Gemüse · Exoten & Gemüse-Raritäten · Pflege

Zierfrüchte und Zierapfel düngen: erst die Bodenprobe, dann gezielt nachlegen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Vor dem Düngen klärt eine Mischprobe aus 10 bis 15 Einstichen je Fläche, was dein Boden schon mitbringt.
  • Steht ein Nährstoff in Versorgungsstufe E, kann seine Düngung vorübergehend ohne Ertragsminderung unterbleiben.
  • Eingewachsene Ziergehölze wie der Zierapfel bekommen allgemein jedes Frühjahr 2 bis 4 Liter Kompost je Quadratmeter.
  • Lampionblumen im Kübel versorgst du von Juni bis Oktober regelmäßig mit Flüssigdünger.
  • Bei der Andenbeere fördert zu reichhaltiger Boden das Blattwachstum auf Kosten des Fruchtansatzes.

Wer Zierfrüchte nach Gefühl düngt, legt leicht genau den Nährstoff nach, der im Boden schon reichlich steckt. Bei manchen Arten bringt ein Zuviel vor allem Laub: Auf zu reichhaltigem Boden wächst die Andenbeere ins Blatt, und der Fruchtansatz leidet. Ich fange deshalb auf jeder Fläche mit einer Bodenprobe an und entscheide erst mit dem Prüfbericht, was ich gebe. Bei eingewachsenen Ziergehölzen wie dem Zierapfel folgt darauf die jährliche Kompostgabe im Frühjahr, deren Menge du am Bericht ausrichtest. Danach geht es Art für Art weiter: Lampionblume, Zierkürbis, Eierbaum, Andenbeere und Maracuja im Kübel.

Was zu den Zierfrüchten zählt

Zierfrüchte ziehst du vor allem wegen ihrer Früchte. Dazu gehören die orangefarbenen Lampions der Lampionblume, Zierkürbisse, die weißen Früchte des Eierbaums und Gehölze wie Zierapfel oder Chinesische Zierquitte. Welche Gruppen von Fruchtgemüse, Knollen und Raritäten es darüber hinaus gibt, zeigt der Überblick, was bei Exoten und Gemüse-Raritäten wächst.

Erst die Bodenprobe, dann der Dünger

Im Hausgarten richtet sich die Düngermenge nach dem Bedarf der Pflanze und nach einer Düngeempfehlung, die auf einer Bodenprobe beruht. Das gilt für das Beet mit Zierkürbissen genauso wie für die Fläche unter dem Zierapfel.

So ziehst du die Probe

Jede einheitlich genutzte Fläche bekommt ihre eigene Mischprobe. Gemüse-, Rasen-, Obst-, Blumen- und Moorbeetflächen beprobst du getrennt. Ich nehme deshalb für das Gemüsebeet mit den Zierkürbissen eine andere Probe als für das Staudenbeet mit den Lampionblumen. Möglichst ziehst du sie im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr.

Mini-Checkliste

So wird deine Mischprobe brauchbar.

  • Im Gemüsebeet 10 bis 15 Einstiche aus etwa 25 bis 30 cm Tiefe nehmen.
  • Die Erde aller Einstiche gut mischen und rund 500 g davon einsenden.
  • Die Probe zwischen Herbst und Frühjahr ziehen, nach der Ernte und vor der Düngung.
  • Soll das Labor pflanzenverfügbaren Stickstoff bestimmen, die Probe bis zur Abgabe kühl halten.
  • Im Gemüsebeet vor der Neuanlage untersuchen lassen, danach alle 3 bis 5 Jahre.
Häufiger Fehler

Die Probe kurz nach einer Dünger- oder Kompostgabe ziehen. Dann misst das Labor die frische Gabe mit. Vor der Entnahme düngst du deshalb nicht.

Was der Prüfbericht dir sagt

Die Standarduntersuchung erfasst Phosphat, Kalium, den pH-Wert und den Kalkbedarf. Humus, Stickstoff und weitere Werte beauftragst du gesondert. Für jeden Nährstoff zeigt der Bericht eine Versorgungsstufe, und die allgemeine Hausgartenempfehlung passt die Düngermenge mit einem Faktor daran an:

Versorgungsstufe im Bericht Faktor auf die empfohlene Düngermenge
A 2
B 1,5
C 1
D 0,5
E 0

Je weiter vorn der Buchstabe steht, desto mehr gibst du, und in Stufe C bleibt es bei der empfohlenen Menge. Steht ein Nährstoff in Stufe E, kann die Düngung damit vorübergehend unterbleiben, ohne dass der Ertrag sinkt.

