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Zierfrüchte: essbar, giftig oder nur Deko? So unterscheidest du sie

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ob du eine Zierfrucht essen darfst, entscheidet die Art, nicht Farbe, Form oder Gattungsname.
  • Bei der Lampionblume sind grüne Pflanze, besonders unreife Beeren, und Wurzelstock giftig; die Andenbeere ist eine andere Art.
  • Zierkürbisse isst du grundsätzlich nicht, bitter schmeckende Kürbisfrüchte spuckst du aus, denn Kochen zerstört die Bitterstoffe nicht.
  • Bei Zierapfel, Eibe und Goldregen sind bestimmte Teile giftig, die Früchte der Zierquitte gelten als ungiftig.
  • Lampions eignen sich für Trockengestecke, Deko aus giftigen Pflanzen stellst du außer Reichweite von Kindern.

Im Herbst schneide ich Lampions für Trockensträuße und lege Zierkürbisse auf den Tisch. Die Speisekürbisse kommen bei mir in eine eigene, beschriftete Kiste. Der Grund: Viele Zierfrüchte sehen aus wie Obst, und manche davon sind giftig. Ob du etwas essen darfst, entscheidet die Art, nicht Farbe, Form oder Gattungsname. Hier erfährst du, welche Zierfrüchte essbar sind, welche Teile giftig sind und wie du sie sicher als Deko einsetzt.

Als Zierfrüchte gelten Pflanzen, die du vor allem wegen ihrer Früchte ziehst, etwa Lampionblume, Zierkürbis, Zierapfel, Zierquitte oder Ziermais. Einige davon sind zugleich Lebensmittel, andere sind in Teilen giftig oder nicht zum Essen gedacht.

Zierfrüchte im Überblick: essbar, giftig oder nur Deko?

Zierfrucht Einordnung Worauf du achtest
Lampionblume (Physalis alkekengi) giftig Grüne Pflanze, besonders unreife Beeren, und Wurzelstock sind giftig und können Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Nichts davon probieren.
Andenbeere, Kapstachelbeere (Physalis peruviana) Obst Andere Art als die Lampionblume. Reif ist sie, wenn die Hülle bräunlich und die Beere goldgelb ist.
Zierkürbis nicht essen Kann hohe Bitterstoffgehalte haben. Ausnahme ist die ausdrücklich als „Essbare Mischung“ angebotene Mischung von Kiepenkerl.
Zierapfel Samen beachten Vor allem die Samen sind als giftige Teile zu beachten.
Zierquitte ungiftig Die Früchte werden als ungiftig eingeordnet.
Eibe Teile giftig Nadeln und zerbissene Samen sind giftig, der rote fleischige Samenmantel ist ungiftig.
Goldregen giftig Besonders Hülsen und Samen sind giftig.
Passionsblume (Passiflora caerulea) Zierpflanze Als Zierpflanze verbreitet. Maracujas liefert eine andere Art, Passiflora edulis.
Eierbaum „White Egg“ Aubergine Botanisch eine Aubergine, Solanum melongena. Unreife Früchte bekommen jüngere Kinder vorsorglich nicht.

Für alle anderen Ziergehölze und Zierpflanzen halte ich es einfach: Solange ich die Art nicht sicher bestimmt habe, esse ich nichts davon.

Gleiche Gattung, andere Art: Warum der Name nicht reicht

Lampionblume und Andenbeere

Lampionblume und Andenbeere gehören beide zur Gattung Physalis, und beide tragen ihre Beere in einer Hülle. Die als Obst verkaufte Andenbeere, auch Kapstachelbeere genannt, ist die Art Physalis peruviana. Die Lampionblume, Physalis alkekengi, ist eine andere Art. Bei ihr sind die grüne Pflanze, besonders die unreifen Beeren, und der Wurzelstock giftig.

Kurz erklärt

Der orangefarbene Lampion ist nicht die Frucht selbst. Er entsteht nach der weißen Blüte aus Kelchblättern, die sich vergrößern und die Beere umhüllen. Während der Fruchtreife färben sie sich von Grün zu Rotorange.

Auch die Andenbeere steckt in einer papierartigen Hülle, die zur Reife bräunlich wird. Eine Hülle um die Beere verrät dir also nicht, ob die Pflanze essbar ist. Ich schreibe deshalb auf jedes Pflanzschild den vollständigen botanischen Namen und nicht nur „Physalis“.

