Zierfrüchte als Herbstdeko: Türkranz, Tischschale und Zieräpfel trocknen
- Lampions sind vergrößerte Kelchblätter, die die Beere umhüllen und sich während der Fruchtreife von Grün zu Rotorange färben.
- Getrocknete Lampions sind lange haltbar und eignen sich für Trockengestecke.
- Bis ein reifer Zierkürbis vollständig durchgetrocknet ist, können 6 bis 12 Monate vergehen.
- Zieräpfel trocknest du ganz, einzeln und luftig an einem schattigen Platz; giftig sind bei ihnen vor allem die Samen.
- Zierkürbisse darfst du grundsätzlich nicht essen, weil sie hohe Bitterstoffgehalte haben können.
- Deko mit giftigen Pflanzenteilen, etwa Lampions mit ihren Beeren, gehört außer Reichweite von Kindern.
Eine Herbstdeko aus Zierfrüchten hält nur so lange wie ihre empfindlichste Frucht. Deshalb sortiere ich schon beim Ernten: Lampions und Maiskolben hänge ich zum Trocknen auf, einen Teil der Zieräpfel lege ich aufs Trockengitter. Kleine Zierkürbisse und frische Zieräpfel kommen in Kranz und Schale, und beim Abstauben prüfe ich, ob eine Frucht weich wird. Mit Kindern im Haus brauchst du außerdem einen klaren Blick dafür, welche Früchte giftige Teile mitbringen. Für Tür, Tisch und Wohnung reichen wenige Arten, wenn du sie passend trocknest und sicher aufstellst.
Was als Zierfrucht zählt
Zierfrüchte sind Früchte, die du wegen Form, Farbe oder Struktur anbaust und als Dekoration nutzt, nicht als Lebensmittel. Dazu zählen die Lampions der Lampionblume, Zierkürbisse, Ziermais, Kalebassen und Zieräpfel. Wo diese Pflanzen zwischen Fruchtgemüse, Knollen und Raritäten stehen, ordnet der Überblick „Was hier wächst“ bei den Exoten und Gemüse-Raritäten ein.
Welche Zierfrüchte sich für Herbstdeko eignen
Ich wähle für die Herbstdeko Früchte, die lange haltbar sind oder sich gut trocknen lassen. Was die einzelnen Arten mitbringen und worauf du achtest:
| Zierfrucht | Was sie für die Deko mitbringt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Lampionblume (Physalis alkekengi) | Orange Lampions, die lange haltbar sind und in Trockengestecke passen | Grüne Pflanze, besonders unreife Beeren, und Wurzelstock sind giftig; nicht mit der Andenbeere verwechseln |
| Zierkürbis | Viele Formen und Farben; ausgehöhlt ein Gefäß für ein Blumengesteck | Grundsätzlich nicht essen, mögliche hohe Bitterstoffgehalte |
| Ziermais ‘Glass Gem’ | Glasperlenartig glänzende Körner in Regenbogenfarben | Kolben zum Trocknen an den Hüllblättern aufhängen |
| Kalebasse (Lagenaria siceraria) | Früchte von 20 bis 40 cm mit verholzter Hülle | Die Hülle kannst du als Gebrauchsgegenstand nutzen |
| Zierapfel | Kleine, bunte Früchte für Kranz, Schale und Zweige | Vor allem die Samen sind giftig |
| Zierquitte | Früchte für Schale und Zweigdeko | Die Früchte werden als ungiftig eingeordnet |
| Okra | Schoten von 10 bis 15 cm, getrocknet mit kantiger Form | Die Pflanze kann bis zu 2,5 m hoch werden |
Dazu kommen Hagebuttenzweige, Kastanien, Eicheln, Zapfen und buntes Laub. Sie füllen Lücken und verbinden die Farben der Früchte miteinander.
Türkranz: Zierfrüchte an der Haustür
Als Basis nehme ich einen Strohkranz, belege ihn mit Moos und wickle das Moos mit Draht fest. Kleine Zierkürbisse und Zieräpfel klebe ich mit Heißkleber auf oder befestige sie mit Draht. Dazwischen stecke ich getrocknete Lampions an kurzen Stielen und Hagebuttenzweige. Den fertigen Kranz hänge ich unter das Vordach, damit kein Regen direkt darauf fällt.
Strohkranz, Moos und Wickeldraht, Heißkleber, kleine Zierkürbisse und Zieräpfel, getrocknete Lampions, Hagebuttenzweige oder Zapfen, ein Band zum Aufhängen.
Statt eines Kranzes passen auch Ziermaiskolben an die Tür. Bei ‘Glass Gem’ streifst du die Hüllblätter vom Kolben ab, bindest sie nach oben zusammen und hängst den Kolben daran auf. So trocknet er und schmückt dabei schon den Eingang.
Im Ratgeber steht, wie du Ziermais anbaust und seine Kolben für Deko, Basteln und Vogelfutter nutzt.
Tischdeko: Zierfrüchte für Schale und Tafel
Für die Tischmitte lege ich eine flache Schale mit Moos aus und setze Zierkürbisse in verschiedenen Größen, Zieräpfel und Lampions hinein. Herbstlaub, Zapfen und Kastanien füllen die Lücken. Ein ausgehöhlter Zierkürbis kann als Gefäß für ein Blumengesteck dienen und gibt der Schale einen höheren Mittelpunkt. Teelichter stelle ich in Gläser, mit Abstand zu trockenen Lampions und Laub.
Lampions umhüllen die Beeren der Lampionblume, und besonders unreife Beeren sind giftig. Eine Schale mit Lampions bringt die Beeren also mit auf den Tisch, deshalb steht sie außer Reichweite von Kindern.
