Blumen · Wildblumen · Pflege

Wegwarte schneiden und pflegen: Blüten für einen Tag, Blütezeit bis Oktober

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Wegwarte blüht von Juli bis Oktober, obwohl sich jedes Blütenköpfchen nur an einem Tag öffnet.
  • Verblühte Köpfchen schneidest du vor der Samenreife ab, wenn sich die verwilderungsfähige Wegwarte nicht ausbreiten soll.
  • In mehrjährigen Blühmischungen liegt der Sommerrückschnitt ab dem zweiten Standjahr je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli, also direkt am Blühbeginn der Wegwarte.
  • In trockeneren Gegenden gießt du bei Bedarf zusätzlich und sorgst zugleich für guten Wasserabzug.
  • In einer mageren Blumenwiese wird nicht gedüngt, und auch Kompost zählt als Dünger.
  • Alte Stängel können über Winter stehen bleiben und Insekten als Quartier dienen, zurückgeschnitten wird im Frühjahr.
Wegwarte mit einer hellblauen Blüte aus gezähnten Zungenblüten am behaarten Stängel vor unscharfem Grün
Foto: manfredrichter · Pixabay Content License · Quelle ↗

Heute stehen ein paar blaue Blüten an deiner Wegwarte, morgen sind es andere. Das muss kein Pflegefehler sein, denn jedes Blütenköpfchen der Wegwarte öffnet sich nur an einem einzigen Tag. Ich zähle deshalb nicht die offenen Blüten, sondern schaue an den Stängeln nach, ob noch Knospen nachkommen. Beeinflussen kannst du vor allem drei Dinge: wie du schneidest, wie du in Trockenphasen gießt und wie viel Nährstoff die Pflanze bekommt.

Wie lange blüht die Wegwarte?

Die Blütezeit der Wegwarte reicht von Juli bis Oktober. Weil jedes Köpfchen nur einen Tag offen ist, setzt sich diese lange Zeit aus vielen Köpfchen zusammen, die nacheinander aufgehen. Für eine lange Blüte kommt es also darauf an, dass die Pflanze bis in den Herbst neue Knospen ansetzt.

Kurz erklärt

Was du an der Wegwarte als einzelne blaue Blüte siehst, ist ein Blütenköpfchen. Es öffnet sich an einem Tag und schließt danach wieder, je nach Jahreszeit und Bestäubung früher oder später.

Botanisch ist die Wegwarte (Cichorium intybus) eine mehrjährige Pflanze, im Anbau wird sie aber auch einjährig geführt. Zur selben Art zählen Salatformen wie Radicchio und Zuckerhut. Wie Lebenslauf, Wuchshöhe und Pflegezeit bei Wildblumen zusammenhängen, zeigt das Kurzporträt im Wildblumen-Ratgeber.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist ein vollsonniger Platz mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden.

Bodenart

Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Die angebotene Sorte „BIO Zichoriensalat“ lässt sich im Hochbeet ziehen.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Die Wildform und Sorten zur Wurzelnutzung im Mai/Juni direkt säen. Blattsorten im April für die Sommer- oder im Juni/Juli für die Winterkultur direkt oder in Töpfe säen und ausreichend große Jungpflanzen auspflanzen.

Pflege

Pflege

Bei Kultur in trockeneren Gebieten bei Bedarf zusätzlich bewässern und zugleich guten Wasserabzug sicherstellen.

Düngung

Bei der Blattzichorie Catalogna Special ist in dauerhaften Salatbeständen gewöhnlich keine zusätzliche Düngung nötig; bei nachgewiesenem Nährstoffmangel gilt dies nicht.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Steingärten, Blumenrabatten, Beete und Kiesgärten.

Aussaatkalender Wegwarte
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni, Juli; Blüte: Juli, August, September, Oktober; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberVorkulturBlüteErnte

Wegwarte schneiden: was, wann und wie

An der Wegwarte gibt es drei Anlässe für die Schere: verblühte Köpfchen, reifende Samenstände und die alten Stängel nach der Saison. Steht sie in einer Blühmischung, kommt der Sommerschnitt der ganzen Fläche dazu.

