Markerbsen: Mehltau, Rost, Erbsenwickler und Läuse erkennen und eindämmen
- Echter Mehltau bildet einen weißen, abwischbaren Belag, typischerweise auf der Blattoberseite.
- Falscher Mehltau zeigt helle Flecken oben und einen grauvioletten Belag unten; günstig für ihn sind Feuchtigkeit und 15 bis 20 °C.
- Erbsenrost beginnt mit rostbraunen Pusteln auf der Blattoberseite, später kommen schwarze Punkte dazu.
- Die Eiablage des Erbsenwicklers fällt in den Mai und Juni; seine Raupen fressen in der Hülse an den Samen.
- Befallenes Laub gehört in Hausmüll oder Biotonne, weil ein Gartenkompost die Erreger möglicherweise nicht abtötet.

Ein weißer Belag auf den Blättern, Läuse an den Triebspitzen oder Gespinst zwischen den Körnern: An Markerbsen zeigen sich Probleme an ganz verschiedenen Stellen. Ich drehe deshalb beim Gießen einzelne Blätter um und öffne vor der Ernte einzelne Hülsen. Hier liest du, woran du Mehltau, Rost, Erbsenwickler, Erbsenkäfer und Blattläuse erkennst und was du bei jedem davon tun kannst.
Nimm jedes Schadbild als Hinweis, nicht als sichere Diagnose. Ähnliche Flecken können andere Ursachen haben, und manchmal klärt erst eine Laboruntersuchung, was dahintersteckt.
Welche Krankheiten und Schädlinge befallen Markerbsen?
Die Übersicht zeigt dir, welches Zeichen du wo an der Pflanze suchst. Die ersten drei Probleme sitzen am Laub, die übrigen an Trieben, Hülsen und Körnern.
| Problem | Erstes Zeichen | Hier schaust du nach |
|---|---|---|
| Echter Mehltau | weißer, abwischbarer Belag | Blattoberseite |
| Falscher Mehltau | helle, gelbliche Flecken, darunter grauvioletter Belag | Blattunterseite |
| Erbsenrost | rostbraune Pusteln, später schwarze Punkte | Blattoberseite, befallene Pflanzenteile |
| Erbsenwickler | Fraß, Gespinst und Kot in der Hülse | geöffnete Hülsen |
| Erbsenkäfer | rundliche, tief reichende Bohrlöcher im Samen | Körner beim Palen |
| Blattläuse | Kolonien an jungen Trieben und Blütenständen | Triebspitzen und Blüten |
Blatt umdrehen und die Unterseite ansehen; mit dem Finger über weiße Beläge streichen; Triebspitzen und Blütenstände nach Läusekolonien absuchen; einzelne Hülsen öffnen; beim Palen Körner mit Loch oder Gespinst zur Seite legen.
Echter oder Falscher Mehltau: So unterscheidest du beide
Echter Mehltau: weißer Belag zum Abwischen
Echter Mehltau zeigt sich an Erbsen als weißer Belag, meist oben auf dem Blatt. Mit dem Finger lässt er sich leicht abwischen. Warme Tage, auf die nachts Tau folgt, kommen ihm entgegen.
Ich gieße morgens und nur am Wurzelbereich, um das Laub trocken zu halten. Stark befallene Blätter nehme ich ab. Taucht Echter Mehltau in deinem Garten immer wieder auf, lohnt ein Blick auf resistente Sorten. Eine Möglichkeit ist ‘Vitara’: Die Markerbse trägt ResistenzenResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. gegen Echten Mehltau und Fusarium-Welke und lässt sich noch bis Juli säen.
Falscher Mehltau: Flecken oben, Belag unten
Der Erreger des Falschen Mehltaus an Erbsen heißt Peronospora viciae; er geht auch an Puffbohnen. Oben auf dem Blatt erscheinen helle, gelbliche bis gelbbraune Flecken. Genau darunter bildet sich ein grauvioletter bis blaugrauer Belag, der sich nicht abwischen lässt.