Zeigt der Bericht gegensätzliche Stufen, ergänzt du nur die fehlenden Nährstoffe mit Einzelnährstoffdüngern statt mit einem weiteren Mehrnährstoffdünger. Stickstoff aus dem Abbau von Humus rechnest du an, sodass die zusätzliche Stickstoffgabe kleiner ausfallen oder ganz entfallen kann. Ob du kalkst, entscheiden der gemessene pH-Wert sowie Boden- und Kulturart, und oberhalb des Zielbereichs wird nicht gekalkt. Kompost liefert selbst Phosphor und Kalium, und bei stark erhöhten Werten dieser beiden schränkst du ihn ein. Auch wer ausschließlich mit Kompost düngt, kommt um den Prüfbericht also nicht herum.

Tipp

Damit die errechnete Menge auch im Beet ankommt, eichst du deinen Dünge-Messbecher einmal mit einer abgewogenen Menge. Für Dünger mit unterschiedlichem Schüttgewicht nimmst du getrennte Becher. Ich schreibe auf jeden Becher, für welchen Dünger er geeicht ist.

Die Prüfberichte lege ich zu meinem Anbauplan, in dem ich Flächen und Kulturen über mehrere Jahre im Beetplaner festhalte.

Welcher Boden zu welcher Zierfrucht passt

Beim Boden zählt vor allem Durchlässigkeit: Zierapfel-Hybriden bevorzugen feuchten, gut drainierten Boden, die Chinesische Zierquitte gut drainierten Boden mit mäßiger Feuchtigkeit. Welche Arten an sonnige, schattige, trockene oder feuchte Plätze passen, zeigt der Ratgeber zu den passenden Standorten für Zierfrüchte. Die Grundlagen zu Sonne, Wärme und Durchlässigkeit stehen im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten im Abschnitt Standort und Boden.

Zierapfel und andere Ziergehölze düngen

Eingewachsene Zier- und Obstgehölze bekommen allgemein jedes Jahr im Frühjahr 2 bis 4 Liter Kompost je Quadratmeter. Das betrifft den Zierapfel ebenso wie die Chinesische Zierquitte oder die Kornelkirsche. Ich verteile den Kompost auf der Fläche unter dem Gehölz und warte dafür, bis der Boden feucht ist. Dünger gehört auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile, damit er wirken kann und keine Ätzschäden entstehen.

Zeigt der Prüfbericht für die Gehölzfläche stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du den Kompost ein. Liegt unter dem Zierapfel Rindenmulch, Holzhäcksel oder Stroh, kann dieses Material Stickstoff im Boden binden. Diese Bindung planst du bei der Düngung mit ein. Die Kornelkirsche verträgt trockene bis frische Böden und bevorzugt eine normale bis alkalische Bodenreaktion. Ob sie Kalk bekommt, entscheidet auch bei ihr der gemessene pH-Wert.

Die Kompostregel gilt für eingewachsene Gehölze. Ein frisch im Frühjahr gepflanzter Zierapfel braucht ausreichend Wasser, solange sich seine Wurzeln noch entwickeln. Für jedes Gehölz notiere ich Datum und Menge der Kompostgabe auf demselben Blatt wie den Prüfbericht.

Lampionblume im Beet und im Kübel

Die Lampionblume (Physalis alkekengi) ist mehrjährig und kommt mit Sonne und Halbschatten zurecht. Hinweise darauf, wo sie in der Natur wächst, geben ihre Ellenberg-Zeigerwerte:

Zeigerwert nach Ellenberg Skala Wert der Lampionblume
Stickstoffzahl (N) 1 stickstoffärmst bis 9 übermäßig stickstoffreich 7
Reaktionszahl (R) 1 stark sauer bis 9 basisch/kalkreich 8

Mit beiden Werten liegt sie im oberen Teil der Skala, also eher bei stickstoffreichen und kalkreichen Standorten.

Kurz erklärt

Ellenberg-Zeigerwerte beschreiben, unter welchen Bedingungen eine Art in der Natur vorkommt. Eine Düngeanweisung sind sie nicht, die Menge für dein Staudenbeet liefert der Prüfbericht.

