Brokkoli-Krankheiten erkennen und behandeln: Flecken, Welke und Fäule richtig deuten
- Welkende Brokkolipflanzen mit knötchenartigen, innen weißfleischigen Wurzelwucherungen können auf Kohlhernie hinweisen.
- Kohlherniekranke Pflanzen kommen samt Wurzeln in den Restmüll, die Fläche braucht mindestens 7 Jahre Pause für Kreuzblütler.
- Falscher Mehltau zeigt gelbliche Flecken oben und weißlichen Sporenrasen unten, kurze Blattnässe beugt vor.
- Alternaria bildet graubraune, rundliche Flecken und wird durch 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit begünstigt.
- Adernschwärze und Turnip mosaic virus lassen sich nicht direkt mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen.
- Ein hohler Strunk allein beweist keinen Bormangel.

Welkt dein Brokkoli trotz feuchter Erde oder tauchen Flecken auf den Blättern auf, hilft zuerst ein genauer Blick. Manche Brokkoli-Krankheiten kannst du im Beet bremsen, gegen andere gibt es keine direkte Bekämpfung. Ich gehe deshalb bei jedem Verdacht gleich vor: Blattoberseite, Blattunterseite, Kopf und erst zum Schluss die Wurzel. Ein Schadbild bleibt dabei ein Hinweis und keine sichere Diagnose, manche Erreger trennt erst ein Labor.
Welches Schadbild passt zu welcher Krankheit?
Die Tabelle ist mein Suchraster im Beet. Eine Diagnose ersetzt sie nicht, aber sie zeigt dir, wo du genauer hinschauen solltest.
| Was du siehst | Kann hinweisen auf | Wo du nachschaust |
|---|---|---|
| Pflanze kümmert oder welkt, Wurzeln mit knötchen- bis fingerförmigen Wucherungen | Kohlhernie | Wurzel ausgraben, Verdickung aufschneiden |
| Gelbliche Flecken oben, weißlicher Sporenrasen unten | Falscher Mehltau | Blattunterseite |
| Mehlig weißer Belag | Echter Mehltau | Blattfläche |
| Graubraune, rundliche Blattflecken | Alternaria | Blattfläche |
| Weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrünen Blattpartien | Weißer Rost | Blattfläche |
| V-förmige, gelbbraune Bereiche am Blattrand, dunkle Adern | bakterielle Adernschwärze | Blattrand und Adern |
| Kopf zerfällt breiig und riecht streng | bakterielle Kopffäule | Kopf |
| Grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken, verformte Blätter | Turnip mosaic virus | Blattfläche |
| Strunk innen hohl | sortenbedingt, verstärkt durch StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten. | Schnittfläche nach der Ernte |
| Sämlingsstängel wässrig-weich und stark verengt | Umfallkrankheit | Anzuchtschale |
So gehe ich einen verdächtigen Brokkoli durch:
- Blattoberseite: gelbliche oder graubraune Flecken, Pusteln, mehliger Belag?
- Blattunterseite: weißlicher Sporenrasen, blaugraue Läuse?
- Herz und Kopf: verdrehte Herzblätter, Fraßstellen, breiige Stellen, strenger Geruch?
- Wurzel: nur bei Welke ausgraben und Verdickungen aufschneiden.
- Umfeld: Staunässe, abends nasse Blätter, Hirtentäschel oder Hederich im Beet?
Kohlhernie: wenn der Brokkoli welkt und die Wurzeln wuchern
Kohlhernie sitzt an den Wurzeln. Oben siehst du deshalb zuerst nur eine Pflanze, die kümmert oder welkt. Erst beim Ausgraben zeigen sich knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen an den Wurzeln. Ich schneide eine solche Verdickung immer mit dem Messer auf. Bei Kohlhernie ist sie innen weißfleischig und nicht hohl. Findest du Hohlräume mit Larven darin, spricht das eher für Gallen des Kohlgallenrüsslers.
Wenn eine Brokkolipflanze schlappmacht, reiße ich sie nicht einfach heraus. Mit der Grabegabel hebe ich sie samt Ballen an und lege sie auf eine alte Zeitung. Erst dann schaue ich mir Wurzeln und Strunk in Ruhe an, und bei Verdacht wandert die Zeitung mit in den Restmüll.
Warum Kohlhernie so lange im Beet bleibt
Der Erreger bildet DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren., die bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können. Begünstigt werden Infektionen besonders durch 20 bis 25 °C und durch feuchte bis staunasse Böden. Befallen werden können neben Kohl auch Rettich, Radieschen und Raps. Dazu kommen Beikräuter wie Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel. Ich jäte sie deshalb auch in den Jahren, in denen auf der Fläche kein Kohl steht.
