahlwurzel. Sie kann im Ober- und Unterboden Poren schaffen, die nachfolgenden Pflanzen den Zugang zu Wasser und Nährstoffen erleichtern. Wie lange solche Bioporen stabil bleiben, hängt vom Boden ab, beschrieben ist das vor allem für lehmige und schluffige Böden. Wie du die tiefe Wurzel gezielt nutzt, erklärt der Beitrag darüber, wie du die tiefwurzelnde Wegwarte zur Bodenverbesserung einsetzt. Willst du sie als Gründüngung säen, lies weiter bei der Wegwarte als Gründüngung und Zwischenfrucht.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist ein vollsonniger Platz mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotene Sorte „BIO Zichoriensalat“ lässt sich im Hochbeet ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Wildform und Sorten zur Wurzelnutzung im Mai/Juni direkt säen. Blattsorten im April für die Sommer- oder im Juni/Juli für die Winterkultur direkt oder in Töpfe säen und ausreichend große Jungpflanzen auspflanzen.
Pflege
- Pflege
Bei Kultur in trockeneren Gebieten bei Bedarf zusätzlich bewässern und zugleich guten Wasserabzug sicherstellen.
- Düngung
Bei der Blattzichorie Catalogna Special ist in dauerhaften Salatbeständen gewöhnlich keine zusätzliche Düngung nötig; bei nachgewiesenem Nährstoffmangel gilt dies nicht.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Steingärten, Blumenrabatten, Beete und Kiesgärten.
Welcher Standort passt zur Wegwarte?
Ihre ZeigerwerteZeigerwerte sind Kennzahlen, die angeben, unter welchen Standortbedingungen eine Pflanzenart in der Natur bevorzugt vorkommt, etwa bei Licht, Feuchte, Bodenreaktion oder Stickstoff. Umgekehrt kannst du aus wild wachsenden Pflanzen so auf die Bedingungen am Standort schließen. nach Ellenberg zeigen, unter welchen Bedingungen die Wegwarte wild wächst. Daraus lässt sich ihr Platz im Garten gut ableiten.
| Zeigerwert | Skala | Wegwarte | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Licht | 1 Tiefschatten bis 9 Volllicht | 9 | Volllicht |
| Feuchte | 1 TrockenheitszeigerTrockenheitszeiger sind Wildpflanzen, die vor allem auf trockenem Boden wachsen. Kommen sie an einer Stelle im Garten gehäuft vor, ist das ein Hinweis darauf, dass der Boden dort eher trocken ist. bis 9 NässezeigerNässezeiger sind Pflanzen, deren gehäuftes Vorkommen einen sehr nassen Boden anzeigt, oft mit Staunässe. Typische Beispiele sind Ackerminze, Huflattich und Kriechender Hahnenfuß. | 4 | untere Hälfte der Skala |
| Reaktion (Boden-pH) | 1 stark sauer bis 9 basisch und kalkreich | 8 | nahe am kalkreichen Ende |
| Stickstoff | 1 stickstoffärmst bis 9 übermäßig stickstoffreich | 5 | Mitte der Skala |
| Temperatur | 1 kühl und alpin bis 9 warm und mediterran | 6 | knapp über der Mitte |
| Kontinentalität | 1 ozeanisch bis 9 kontinental | 5 | Mitte der Skala |
| Salz | 0 salzfrei bis 9 salzreich | 0 | salzfrei |
Zeigerwerte nach Ellenberg ordnen eine Pflanzenart auf Skalen für Licht, Feuchte, Bodenreaktion, Stickstoff und weitere Standortfaktoren ein. Sie beschreiben, wo die Art in der Natur wächst, und sind keine Pflegeanweisung. Willst du umgekehrt deinen Boden an Pflanzen ablesen, sind größere Bestände und mehrere Arten aussagekräftiger als eine einzelne Pflanze.
Licht: volle Sonne
Als Lichtstandort ist für die Wegwarte volle Sonne angegeben. Ihre Lichtzahl liegt am Volllicht-Ende der Skala. Unter Gehölzen oder im Schatten hoher Stauden fehlt ihr dieses Licht.
Die Wegwarte in den Halbschatten setzen, weil sie als genügsam gilt. Genügsam ist sie beim Nährstoffgehalt, nicht beim Licht. Gib ihr einen offenen Platz in voller Sonne, etwa am Beet- oder Wegrand.
