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Markerbsen im Hochbeet: Was anders ist als im Gartenbeet

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Eine frische Hochbeetfüllung setzt im ersten Jahr viel Stickstoff frei, den Markerbsen als Schwachzehrer nicht brauchen.
  • Die Erde im Hochbeet wird schneller warm und trocknet schneller aus, prüf die Feuchte deshalb mit dem Finger.
  • Markerbsen säst du vorzugsweise ab April, 3 bis 4 cm tief.
  • Erbsen belegen das Hochbeet bis Juni oder Juli, die Nachkultur planst du gleich mit.
  • Auf dasselbe Beet kommen Erbsen erst nach einer Fruchtwechselpause von 5 Jahren wieder.
Eine behandschuhte Hand schüttet Erbsensamen aus einer Tüte in die Hände eines Kindes
Foto: RDNE Stock project · Pexels License · Quelle ↗

Im Hochbeet wird die Erde im Frühjahr schneller warm als im Gartenbeet, dafür trocknet sie auch schneller aus. Eine frische Füllung gibt außerdem im ersten Jahr viel Stickstoff ab, den Markerbsen gar nicht brauchen. Bevor ich Erbsen in ein Hochbeet säe, schaue ich deshalb nach, wie alt die Füllung ist und was dort zuletzt gewachsen ist.

Markerbsen sind die Nutzungsgruppe der Gartenerbsen, die du für die frischen Kerne anbaust. Bei Zuckererbsen isst du die junge Hülse mit, Palerbsen nutzt du auch als reife, getrocknete Samen.

Was ist im Hochbeet anders als im Gartenbeet?

Diese Punkte unterscheiden das Hochbeet beim Anbau von Markerbsen vom Gartenbeet:

Punkt Gartenbeet Hochbeet
Wärme im Frühjahr Erde erwärmt sich langsamer Sonne auf den Seitenwänden wärmt die Erde schneller
Wasser Erde trocknet langsamer aus Erde trocknet schneller aus
Nährstoffe gewachsener Boden, Versorgung nach Bodenbefund frische Füllung aus Reisig, Kompost und Gärtnererde gibt im ersten Jahr viel Stickstoff ab
Arbeitshöhe am Boden bei etwa 80 cm bequem, bei höchstens 1 bis 1,20 m Breite von beiden Seiten erreichbar

Scheint die Sonne auf die Seitenwände, wird die Erde im Hochbeet schneller warm als im Bodenbeet. Aus demselben Grund trocknet sie auch schneller aus. Damit du von beiden Seiten bis zur Mitte kommst, baust du das Hochbeet nicht breiter als 1 bis 1,20 m. Mit etwa 80 cm Höhe arbeitest du darin bequem. Setz größere Nachbarn im Hochbeet mit so viel Abstand, dass sie die jungen Erbsen weder bedrängen noch auf Dauer in der Entwicklung bremsen.

Achtung

Wird es wärmer als 30 °C, setzen Erbsen weniger Blüten an. Deckst du das Hochbeet im Frühjahr mit Vlies oder Folie ab, vermeide darunter Hitzestau. Klettern die Temperaturen, kommt die Abdeckung an einem bedeckten oder verregneten Tag herunter, so trifft die Pflanzen die Sonne nicht schlagartig.

Hast du statt eines Hochbeets nur Gefäße, lies nach, wie Markerbsen in Kübeln auf dem Balkon gelingen.

Aussaatkalender Markerbsen
GartenkalenderVorkultur: Februar, März; Aussaat: März, April, Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni; Ernte: Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustVorkulturAussaatBlüteErnte

Füllung, Erde und Dünger: Was brauchen Markerbsen im Hochbeet?

Frische Füllung: erst Starkzehrer, dann Erbsen

Die klassische Schichtung aus Reisig, Kompost und Gärtnererde gibt im ersten Jahr reichlich Stickstoff aus organischer Bindung frei. Davon haben vor allem Starkzehrer etwas. Erbsen gehören dagegen zu den Schwachzehrern: Ist der Boden ausreichend versorgt, brauchen sie keinen zusätzlichen Dünger. Säst du Markerbsen ins frisch gefüllte Hochbeet, geht dieser Stickstoff also an eine Kultur, die ihn nicht braucht. Ich gebe das erste Jahr deshalb Starkzehrern und plane die Erbsen für eines der Folgejahre ein.

