Ananaskirsche anbauen: Physalis pruinosa säen, pflegen und ernten
- Die Ananaskirsche ist Physalis pruinosa, die Andenbeere eine andere Art: Physalis peruviana.
- Vorkultur von Februar bis April, Samen nur knapp bedecken, Keimtemperatur 20 bis 25 °C.
- Pikieren etwa drei bis vier Wochen nach der Aussaat, Auspflanzen ab Mitte Mai.
- Eine Stütze ist nur im Halbschatten sinnvoll, wo die Pflanzen größer werden.
- Reif ist die Frucht, wenn die Hülle eintrocknet, die Beere gelblich wird oder sie von selbst abfällt.
Wer Ananaskirschen säen will, findet auf den Samentüten unterschiedliche Namen, und nicht jeder passt zur Art. Ich kaufe deshalb nach dem botanischen Namen: Gesucht ist Physalis pruinosa. Die Pflanze braucht einen Vorsprung im Haus und kommt erst ab Mitte Mai ins Freie. Bei Voranzucht im März kann sie dafür schon ab Juni erste Früchte liefern.
Ananaskirsche, Andenbeere, Lampionblume: Was ist was?
Die Ananaskirsche heißt botanisch Physalis pruinosa. Sie trägt kirschgroße Früchte in ballonartigen, knistrigen Hüllen, die sich bei Reife gelbbraun verfärben. Die Andenbeere ist eine eigene Art mit dem Namen Physalis peruviana. Den Namen Erdkirsche liest du ebenfalls, er wird aber nicht einheitlich für dieselbe Pflanze verwendet.
Bei der Sorte „Goldmurmel“ ist der Name auf der Tüte nicht immer eindeutig. Sie wird teils als Andenbeere angeboten, botanisch ist sie eine Physalis pruinosa und damit eine Ananaskirsche. Auch bei der Fruchtfarbe gehen die Beschreibungen auseinander: Mal ist von orangen, mal von gelben Früchten die Rede.
Im Garten unterscheiden sich die beiden Arten in mehreren Punkten:
| Merkmal | Ananaskirsche | Andenbeere |
|---|---|---|
| Botanischer Name | Physalis pruinosa | Physalis peruviana |
| Wuchshöhe | 40 bis 80 cm | 60 bis 150 cm |
| Kulturdauer | 112 bis 168 Tage | 168 bis 196 Tage |
| Erste reife Früchte | bei Voranzucht im März ab Juni möglich | frühestens im Juli |
| Reifezeichen | Hülle trocknet ein, Beere wird gelblich, Frucht fällt ab | Hülle bräunlich, Beere goldgelb |
| Reife Früchte fallen von selbst ab | ja | nein |
| Stütze | nur im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. sinnvoll | sollte gestützt werden, Triebe brechen ohne Halt leicht ab |
Weil reife Ananaskirschen von selbst abfallen und reife Andenbeeren nicht, sammelst du bei der Ananaskirsche einen Teil der Ernte vom Boden auf.
Die Lampionblume (Physalis alkekengi) ist eine weitere Art und nicht mit Ananaskirsche oder Andenbeere gleichzusetzen. Bei ihr sind die grüne Pflanze, besonders die unreifen Beeren, und der Wurzelstock giftig. In einem Garten mit Kindern entfernst du giftige Gewächse möglichst.
Aussaat und Vorkultur: so ziehst du Ananaskirschen aus Samen
Die Ananaskirsche ist nicht winterhart und wird einjährigEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. angebaut. Jede Saison beginnt deshalb mit einer neuen Aussaat. Die VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. startet zwischen Februar und April, im Haus oder im Gewächshaus.
Als Erde nimmst du nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Die Samen sind keine LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte., du bedeckst sie aber nur knapp mit Erde, etwa 0,5 bis 1 cm hoch. Zum Keimen brauchen sie 20 bis 25 °C. Die Erde hältst du gleichmäßig feucht, aber nicht nass, und prüfst sie vor dem nächsten Gießen mit dem Finger.
Bis sich die ersten Keimlinge zeigen, können 7 bis 30 Tage vergehen. Eine Schale ohne Grün ist in dieser Zeit noch kein Grund, die Aussaat aufzugeben.
Ich beschrifte jede Aussaatschale mit Sorte und Datum. So sehe ich jederzeit, wie lange eine Schale schon steht.
Pikieren und an draußen gewöhnen
Etwa drei bis vier Wochen nach der Aussaat setzt du die kräftigsten SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. einzeln um. Jeder bekommt einen kleinen Topf mit etwa 10 cm Durchmesser. Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen an draußen: tagsüber zuerst im Halbschatten, dann schrittweise in der Sonne. Die Termine für Exoten und Gemüse-Raritäten zum Aufhängen findest du im Aussaatkalender für Exoten zum Ausdrucken.
Auspflanzen und Standort
Ab Mitte Mai pflanzt du die Ananaskirschen ins FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle., in den Folientunnel oder ins unbeheizte Gewächshaus. Kündigt sich danach noch Spätfrost an, schützt du den jungen Austrieb. Die Ananaskirsche mag einen sonnigen Platz und wächst in voller Sonne bis leichtem Schatten. Im Halbschatten werden die Pflanzen größer, das spielt später bei der Stütze eine Rolle.