Boden: Hauptsache durchlässig
Wichtig ist vor allem, dass Wasser gut abzieht. Die Wegwarte eignet sich auch für nährstoffarme, durchlässige Böden. Nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden passt dagegen ebenfalls. Beides zusammen heißt: Einen normalen, gut durchlässigen Gartenboden musst du für sie weder aufdüngen noch eigens abmagern.
Bei der Bodenart eignen sich Kalk-, Lehm- und Sandböden, beim pH-Wert saure, neutrale und alkalische Böden. Ihre Reaktionszahl nach Ellenberg liegt nahe am kalkreichen Ende der Skala. Willst du eine ganze Fläche für Wildblumen anlegen, gelten eigene Schritte, etwa beim Abmagern eines wüchsigen Bodens. Sie stehen im Wildblumen-Ratgeber unter Standort und Boden: Licht und magerer, durchlässiger Grund.
Wasser: tiefe Wurzel, trotzdem gießen
Ihre FeuchtezahlDie Feuchtezahl ist eine botanische Kennzahl (Zeigerwert nach Ellenberg) dafür, wie feucht der Boden ist, auf dem eine Pflanzenart in der Natur typischerweise wächst: von 1 (trocken) bis 9 (nass), bei Wasserpflanzen bis 12. liegt in der unteren Hälfte der Skala, als Feuchtebedarf ist frisch angegeben. Im Deep-Frontier-Versuch nahm die Wegwarte Wasser noch aus 2,3 m Tiefe auf. Den Ausfall der Wasseraufnahme aus einem trockenen Oberboden glich sie damit aber nicht aus. Die tiefe Wurzel macht sie also nicht unabhängig vom Gießen: In trockeneren Gegenden gießt du bei Bedarf zusätzlich und sorgst zugleich für guten Wasserabzug.
Nachbarn: offen statt dicht
Die Wegwarte besiedelt Straßenränder, Bahnanlagen sowie Tritt- und übernutzte Weiderasen. Auf Dauer schlecht verträgt sie dagegen, von Gräsern oder Gebüsch überwachsen zu werden. Beides zusammen zeigt, was sie braucht: offene, lückige Stellen statt einer dichten, wüchsigen Wiese.
„Die Wegwarte verträgt Streusalz.“ Ihre Salzzahl nach Ellenberg ist 0, das salzfreie Ende der Skala. Dass sie an Straßenrändern wächst, sagt über eine Salzverträglichkeit nichts aus. Plane sie deshalb nicht gezielt für gestreute Wegränder ein.
Aussaat in Kürze
Gesät wird die Wegwarte von Juni bis Juli. Sie ist kein Lichtkeimer: Bedecke die Samen der Wildform etwa 1,5 bis 2 cm hoch mit Erde. Wie du Saatbett, Saattermin und das VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. der Sämlinge angehst, erklärt der Ratgeber darüber, wann und wie du Wegwarte aussäst.
Gestalten mit der Wegwarte
Wo sie wirkt: Kiesgarten, Steingarten, Wegrand
Als gärtnerische Verwendung eignen sich Steingarten, Blumenrabatten und Beete sowie Kiesgarten. Am Weg- oder Beetrand bekommt sie volles Licht, und niedrige Nachbarn überwachsen sie dort nicht. Mit 20 bis 80 cm Höhe passt sie im Staudenbeet in die mittlere Reihe, davor bleibt Platz für Niedriges. In einer Blumenwiese setze ich sie an lückige, eher magere Stellen und nicht in dichten Grasbestand.
Abstände: so planst du das Pflanzbild
Für die Wildform ist ein Pflanzabstand von 30 cm angegeben. Setzt du sie in Reihen, nimmst du den Reihenabstand aus der Spanne von 20 bis 60 cm, die für die Art insgesamt gilt. Ausgewachsen wird sie 20 bis 40 cm breit. Im Staudenbeet pflanze ich sie lieber in lockeren Gruppen als in einer geraden Linie.
| Pflanzweise | Abstand zwischen den Pflanzen | Reihenabstand |
|---|---|---|
| Reihe am Weg oder Beetrand | 30 cm, Wildform | 20 bis 60 cm, Art insgesamt |
| lockere Gruppe im Staudenbeet | 30 cm, Wildform | entfällt |
| zum Vergleich: Art einschließlich Kulturformen | 10 bis 30 cm | 20 bis 60 cm |
Partner für Beet und Wiese
Gute Partner teilen ihre Vorlieben: Sonne, durchlässigen Boden und keinen Hang, sie zu überwachsen.