Passionsblume und Maracuja

Bei den Passionsblumen liegt der Fall ähnlich. Die Maracujas liefert Passiflora edulis, Passiflora caerulea ist dagegen als Zierpflanze verbreitet. Für die Küche zählt deshalb der Artname auf dem Etikett, nicht das Wort Passionsblume.

Zahl im Blick

Die Gattung Passiflora umfasst über 550 Arten. Etwa 50 bis 60 davon tragen essbare Früchte.

Zierkürbisse: Was du essen darfst und was nicht

Zierkürbisse isst du grundsätzlich nicht, weil sie hohe Bitterstoffgehalte haben können. Als Ausnahme gilt die ausdrücklich als „Essbare Mischung“ angebotene Zierkürbismischung von Kiepenkerl: Sie eignet sich zur Dekoration und zum Verzehr. Bei essbaren Kürbisgewächsen gilt außerdem eine feste Regel. Schmeckt eine Frucht bitter, spuckst du den Bissen aus und entsorgst die Frucht.

Häufiger Fehler

Eine bittere Kürbissuppe trotzdem essen, weil das lange Kochen die Bitterstoffe angeblich zerstört hat. Die Cucurbitacine werden beim Kochen, Braten, Einmachen und Backen nicht zerstört.

Gewinnst du aus deinen Kürbissen selbst Samen, überträgt sich die Essbarkeitsangabe der gekauften Mischung nicht automatisch auf die nächste Generation. F1-Hybriden bilden zwar Samen, ihre Nachkommen fallen in den Eigenschaften aber uneinheitlich aus. Samenfeste Sorten können ihre Eigenschaften bei sortenerhaltender Vermehrung weitergeben. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie du alte Fruchtgemüsesorten anbaust, vermehrst und erhältst. Schmeckt eine selbst gezogene Frucht bitter, entsorgst du sie genauso.

Welche Zierfrüchte darfst du essen?

Einige Zierfrüchte sind zugleich Obst oder Gemüse. Bei ihnen zählt der Reifezustand.

  • Luffa: Jung und grün geerntet ist sie Gemüse. Ausgereift bildet sie ein Fasergerüst, das du als Schwamm nutzen kannst.
  • Kiwano: Du erntest sie beim Farbumschlag von Grün nach Gelb und lässt sie vor dem Verzehr nachreifen.
  • Topfauberginen: Der Eierbaum „White Egg“ bildet büschelweise weiße Früchte, „Slim Jim“ dunkelviolette von 5 bis 12 cm Länge. Erntereif sind Auberginen, wenn sie sortentypisch ausgefärbt sind und ihre Schale glänzt.

Unreife Auberginen können in grünlichen Stellen und am Stielansatz Glykoalkaloide enthalten. Jüngeren Kindern gibst du sie deshalb vorsorglich nicht.

Ziergehölze: Welche Teile giftig sind

Bei mehreren Ziergehölzen hängt die Gefahr am Pflanzenteil. Am Zierapfel sind vor allem die Samen als giftige Teile zu beachten. Beim Goldregen sind besonders Hülsen und Samen giftig. An der Eibe sind Nadeln und zerbissene Samen giftig, der rote fleischige Samenmantel dagegen ist ungiftig. Die Früchte der Zierquitte werden als ungiftig eingeordnet.

Mythos-Check

„Leuchtende Farben bedeuten Gift.“ Diese Faustregel trägt nicht. Die goldgelbe reife Andenbeere ist Obst, und an der Eibe ist ausgerechnet der rote Samenmantel ungiftig, während zerbissene Samen giftig sind. Verlass dich auf die sicher bestimmte Art, nicht auf Farbe oder Glanz.

Kinder, Deko im Haus und der Verdachtsfall

In einem Garten mit Kindern entfernst du giftige Gewächse möglichst und behältst Kleinkinder beim Spielen immer im Blick. Giftige Pflanzen bewahrst du sicher außerhalb der Reichweite von Kindern auf, auch wenn sie als Deko auf dem Tisch stehen. Meine Trockengestecke mit Lampions stelle ich auf das obere Regal, sobald kleine Kinder zu Besuch sind. Wie du Zierfrüchte mit Kindern sicher und spielerisch anbaust, steht in einem eigenen Ratgeber.