Was du bei Kohlhernie tun kannst
Bereits erkrankte Pflanzen lassen sich nicht direkt heilen. Bestätigt sich der Verdacht an den Wurzeln, holst du die Pflanzen samt Wurzeln aus dem Beet. Die kranken Pflanzen gehören in den Restmüll und nicht auf den eigenen Kompost. Spaten, Grabegabel und Hacke reinigst du danach gründlich, damit keine Erde am Werkzeug in andere Beete wandert.
Auf der befallenen Fläche ist danach für alle Kreuzblütler eine Anbaupause von mindestens 7 Jahren vorgesehen. Dazu zählen neben Kohl auch Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Pak Choi. Auch die Gründüngungen Senf, Ölrettich und Raps gehören in diese Pause. Die Pause ist kürzer, als die Dauersporen überleben können. Deshalb senkt sie das Risiko, macht die Fläche aber nicht sicher frei, und Kohlhernie kann auch danach wieder auftreten.
Zur Vorbeugung gegen Kohlhernie wird nach einer Bodenprüfung ein pH-Wert von 7 bis 7,5 empfohlen. Ob du kalkst, entscheidet der gemessene Wert zusammen mit Bodenart und Humusgehalt. Liegt der pH-Wert über dem passenden Zielbereich, wird nicht gekalkt.
Lass vor dem Kalken den pH-Wert messen. Eine Standard-Bodenanalyse kann neben dem pH-Wert auch pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmen.
Kranke Kohlwurzeln landen auf dem Kompost. Mit dem fertigen Kompost bringst du die Erde später auf andere Beete. Auch Erde aus Töpfen, in denen Kohlhernie aufgetreten ist, verwendest du nicht wieder.
Falscher Mehltau: gelbe Flecken oben, Belag unten
Falscher Mehltau zeigt sich mit gelblichen Flecken auf der Blattoberseite. Drehst du das Blatt um, siehst du darunter einen weißlichen Sporenrasen. Auf meinem Rundgang drehe ich deshalb immer ein paar Blätter um, besonders bei jungen Pflanzen.
Beim Falschen Mehltau an Kohl begünstigen 8 bis 12 °C die Keimung der Konidien. Bei 15 bis 17 °C kann der Erreger besonders schnell in die Blätter eindringen.
Vorbeugen heißt hier vor allem, die BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. kurz zu halten. Bei Jungpflanzen beugen gute Lüftung, vermiedene Taubildung und rasch abtrocknende Blätter vor. Im Beet gießt du früh am Tag und bringst das Wasser bodennah an die Pflanzen, ohne die Blätter zu benetzen. Morgens gegossene Pflanzen können tagsüber abtrocknen. Wer abends über die Blätter gießt, verlängert also genau die Nässe, die du vermeiden willst.
Ist der Befall schon da, nehme ich einzelne stark befleckte Blätter ab und trage sie aus dem Beet. Eine Garantie ist das nicht, wichtiger bleibt, dass die Blätter künftig schneller trocknen.
Echter Mehltau sieht anders aus
Echter Mehltau bildet an Kohl einen mehlig weißen Belag. Bei Grünkohl erfordert er im Hausgarten normalerweise keine Bekämpfung, bei Blumenkohl gilt er bisher nicht als besonders ernste Krankheit. Die Unterscheidung lohnt sich trotzdem, denn beim Falschen Mehltau steuerst du über die Blattnässe gegen.
Alternaria-Blattflecken: graubraun und rundlich
Alternaria verursacht an Kohl graubraune, rundliche Flecken auf den Blättern. Begünstigt wird Alternaria durch 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Befallene Blätter nimmst du ab, das kann die Ausbreitung begrenzen. Ich schneide sie mit einer sauberen Schere ab und lege sie nicht als Mulch zurück ins Beet.
Vorbeugend setze ich auf alles, was die Blätter trocken hält. Dazu gehören ausreichende Pflanzabstände und bodennahes Gießen am Morgen. Eine Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann den KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. vermindern.
Weißer Rost: weiße Pusteln auf gelblichgrünem Blatt
Weißer Rost bildet an Kohl weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrün verfärbten Blattpartien. Die Pusteln sind etwa 0,5 bis 3 mm groß. Besonders günstig entwickelt sich der Erreger bei 10 bis 15 °C. Vom Falschen Mehltau unterscheidest du ihn an diesen einzelnen Pusteln, denn dort liegt ein Sporenrasen auf der Blattunterseite. Einzelne befallene Blätter knipse ich ab und achte beim Gießen darauf, das Laub trocken zu lassen.
