Zierfrüchte gießen: Wasserbedarf von Zierkürbis bis Zierquitte
- Gieß gründlich und dafür seltener, statt ständig nur die Oberfläche anzufeuchten.
- Prüf die Erde vor dem Gießen, bei torffreier Topferde auch unter der Oberfläche.
- Welke allein heißt nicht Durst: Auch faulende Wurzeln durch zu viel Wasser lassen Pflanzen welken.
- Die Prunkwinde braucht regelmäßig Wasser, das Pfaffenhütchen gleichmäßige Bodenfeuchte, die ausgewachsene Zierquitte verträgt etwas Trockenheit.
- Kübel brauchen genügend Abzugslöcher und dürfen nicht im Wasser stehen.
- Gieß bevorzugt sehr früh morgens, ersatzweise früh am Abend.
Eine Prunkwinde will regelmäßig Wasser, eine ausgewachsene Zierquitte verträgt dagegen etwas Trockenheit. Wer alle Zierfrüchte im selben Takt gießt, liegt deshalb bei einigen Arten daneben. Ich gieße darum nicht nach Kalender, sondern prüfe vorher die Erde und schaue, wo die Pflanze steht.
Mit Zierfrüchten meine ich hier Arten wie Zierkürbis, Lampionblume, Pfaffenhütchen, Zierapfel und Zierquitte, dazu die Prunkwinde als Kletterpflanze.
Wovon hängt der Wasserbedarf deiner Zierfrüchte ab?
Eine feste Literzahl für alle Zierfrüchte gibt es nicht. Wie viel Wasser eine Pflanze braucht, hängt von Art und Sorte ab, vom Wetter und vom Substrat. Dazu kommt der Platz, denn auch Sonne und Wind am Standort verändern den Bedarf.
Im Beet gehört der Boden selbst zum Substrat. Welche Bodenart du hast, zeigt dir eine Fingerprobe: Feuchter Sandboden lässt sich schlecht formen, tonreicher Boden ist klebrig und gut formbar. Kompost hilft bei beiden Bodenarten, weil er schwere Böden lockert und bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen verbessert.
Wie viel Wasser brauchen Zierkürbis, Prunkwinde und Co.?
Die Arten unterscheiden sich spürbar. Die Tabelle zeigt, was jede beim Wasser will und was das für deine Kanne heißt.
| Art | Wasseranspruch | Was das fürs Gießen heißt |
|---|---|---|
| Zierkürbis | lockerer, humusreicher Boden mit gutem Wasserabfluss; für die Sorte ‘Deko Mischung’ wird keine Trockenheitstoleranz angegeben | durchdringend gießen, nicht auf Trockenheitsverträglichkeit setzen |
| Prunkwinde ‘Heavenly Blue’ | regelmäßige Wasserversorgung | Erde regelmäßig prüfen und nicht austrocknen lassen |
| Lampionblume (Physalis alkekengi) | frischer, gut durchlässiger Boden; für die Varietät franchetii wird keine Trockenheitstoleranz angegeben | frisch halten, ohne dass Wasser steht |
| Europäisches Pfaffenhütchen | gleichmäßige Bodenfeuchte, besonders an vollsonnigen Standorten | in voller Sonne genau auf gleichmäßige Feuchte achten |
| Zierapfel-Hybriden | feuchter, gut drainierter Boden | feucht halten, das Wasser muss aber abziehen können |
| Chinesische Zierquitte | gut drainierter Boden mit mäßiger Feuchtigkeit | als ausgewachsener Strauch verträgt sie etwas Trockenheit, frisch im Frühjahr gepflanzt braucht sie Wasser zum Einwurzeln |
Die Lampionblume ist eine eigene Art und nicht mit der essbaren Andenbeere gleichzusetzen, auch wenn beide zur Gattung Physalis gehören. Welche dieser Arten an einen trockenen oder feuchten Platz passt, klärt der Ratgeber, welche Standorte Zierfrüchte im Garten brauchen.
Die FeuchtezahlDie Feuchtezahl ist eine botanische Kennzahl (Zeigerwert nach Ellenberg) dafür, wie feucht der Boden ist, auf dem eine Pflanzenart in der Natur typischerweise wächst: von 1 (trocken) bis 9 (nass), bei Wasserpflanzen bis 12. nach Ellenberg reicht von 1 für TrockenheitszeigerTrockenheitszeiger sind Wildpflanzen, die vor allem auf trockenem Boden wachsen. Kommen sie an einer Stelle im Garten gehäuft vor, ist das ein Hinweis darauf, dass der Boden dort eher trocken ist. bis 9 für NässezeigerNässezeiger sind Pflanzen, deren gehäuftes Vorkommen einen sehr nassen Boden anzeigt, oft mit Staunässe. Typische Beispiele sind Ackerminze, Huflattich und Kriechender Hahnenfuß.. Die Lampionblume steht bei 6. Zu den Trockenheitszeigern gehört sie damit nicht.
