Krankheiten an Schal-, Mark- und Zuckererbsen erkennen und behandeln
- Grauschimmel kann bei Erbsen an welken Blüten mit hellbraunen Faulstellen beginnen und bei Nässe auf Blätter, Stängel und Hülsen übergreifen.
- Vergilbung von unten und Welke trotz feuchter Erde können auf Fusarium oder andere Fußkrankheiten hindeuten, die nasse, verdichtete Böden begünstigen.
- Mosaikmuster, gekrümmte Blätter und missgebildete Hülsen können auf Virosen hindeuten, die Blattläuse übertragen können.
- Kaliummangel, Hitze und Staunässe können ähnliche Bilder erzeugen, deshalb braucht eine sichere Diagnose manchmal ein Labor.
- Befallenes Material gehört in den Haus- oder Biomüll, und für Erbsen gilt eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren.

Wenn an meinen Erbsen Blüten faulen oder die unteren Blätter gelb werden, denke ich nicht sofort an eine Krankheit. Ich prüfe zuerst Boden, Wasser und Wetter, denn Hitze, Nässe und Nährstoffmangel können sehr ähnliche Bilder erzeugen. Erst danach suche ich nach einem Erreger.
In diesem Ratgeber geht es um Grauschimmel, Fusarium-Welke und Virosen an Schal-, Mark- und Zuckererbsen. Du erfährst, woran du sie erkennst, was du tun kannst und wie du sie von Schäden durch Wetter und Boden unterscheidest.
Schal-, Mark- oder Zuckererbse: gleiche Erreger, andere Ernte
Schalerbsen werden manchmal Zuckererbsen genannt, doch das stimmt nicht. Bei Gartenerbsen unterscheidet man 3 Nutzungsgruppen, und jede erntest du anders.
| Nutzungsgruppe | Was du erntest |
|---|---|
| Schalerbse, auch Palerbse genannt | junge grüne Kerne für die Frischküche, ausgereift auch Trockensamen |
| Markerbse | frische Kerne aus der Hülse |
| Zuckererbse | die junge Hülse samt kleinen Samen |
Die Hülse der Schalerbse isst du nicht, du löst die Kerne heraus. Zuckererbsen bilden dagegen keine Pergamentschicht in der Hülse, deshalb isst du bei ihnen die ganze Hülse. Verwechsle Schalerbsen auch nicht mit Schälerbsen aus dem Handel. Das sind getrocknete Erbsen, deren Samenschale maschinell entfernt wurde.
Die Erreger sind bei allen drei Gruppen dieselben. Schal-, Mark- und Zuckererbsen gehören zur Art Pisum sativum, deshalb gelten die Schadbilder in diesem Ratgeber für jede von ihnen. Hier geht es nur um kranke Pflanzen. Wie du Schalerbsen vom Standort bis zur Rankhilfe anbaust, erkläre ich in einem eigenen Ratgeber.
Schadbild lesen: was du siehst und was dahinterstecken kann
Symptome sind Hinweise, keine Diagnosen. Vergilbung und Welke lassen häufig keinen eindeutigen Schluss auf einen Erreger zu, weil auch abiotische Schäden infrage kommen. Manchmal bringt erst eine Laboruntersuchung Gewissheit.
Abiotisch heißt, dass kein Lebewesen den Schaden verursacht. Dahinter stecken dann Hitze, Frost, Nässe, Trockenheit oder ein Nährstoffmangel und kein Pilz, kein Bakterium und kein Virus.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was du als Nächstes prüfst |
|---|---|---|
| Welke Blüten mit hellbraunen Faulstellen, bei Nässe auch Befall an Blättern, Stängeln und Hülsen | Grauschimmel | wie lange das Laub nass bleibt und wie dicht der Bestand steht |
| Untere Blätter vergilben, die Pflanze welkt trotz feuchter Erde | Fusarium-Welke oder eine andere Fuß- und Wurzelkrankheit | Stängel längs aufschneiden, Boden auf Nässe und Verdichtung prüfen |
| Mosaik aus hellen und dunklen Flecken, gekrümmte Blätter, missgebildete Hülsen | Virose | Triebspitzen und Blütenstände nach Blattläusen absuchen |
| Weißlicher, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite oder grauvioletter Belag unter gelblichen Flecken | Echter oder Falscher Mehltau | Belag abwischen, Blatt umdrehen |
| Welke trotz Wasser, Vergilbung an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter | Kaliummangel | Bodenuntersuchung |
| Weniger Blüten nach heißen Tagen | Hitze über 30 °C | Hitzestau unter Vlies oder Folie |
| Topfpflanze welkt in der Hitze, die Erde ist feucht | Hitzewelke | Feuchte unter der Oberfläche prüfen, bevor du gießt |
Kaliummangel kann eine Pflanze trotz guter Wasserversorgung welken lassen, und im Topf tut Hitze das selbst bei feuchter Erde. Welke bei feuchtem Boden beweist also noch keine Fusarium-Welke.