Achtung

Hat jemand möglicherweise Teile einer giftigen Pflanze gegessen, entfernst du die Pflanzenreste aus dem Mund. Löse kein Erbrechen aus. Ist die Pflanze giftig, treten Beschwerden auf oder bist du unsicher, rufst du den regionalen Giftnotruf an.

Zierfrüchte dekorativ einsetzen: Was sich wofür eignet

Im Garten und auf dem Balkon

Die Lampionblume ist mehrjährig und winterhart und passt in Beete und Rabatten, in Bauerngärten sowie in Stadt- und Hofgärten. Sie kann verwildern und ohne Kontrolle lästig werden. Bei Staudenmischpflanzungen gehören Ausbreitungsstrategien ohnehin zur Planung, bei der Lampionblume planst du sie also von Anfang an mit.

Auf Balkon und Terrasse sind Topfauberginen dekorativ. Der Eierbaum „White Egg“ kommt einzeln in einen Kübel und bekommt bei hohem Fruchtansatz einen Pflanzstab als Stütze.

Planst du ein Beet mit Ziergurken (Echinocystis lobata) und Kalebassen, prüfst du die Nachbarschaft vorher. Für Ziergurken gelten Kürbis, Hörnchenkürbis, Kalebasse, Melonen und Wassermelonen als unverträgliche Nachbarn. Wie gut eine Kombination funktioniert, hängt zudem von Standort, Licht, Boden und Pflege ab. Geplante Kombinationen kannst du im Mischkultur-Planer auf ihre Nachbarschaft prüfen.

In der Wohnung

Für drinnen eignen sich Zierfrüchte, die lange halten oder sich trocknen lassen.

Zierfrucht So setzt du sie ein
Lampionblume Die Lampions halten lange und eignen sich für Trockengestecke.
Zierkürbis Als Tischdeko oder ausgehöhlt als Gefäß für ein Blumengesteck. Das vollständige, langsame Trocknen für Deko kann 6 bis 12 Monate dauern.
Ziermais „Glass Gem“ Glasperlenartig glänzende Körner in Regenbogenfarben. Zum Trocknen streifst du die Hüllblätter ab, bindest sie nach oben und hängst die Kolben auf.
Kalebasse Die Kalebassenmischung bildet 20 bis 40 cm große Früchte, ihre verholzten Hüllen lassen sich als Gebrauchsgegenstände nutzen.

Ideen für Arrangements an Haus, Tür und Tisch sammelt der Ratgeber, wie du mit Zierfrüchten herbstlich dekorierst. Wie du Ziermais anbaust und seine Kolben zum Basteln nutzt, zeigt der Beitrag zum Anbau von buntem Ziermais.

Mini-Checkliste

Deko-Kürbisse und Speisekürbisse getrennt lagern und beschriften. Gestecke aus giftigen Pflanzen außer Reichweite von Kindern stellen. Sichtbar verschimmelte Früchte der essbaren Mischung nicht mehr essen, sondern sofort entsorgen. Nach der Gartenarbeit die Hände mit Seife unter fließendem Wasser waschen und sorgfältig abtrocknen.

Anbau, Pflege und Ernte in Kürze

Die artübergreifenden Grundlagen stehen in den Abschnitten Standort und Boden sowie Pflege und Überwintern im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten. Hier steht nur das, was du für Zierfrüchte brauchst.

Standort: Zierkürbisse brauchen einen sonnigen, warmen und geschützten Platz mit lockerem, humusreichem Boden, die Lampionblume verträgt auch Halbschatten. Welche Zierfrucht an sonnige, schattige, trockene oder feuchte Plätze passt, zeigt der Ratgeber, welchen Standort Zierfrüchte brauchen.

Aussaat und Pflege: Lampionblumen säst du von März bis Juni in Schalen unter Glas oder ab Mai ins Saatbeet. Einen Pflichtschnitt braucht die Lampionblume nicht, ein Rückschnitt ist im Frühjahr möglich. Wie du Zierfrüchte von der Bodenanalyse bis zur Nachdüngung versorgst, steht im Ratgeber zur Düngung.