Zierkürbisse werden nicht gegessen und auch nicht probiert, weil sie hohe Bitterstoffgehalte haben können. Die Bitterstoffe von Kürbisgewächsen werden auch beim Kochen nicht zerstört. Bei der Lampionblume sind die grüne Pflanze, besonders die unreifen Beeren, und der Wurzelstock giftig und können Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
Hilft beim Gießen ein Kind mit, lohnt sich ein Blick darauf, wie der Anbau von Zierfrüchten für Kinder sicher und spielerisch bleibt.
Wie gießt du Zierfrüchte richtig?
Gründlich und dafür seltener
Gieß deine Zierfrüchte eher gründlich und dafür seltener, statt ständig nur die Oberfläche anzufeuchten. Bei eingewachsenen Pflanzen im Beet orientierst du dich an einer Menge je Quadratmeter.
Eingewachsene Gartenpflanzen bekommen bei Trockenheit 10 bis 20 Liter je Quadratmeter pro durchdringendem Gießvorgang. Diese Menge gibst du nicht auf einmal, sondern verteilt auf mindestens zwei bis drei Teilgaben.
Ich stoppe einmal, wie lange mein Schlauch braucht, um eine 10-Liter-Gießkanne zu füllen. Mit dieser Zeit rechne ich aus, wie lange ich ein Beet für die gewünschte Menge wässere.
Stell den Gießstrahl weich ein. Ein weicher Strahl hilft, VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten., Bodenabtrag und die spätere Verkrustung zu vermeiden. Nach dem Gießen bleibe ich vom nassen Beet herunter, weil Betreten nassen Boden verdichtet.
Morgens oder abends gießen?
Gieß bevorzugt sehr früh am Morgen. Dann können die Pflanzen das Wasser aufnehmen und anschließend abtrocknen.
„Abends darf man nie gießen.“ So streng ist es nicht. Wenn der Morgen nicht klappt, ist der frühe Abend die Ersatzzeit. Vor allem bei kühlen Nächten hat der Morgen aber den Vorteil, dass die Pflanzen rasch abtrocknen.
Woran erkennst du Wassermangel oder zu viel Wasser?
Schau zuerst in die Erde und erst dann auf die Blätter. Bei torffreier Topferde prüfst du auch die Feuchte unter der Oberfläche, denn eine trockene Oberfläche kann feuchtes Substrat darunter verdecken. Welke Blätter allein sind kein Signal zum Nachgießen, weil auch faulende Wurzeln bei zu viel Wasser eine Pflanze welken lassen können.
Wer nur auf die trockene Oberfläche und die hängenden Blätter schaut, gießt also im ungünstigen Fall eine Pflanze nach, deren Wurzeln schon unter zu viel Nässe leiden.
Die Pflanze welkt, also kommt die Kanne. Prüf vorher die Erde in der Tiefe. Ist sie nass und die Pflanze welkt trotzdem, kann das auf geschädigte Wurzeln durch zu viel Wasser hindeuten, und Nachgießen ist dann der falsche Griff.
Was gilt für Zierfrüchte im Topf und Kübel?
Jeder Kübel braucht genügend Wasserabzugslöcher im Boden. Der Topf darf nicht im Wasser stehen, sonst droht WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde.. Was nach dem Gießen im Untersetzer steht, kippe ich deshalb weg.
Im Gefäß ändert sich auch der Bedarf. Kleine oder stark durchwurzelte Gefäße und poröse Tontöpfe erhöhen ihn. Schwarze Kunststofftöpfe schützt du mit einem Übertopf und einer Abdeckung der Erdoberfläche vor übermäßiger Erwärmung und Austrocknung. Ein kleiner schwarzer Topf in der Sonne bringt damit zwei Gründe für schnell trockene Erde zusammen: wenig Wurzelraum und Wärme am WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt..
Für eine mehrjährige Bepflanzung, etwa eine Lampionblume im Kübel, nimmst du strukturstabile Kübelpflanzenerde. Sie beugt Verdichtung und VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. im unteren Topfbereich vor.