Grauschimmel: wenn Blüten und Hülsen faulen
So erkennst du Grauschimmel
Grauschimmel wird durch den Pilz Botrytis cinerea ausgelöst. Bei Erbsen kann er an welken Blüten beginnen, die zuerst hellbraune Fäulnisflecken zeigen. Unter feuchten Bedingungen greift er auf weitere Pflanzenteile über, also auf Blätter, Stängel und Hülsen. Später überzieht ein grauer bis graubrauner, pelziger Belag die Stellen, und das Gewebe wird weich und faulig. Oft setzt der Pilz auch an verletzten oder abgestorbenen Pflanzenteilen an.
Wann er sich ausbreitet
Grauschimmel braucht Feuchtigkeit. Regenphasen, hohe Luftfeuchte und ein dichter, schlecht belüfteter Bestand können seine Ausbreitung fördern. Befallene Hülsen sind für die Küche verloren. Gerät eine befallene Hülse mit in die Aufbewahrung, kann sie dort weiterfaulen.
Weil der Befall an welken Blüten beginnen kann und Nässe ihn übergreifen lässt, schaust du in Regenphasen zuerst auf die verblühten Blüten an den Hülsenansätzen.
Was du tun kannst
- Schneide befallene Blüten, Blätter und Hülsen heraus und entsorge sie im Haus- oder Biomüll.
- Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich, damit das Laub nicht unnötig nass wird.
- Halte die Abstände ein, die für deine Sorte angegeben sind, damit der Bestand nicht zu dicht wird.
- Sortiere beim Pflücken jede Hülse mit Faulstelle aus.
Bei Dauerregen gehe ich die Reihen gezielt ab und schaue mir die Hülsenansätze an, an denen noch alte Blütenblätter kleben. Braune, matschige Reste zupfe ich ab und werfe sie in den Biomüll, nicht auf den Kompost.
Fusarium-Welke und andere Fußkrankheiten
Die ersten Anzeichen
Die Fusarium-Welke beginnt meist unauffällig. Zuerst vergilben die unteren Blätter, dann wandert die Verfärbung langsam nach oben. Die Pflanze bleibt im Wuchs zurück und welkt, obwohl die Erde feucht ist. Später können sich Blätter und Stängel bräunlich verfärben, und die ganze Pflanze kann absterben.
Bei einer Pflanze, die ich ohnehin herausnehme, schneide ich den Stängel knapp über dem Boden längs auf. Bräunlich verfärbte Leitungsbahnen im Inneren können auf eine Welkekrankheit hindeuten. Sicher ist das nicht, denn Wurzel- und Fußkrankheiten der Erbse können durch unterschiedliche Erreger entstehen, darunter FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault., Pythium und Aphanomyces. Welcher dahintersteckt, klärt im Zweifel eine Laboruntersuchung.
Was die Welke begünstigt
Der Pilz überdauert im Boden und dringt über die Wurzeln in die Pflanze ein. In den Leitungsbahnen stört er die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Nasse, verdichtete Böden begünstigen Wurzel- und Fußkrankheiten. Dazu kommt die Anbaugeschichte des Beets: Der wiederholte Anbau derselben Pflanzenfamilie kann bodenbürtige Krankheiten vermehren und den Wuchs schwächen.
Was du jetzt und in den nächsten Jahren tun kannst
Eine Pflanze mit Fusarium-Welke lässt sich meist nicht mehr retten. Zeigt sie das Bild eindeutig, nimm sie samt Wurzeln heraus und entsorge sie im Haus- oder Biomüll. Was du sonst tun kannst, betrifft vor allem die kommenden Jahre.