| Partner | Was ihn zum Partner macht |
|---|---|
| Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) | weiße Randzone, goldgelbe Mitte, blüht von Mai bis Oktober, Feuchtezahl 4 wie die Wegwarte |
| Wiesen-Salbei | blüht von Mai bis Juli, wächst auf Magerrasen und Magerwiesen |
| Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) | für trockene, sonnige Standorte, 30 bis 80 cm hoch |
| Wilde Möhre | für trockene, sonnige Standorte, blüht im zweiten Jahr, Raupenfutter des Schwalbenschwanzes |
| Taubenkropf-Leimkraut und Arznei-Thymian | für trockene, sonnige Standorte |
| Gewöhnliches Leinkraut | sonnig, lockerer, steinig-sandiger, trockener bis frischer Boden, blüht etwa von Mai oder Juni bis Oktober, breitet sich über AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. aus |
| Wiesen-Flockenblume | gut drainierter Boden, auch nährstoffarm, keine Staunässe |
| Wilde Karde | Blüten für zahlreiche Insekten, abgestorbene Stängel als Winterstruktur |
Wiesen-Salbei blüht von Mai bis Juli. Danach übernimmt die Wegwarte, deren Blütezeit von Juli bis Oktober reicht. So folgen zwei blaue Blüher im Beet aufeinander, und die Wiesen-Margerite setzt mit ihrer weißen Randzone einen hellen Kontrast dazu. Für den Winter lohnt die Wilde Karde: Ihre abgestorbenen Stängel können in Randbereichen einer Wiese für bestimmte Wildbienen zwei Jahre stehen bleiben.
Breitet sich ein Partner über Ausläufer aus wie das Gewöhnliche Leinkraut, gib ihm von Anfang an eigenen Raum. Rückt er der Wegwarte zu nah, kann er ihr den offenen Platz nehmen, den sie braucht.
Wegwarte im Kübel und im Hochbeet
Die Wegwarte gilt als topfgeeignet, und auch im Hochbeet kannst du sie ziehen. Größere Gefäße puffern bei Wildstauden Wasser- und Temperaturschwankungen besser als kleine Töpfe und brauchen funktionierende Abflusslöcher. Für ihre Pfahlwurzel heißt das: lieber ein großes, tiefes Gefäß als eine flache Schale. Das Substrat richtest du nach ihrem Naturstandort aus und machst es bei Bedarf mit Sand magerer. Teilt sie sich das Gefäß mit anderen Wildpflanzen, sollten diese ähnliche Ansprüche an Licht, Substrat, Wasser und Nährstoffe haben und ähnlich konkurrenzstark sein.
Wegwarte vermehren: Samen und Wurzelschnittlinge
Die Wegwarte lässt sich auf zwei Wegen vermehren: über Samen und über Wurzelschnittlinge. Samen bilden deine Pflanzen nach der Blüte von selbst. Wurzelschnittlinge nimmst du, wenn du genau eine bestimmte Pflanze weitervermehren willst.
Samen ernten
Lass nach der Blüte einige Samenstände an der Pflanze ausreifen. Ein Hinweis auf die Reife: Stieglitze fressen zur Samenreife an den Samenständen. Ernte bei trockenem Wetter, sobald die Samen ausgereift sind und sich leicht aus ihren Hüllen lösen. Ich markiere die Pflanzen, von denen ich ernten will, schon während der Blüte mit einem Stück Bast. Einen Teil der Samenstände lasse ich für die Stieglitze stehen.
Samen lagern
Trockne die Samen vollständig nach. Fülle sie dann in beschriftete Tüten und lagere sie trocken, kühl und dunkel bis zur Aussaat.
Wegwartensamen gelten als orthodox. So heißen austrocknungsresistente Samen, die sich trocken lagern lassen.
Samen von der Wegwarte
- Pflanzen schon während der Blüte markieren
- bei trockenem Wetter ernten
- nur ausgereifte Samen nehmen, die sich leicht aus den Hüllen lösen
- vollständig nachtrocknen
- in beschriftete Tüten füllen und trocken, kühl und dunkel lagern
- einen Teil der Samenstände für Stieglitze stehen lassen
Selbstaussaat lenken
Die Wegwarte gilt als verwilderungsfähig. Wo du keine Sämlinge willst, schneidest du die Samenstände vor der Reife ab. An Stellen, an denen sie sich ausbreiten darf, lässt du Teilbereiche bis zum nächsten Frühjahr ungemäht. Dann können Pflanzen und überwinternde Insekten ihren Fortpflanzungszyklus abschließen. Ich entscheide das Stelle für Stelle: Am Kiesweg darf sie sich aussäen, im Staudenbeet schneide ich die Samenstände vorher ab.