Erde: locker, humos, ohne Staunässe

Für Markerbsen soll die Erde tiefgründig und humos sein, eine gute Struktur haben und überschüssiges Wasser ablaufen lassen. Staunässe und schwere, nasse Erde hältst du von ihnen fern. Kommt genug Luft an die Wurzeln, hilft das der Stickstoffbindung, und ein höherer Humusanteil hält mehr Wasser im Boden. Gib den Erbsen außerdem das sonnigste Hochbeet: Halbschatten halten sie aus, doch für Blüten und Hülsen zählt die volle Sonne. Was Hülsenfrüchte allgemein an Licht und Erde brauchen, erklärt der Abschnitt Standort und Boden für Hülsenfrüchte.

Dünger: meist keiner

Ob und wie viel Nährstoff das Hochbeet bekommt, entscheidet der Bodenbefund. Zeigt er Bedarf, liegt der Richtwert für Kompost bei 1 bis 3 l/m² pro Jahr. Mineraldünger lässt sich dabei durch Kompost ersetzen. Die Standarduntersuchung im Labor misst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium; lass Magnesium zusätzlich bestimmen. Wiederholen solltest du sie alle 4 bis 5 Jahre. Je nach Bodenart empfiehlt sich für Markerbsen im Freiland ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Kalk streust du nur, wenn die Messung einen niedrigeren pH-Wert zeigt, als für Bodenart und Humusgehalt angemessen ist. Mehr zu Kompost und Nährstoffen für alle Hülsenfrüchte steht im Ratgeber-Abschnitt Düngen.

Gießen: Warum trocknet das Hochbeet schneller aus?

Solange die Saat keimt, bleibt die Erde gleichmäßig feucht, aber ohne stehendes Wasser. Sobald nach der Blüte die Hülsen ansetzen, brauchen Erbsen deutlich mehr Wasser. Im Hochbeet trifft dieser Bedarf auf Erde, die schneller austrocknet als im Bodenbeet, deshalb prüfst du dort ab der Blüte besonders aufmerksam. Den Zeitpunkt zum Gießen verrät dir die Erde selbst, kein fester Plan. Gieß kräftig und direkt an die Stängelbasis statt aufs Laub, weil Feuchtigkeit bei Erbsen den Falschen Mehltau fördert.

Marias Erfahrung

Bevor ich zur Kanne greife, stecke ich einen Finger am Rand und in der Mitte des Hochbeets in die Erde. Ab der Blüte schaue ich dort öfter nach als im Gemüsebeet daneben.

Wie du Markerbsen je nach Boden, Wetter und Wachstumsphase gießt, steht im Beitrag zur Bewässerung.

Aussaat, Rankhilfe und Ernte im Hochbeet

Aussaat

Markerbsen säst du auch im Hochbeet vorzugsweise ab April, das Aussaatfenster reicht bis Mai. Früh säst du erst, wenn die Erde abgetrocknet ist und sich etwas erwärmt hat, und die Oberfläche harkst du vorher feinkrümelig und glatt. Wie du Schritt für Schritt von der Aussaat bis zur Ernte vorgehst, beschreibt die Markerbsen-Anleitung, alle Termine auf einem Blatt bietet der druckbare Aussaatkalender für Hülsenfrüchte.

Eckdaten Markerbse Wert
Aussaat vorzugsweise ab April, bis Mai
Saattiefe 3 bis 4 cm
Abstand in der Reihe 3 bis 5 cm
Reihenabstand 50 cm
Stütze Reisig bei höheren Sorten, gesteckt bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe
Keimtemperatur 12 bis 18 °C
Keimdauer 7 bis 14 Tage
Wuchshöhe 50 bis 80 cm
Kulturdauer 56 bis 91 Tage
Erntezeit Juni bis August

Rankhilfe

Markerbsen wachsen 50 bis 80 cm hoch und klettern mit ihren Ranken, hohe Sorten brauchen deshalb eine Stütze. Im Hochbeet stecke ich dafür unbelaubte Zweige von Sträuchern, sobald die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind. Stangen, Netze und das Hacken für alle Hülsenfrüchte behandelt der Ratgeber-Abschnitt Rankhilfen und Pflege.