Für Erbsen gilt eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 5 Jahren. Zur Vorbeugung von Fußkrankheiten werden auch Anbaupausen von 4 bis 5 Jahren beziehungsweise 6 bis 7 Jahren genannt. Säst du zusätzlich Leguminosen als Gründüngung, wird für Erbsen eher ein Abstand von 6 Jahren empfohlen.
Klee, Wicke und Lupine gehören als Gründüngung zur selben Familie wie Erbsen und Bohnen. Säst du sie zwischen zwei Erbsenjahren aufs Beet, verkürzt du also die Pause, die bodenbürtigen Krankheiten vorbeugen soll. Auch Erbsen und Bohnen sollen nicht unmittelbar aufeinander folgen. Als Vorgänger eignen sich Spinat, Mangold und Rote Bete. Damit du den Überblick behältst, kannst du deine Beete über mehrere Jahre im Beetplaner festhalten.
Weitere Punkte zur Vorbeugung:
- Wähle Sorten mit ResistenzResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. gegen Fusarium-Welke. Bei Zuckererbsen werden Norli und Delikett so beschrieben, bei Markerbsen Vitara. Bei Schalerbsen prüfst du die Sortenbeschreibung auf solche Angaben. Resistenz kann das Risiko senken, den Fruchtwechsel ersetzt sie nicht.
- Säe gesundes Saatgut. Zusammen mit einer weit gestellten Fruchtfolge hilft es, Krankheiten an Erbsen zu begrenzen.
- Meide schwere, nasse Böden mit Staunässe und lockere verdichtete Stellen vor der Aussaat.
Virosen: Mosaik, gekrümmte Blätter, verformte Hülsen
Woran du eine Virose erkennst
Viruskrankheiten können an Erbsen mosaikartige Muster aus hellen und dunklen Flecken verursachen. Dazu kommen gekrümmte Blätter und missgebildete Hülsen, und die Pflanze kann im Wuchs zurückbleiben. Ein Mosaik ist aber nur ein Hinweis. Auch Kaliummangel kann Vergilbungen zwischen den Blattadern erzeugen. Für eine sichere Diagnose kann eine Laboruntersuchung nötig sein.
Was du tun kannst
Gegen ein Virus in der Pflanze gibt es keine Behandlung. Zeigen neue Triebe und Hülsen das Muster deutlich, nehme ich die Pflanze heraus. Die Pflanze kommt in den Haus- oder Biomüll, damit sie nicht länger als Quelle im Beet steht.
Stecke neben eine verdächtige Pflanze einen Stab. So findest du sie beim nächsten Kontrollgang wieder und siehst, ob sich das Muster an neuen Trieben fortsetzt.
Blattläuse können Viren an Erbsen übertragen, sie saugen bevorzugt an Triebspitzen, jungen Trieben und Blütenständen. Beginnende Kolonien spritzt du zunächst mit einem kräftigen Wasserstrahl ab. Wie du Erbsen ohne Chemie vor Blattläusen und Erbsenwickler schützt, auch mit Kulturschutznetzen, liest du in einem eigenen Beitrag.
Vielfalt im Garten
Vielfältig bepflanzte und strukturierte Gärten bieten natürlichen Blattlausgegnern Lebensraum, etwa Marienkäfern sowie Florfliegen- und SchwebfliegenlarvenSchwebfliegenlarven sind die Larven der Schwebfliegen und zählen zu den wirksamsten natürlichen Gegenspielern der Blattläuse im Garten. Sie fressen alle Blattlausstadien und gehören auch zu den natürlichen Feinden verschiedener Milben.. Laub- und Totholzhaufen dienen Marienkäfern als Winterquartier, Blühflächen versorgen erwachsene Schwebfliegen mit Nahrung. Weil Blattläuse Viren übertragen können und ihre Gegenspieler den Befall begrenzen, kann ein vielfältiger Garten das Virusrisiko senken. Eine Garantie ist das nicht. Blühender Dill bietet Insekten Nahrung und passt als Mischkulturpartner zu Erbsen, auch wenn sich Nachbarschaftseffekte im Beet schwer nachweisen lassen. Welche Gemüse sonst als Nachbarn infrage kommen, zeigt dir der Mischkultur-Planer.
Krank oder gestresst? Abiotische Schäden abgrenzen
Nicht jede Verfärbung ist eine Krankheit. Wetter, Wasser und Boden können Erbsen so schwächen, dass sie krank aussehen.
