Mischkultur mit Sojabohnen: gute und schlechte Nachbarn für Edamame
- Edamame wachsen ähnlich wie Buschbohnen und brauchen keine Stütze, auch nicht vom Mais.
- Soja braucht Sonne: Mais und Sonnenblumen so setzen, dass ihr Schatten nicht auf die Sojareihen fällt.
- Tomaten und Paprika getrennt düngen, denn eine Stickstoff-Startdüngung kann bei Soja die Knöllchenbildung behindern.
- Getreide passt zeitlich: Wintergetreide als Vorfrucht, Winterroggen nach der Ernte als Grüneinsaat.
- Erbsen, Bohnen und andere Hülsenfrüchte nicht direkt neben Soja setzen, Fenchel ebenfalls nicht.
- Sonnenblumen, Kartoffeln und Kopfsalat teilen mit Soja die Sklerotinia-Anfälligkeit und zählen in ihrer Fruchtfolge mit.

Edamame entwickeln sich in der Jugend langsam und reagieren in dieser Zeit empfindlich auf Unkraut. Ein Nachbar, der früh Licht und Platz beansprucht, trifft sie deshalb genau in ihrer empfindlichsten Phase. Wenn ich Soja ins Beet plane, prüfe ich darum bei jedem Partner zuerst Schatten, Platz und Düngung. Die kurze Antwort: Mais, Sonnenblumen, Tomaten und Paprika können neben Soja stehen, wenn diese Punkte stimmen. Erbsen, Bohnen und Fenchel gehören nicht direkt daneben.
Edamame sind Sojabohnen, die grün geerntet werden. Die Körner sind dann ausgewachsen und weich, die Hülsen noch grün. Im Beet wachsen Edamame ähnlich wie Buschbohnen, also kompakt und ohne Kletterstütze.
Vorab ehrlich: Günstige und ungünstige Nachbarschaften zwischen Gemüsearten sind schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte widersprechen sich häufig. Standort und Pflege bestimmen mit, wie gut eine Kombination funktioniert. Ich plane Soja-Nachbarn deshalb nach dem, was sich an der Pflanze festmachen lässt: Licht, Platz, Düngung und Fruchtfolge. Mischkultur kann die Soja unterstützen, eine Ertragsgarantie ist sie nicht.
Gute und schlechte Nachbarn für Edamame auf einen Blick
| Nachbar | Neben Soja? | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Mais | ja, in eigenen Reihen | keine Stütze nötig; so setzen, dass sein Schatten nicht auf die Soja fällt |
| Sonnenblumen | ja, mit Abstand | Schatten vermeiden; zählen wegen Sklerotinia in der Fruchtfolge der Soja mit |
| Tomaten, Paprika | ja, in eigenen Reihen | getrennt düngen, keinen Stickstoff über die Sojareihe |
| Dill | ja, in eigener Reihe | Blüten bieten Insekten Nahrung und können Schwebfliegen fördern |
| Wintergetreide, Winterroggen | vor und nach der Soja | Wintergetreide als Vorfrucht, Winterroggen im Oktober nach der Ernte |
| Spinat, Mangold, Rote Bete | als Vorgänger | gelten als geeignete Vorgängerkulturen für Hülsenfrüchte |
| Feldsalat, Spinat | als NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. | im September säen, wenn die Fruchtfolge passt |
| Kürbis | mit Vorbehalt | breitet sich weit aus und kann die langsam startende Soja bedrängen |
| Kartoffeln, Kopfsalat | mit Vorbehalt | teilen die Sklerotinia-Anfälligkeit, Fruchtfolge beachten |
| Erbsen, Bohnen, andere Hülsenfrüchte | nein | gleiche Pflanzenfamilie, nicht direkt nebeneinander |
| Fenchel | nein | bei Bohnen nicht für die direkte Mischkultur empfohlen |
Bevor ein Partner neben die Soja kommt, gehe ich diese Fragen durch. Wirft er Schatten auf die Sojareihen? Wird er größer, als ihm im Beet Platz bleibt? Braucht er Stickstoffdünger? Ist er selbst eine Hülsenfrucht? Zählt er wegen Sklerotinia in der Fruchtfolge der Soja mit?
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenreaktion
Geeignet sind Böden mit pH 6,5-7,0.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 3-4 cm tief säen.
Was Soja von ihren Nachbarn braucht
Sonne. Soja braucht einen sonnigen Platz. Hohe Nachbarn setzt du so, dass ihr Schatten nicht auf die Sojareihen fällt. Eine Unterpflanzung zwischen hohen Tomaten oder im Schatten von Mais ist für Soja deshalb der falsche Platz.
Platz. In einer Mischkultur muss jede Art bis zu ihrer endgültigen Größe genug Platz behalten, damit Nachbarn sie nicht bedrängen. Eine kurzlebige ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. erntest du, bevor sie die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. bedrängt. Weil Soja sich in der Jugend langsam entwickelt, achte ich in dieser Zeit besonders auf Abstand.