Günstig für ihn sind feuchte Phasen mit Temperaturen von 15 bis 20 °C. Herrscht solches Wetter, schaue ich gezielt unter die Blätter und achte darauf, dass kein Gießwasser auf das Laub kommt. Einen Fruchtwechsel plane ich ohnehin ein, weil er dem Falschen Mehltau vorbeugen kann.
| Merkmal | Echter Mehltau | Falscher Mehltau |
|---|---|---|
| Wo der Belag sitzt | typischerweise auf der Blattoberseite | auf der Blattunterseite |
| Fingerprobe | lässt sich abwischen | lässt sich nicht abwischen |
| Blattoberseite | weißer Belag | helle, gelbliche bis gelbbraune Flecken |
| Begünstigt durch | warme Tage mit nächtlichem Tau | Feuchtigkeit und 15 bis 20 °C |
Echter Mehltau sitzt oben und lässt sich abwischen, Falscher Mehltau sitzt unten und haftet fest. Deshalb geben dir zwei Handgriffe einen ersten Hinweis: mit dem Finger über den Belag streichen und das Blatt umdrehen. Eine sichere Diagnose ersetzt das nicht.
Erbsenrost: rostbraune Pusteln auf dem Laub
Bei Erbsenrost siehst du anfangs rostbraune Pusteln oben auf den Blättern. Im weiteren Verlauf kommen schwarze Punkte an den befallenen Pflanzenteilen hinzu. Ich nehme befallene Blätter ab und schaue mir die Nachbarpflanzen gleich mit an.
Gegen Rost arbeite ich im Hausgarten mit Hygiene und Anbaupause statt mit Spritzungen. Der Fruchtwechsel gehört deshalb fest in meine Beetplanung, auch wenn er einen Befall nicht sicher verhindert.
Befallenes Laub landet auf dem Kompost. Ein Gartenkompost erreicht die Temperaturen, die Erreger abtöten, möglicherweise nicht. Entsorge befallenes Material deshalb über den Hausmüll oder die Biotonne.
Grauschimmel, Welke oder Virus?
Welken Pflanzen, vergilben Blätter oder zeigen sich Mosaikmuster und missgebildete Hülsen, kommen weitere Ursachen infrage. An Vergilbung und Welke allein lässt sich ein Erreger oft nicht eindeutig festmachen, denn auch abiotische Schäden kommen infrage, und manchmal hilft nur eine Laboruntersuchung. Wie du Grauschimmel, Fusarium-Welke und Virosen an Erbsen erkennst und von Pflegefehlern unterscheidest, steht im Ratgeber zu Schalerbsen, der auch Markerbsen einschließt.
Erbsenwickler: Raupen in der Hülse
Woran du den Befall erkennst
Der Falter des Erbsenwicklers ist nachtaktiv. Du bemerkst ihn deshalb an seinen Larven: Sie bohren sich in die Hülsen und fressen an den Samen. In geöffneten Hülsen findest du angefressene Körner, Gespinst und Kot.
Mai und Juni sind die Monate der Eiablage. Etwa 1 Woche später schlüpfen die Larven und bohren sich in die Hülsen.
Im Hausgarten musst du den Erbsenwickler an Gemüseerbsen normalerweise nicht bekämpfen. Ich sortiere befallene Körner beim Palen aus und setze auf Vorbeugung.
Früh säen, offen stellen, hacken
Säst du früh oder wählst früh blühende Sorten, kann das den Befall verringern, sofern die Blüte so nicht in den Hauptflug des Falters fällt. Markerbsen kommen im Garten vorzugsweise ab April in die Erde. Die passenden Termine findest du in der Übersicht, wann du Markerbsen im Jahresverlauf säst und erntest. Zur Vorbeugung stelle ich meine Erbsen windoffen, hacke regelmäßig zwischen den Reihen und wechsle das Beet.
Netz und Pheromonfalle richtig einsetzen
Ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. kannst du direkt nach der Aussaat vorbeugend auflegen. Bei Erbsen an Rankhilfen kann ein Netz mit 1,35 mm Maschenweite die Falter von der Eiablage abhalten. Schließ das Netz am Boden dicht ab. Verlass dich trotzdem nicht allein darauf und öffne zur Erntezeit einzelne Hülsen.
„Zur Blüte muss das Netz runter, sonst fehlen die Bienen.“ Erbsen befruchten sich selbst, und zwar schon im Knospenstadium. Bleiben Hülsen aus, liegt das deshalb nicht allgemein an fehlenden Bienen, und das Netz kann während der Blüte liegen bleiben.
Eine Pheromonfalle zieht männliche Falter an und zeigt dir so, wann der Flug läuft. Sie dient der Beobachtung; schützen musst du die Hülsen auf anderem Weg. Wild lebende SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. parasitieren die Larven des Erbsenwicklers, und ein Blühstreifen kann sie fördern.