Nährstoffe und Boden
Kaliummangel kann sich durch Welke trotz Wasserversorgung zeigen. Dazu kommen Vergilbungen an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter. Kälte, Staunässe, Trockenheit oder Verdichtung können die Phosphataufnahme hemmen, obwohl der Boden genug Phosphor enthält. Zusätzlicher Phosphor behebt diese Ursache nicht. Staunässe hemmt also die Phosphataufnahme, und nasse, verdichtete Böden begünstigen zugleich Fußkrankheiten. Ein nasser Standort schadet Erbsen damit doppelt.
Gelbe Erbsenblätter bedeuten nicht automatisch Stickstoffmangel. Erbsen brauchen in der Regel keine Stickstoffgabe, weil KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. an ihren Wurzeln Luftstickstoff binden. Vergilbte Blätter können auch von Wurzel-, Fuß- oder Welkekrankheiten kommen, die zu feuchte und verdichtete Standorte begünstigen. Prüf deshalb erst den Boden, bevor du düngst.
Was wirklich fehlt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Im Hausgarten empfiehlt sich etwa alle 4 bis 5 Jahre eine Untersuchung auf Phosphor, Kalium und pH-Wert. Lass dabei auch Magnesium bestimmen. Für Schalerbsen im Freiland wird je nach Bodenart ein pH-Bereich von 6,5 bis 7,5 empfohlen.
Hitze, Kälte und Trockenheit
Bei Temperaturen über 30 °C bilden Erbsen weniger Blüten. Unter Vlies oder Folie kann sich die Hitze stauen. Steigen die Temperaturen stark, nimm die Abdeckung an einem trüben oder regnerischen Tag ab, damit die Pflanzen nicht abrupt der Sonne ausgesetzt sind. Im Topf können Erbsen in der Hitze welken, obwohl die Erde feucht ist. Prüf dort die Feuchte unter der Oberfläche, bevor du nachgießt.
Mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf von Erbsen stark an. Fehlt dann Wasser, können die Blattränder braun werden. Nach einem Spätfrost können junge Blätter verkrüppeln. Ich notiere mir Hitzetage, Frostnächte und lange Regenphasen, damit ich Schäden später zeitlich zuordnen kann.
Temperatur, Feuchtigkeit und Wetterextreme
Temperatur und Feuchtigkeit entscheiden mit, ob sich ein Erreger ausbreitet. Lange Regenphasen und hohe Luftfeuchte können Grauschimmel fördern, der dann von welken Blüten auf die Hülsen übergreift. Wo sich nach Starkregen Wasser staut, steigt das Risiko für Wurzel- und Fußkrankheiten, weil nasse, verdichtete Böden sie begünstigen. Trockenphasen setzen die Pflanzen dagegen unter Stress, besonders wenn der Wasserbedarf nach der Blüte steigt. Eine organische Mulchauflage verringert die Verdunstung aus dem Boden und dessen Aufheizung.
Echter und Falscher Mehltau: kurz abgegrenzt
Falscher Mehltau durch Peronospora viciae zeigt gelbliche Flecken auf der Blattoberseite und darunter einen grauvioletten Belag, begünstigt durch Feuchtigkeit bei 15 bis 20 °C. Echter Mehltau bildet dagegen einen weißen, abwischbaren Belag und wird durch warme Tage mit nächtlichem Tau begünstigt. Wie du Echten und Falschen Mehltau an Markerbsen erkennst und eindämmst, steht bei den Markerbsen.
Wachsam sein: mein Kontrollgang
Mein Kontrollgang richtet sich nach dem Wetter. Nach Regenphasen, in feuchtwarmem Wetter und nach Hitzetagen schaue ich besonders genau hin.
Darauf achte ich beim Kontrollgang.
- Blattoberseiten: Flecken, Beläge, Mosaik
- Blattunterseiten: Ich drehe einzelne Blätter um und suche nach Belag.
- Triebspitzen und Blütenstände: Blattlauskolonien
- Verblühte Blüten und Hülsenansätze: hellbraune Faulstellen
- Untere Blätter und Stängelbasis: Vergilbung, Welke, Verfärbung
- Hülsen: Faulstellen und Verformungen
Habe ich einen Verdacht, gehe ich so vor:
- Befallene Teile schneide ich heraus und entsorge sie im Haus- oder Biomüll.
- Ich prüfe Boden, Wasser und Wetter, bevor ich auf einen Erreger schließe.