Ernte

Du pflückst Markerbsen jung und gehst die Pflanzen mehrmals durch, solange die grünen Kerne noch nicht hart sind. Beim Auslösen rechnest du mit einem Schälverlust von etwa 60 %. Den Überblick, wann Markerbsen übers Jahr gesät und geerntet werden, gibt der Markerbsen-Kalender.

Welche Markerbsen passen ins Hochbeet?

‘Karina’ gilt als Markerbse für Beete und Hochbeete. Bei ‘Style’ halten sich die Pflanzen über ihre Rankenblätter gegenseitig, eine Kletterhilfe entfällt. Die Ernte staffelst du über Sorten verschiedener Reifegruppen besser als über Folgesaaten. ‘Wunder von Kelvedon’ wird früh pflückreif, und ‘Evita’ liefert länger, wenn du sie in mehreren Sätzen säst. Welche Sorte zu deinem Platz und Verwendungszweck passt, zeigt die Sortenübersicht.

Fruchtfolge im Hochbeet: Was kommt vor und nach den Erbsen?

Bis Juni oder Juli stehen die Markerbsen im Hochbeet. Plane deshalb gleich mit, was danach dort wächst. Räumst du die Erbsen früh ab, ist zum Beispiel Platz für Rosenkohl, den du Mitte Juni pflanzt. Ist das Beet erst im Juli leer, setzt du bis Ende des Monats Jungpflanzen von Winterendivien, Zuckerhut, Fenchel oder Chinakohl, vorausgesetzt, ihre Familie passt in deinen Fruchtwechsel.

Nach der Ernte ziehst du die Erbsen nicht mit der Wurzel heraus: Im Boden gelassen, können die Wurzeln ihren gebundenen Stickstoff an die nächste Kultur weitergeben. Weil die Erbsen die Fläche schon im Juni oder Juli räumen, kann eine Nachkultur diesen Stickstoff noch im selben Jahr nutzen.

Vor den Erbsen passen Spinat, Mangold und Rote Bete. Auf dasselbe Beet kommen Erbsen erst nach einer Fruchtwechselpause von 5 Jahren wieder. Weil Bohnen, Erbsen und Klee verwandt sind, lässt du keine davon direkt auf eine andere folgen. Das gilt auch für Gründüngung: Klee, Wicken und Lupinen säst du nicht auf ein Beet, das direkt davor oder danach Erbsen oder Bohnen trägt. Als Gründüngung dazwischen passt Phacelia, weil sie mit keinem gängigen Gemüse verwandt ist.

Mini-Checkliste

Bevor Markerbsen ins Hochbeet kommen, prüfst du diese Punkte:

  • Die Füllung hat ihr erstes Jahr hinter sich.
  • Seit den letzten Erbsen auf diesem Beet ist die Fruchtwechselpause von 5 Jahren um.
  • Direkt davor standen keine Bohnen, Erbsen oder Klee.
  • Für Juni oder Juli ist eine Nachkultur eingeplant.

Weitere Vor- und Nachkulturen für Markerbsen findest du im Beitrag zum Fruchtwechsel. Über mehrere Hochbeete und Jahre behältst du mit dem Beetplaner für deine Hochbeete den Überblick.

Mischkultur und Pflanzenschutz im Hochbeet

Mischkultur

Zu Erbsen passen Salat, Kohlrabi, Möhren und Dill, während Tomaten, Bohnen, Lauch, Knoblauch und Kartoffeln als ungeeignete Partner gelten. Belegen lassen sich solche Nachbarschaftseffekte nur schwer, Mischkultur kann also helfen, verspricht aber nichts. Passende Nachbarn fürs Hochbeet findest du im Mischkultur-Planer für Gemüse, die Grundlagen im Ratgeber-Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.