Schädlinge: Kleine weißlich gelbe Blattsprenkel und später feine Gespinste können an Zierpflanzen auf Spinnmilben hindeuten. An Gemüse können gekräuselte und verkrüppelte junge Blätter und Triebe auf Blattläuse hindeuten. Vorbeugen und Absammeln behandelt im selben Überblick der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Ernte: Die Erntezeit der Lampionblume liegt im September und Oktober. Reife Früchte der essbaren Zierkürbismischung schneidest du mit Stiel ab und lässt sie einige Tage luftig und trocken nachtrocknen.

Insekten: Honigbienen finden an der Lampionblume wenig Nektar und Pollen. Hummeln förderst du im Hausgarten mit einem vielseitigen Blütenangebot und geeigneten Nistmöglichkeiten.

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Häufige Fragen

Was sind Zierfrüchte und welche Arten gibt es?
Zierfrüchte sind Pflanzen, die du vor allem wegen ihrer auffälligen Früchte ziehst. Typische Beispiele sind Lampionblume, Zierkürbis, Zierapfel, Zierquitte, Kalebasse und bunter Ziermais wie „Glass Gem“. Manche davon sind essbar, andere sind in Teilen giftig oder nicht zum Essen gedacht, deshalb zählt bei jeder Zierfrucht die genau bestimmte Art.
Welche Zierkürbisse sind essbar und welche nicht?
Zierkürbisse isst du grundsätzlich nicht, weil sie hohe Bitterstoffgehalte haben können. Als Ausnahme gilt die ausdrücklich als „Essbare Mischung“ angebotene Zierkürbismischung von Kiepenkerl, die sich zur Dekoration und zum Verzehr eignet. Schmeckt eine Frucht eines essbaren Kürbisgewächses bitter, spuckst du sie aus und entsorgst sie, denn die Cucurbitacine werden beim Kochen, Braten, Einmachen und Backen nicht zerstört.
Warum sollten Kinder über giftige Zierfrüchte aufgeklärt werden?
Weil sich giftige und essbare Zierfrüchte nicht an der Farbe unterscheiden lassen. Bei der Lampionblume sind die grüne Pflanze, besonders unreife Beeren, und der Wurzelstock giftig, obwohl sie zur selben Gattung gehört wie die als Obst verkaufte Andenbeere. Im Garten mit Kindern entfernst du giftige Gewächse möglichst, behältst Kleinkinder im Blick und bewahrst giftige Pflanzen außer Reichweite auf. Bei Vergiftungsverdacht entfernst du Pflanzenreste aus dem Mund, löst kein Erbrechen aus und rufst bei giftiger Pflanze, Beschwerden oder Unsicherheit den regionalen Giftnotruf an.
Stimmt es, dass alle farbenfrohen Zierfrüchte automatisch giftig sind?
Nein, die Farbe ist kein verlässliches Merkmal. Die goldgelbe reife Andenbeere ist Obst, und bei der Eibe ist der rote fleischige Samenmantel ungiftig, während Nadeln und zerbissene Samen giftig sind. Entscheidend sind die sicher bestimmte Art und das Wissen, welche Pflanzenteile giftig sind.
Welche Methoden zur Konservierung von Zierfrüchten eignen sich für Anfänger?
Für den Einstieg eignet sich das Trocknen. Die Lampions der Lampionblume halten lange und passen in Trockengestecke. Ziermais wie „Glass Gem“ trocknest du, indem du die Hüllblätter abstreifst, nach oben bindest und die Kolben aufhängst. Reife Zierkürbisse trocknen für Dekozwecke langsam, das vollständige Trocknen kann 6 bis 12 Monate dauern.
Wie erkennt man den optimalen Erntezeitpunkt bei verschiedenen Zierfrüchten ohne Erfahrung?
Achte vor allem auf Farbe und Hülle. Andenbeeren sind optimal reif, wenn die Hülle bräunlich und die Beere goldgelb ist, und die Lampions der Lampionblume färben sich während der Fruchtreife von Grün zu Rotorange. Kiwano erntest du beim Farbumschlag von Grün nach Gelb und lässt sie vor dem Verzehr nachreifen. Auberginen wie der Eierbaum sind erntereif, wenn sie sortentypisch ausgefärbt sind und ihre Schale glänzt.
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