Im Beet düngst du die Lampionblume deshalb nach dem Bericht für das Staudenbeet. Im Kübel versorgst du sie von Juni bis Oktober regelmäßig mit Flüssigdünger.

Achtung

Die Lampionblume ist nicht die Andenbeere, auch wenn beide zur Gattung Physalis gehören. An der Lampionblume sind die grüne Pflanze, vor allem die unreifen Beeren, und der Wurzelstock giftig; sie können Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Welche Zierfrüchte essbar oder giftig sind, zeigt der Ratgeber, wie du essbare und giftige Zierfrüchte unterscheidest.

Zierkürbis, Ziergurke und Kalebasse

Zierkürbisse brauchen einen sonnigen, warmen und geschützten Platz mit lockerem, humusreichem Boden und gutem Wasserabfluss. Für einen Zierkürbis, der am Boden wächst, planst du mindestens 1 m² Beetfläche ein. Den Humus bringst du über Kompost in den Boden. Er lockert schwere Gartenböden und verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Zur Humusverbesserung schwerer Böden gilt im Gemüsegarten allgemein eine Frühjahrsgabe von 3 Litern Kompost je Quadratmeter. Ob und was du darüber hinaus düngst, zeigt der Prüfbericht des Beets.

Die Früchte von Zierkürbissen können hohe Bitterstoffgehalte haben. Deshalb isst du sie grundsätzlich nicht und probierst sie auch nicht.

Für die Ziergurke (Echinocystis lobata) passen Lupine, Phacelia und Gelbsenf als Gründünger. Lupinen können als Leguminosen mithilfe ihrer Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Diesen zusätzlichen Stickstoff rechnest du bei der Düngung der folgenden Kultur an. Nach dem flachen Einarbeiten einer Gründüngung planst du meist etwa zwei bis drei Wochen ein, bevor du säst oder pflanzt.

Als unverträgliche Nachbarn der Ziergurke gelten Melonen, Wassermelonen, Kürbis, Hörnchenkürbis und Kalebasse. Umgekehrt steht die Ziergurke auch bei der Kalebasse (Lagenaria siceraria) auf der Liste unverträglicher Nachbarn. Ob deine geplanten Nachbarn zusammenpassen, kannst du im Mischkultur-Planer prüfen.

Eierbaum: die Aubergine mit weißen Früchten

Der Eierbaum ist eine Aubergine (Solanum melongena), die Sorte White Egg bildet büschelweise weiße Früchte. Als Topfaubergine ziehst du sie einzeln je Kübel und gibst ihr bei hohem Fruchtansatz einen Pflanzstab als Stütze. Im Kübel gilt für sie, was weiter unten zur Nachdüngung steht. Für eine Aubergine im Beet rechnest du im Hausgarten mit 4 bis 6 Litern Kompost je Quadratmeter als Richtwert. Beim Verpflanzen bekommt sie einen Starterdünger. Stickstoff folgt als Kopfdüngung, sobald die Pflanzen halb ausgewachsen sind, und noch einmal unmittelbar nach der Ernte der ersten Früchte. Zur Düngergabe im Beet gehört bei Auberginen eine begleitende Wassergabe, empfohlen sind mindestens 20 Liter je Quadratmeter. Wie du Auberginen in jeder Wachstumsphase und Anbauform versorgst, zeigt der Ratgeber, wie du Auberginen richtig düngst.

Andenbeere düngen: Wie viel ist zu viel?

Die Andenbeere (Physalis peruviana) will gut durchlässigen Boden und bevorzugt nährstoffreichen Lehm. Mit armen Böden kommt sie ebenfalls zurecht, ein zu reichhaltiger Boden fördert dagegen das Blattwachstum auf Kosten des Fruchtansatzes. Wer ihr auf einem ohnehin guten Beet noch Dünger nachlegt, riskiert also eher Laub als Früchte. Ich gebe ihr deshalb nur, was der Prüfbericht für die Fläche nahelegt, und schaue im Sommer auf Blätter und Blüten.

Auf dem Balkon pflanzt du sie in ein Gefäß ab 10 Litern. Es sollte ungefähr 30 cm Durchmesser haben. Nachgedüngt wird dort wie bei anderem Fruchtgemüse im Kübel.