- Verdächtige Stellen fotografiere ich, damit ich die Entwicklung vergleichen kann.
- Bleibt die Ursache unklar, frage ich bei einer Gartenberatung nach. Bei Welke und Vergilbung kann eine Laboruntersuchung nötig sein.
Gartenhygiene: wohin mit kranken Pflanzen
Befallenes Pflanzenmaterial gehört in den Haus- oder Biomüll. Ein Gartenkompost erreicht die Temperaturen, die Erreger abtöten, womöglich nicht. Schere und Messer reinige ich, nachdem ich an kranken Pflanzen geschnitten habe.
Kranke Erbsenranken landen am Saisonende auf dem Kompost. Erreicht er die nötigen Temperaturen nicht, können die Erreger mit dem Kompost zurück ins Beet gelangen.
Gesunde Erbsenwurzeln können nach der Ernte im Boden bleiben, damit ihr gebundener Stickstoff der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. zugutekommt. Bei Welkekrankheiten nimmst du die Wurzeln dagegen mit heraus, denn über sie dringt der Erreger ein. Im Kübel ersetzt du Erde, in der Pflanzen an Wurzelfäule erkrankt sind. Frisch eingesetzte, krankheitsfreie Erde aus dem Vorjahr kannst du dagegen erneut nutzen. Für eigenes Saatgut wählst du nur gesunde Pflanzen aus.
Brühen und Hausmittel: was man ihnen nachsagt
SchachtelhalmbrüheSchachtelhalmbrühe ist ein gekochter Auszug aus Ackerschachtelhalm. Die gelöste Kieselsäure soll das äußere Zellgewebe der Pflanzen festigen; die Brühe wird vorbeugend gegen Pilzkrankheiten an Obst und Gemüse gesprüht. gilt unter Gärtnern als Stärkung gegen Pilze. Man sagt ihr nach, dass die Kieselsäure des Schachtelhalms das Blattgewebe festigt. KompostteeKomposttee ist ein flüssiger Auszug aus Kompost: Ein Stoffbeutel mit Kompost hängt 3 bis 24 Stunden im Gießwasser. Der Tee enthält gelöste Nährstoffe und Mikroorganismen und wird zum Düngen und Stärken gegossen oder gesprüht. soll nützliche Mikroorganismen im Boden fördern. Solche Stärkung dient der allgemeinen Gesunderhaltung und dem Schutz vor Stress. Mit einer gezielten Behandlung von Grauschimmel, Fusarium-Welke oder einem Virus ist sie nicht gleichzusetzen. Eine Brühe ersetzt also weder das Entfernen befallener Teile noch den Fruchtwechsel. Bei kranken Erbsen setze ich deshalb auf Hygiene, Standort und Fruchtfolge.
Chemie nur als letztes Mittel
Chemische Mittel kommen für mich erst infrage, wenn Vorbeugung und Handarbeit ausgeschöpft sind und die Ursache geklärt ist. Im Haus- und Kleingarten darfst du nur Pflanzenschutzmittel einsetzen, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind. Halte dich dabei genau an die Gebrauchsanweisung, trag Schutzkleidung und beachte die Wartezeit bis zur Ernte. Reste entsorgst du so, wie es die Gebrauchsanweisung vorgibt, und bedenke, dass ein Mittel auch Nützlinge treffen kann. Wie du Hülsenfrüchte vorbeugend vor Krankheiten und Schädlingen schützt, fasse ich im Hülsenfrüchte-Ratgeber zusammen.
Vorsorge im Beet: Standort, Gießen, Düngen
Vorbeugung beginnt beim Standort. Erbsen brauchen einen sonnigen Platz und einen tiefgründigen, humosen Boden mit gutem Wasserabzug, schwere und nasse Böden mit Staunässe meidest du.
Beim Gießen zählt die Gleichmäßigkeit. Zur Keimung und von der Blüte bis zur Kornbildung brauchen Erbsen eine kontinuierliche Wasserversorgung. Ob Wasser fehlt, prüfst du vor dem Gießen mit dem Finger in der Erde.
Düngen musst du Erbsen in den meisten Böden nicht. Richte die Nährstoffversorgung am Bodenbefund aus, Kompost kann dabei Mineraldüngung ersetzen. Mehr zu Standort, Gießen und Düngen steht im oben verlinkten Hülsenfrüchte-Ratgeber.