Wurzelschnittlinge
Der zweite Weg sind Wurzelschnittlinge, also Stücke der Wurzel, aus denen neue Pflanzen treiben. Anders als Sämlinge stammen sie von genau einer Mutterpflanze ab und gleichen ihr deshalb. Diesen Weg nutze ich, wenn mir eine einzelne Pflanze in ihrem Wuchs besonders gefällt. Setz die Stücke in Töpfe und beobachte, ob sie austreiben, bevor du sie an ihren Platz pflanzt.
Saatgut für den Naturgarten wählen
Kaufst du Saatgut zu, achte auf die Wildform Cichorium intybus var. intybus. Unter dem Artnamen laufen auch Radicchio, Zuckerhut und Futter-Zichorie. Steckt die Wegwarte in einer Mischung, prüf die Artenliste, denn die Bezeichnung Wildblumen allein garantiert keine heimischen Arten. Die gebietseigene Herkunft von Wildpflanzensaatgut weisen die Zertifikate VWW-Regiosaaten und RegioZert nach. Deutschland ist dafür in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt, frag also nach, aus welchem eine Mischung stammt.
Pflege in Kürze
Gieß nur bei Bedarf in trockeneren Phasen und halte Gräser und Gehölzaufwuchs von ihr fern, weil sie das Überwachsen auf Dauer schlecht verträgt. Mit welchen Handgriffen du ihre Blütezeit verlängerst, zeigt der Beitrag über Kniffe für eine längere Wegwartenblüte. Das Mähen von Wildblumenflächen erklärt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt Mähen und Pflege im Jahreslauf.
Was die Wegwarte Insekten und Vögeln bietet
Ihre Blüten liefern Schwebfliegen, Hummeln und Wildbienen Pollen, und zur Samenreife fressen Stieglitze an den Samenständen. Mehr dazu, welche Rolle die Wegwarte als Bienenweide und in der Nahrungskette spielt, findest du in einem eigenen Ratgeber. Was Blühflächen Insekten allgemein bringen, steht im Wildblumen-Ratgeber im gleichnamigen Abschnitt.
Die Wegwarte im Jahreslauf
Die Blüte ist nur ein Teil ihres Jahres. Die Übersicht zeigt, was die Wegwarte wann macht und worauf du dabei achtest.
| Zeitraum | Was die Wegwarte macht | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Frühjahr | treibt als ausdauernde Staude wieder aus | über Winter stehen gelassene Stängel zurückschneiden |
| Juni bis Juli | Aussaatzeit | Samen mit Erde bedecken |
| Juli bis Oktober | Blütezeit, jedes Köpfchen blüht einen Tag | Blütenbesucher beobachten |
| nach der Blüte | Samen reifen, Stieglitze fressen an den Samenständen | Samen bei trockenem Wetter ernten, einen Teil stehen lassen |
| Winter | übersteht als winterharte Staude die Kälte | Teilbereiche bis zum nächsten Frühjahr ungemäht lassen |
Über Winter stehen gelassene Stängel können Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Ich schneide sie im Frühjahr deshalb nicht alle auf einmal, eine Ecke bleibt länger stehen.
Küche, Kaffee, Heilpflanze: kurz eingeordnet
Für Zichorienkaffee werden die fleischigen Wurzeln der Wurzelzichorie geröstet, einer Kulturform derselben Art. Die Bewertung von Arzneimitteln aus Wegwartenwurzel beruht auf traditioneller Verwendung, die klinischen Belege reichen nicht aus, ein Heilversprechen lässt sich daraus nicht ableiten. Wer Blätter oder Blüten essen will, nimmt nur sicher bestimmte Pflanzen, deren Eignung zum Verzehr geklärt ist, und keine, die als Zierpflanzen verkauft wurden.
Lies auch, was die Wegwarte für Garten-Einsteiger mitbringt, welche Krankheiten und Schädlinge sie treffen können und wie du vorbeugst und wie die Wegwarte als Wildstaude im Garten wächst und gedeiht.