Bakterien am Brokkoli: Adernschwärze und Kopffäule
Bakterielle Adernschwärze
Die bakterielle Adernschwärze zeigt sich am Blattrand. Dort entstehen V-förmige, gelbbraune Bereiche, die später absterben können. Dazu kommen dunkel verfärbte Blattadern. Mit Pflanzenschutzmitteln lässt sich die Krankheit nicht direkt bekämpfen. Befallene Blätter nehme ich ab, und bei den nächsten Sätzen achte ich besonders auf die KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie. auf dieser Fläche.
Bakterielle Kopffäule
Bei der bakteriellen Kopffäule zerfällt das Gewebe am Kopf breiig, und es riecht streng. Verletzungen und große Nässe begünstigen die Fäule. Raupenkot und Schneckenfraß an den Kopfknospen mindern beim Brokkoli direkt die Erntequalität. Weil Verletzungen die Kopffäule begünstigen, sind Fraßstellen am Kopf auch ein Fäulnisrisiko.
Ein Kulturschutznetz kann Schadinsekten vom Kohl fernhalten. Bei Brokkoli kann es aber Hitzestau begünstigen und unter feuchten Bedingungen vermehrte Kopffäule fördern. Bei anhaltender Nässe schaue ich mir die Köpfe unter dem Netz deshalb besonders genau an.
Sichtbar verschimmelten Brokkoli isst du nicht mehr, er gehört entsorgt. Einen breiig faulen Kopf ernte ich ebenfalls nicht für die Küche.
Viren: Flecken mit dunklem Rand und verformte Blätter
Das Turnip mosaic virus kann an Kohl grün-gelbliche Flecken verursachen, die später dunkel umrandet sind. Dazu kommen verformte Blätter. Direkt mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen lässt sich das Virus nicht.
An Grünkohl kann die Mehlige Kohlblattlaus dieses Virus übertragen, ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. können dort das Turnip yellow mosaic virus weitergeben. Die Mehlige Kohlblattlaus erkennst du an ihrer blaugrauen Wachsbepuderung, meist sitzt sie unter den Blättern. Läusekolonien entferne ich deshalb schon zu Befallsbeginn, auch am Brokkoli.
Keine Krankheit und trotzdem krank: typische Verwechslungen
Nicht jedes Schadbild geht auf einen Erreger zurück. Manches liegt an Sorte oder Düngung, anderes an einem Schädling, der wie eine Krankheit aussieht.
Hohler Strunk
Hohle Brokkolistrünke können sortenbedingt auftreten. Sehr üppiges Wachstum bei Stickstoffüberschuss kann sie verstärken.
„Ein hohler Strunk heißt Bormangel.“ Das Symptom allein beweist keinen Bormangel. Bei Blumenkohl kann eine Bordüngung zudem schnell zu einer Überversorgung mit Pflanzenschäden führen. Ich schaue deshalb zuerst auf meine Stickstoffgaben und lasse im Zweifel den Boden untersuchen.
Herz fehlt oder ist verdreht
Bildet ein Brokkoli nach meist 4 bis 8 Blättern keine weiteren Blätter mehr, kann genetische Herzlosigkeit dahinterstecken. Erkennungsmerkmal ist ein trichter- oder nadelförmiges Endblatt. Verdrehte und verkorkte Herzblätter deuten dagegen eher auf Larven der Kohldrehherzmücke hin. Die Larven können auch Herzlosigkeit sowie missgebildete, innen schorfige Köpfe verursachen. Auf diesen Schädling kontrollierst du Brokkoli, bis der Blumenansatz deutlich sichtbar ist.
Hattest du verdrehte Herzblätter im Beet, räumst du den Bestand nach der letzten Ernte rasch ab. An stehenden Seitentrieben können sich die Larven sonst weiter vermehren.
Welke: was die Wurzel verrät
Welke kann viele Ursachen haben. Bei einer schlappen Pflanze schaust du dir deshalb die Wurzel an.
| Befund an Wurzel und Boden | Kann hinweisen auf |
|---|---|
| Knötchen- bis fingerförmige Wucherungen, innen weißfleischig und nicht hohl | Kohlhernie |
| Verdickungen mit Hohlräumen, darin Larven | Gallen des Kohlgallenrüsslers |
| Weißliche Maden bis etwa 1 cm Länge an den Wurzeln | KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. |
| Faulende Wurzeln in ständig nassem Boden | Wurzelfäule durch Überwässerung |
Ständige Überwässerung kann Wurzeln faulen lassen. Die Pflanze zeigt dann Wassermangelsymptome, obwohl der Boden feucht ist. Bei Blumenkohl beginnen Vergilbungen durch Fusariumwelke häufig einseitig an älteren Blättern, teils mit verfärbten Leitungsbahnen im Strunk. Verticillium und FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. sind an Kohl am Schadbild kaum sicher zu unterscheiden, dafür braucht es eine Laboruntersuchung.