Steht Kapuzinerkresse im Balkonkasten, gießt du sie nach demselben Vorgehen: Erde unter der Oberfläche prüfen, durchdringend gießen und kein Wasser im Kasten stehen lassen. Wie viel sie im Einzelfall braucht, zeigt dir die Erde und nicht der Kalender.
So bereite ich einen Kübel vor:
- genügend Abzugslöcher im Boden
- Untersetzer nach dem Gießen kontrollieren und leeren
- schwarzen Kunststofftopf in einen Übertopf stellen und die Erdoberfläche abdecken
- für mehrjährige Pflanzen strukturstabile Kübelpflanzenerde
Wie ändert sich der Wasserbedarf mit der Wachstumsphase?
Anzucht
Bei der Anzucht hältst du die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Bevor du wieder gießt, prüfst du mit dem Finger, ob noch Feuchte da ist.
Anwachsen
Neu gepflanzte Stauden brauchen häufiger zusätzliche Wassergaben als eingewachsene Pflanzen, das betrifft etwa eine frisch gesetzte Lampionblume. Gehölze wie Zierapfel, Zierquitte und Pfaffenhütchen brauchen ausreichend Wasser, wenn du sie im Frühjahr pflanzt und sich ihre Wurzeln noch entwickeln. Die Zierquitte verträgt etwas Trockenheit als ausgewachsener Strauch, eine frisch gepflanzte Zierquitte lässt du deshalb nicht trocken stehen, nur weil ältere Sträucher das vertragen.
Ich schreibe beim Pflanzen das Datum auf das Etikett. Beim Rundgang sehe ich so, welche Pflanzen noch anwachsen, und prüfe deren Erde zuerst.
Eingewachsen
Sind die Pflanzen eingewachsen, gießt du bei Trockenheit durchdringend und dafür seltener. Dann gilt die Literangabe je Quadratmeter aus dem Abschnitt zur Gießtechnik.
Wie gießt du im Lauf des Jahres?
Frühjahr: Mulch zur passenden Zeit
Mulch kann helfen, Feuchte im Boden zu halten. Steht der Zierkürbis im Gemüsebeet, halte ich mich an die Regeln für das Gemüse dort. Organischer Mulch kommt im Gemüsegarten etwa 2 bis 3 cm dick auf. Bei wärmeliebenden Kulturen legst du ihn erst ab Mai oder Juni auf den erwärmten Boden, und RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. gehört nicht ins Gemüsebeet. Im Staudenbeet rund um die Lampionblume können Miscanthushäcksel die Verdunstung und die Aufheizung des Bodens verringern.
Sommer: Hitze und Wind
Im Sommer prüfst du Kübel und Pflanzen in voller Sonne genauer, weil Sonne und Wind den Bedarf mitbestimmen. Das gilt auch für das Pfaffenhütchen, das gerade an vollsonnigen Plätzen gleichmäßige Bodenfeuchte schätzt.
Kontrollier die Erde auch nach einem windigen Tag, an dem es gar nicht heiß war. Wind kann Pflanzen auch bei bedecktem Himmel und mäßiger Wärme stark austrocknen.
Herbst
Weil der Wasserbedarf an der Witterung hängt, richtest du dich im Herbst nach der Feuchte in der Erde und nicht nach dem Takt aus dem Sommer.
Winter: Gießen im Winterquartier
Kübelpflanzen im kühlen Wintergarten gießt du mäßig und prüfst regelmäßig ihren Wasserzustand. Bei winterharten Stauden im Gefäß entfernst du den Untersetzer, damit stehendes Wasser und Frostwechsel den Wurzelballen nicht schädigen. Wie du Frostschutz und Winterquartier planst, steht im Abschnitt Pflege und Überwintern im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten.
Lohnt sich Tropfbewässerung, und welches Wasser nimmst du?
Tropfbewässerung führt das Wasser gezielt an die Pflanze und kann Wasser sparen. Sie braucht einen Filter, weil die Tropfer sonst verstopfen oder verkalken können. Im Beet können Tropfschläuche und Einzeltropfer allerdings das Hacken und andere Bodenarbeit einschränken.
Regenwasser spart Trinkwasser. Gießt du mit neutralem oder basischem Leitungswasser mit einem pH über 7, verzichtest du zusätzlich auf basisch wirkende Substratdüngung wie eine Kalkung.
Gibst du Dünger, kommt er auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Blätter. So kann er wirken, und du beugst Ätzschäden vor. Mengen und Zeitpunkte erklärt der Ratgeber, wie du Zierfrüchte von der Bodenanalyse bis zur Nachdüngung versorgst.