Ich gebe jeder Kultur im Soja-Beet eine eigene Reihe. Beim Hacken sehe ich dann gleich, ob ein Nachbar schon über die jungen Sojapflanzen wächst, und nehme ihn zurück.
Stickstoff. Bei funktionierender Knöllchensymbiose braucht Soja keine Stickstoffdüngung, die übrigen Nährstoffe aber bedarfsgerecht. Eine Stickstoff-Startdüngung soll unterbleiben, weil sie die Knöllchenbildung behindern kann. Die passenden Knöllchenbakterien fehlen in heimischen Böden normalerweise, deshalb wird Sojasaatgut vor der Aussaat geimpft. Die Stickstoffregel hängt also am geimpften Saatgut: Wer ungeimpft sät, kann sich nicht darauf verlassen, dass die Symbiose funktioniert.
Fruchtfolge. Soja gehört zu den Hülsenfrüchtlern und braucht auf derselben Fläche eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 5 Jahren. Wegen gemeinsamer Anfälligkeit für Sklerotinia zählen in ihrer Fruchtfolge auch Raps, Sonnenblumen, Kartoffeln, Kopfsalat und Klee mit.
Boden. Soja mag leicht erwärmbare Erde mit lockerer Struktur, günstig ist ein schwach saurer bis neutraler pH von 6,5 bis 7,0. Staunässe vertragen Hülsenfrüchte nicht. Wie du Standort und Boden vorbereitest, steht im Abschnitt Standort und Boden für Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte.
Soja im Beet: die Maße für deine Planung
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Aussaat | Mai bis Juni; Edamame auf warmem Boden in mehreren Sätzen bis Anfang Juli |
| Bodentemperatur in Saattiefe | mindestens 10 °C |
| Saattiefe | 3 bis 4 cm |
| Abstand in der Reihe | 8 bis 40 cm |
| Reihenabstand | 30 bis 40 cm |
| Edamame im Gartenbeet | 3 Reihen auf 1,20 m Beetbreite, 8 cm Kornabstand in der Reihe |
| Wuchs | ähnlich wie Buschbohnen, ohne Stütze; 40 bis 80 cm hoch, 30 bis 40 cm breit |
| Kulturdauer | 90 bis 98 Tage |
| Ernte | August bis September |
| Fruchtwechselpause | 5 Jahre |
Gute Nachbarn für Soja
Mais: Nachbar ja, Stütze nein
In einer Milpa übernimmt Mais die Rolle der Rankhilfe für Stangenbohnen. Edamame wachsen dagegen ähnlich wie Buschbohnen, und Buschbohnen kommen ohne Kletterstütze aus. Der Grund, Mais als Stütze neben die Soja zu setzen und ihm dafür einen Vorsprung zu geben, fällt damit weg.
Als Nachbar kann Mais trotzdem passen, denn für Gartenbohnen gilt er als möglicher Mischkulturpartner. Ich plane Soja hier wie eine Buschbohne und gebe dem Mais eigene Reihen am Nordrand des Beets. So fällt sein Schatten nicht auf die Soja. Wie Mais als lebende Rankhilfe funktioniert, liest du bei den Begleitpflanzen, die Stangenbohnen fördern.
Getreide: vor und nach der Soja
Getreide passt vor allem zeitlich zur Soja. Wintergetreide gilt als stickstoffzehrende Vorfrucht, die sich für Soja eignet. Geerntet wird Soja im August oder September, und Winterroggen lässt sich auf abgeernteten Gemüsebeeten noch im Oktober als GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. säen. Das Getreide kann der Soja also direkt folgen, und als überwinternde Gründüngung bedeckt der Roggen das Beet über den Winter.
Zwischen die Sojareihen säe ich kein Getreide, denn neben der langsam startenden Soja soll dort nichts dicht aufwachsen. Soja direkt in gewalzten Roggen zu säen, schnitt in Feldversuchen schlechter ab als die Mulchsaat.
Sonnenblumen: Blüten für Nützlinge, aber mit Abstand
Korb- und DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. können Schwebfliegen fördern, deren Larven Blattläuse fressen. Die Sonnenblume ist ein KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen. und bringt damit Blüten für diese Nützlinge ins Soja-Beet. Als Stütze braucht die Soja sie so wenig wie den Mais. Weil Soja Sonne braucht, setze ich Sonnenblumen an den Nordrand des Beets.
Sonnenblumen sind wie Soja anfällig für Sklerotinia und zählen deshalb in der Fruchtfolge der Soja mit. Stehen beide im selben Beet, trägt diese Fläche zwei anfällige Kulturen auf einmal. Ich markiere solche Flächen im Beetplaner für deine Beete, damit ich später weiß, wo Sklerotinia-anfällige Kulturen standen.
Tomaten und Paprika: eigene Reihen, eigene Düngung
Tomaten und Paprika setze ich neben der Soja in eigene Reihen, damit jede Kultur ihre eigene Düngung bekommen kann. In einem Mischbeet müssen die unterschiedlichen Nährstoffansprüche der Kulturen berücksichtigt werden. Braucht das Tomatenbeet Stickstoff, gebe ich ihn gezielt an die Tomaten und lasse die Sojareihe aus. Soja als Unterpflanzung zwischen hohen Tomaten setze ich nicht, weil sie einen sonnigen Platz braucht.