Krankheiten und Schädlinge

Feuchtes Wetter bei 15 bis 20 °C fördert den Falschen Mehltau, und gelbliche Flecken auf dem Blatt mit grauviolettem Belag darunter können auf ihn hindeuten. Der Erbsenwickler legt seine Eier im Mai und Juni ab, Kulturschutznetze nach der Aussaat können ihn abhalten, verlass dich aber nicht allein darauf. Wie du Krankheiten und Schädlinge an Markerbsen erkennst und vorbeugst, steht im eigenen Beitrag, den Überblick für alle Hülsenfrüchte gibt der Ratgeber-Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

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Häufige Fragen

Welche Vorteile bietet der Anbau von Markerbsen im Hochbeet gegenüber dem normalen Gartenbeet?
Die Erde im Hochbeet wird im Frühjahr schneller warm, weil die Sonne auch auf die Seitenwände scheint. Bei etwa 80 cm Höhe arbeitest du bequem und erreichst die Pflanzen vom Rand aus. Dafür trocknet das Hochbeet schneller aus, und eine frische Füllung liefert im ersten Jahr Stickstoff, den Erbsen nicht brauchen.
Wie bereitet man das Hochbeet optimal für den Anbau von Markerbsen vor?
Die Erde sollte locker, humos und gut durchlässig sein, damit sich kein Wasser staut. Vor der Aussaat harkst du die Oberfläche feinkrümelig und eben. Auf den meisten Böden kommen Erbsen ohne Dünger aus, maßgeblich ist der Bodenbefund. Ein frisch gefülltes Hochbeet überlässt du im ersten Jahr besser Starkzehrern.
Stimmt es, dass Markerbsen besonders viel Dünger benötigen?
Nein. Erbsen zählen zu den Schwachzehrern, auf ausreichend versorgtem Boden düngst du sie gar nicht. Zeigt der Bodenbefund doch Bedarf, liegt der Richtwert bei 1 bis 3 l Kompost je m² und Jahr. Eine frische Hochbeetfüllung gibt im ersten Jahr ohnehin viel Stickstoff ab.
Ab welchem Monat können Markerbsen im Hochbeet ausgesät werden?
Markerbsen säst du vorzugsweise ab April, das Aussaatfenster reicht bis Mai. Früh gesät wird erst, wenn die Erde nicht mehr nass ist und sich schon etwas erwärmt hat; im Hochbeet geht das dank der Sonne auf den Seitenwänden schneller. Wer früh ernten möchte, zieht frühe Erbsensorten ab Februar oder März in Töpfen vor und setzt sie später ins Beet.
Warum sind Rankhilfen bei Markerbsen wichtig und welche Arten gibt es?
Markerbsen erreichen 50 bis 80 cm Höhe und klettern mit Ranken, deshalb brauchen hohe Sorten eine Stütze. Eine einfache Stütze ist Reisig aus unbelaubten Strauchzweigen, du steckst es, sobald die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind. Eine Ausnahme ist 'Style': Die Pflanzen dieser Sorte stützen sich über die Rankenblätter gegenseitig und kommen ohne Kletterhilfe aus.
Wie erstellt man einen optimalen Bewässerungsplan für Markerbsen im Hochbeet?
Einen festen Plan brauchst du nicht: Ob gegossen wird, zeigt dir der Finger in der Erde. Beachte, dass ein Hochbeet schneller austrocknet als ein Bodenbeet und Erbsen nach der Blüte deutlich mehr Wasser brauchen. Das Wasser gibst du kräftig an die Stängelbasis statt aufs Laub, weil Feuchtigkeit bei Erbsen den Falschen Mehltau fördert.
Welche Schritte sind bei der Anlage einer Mischkultur mit Markerbsen zu beachten?
Gute Nachbarn für Erbsen sind Salat, Kohlrabi, Möhren und Dill; Tomaten, Bohnen, Lauch, Knoblauch und Kartoffeln gelten als ungeeignet. Rechne mit der Größe, die jede Pflanze am Ende erreicht, und hol schnell wachsende Zwischenkulturen heraus, bevor sie den Erbsen den Platz nehmen. Wie stark sich Nachbarn gegenseitig beeinflussen, ist schwer nachzuweisen; Mischkultur kann unterstützen, garantiert aber nichts.
Woran erkennt man den optimalen Erntezeitpunkt bei Markerbsen?
Pflück Markerbsen, solange die grünen Kerne noch weich sind. Geh die Pflanzen mehrmals durch, statt alles auf einmal abzuernten. Die Erntezeit der Markerbsen liegt zwischen Juni und August.
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