Maracuja im Kübel

Im Kübel versorgst du die Maracuja (Passiflora edulis), solange sie aktiv wächst, regelmäßig über das Gießwasser mit Kübelpflanzen- oder Volldünger. Neben Stickstoff, Phosphor und Kalium braucht sie auch Magnesium, Schwefel und Spurenelemente. Beim Stickstoff hältst du Maß, denn zu viel davon kann starkes Triebwachstum auf Kosten der Blüte fördern. Hohe Salzgehalte im Boden verträgt die Maracuja schlecht. In kalkhaltigen Böden mit hohem pH-Wert achtest du besonders auf ihre Eisenversorgung.

Chlorose und Welke beweisen bei ihr keinen Nährstoffmangel, denn beides kann auch durch Wurzel- oder Wurzelhalsfäule entstehen. Bevor ich eine gelb werdende Maracuja nachdünge, prüfe ich die Feuchte unter der Oberfläche der Erde und schaue, ob Wasser im Untersetzer steht.

Zierfrüchte im Kübel nachdüngen

Handelsübliche Pflanzerden für Balkongemüse sind meist schon grundgedüngt. Bei Fruchtgemüse im Kübel wie Eierbaum und Andenbeere rechnest du diese Grunddüngung ein. Entsteht während des Fruchtwachstums zusätzlicher Bedarf, düngst du mit handelsüblichem Flüssigdünger nach. Als langsam freisetzender organischer Depotdünger eignen sich Schafwollpellets. In kleinen Kübeln wirkt organische Düngung allerdings verzögert, weil dort nur wenige Mikroorganismen die Nährstoffe freisetzen. Wer im kleinen Gefäß allein auf Pellets setzt, muss also mit einer späteren Wirkung rechnen.

Bei torffreier Bioerde kann organisch gebundener Stickstoff zu Kulturbeginn oder am Kulturende knapp verfügbar sein. Dann passt du die Nachdüngung an. Gießt du Fruchtgemüse mit Leitungswasser über pH 7, vermeidest du zusätzlich basisch wirkende Substratdüngung wie Kalkung. Vor dem Umzug ins Winterquartier düngst du Kübelpflanzen nicht mehr, damit die Triebe ausreifen.

Jedes Gefäß braucht genügend Abzugslöcher, damit kein Wasser stehen bleibt. Wie viel Wasser die einzelnen Arten in welcher Phase brauchen, zeigt der Ratgeber, wie du Zierfrüchte richtig gießt.

Im Vorjahr neu eingesetzte, krankheitsfreie Topferde kannst du weiterverwenden, wenn du die alten Wurzelballen entfernst. Substrat mit Erregern von Wurzelfäule scheidest du dagegen aus. Bei Gefäßen bis etwa 30 Liter frischst du geeignetes altes Substrat auf. Dafür mischst du etwa ein Drittel neue Erde unter.

Marias Erfahrung

Beim Eintopfen lese ich auf dem Erdsack nach, ob die Erde grundgedüngt ist, und schreibe das Datum auf das Etikett am Kübel. Über das Nachdüngen entscheide ich erst, wenn die Früchte wachsen.

Düngerarten, Mangel und Überdüngung in Kürze

Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, feucht-warmes Wetter kann dagegen größere Nährstoffschübe auslösen. Fein vermahlenes Horn setzt Stickstoff schneller frei als grobe Hornspäne, die mehrere Monate für die Umsetzung brauchen. Wie Haupt- und Spurennährstoffe wirken und wann welcher Dünger passt, steht im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten im Abschnitt Gießen und Düngen.

Ein gelbes oder welkes Blatt ist ein Hinweis, keine Diagnose: Welke kann auch von faulenden Wurzeln durch zu viel Wasser kommen. Ein Nährstoffüberschuss fördert die Auswaschung von Kalium, Magnesium und Nitratstickstoff, und auch organische Dünger können zu einem Überangebot führen. Wer nur organisch düngt, ist also vor Auswaschung nicht automatisch geschützt.

Passt dazu

Sind Lampions und Zierkürbisse ausgefärbt, geht es ans Dekorieren. Ideen dafür findest du im Ratgeber, wie du mit Zierfrüchten herbstlich dekorierst.