Der Boden sollte gut durchlässig sein, weil die Ananaskirsche keine Staunässe verträgt. Mit schwach sauren, neutralen und schwach alkalischen Böden kommt sie zurecht. Vor der Pflanzung arbeitest du Kompost ein. Auch im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. lässt sie sich ziehen.
Abstände: in der Reihe, zwischen den Reihen, Wuchs
Die Ananaskirsche wächst buschig. Für die Beetplanung gehören diese Maße zusammen:
| Maß | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 60 bis 120 cm, je nach Sortenangabe |
| Reihenabstand | 60 bis 120 cm |
| Wuchsbreite | 50 bis 120 cm |
| Wuchshöhe | 40 bis 80 cm |
| Erziehung | frei als Busch, Stütze nur im Halbschatten |
Die Spanne in der Reihe kommt aus unterschiedlichen Sortenangaben. Ich richte mich nach der Angabe auf meiner Samentüte.
Ananaskirsche im Kübel
Für Kübel und Topf eignet sich die Ananaskirsche ebenfalls. Das Gefäß sollte 7,5 bis 10 Liter Erde fassen. Es braucht ausreichend große Abflusslöcher und unten eine Schicht aus Tonscherben, Kies oder Sand, weil die Pflanze keine Staunässe verträgt.
Aus Umweltschutzgründen nimmst du für Balkongemüse torffreie Erde. Prüf bei torffreier Erde vor dem Gießen auch die Feuchte unter der Oberfläche, denn eine trockene Oberschicht kann feuchtes Substrat darunter verdecken. Schau vor jeder Nachdüngung auf die Angaben zur Erde: Handelsübliche Pflanzerden sind meist schon grundgedüngt, und die Ananaskirsche soll während der Kultur nicht zu stark gedüngt werden.
Steht die Ananaskirsche in einem schwarzen Kunststofftopf, schützen ein Übertopf und eine Abdeckung der Erdoberfläche vor übermäßiger Erwärmung und Austrocknung.
Pflege: Stütze, Dünger und Wasser
Ein Stützen ist bei der Ananaskirsche nur im Halbschatten sinnvoll, wo die Pflanzen größer werden. Dort stecke ich einen Stab zu jeder Pflanze, in der Sonne lasse ich sie frei wachsen. Bei der Andenbeere ist das anders, ihre Triebe brechen ohne Halt leicht ab.
Nach dem Kompost vor der Pflanzung düngst du während der Kultur nicht zu stark. Beim Gießen gilt im Garten: lieber gründlich und seltener als ständig oberflächlich, bevorzugt sehr früh am Morgen. Welke allein ist dabei kein Zeichen für Durst, denn auch faulende Wurzeln durch zu viel Wasser lassen Pflanzen welken.
Bei feuchter Witterung können sich an den Lampions von Physalis, also an den Hüllen um die Früchte, Schwärzepilze entwickeln. In nassen Phasen schaue ich mir die Hüllen deshalb genauer an. Wie Gießen, Düngen und Pflanzenschutz bei den übrigen Exoten aussehen, zeigen die Abschnitte Gießen und Düngen sowie Krankheiten und Schädlinge im Exoten-Überblick.
Neben Auberginen gelten Physalis als unverträgliche Nachbarn, deshalb pflanze ich die beiden nicht zusammen. Welche Nachbarn passen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Wo die Ananaskirsche in den kommenden Jahren steht, ordnest du im Beetplaner für mehrere Gartenjahre.
Ernte und Verwendung
Reif sind Ananaskirschen, sobald die Hülle eintrocknet, die Beere gelblich wird oder die Frucht von selbst abfällt. Ich sammle die abgefallenen Früchte unter den Büschen auf und pflücke die übrigen, wenn ihre Hülle eintrocknet. Wann die Ernte beginnt, hängt von Anzuchtbeginn und Sorte ab:
| Anzucht oder Sorte | Erntefenster |
|---|---|
| Voranzucht im März | erste Früchte ab Juni möglich |
| allgemeine Angabe für die Art | August bis Oktober |
| weitere Sortenangabe | ab Juli |
| Sorte „Dulceria“ | Juli bis zum Frost |
Reife Früchte isst du frisch oder verarbeitest sie gegart, etwa in Kuchen oder Konserven. Die papierartige Kelchhülle entfernst du vorher, sie wird nicht mitgegessen. Sichtbar verschimmelte Früchte isst du nicht mehr, sondern entsorgst sie gleich.
Eigenes Saatgut gewinnen
Aus deiner Ernte kannst du Saatgut für die nächste Saison gewinnen. Zerdrück dazu einige reife Früchte und gieß sie mit Wasser auf. Die Samen setzen sich ab, dann wäschst du sie noch einmal und trocknest sie gut. Trocken gelagert bleiben sie mehrere Jahre keimfähig. Bewahre Saatgut grundsätzlich kühl und trocken auf.
Bei F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. fallen die Nachkommen in ihren Eigenschaften uneinheitlich aus. Samenfeste Sorten können ihre Eigenschaften bei sortenerhaltender Vermehrung an die nächste Generation weitergeben. Ich beschrifte jede Saatguttüte mit Sorte und Erntejahr.
Mit eigenem Saatgut machst du vor der Aussaat eine Probeaussaat und zählst die Körner genau ab. Als gekeimt zählst du nur normal entwickelte Keimlinge, nicht bloß angekeimte oder missgebildete.