Kohlfliege, Drehherzmücke, Raupen und Läuse behandelt ein eigener Ratgeber: welche Schädlinge Brokkoli treffen und wie du sie erkennst.
Umfallkrankheit: Probleme schon in der Anzuchtschale
Sind Sämlingsstängel wässrig-weich und an der Befallsstelle stark verengt, kann das auf Umfallkrankheit hinweisen. Vorbeugen kannst du mit sauberem, neuem Anzuchtsubstrat und gereinigten Gefäßen. Die Aussaaterde hältst du gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe. Ich nehme für jede Aussaat frische Erde und reinige die Schalen vorher gründlich. Wie es danach mit Pikieren, Abhärten und Pflanzen weitergeht, steht in der Anleitung, wie du Brokkoli vom Samenkorn bis zum Erntekopf ziehst.
Vorbeugen: Standort, Kohlpause, Gießen und Sorte
Standort und Boden
Brokkoli steht gern vollsonnig auf fruchtbarem, gut durchlässigem Boden. Staunässe meidest du schon wegen der Kohlhernie. Was Kohl an Standort, Boden und Nährstoffen braucht, findest du im Abschnitt Standort und Boden im Kohl-Ratgeber.
Kohlpause über die Jahre
Für Brokkoli gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. In diese Pause zählen alle Kreuzblütler, auch Gründüngungen wie Senf, Ölrettich und Raps. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und passt deshalb als Gründüngung in eine Kohlfruchtfolge. Damit du den Überblick behältst, kannst du deine Beete über mehrere Jahre im Beetplaner festhalten.
Gießen ohne nasse Blätter
Gieß den Boden und nicht die Blätter, am besten sehr früh am Morgen, solange Boden und Luft noch kühl sind. Nach der Pflanzung wässerst du Brokkoli durchdringend und gießt in den folgenden 3 Wochen nur bei Trockenheit nach. Ab dem kräftigen Wachstum braucht er gleichmäßige Feuchtigkeit, aber keinen dauernd nassen Boden.
Brokkoli pflanzt du mit 50 cm Abstand in der Reihe und 60 cm Reihenabstand. Halte diese Abstände auch dann ein, wenn das Beet nach dem Pflanzen noch leer wirkt.
Sortenwahl
Bei der Sortenwahl lohnt ein Blick auf die Widerstandsfähigkeit. Marathon F1 wird als widerstandsfähig gegen Mehltau beschrieben. Welche Sorte zu deinem Garten und deiner Saison passt, zeigt dir die Übersicht, welche Brokkolisorten sich für den Hausgarten eignen.
Hausmittel und Pflanzenschutzmittel: wo die Grenzen liegen
„Brennnesseljauche macht Brokkoli widerstandsfähig gegen Krankheiten.“ Das wird ihr oft nachgesagt. Vergorene Brennnesseljauche dient im Garten als stickstoffhaltiger Dünger. Weil üppiges Wachstum bei Stickstoffüberschuss hohle Strünke verstärken kann, setze ich sie bei Brokkoli nicht als Krankheitsmittel ein.
Gegen einige Brokkoli-Krankheiten gibt es kein direktes Mittel. Kohlherniekranke Pflanzen lassen sich nicht heilen, und Adernschwärze sowie das Turnip mosaic virus lassen sich nicht direkt mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen. Hier bleibt dir die Vorbeugung.
Willst du bei anderen Krankheiten doch ein Pflanzenschutzmittel einsetzen, dann nur als letztes Mittel. Im Hausgarten darfst du nur Mittel anwenden, die für nichtberufliche Anwender erlaubt sind, und nur im zugelassenen Anwendungsgebiet. Prüf vorher anhand der Gebrauchsanleitung und der BVL-Datenbank, ob das Mittel für Brokkoli im Haus- und Kleingarten zugelassen ist. Halte dich genau an die Gebrauchsanleitung, trag Schutzkleidung und beachte die Wartezeit bis zur Ernte. Reste und Verpackung entsorgst du so, wie es die Gebrauchsanleitung vorgibt. Bedenke auch, dass ein Mittel Nützlinge treffen kann. Die Grundlagen zum Pflanzenschutz bei Kohl findest du ebenfalls im Kohl-Ratgeber.