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Häufige Fragen

Wie führt man eine Bodenanalyse für Zierfrüchte richtig durch?
Je einheitlich genutzter Fläche mischst du 10 bis 15 Einstiche zu einer Probe, Gemüse-, Rasen-, Obst-, Blumen- und Moorbeetflächen beprobst du getrennt. Davon schickst du rund 500 g an ein Labor. Die Probe ziehst du zwischen Herbst und Frühjahr nach der Ernte und bevor du düngst. Im Gemüsebeet lässt du vor der Neuanlage untersuchen und danach alle 3 bis 5 Jahre.
Warum ist der pH-Wert des Bodens bei der Düngung von Zierfrüchten so wichtig?
Der gemessene pH-Wert entscheidet zusammen mit Boden- und Kulturart, ob du kalkst; liegt er oberhalb des Zielbereichs, wird nicht gekalkt. Bei der Maracuja ist in kalkhaltigen Böden mit hohem pH-Wert die Eisenversorgung besonders zu beachten. Gießt du Fruchtgemüse im Kübel mit Leitungswasser über pH 7, vermeidest du zusätzlich basisch wirkende Substratdüngung wie Kalkung.
Wie unterscheidet sich die Pflege von Zierfrüchten in Kübeln von der im Garten?
Im Kübel startest du meist mit grundgedüngter Pflanzerde, deren Vorrat du einrechnest, und düngst bei zusätzlichem Bedarf während des Fruchtwachstums mit Flüssigdünger nach. Organische Dünger wirken in kleinen Kübeln verzögert, weil dort nur wenige Mikroorganismen die Nährstoffe freisetzen. Vor dem Einzug ins Winterquartier düngst du Kübelpflanzen nicht mehr, damit die Triebe ausreifen. Im Beet richtest du die Düngung dagegen nach der Bodenprobe der jeweiligen Fläche.
Wie unterscheidet sich die Düngung von Zierkürbissen im Vergleich zu Zierapfel?
Der Zierapfel ist ein Gehölz: Eingewachsen bekommt er wie andere Zier- und Obstgehölze allgemein jedes Frühjahr 2 bis 4 Liter Kompost je Quadratmeter. Zierkürbisse brauchen lockeren, humusreichen Boden mit gutem Wasserabfluss. Zur Humusverbesserung schwerer Böden gilt im Gemüsegarten allgemein eine Frühjahrsgabe von 3 Litern Kompost je Quadratmeter. Bei beiden zeigt die Bodenprobe, ob die Phosphor- oder Kaliumwerte stark erhöht sind und du den Kompost einschränken solltest.
Wann ist die beste Zeit für die Grunddüngung von Zierfrüchten?
Eingewachsene Ziergehölze wie der Zierapfel bekommen ihre jährliche Kompostgabe im Frühjahr, die Bodenprobe ziehst du vorher zwischen Herbst und Frühjahr. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, feucht-warme Witterung kann dagegen größere Nährstoffschübe auslösen. Lampionblumen im Kübel versorgst du von Juni bis Oktober regelmäßig mit Flüssigdünger. Vor dem Einzug ins Winterquartier düngst du Kübelpflanzen nicht mehr.
Wie setze ich Brennnesseljauche als Dünger an?
Für Brennnesseljauche gilt der allgemeine Ansatz für Pflanzenjauche: 1 kg frisches Kraut auf 10 l Wasser. Du rührst die Jauche täglich, bei warmer Witterung ist sie nach etwa 14 Tagen dunkel und schäumt nicht mehr. Für die Bodendüngung wird sie üblicherweise 1:10 mit Wasser verdünnt und um die Pflanzen an die Wurzeln gegossen. Wie viele Nährstoffe sie liefert und wie oft du sie gibst, hängt von Ausgangspflanzen, Erntezeit, Pflanzenbedarf und Bodenvorrat ab.
Ist es ein Mythos, dass mehr Dünger automatisch zu besseren Ergebnissen führt?
Ja, mehr Dünger bringt nicht automatisch mehr Früchte. Bei der Andenbeere fördert zu reichhaltiger Boden das Blattwachstum auf Kosten des Fruchtansatzes, bei der Maracuja kann zu viel Stickstoff starkes Triebwachstum auf Kosten der Blüte fördern. Ein Nährstoffüberschuss fördert zudem die Auswaschung von Kalium, Magnesium und Nitratstickstoff, und auch organische Dünger können zu einem solchen Überangebot führen. Steht ein Nährstoff im Prüfbericht in Versorgungsstufe E, kann seine Düngung vorübergehend ohne Ertragsminderung unterbleiben.
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