Das ganze Mischbeet bekommt Hornspäne, obwohl sie nur für die Tomaten gedacht sind. Hornspäne sind Stickstoffdünger, und eine Stickstoff-Startdüngung kann bei Soja die Knöllchenbildung behindern.
„Die Soja düngt Tomaten und Paprika mit.“ Knöllchenbakterien binden Luftstickstoff und machen ihn für ihre Wirtspflanze nutzbar, also für die Soja. Bleiben die Wurzeln nach der Ernte im Boden, erhalten sie Stickstoff und organische Substanz für die Kultur, die danach auf dem Beet steht. Mit Stickstoff für die Tomate nebenan rechne ich deshalb nicht, eher kann die Folgekultur davon profitieren.
Dill und andere Blüher
Blühender Dill bietet Insekten Nahrung und ergänzt das Blütenangebot im Gemüsegarten. Als Doldenblütler kann er Schwebfliegen fördern, deren Larven zu den Blattlausgegnern gehören. Vielfältig bepflanzte Gärten bieten solchen Gegenspielern Lebensraum, auch Marienkäfern und FlorfliegenlarvenFlorfliegenlarven sind die räuberischen Larven der zarten, hellgrünen Florfliege. Mit langen Saugzangen saugen sie Blattläuse, Spinnmilben, Thripse und andere Kleininsekten aus und gelten deshalb im Garten als wichtige Nützlinge.. Ich säe Dill in eine eigene Reihe neben die Soja.
Basilikum soll neben Soja Schädlinge vertreiben und sogar das Aroma der Bohnen verbessern. Solche Nachbarschaftswirkungen sind schwer nachzuweisen. Wenn Basilikum bei mir ins Soja-Beet kommt, dann als Küchenkraut und nicht als Pflanzenschutz.
Vorgänger und Nachsaat
Soja wird von Mai bis Juni gesät und im August oder September geerntet. Spinat, Mangold und Rote Bete gelten als geeignete Vorgängerkulturen für Hülsenfrüchte. Im September lassen sich auf spät geräumten Beeten noch Feldsalat und Spinat säen, sofern die Fruchtfolge passt.
Zwischen die Sojareihen kommt bei mir nur, was ich ernte, bevor es die Soja bedrängt. Bei Erbsen kann eine Reihe Radieschen zwischen zwei Reihen stehen. Mit Soja halte ich es genauso und ziehe die Radieschen, bevor die Soja in die Breite geht.
Nachbarn mit Vorbehalt
Kürbis
Kürbis gilt bei Gartenbohnen als möglicher Mischkulturpartner, braucht aber viel Fläche. Für den Maya-Mix aus Zuckermais, Stangenbohnen und Kürbis werden wegen der Kürbisausbreitung nach Möglichkeit etwa 10 m² empfohlen. Weil Soja sich in der Jugend langsam entwickelt, kann ihr ein Kürbis, der sich über das Beet legt, genau dann Licht und Platz nehmen. Ich setze Kürbis deshalb nur an den Rand großer Beete und lenke seine Triebe von der Soja weg.
Kartoffeln und Kopfsalat
Kartoffeln gelten bei Gartenbohnen als mögliche Mischkulturpartner, und Salat kann dort die Lücken zwischen den Pflanzen nutzen. Bei Soja kommt ein Punkt dazu: Beide teilen mit ihr die Anfälligkeit für Sklerotinia und zählen in ihrer Fruchtfolge mit. Wie bei den Sonnenblumen halte ich im Beetplan fest, wo sie neben der Soja standen.
Schlechte Nachbarn für Soja
Erbsen, Bohnen und andere Hülsenfrüchte
Erbsen und Bohnen gehören zur selben Pflanzenfamilie und sollen im Gemüsegarten weder direkt nacheinander noch direkt nebeneinander stehen. Soja zählt ebenfalls zu den Hülsenfrüchtlern, deshalb halte ich andere Hülsenfrüchte aus ihrer direkten Nachbarschaft heraus. Wie Fruchtfolge und Mischkultur unter Hülsenfrüchten zusammenhängen, erklärt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im gleichnamigen Abschnitt.
Fenchel
Fenchel wird für die unmittelbare Mischkultur mit Bohnen nicht empfohlen. Weil Edamame ähnlich wachsen wie Buschbohnen, halte ich ihn auch von der Soja fern. Eine eigene Begründung für Soja habe ich nicht, ich folge hier der Empfehlung für Bohnen.
Für die Planung hilft dir auch der Beitrag über gute und schlechte Nachbarn der Buschbohne, denn Edamame wachsen ähnlich.
Das Soja-Mischbeet planen
Für die Planung zählen Endgröße, Erntezeit und Nährstoffbedarf jeder Kultur im Beet. Welche Paare grundsätzlich zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer für Gemüsenachbarn. Die Saattermine aller Hülsenfrüchte hast du mit dem Aussaatkalender für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken auf einem Blatt.