Anlass Zeitpunkt Was du tust
Verblühte Köpfchen in der Blütezeit von Juli bis Oktober einzeln herausschneiden, Knospen daneben schonen
Pflanze soll sich nicht ausbreiten vor der Samenreife verblühte Köpfchen abschneiden
Eigenes Saatgut sobald die Samen ausgereift sind einzelne Stängel ausreifen lassen, bei trockenem Wetter ernten
Mehrjährige Blühmischung ab dem zweiten Standjahr, je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli Sommerrückschnitt mit etwa 10 cm Schnitthöhe
Alte Stängel im Frühjahr über Winter stehen lassen, dann zurückschneiden

Verblühte Köpfchen ausputzen

Bei Ringelblumen und Schmuckkörbchen fördert das Entfernen verblühter Blüten die Bildung weiterer Knospen. Ob die Wegwarte genauso reagiert, ist offen. Ich behandle das Ausputzen bei ihr deshalb als Versuch. An einem Teil der Stängel schneide ich die verblühten Köpfchen heraus, die übrigen lasse ich stehen und vergleiche dann, wo mehr Knospen nachkommen.

Schneide jedes verblühte Köpfchen einzeln ab und achte darauf, keine Knospe daneben zu erwischen.

Marias Erfahrung

Zum Ausputzen nehme ich eine kleine, spitze Schere mit und schneide Köpfchen für Köpfchen. Die Stängel, an denen ich Saatgut ernten will, markiere ich vorher mit einem Bändchen, damit sie beim Durchgehen stehen bleiben.

Samenstände: abschneiden oder ausreifen lassen

Die Wegwarte gilt als verwilderungsfähig. Soll sie sich nicht im Garten ausbreiten, schneidest du die verblühten Köpfchen ab, bevor die Samen reifen. Willst du eigenes Saatgut, lässt du dagegen einzelne Stängel ausreifen. Geerntet wird bei trockenem Wetter, sobald die Samen reif sind und sich leicht aus ihren Hüllen lösen. Danach lässt du sie vollständig nachtrocknen und lagerst sie in beschrifteten Tüten trocken, kühl und dunkel.

Sommerschnitt in Blühmischung und Wiese

Steht deine Wegwarte in einer mehrjährigen Garten-Blühmischung, richtet sich der Schnitt nach der Fläche. Solche Mischungen bekommen ab dem zweiten Standjahr je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli einen Sommerrückschnitt. Empfohlen ist dabei eine Schnitthöhe von etwa 10 cm. Dieser Termin liegt direkt am Blühbeginn der Wegwarte, die ab Juli blüht. Ich mähe solche Flächen deshalb in Abschnitten und lege die Stellen mit Wegwarte in einen späteren Durchgang. Auf größeren Blumenwiesen erhält eine zeitlich versetzte Mahd von Teilflächen zugleich Rückzugsräume für Insekten.

Alte Stängel über Winter

Die abgeblühten Stängel müssen im Herbst nicht weg. Bei geeigneten Staudenpflanzungen dürfen sie über Winter stehen bleiben und werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Stehen gelassene Stängel können Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Ich schneide die alten Stängel meiner Wegwarten deshalb erst im Frühjahr ab.

Gießen: wann die Wegwarte Wasser braucht

Hitze und Trockenheit können Blüten schneller verblühen lassen und das Angebot an Pollen und Nektar verringern. Wächst deine Wegwarte in einer trockeneren Gegend, gießt du bei Bedarf zusätzlich. Genauso wichtig ist, dass das Wasser gut abziehen kann.

Ihre Feuchtezahl nach Ellenberg liegt bei 4, näher an den Trockenheitszeigern als an den Nässezeigern. Zusammen mit dem nötigen Wasserabzug heißt das: Du gießt gezielt in Trockenphasen und hältst den Boden nicht dauerhaft nass.

Vor einer größeren Wassergabe mache ich die Spatenprobe. Ist der Boden in der Tiefe noch feucht, warte ich ab. Gegossen wird möglichst morgens und direkt an den Wurzelbereich. Beginnt die Bodenoberfläche zu verschlämmen, unterbrichst du das Gießen an dieser Stelle. Eine Mulchdecke verringert die Verdunstung aus dem Boden, und für das Gießwasser nutze ich gesammeltes Regenwasser.

Steht die Wegwarte in einer etablierten Blumenwiese, brauchst du die Gießkanne im Sommer normalerweise nicht.

Zahl im Blick

Bei der Spatenprobe prüfst du, ob der Boden in etwa 20 cm Tiefe noch feucht ist. Erst wenn er dort trocken ist, lohnt sich eine größere Wassergabe.

Düngen: nach Befund statt nach Kalender

Nach Kalender dünge ich meine Wegwarten nicht. Ihr Zeigerwert für Stickstoff liegt nach Ellenberg bei 5, also in der Mitte der Skala.

Steht sie in einer mageren, artenreichen Blumenwiese, entfällt das Düngen ganz. Dünger würde dort konkurrenzstarke Gräser zusätzlich fördern. Für dauerhafte Salatbestände, zu denen die Blattzichorie Catalogna Special zählt, ist zusätzliche Düngung in der Regel nicht nötig. Bei nachgewiesenem Nährstoffmangel ist das aber kein Grund, auf Dünger zu verzichten.