Hat ein Kind an einer Zierfrucht gekaut, entfernst du Pflanzenreste aus dem Mund und löst kein Erbrechen aus. Ist die Pflanze giftig, hat das Kind Beschwerden oder bist du unsicher, rufst du den regionalen Giftnotruf an.
Trockensträuße und hängende Deko im Haus
Getrocknete Lampions sind lange haltbar und eignen sich als Grundstock für Trockengestecke. Ich kombiniere sie mit getrockneten Gräsern, Disteln und Okraschoten, deren kantige Form neben den runden Lampions auffällt. Für das Treppengeländer binde ich Lampionstiele in Abständen an eine Schnur. Eine Kalebasse stelle ich als Einzelstück in eine schlichte Vase oder auf die Fensterbank, dort kommt ihre Form ohne Beiwerk zur Geltung.
Zieräpfel trocknen und andere Zierfrüchte haltbar machen
Getrocknete Zierfrüchte kannst du über die Saison hinaus verwenden und für das nächste Jahr aufheben. Jede Art braucht dafür einen etwas anderen Handgriff.
Zieräpfel trocknen
Zieräpfel trockne ich ganz und mit Stiel. Ich lege sie einzeln auf ein Gitter an einen luftigen, schattigen Platz im Haus, sodass sie sich nicht berühren. Pralle Sonne meide ich, weil sie die Farbe verblassen lassen kann. Beim Nachschauen drehe ich die Früchte und sortiere jede aus, die weich wird oder Schimmel zeigt. Fertig sind sie für mich, wenn sie geschrumpft sind und beim Drücken nicht mehr nachgeben.
Beim Zierapfel sind vor allem die Samen giftig. Deshalb schneide ich die Früchte zum Trocknen nicht auf und lege die fertigen Äpfelchen außer Reichweite von Kindern.
Ich lege beim Trocknen einen Zettel mit dem Datum neben das Gitter. So sehe ich später, wie lange jede Ernte schon liegt, und kann die Früchte vergleichen.
Lampions trocknen
Die Lampions entstehen nach der weißen Blüte aus Kelchblättern, die sich vergrößern, die Beere umhüllen und während der Fruchtreife von Grün zu Rotorange wechseln. Ich schneide die Stiele erst, wenn die Lampions durchgefärbt sind, und streife die Blätter ab. Dann hänge ich die Stiele kopfüber in Bündeln an einen luftigen, schattigen Ort. Weil die grüne Pflanze giftig ist, wasche ich mir danach die Hände mit Seife unter fließendem Wasser.
Die Erntezeit der Lampionblume reicht von September bis Oktober. Schneide die Stiele, sobald die Lampions rotorange sind, und lass noch grüne Lampions an der Pflanze.
Zierkürbisse trocknen
Zierkürbisse schneide ich mit Stiel ab, wenn die Schale hart ist. Danach lege ich sie einzeln an einen luftigen, trockenen Platz und wende sie beim Nachschauen. Wird ein Kürbis weich oder schimmelt er, sortiere ich ihn aus. Durchgetrocknet ist er für mich, wenn er leicht geworden ist und die Samen beim Schütteln klappern.
Bis ein reifer Zierkürbis vollständig und langsam durchgetrocknet ist, können 6 bis 12 Monate vergehen.
Aufbewahren bis zur nächsten Saison
Getrocknete Lampions, Maiskolben und Kürbisse lagere ich in luftdurchlässigen Kartons oder Papiertüten an einem kühlen, trockenen Ort. Vor dem Aufstellen sehe ich jedes Stück durch und sortiere aus, was Schimmel oder Fraßspuren zeigt.
Giftig oder harmlos: kurz zur Sicherheit
Zierkürbisse darfst du grundsätzlich nicht essen, weil sie hohe Bitterstoffgehalte haben können. Probier sie nie und verlass dich nicht aufs Erhitzen, denn Bitterstoffe in Kürbisgewächsen werden beim Kochen, Braten, Einmachen und Backen nicht zerstört. Die Lampionblume (Physalis alkekengi) ist eine andere Art als die Andenbeere (Physalis peruviana), die als Obst verkauft wird. Bei der Lampionblume sind die grüne Pflanze, besonders unreife Beeren, und der Wurzelstock giftig und können Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
Für weitere Arten und für die Frage, ob sich Zierarten mit verwandten Nutzpflanzen kreuzen, lies nach, welche Zierfrüchte essbar oder giftig sind und wie du sie unterscheidest. Beim Basteln mit Kindern liegen Scheren nicht frei herum, und wie Kinder beim Anbau sicher mitmachen, zeigt der Beitrag, wie Zierfrüchte zum Lern- und Bastelerlebnis für Kinder werden.
Zierfrüchte selbst anbauen
Zierkürbisse wollen es sonnig, warm und geschützt, auf lockerem, humusreichem Boden mit gutem Wasserabfluss, und am Boden brauchen sie mindestens 1 m² Beet. Standort und Pflege der einzelnen Arten stehen im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten unter „Standort und Boden“ und „Pflege und Überwintern“. Welche Zierfrucht an welchen Gartenplatz passt, zeigt der Ratgeber zu Standorten für Zierfrüchte im Garten, das Düngen erklärt der Beitrag, wie du Zierfrüchte richtig düngst.
Nachhaltig dekorieren
Für meine Deko nehme ich, was im eigenen Garten reif wird, und ergänze es mit Laub, Zapfen und Zweigen. Getrocknete Stücke hebe ich auf und stelle sie in der nächsten Saison wieder auf. Wie Exoten und Raritäten über die Jahre im Beet wechseln, steht im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten unter „FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. und MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt.“.