Erbsenkäfer: runde Bohrlöcher im Korn
Beim Erbsenkäfer landen die Eier auf den Hülsen. Die Larven fressen sich anschließend in die Samen und hinterlassen dort rundliche, tief reichende Bohrlöcher. Daran unterscheidest du ihn vom Wickler: Dessen Raupen hinterlassen Fraß, Gespinst und Kot in der Hülse, der Käfer ein Loch im Korn selbst.
Ich säe gesundes Saatgut und stelle die Fruchtfolge weit, weil beides hilft, Krankheiten und Schädlinge an Erbsen in Grenzen zu halten. Getrocknete Erbsen für Vorrat oder Aussaat kommen in fest schließende Gefäße an einen kühlen, trockenen und lichtgeschützten Ort. Schau dort regelmäßig nach Vorratsschädlingen.
Ich pale über einer hellen Schüssel und schaue mir jedes Korn mit Loch genauer an. Solche Körner kommen bei mir weder in die Saatgutdose noch in den Vorrat.
Blattläuse an Triebspitzen und Blüten
Grüne Erbsenläuse sitzen oft in Kolonien an jungen Trieben und in den Blütenständen. Am liebsten saugen sie an den Triebspitzen, und bei starkem Befall kann das Wachstum stocken. Dazu kommt, dass sie Viren übertragen können.
Beginnende Kolonien streife ich mit der Hand ab oder schneide die betroffenen Triebteile heraus. Oft reicht auch ein kräftiger Wasserstrahl, der die Läuse von der Pflanze spült. Zusätzlich können natürliche Gegenspieler den Befall begrenzen, etwa Marienkäfer, Florfliegen, SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. und Blattlausschlupfwespen.
Bei manchen Schwebfliegen fressen nur die Larven Läuse, die erwachsenen Tiere leben von Pollen und Nektar. Weil ein Blühstreifen außerdem Schlupfwespen gegen den Wickler fördern kann, kann er neben den Erbsen Gegenspieler beider Schädlinge versorgen.
Vorbeugen und einordnen: das Wichtigste in Kürze
Die Grundlagen für alle HülsenfrüchteHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. findest du im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch schützen unseres Überblicks zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten. Hier steht nur, was du für Markerbsen wissen musst.
Standort. Für Markerbsen suche ich einen sonnigen Platz mit tiefgründigem, humosem Boden, aus dem Wasser gut abzieht. Nässe und Verdichtung im Boden können Wurzel- und Fußkrankheiten begünstigen; mehr dazu steht im Abschnitt Standort und Boden desselben Überblicks.
Fruchtfolge und Mischkultur. Stehen Pflanzen derselben Familie immer wieder auf einem Beet, können sich bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten dort vermehren. Erbsen kehren deshalb erst nach einer Pause von 5 Jahren auf dasselbe Beet zurück; Bohnen und Gründüngung aus Klee, Wicke oder Lupine rechnest du dabei mit. Anbaupausen trägst du in deinen Beetplan für den Gemüsegarten ein, und passende Nachbarn für Erbsen prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.
Gießen, Düngen und Pflege. Beim Gießen bleibt das Laub trocken, und Staunässe lässt du gar nicht erst entstehen. Zusätzlicher Dünger ist in den meisten Böden unnötig; ob etwas fehlt, zeigt dir ein Bodenbefund. Klettern hohe Sorten, bekommen sie bei mir Reisig, ein Netz oder einen Zaun; mehr dazu im Abschnitt Rankhilfen und Pflege.
NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. und Hausmittel. Marienkäfer und die Larven von Florfliegen und Schwebfliegen finden in einem abwechslungsreich bepflanzten, strukturierten Garten Lebensraum. SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. und BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. werden oft gegen Läuse genannt; ich greife zuerst zu Wasserstrahl und Fingern.
Chemie. Chemischer Pflanzenschutz ist bei Markerbsen für mich das letzte Mittel. Wenn überhaupt, kommt im Haus- und Kleingarten nur ein dafür zugelassenes Mittel infrage, genau nach Gebrauchsanweisung, mit Schutzkleidung und eingehaltener Wartezeit bis zur Ernte. Reste entsorgst du sachgerecht, und bedenke, dass solche Mittel auch Nützlinge treffen können.
Im eigenen Ratgeber liest du, was beim Anbau von Markerbsen im Hochbeet anders ist. Außerdem gibt es alle Aussaattermine für Hülsenfrüchte auf einem Blatt zum Ausdrucken.