Auch Kompost und Stallmist sind Dünger und können bei zu hohen Gaben zur Nährstoffanreicherung beitragen. Wer die Wegwarte in einer mageren Wiese mit Kompost mulcht, düngt sie also, obwohl dort gerade nicht gedüngt werden soll.

Häufiger Fehler

Nach Gefühl düngen, ohne den Boden zu kennen. Eine Standardbodenuntersuchung ermittelt Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf und ist die Grundlage für sachgerechtes Düngen.

Passt dazu

Pflegst du die Wegwarte zum ersten Mal, zeigt dir der Einsteiger-Ratgeber, mit welchen wenigen Pflegeschritten sie im Jahreslauf gesund bleibt.

Standort, Aussaat und Verwendung in Kürze

Standort: Die Wegwarte gehört an einen Platz in voller Sonne mit gut durchlässigem Boden. Kalk-, Lehm- und Sandboden sind geeignet. Ausführlich steht im Porträt, wie die Wegwarte als robuste Wildstaude gedeiht und wächst.

Aussaat: Gesät wird die Wegwarte von Juni bis Juli. Für die Wildform ist eine Saatbedeckung von etwa 1,5 bis 2 cm beschrieben. Alles bis zum Ausdünnen der Sämlinge erklärt der Ratgeber dazu, wann und wie du die Wegwarte säst.

Im Garten: Die Wegwarte passt in Steingarten und Kiesgarten sowie in Rabatten und Beete. Wie du sie in den naturnahen Garten bringst und durchs Jahr begleitest, beschreibt der Naturgarten-Ratgeber.

Für Insekten: Insektenfreundliche Pflanzungen sollten ungefüllte Blüten und ein gestaffeltes Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst bieten. Die Wegwarte deckt darin den Zeitraum von Juli bis Oktober ab. Wie Wildblumen insgesamt Insekten nützen, steht im Wildblumen-Ratgeber.

Küche und Volksheilkunde: Blüten kommen nur auf den Teller, wenn die Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist. Als Zierpflanzen verkaufte Blumen isst du wegen möglicher Pflanzenschutzmittelbehandlungen nicht. Ein Heil- oder Wirkversprechen gebe ich nicht; was Volksheilkunde und Forschung über die Wegwarte sagen und welche Vorsicht gilt, liest du im eigenen Ratgeber.

Schädlinge: Siehst du Blattläuse an jungen Triebspitzen, streifst du sie als erste Maßnahme vorsichtig mit behandschuhten Fingern ab. Bei blattlausfressenden Schwebfliegenarten fressen die Larven Blattläuse, während die erwachsenen Tiere Blütennahrung nutzen. Woran du Krankheiten und Schädlinge an der Wegwarte erkennst und wie du vorbeugst, erklärt ein eigener Ratgeber.

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Häufige Fragen

Wann blüht die Wegwarte und wie lange dauert ihre Blütezeit?
Die Wegwarte blüht von Juli bis Oktober. Jedes einzelne Blütenköpfchen öffnet sich dabei nur an einem Tag. Die lange Blütezeit entsteht also, weil die Pflanze über diese Monate immer neue Köpfchen öffnet.
Wie lange bleiben die blauen Blüten der Wegwarte geöffnet?
Ein Blütenköpfchen der Wegwarte öffnet sich nur an einem einzigen Tag. Wann es wieder schließt, hängt von der Jahreszeit ab und davon, ob es schon bestäubt wurde. Während der Blütezeit von Juli bis Oktober öffnen sich laufend neue Köpfchen.
Welche Standortbedingungen braucht die Wegwarte?
Die Wegwarte gehört an einen Platz in voller Sonne mit gut durchlässigem Boden. Kalk-, Lehm- und Sandboden sind geeignet. In trockeneren Gegenden wird bei Bedarf zusätzlich gegossen, wobei das Wasser gut abziehen muss.
Was unterscheidet die wilde Wegwarte von kultivierten Zichorien-Sorten?
Die wilde Wegwarte und Salatformen wie Radicchio, Zuckerhut oder die Blattzichorie Catalogna Special gehören zur selben Art, Cichorium intybus. Der Unterschied liegt in der Nutzung und damit in der Kultur. Die Wildform wird direkt gesät, Blattsorten dagegen direkt oder in Töpfe, um ausreichend große Jungpflanzen auszupflanzen. Die Nutzungsformen behandelst du deshalb getrennt.
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