Rosenkohl ernten: Erntezeit, Reifezeichen und die richtige Pflücktechnik
- Rosenkohl hat von Oktober bis Februar Saison, frühe Sorten erntest du schon im September und Oktober.
- Erntereif sind Röschen, die fest geschlossen, prall und kräftig grün sind; du pflückst jeweils die größten.
- Neuere Sorten brauchen für einen angenehmen Geschmack nicht zwingend Frost.
- Willst du ab Dezember oder lange durchpflücken, bleibt die Triebspitze an der Pflanze.

Rosenkohl erntest du nicht an einem Tag, sondern über die ganze Saison. Pflückst du richtig, liefert jede Pflanze Röschen für mehrere Durchgänge. Ich fange dabei unten am Stängel an, nehme nur die größten festen Röschen und lasse alles Weiche für später hängen.
Die kurze Antwort auf die Frage nach der Erntezeit: Rosenkohl hat von Oktober bis Februar Saison. Frühe Sorten erntest du schon ab September.
Rosenkohl-Erntezeit: Wann welche Sorte reif ist
Wann deine Pflanzen so weit sind, hängt an der Reifegruppe der Sorte. Die drei Gruppen lösen sich im Herbst und Winter ab:
| Reifegruppe | Erntezeit |
|---|---|
| Früher Rosenkohl | September und Oktober |
| Mittelspäter Rosenkohl | Mitte Oktober bis Dezember |
| Später Rosenkohl | Dezember bis Februar |
Pflanzt du Sorten aus mehreren Reifegruppen, verteilt sich deine Ernte über die ganze Saison. Für die Winterernte setzt du die Jungpflanzen von Mai bis Anfang Juni ins Beet. Ab der Pflanzung dauert die Kultur je nach Sorte etwa 160 bis 250 Tage. Die Termine hast du mit dem Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken auf einem Blatt. Einen Überblick, welche Arbeiten beim Rosenkohl von der Aussaat bis zur Winterernte anstehen, gibt dir der Anbaukalender.
Was die Röschen schon im Sommer brauchen
Feste Röschen hängen auch an der Pflege im Sommer: Wird zu intensiv mit StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). gedüngt, leidet die Röschenbildung. Besonders von Anfang August bis Mitte September achtest du auf eine gleichmäßige und ausreichende Bewässerung. Wie du Rosenkohl vom Setzling bis zur Ernte großziehst, liest du im Anbau-Ratgeber, und die Grundlagen zu Standort, Boden und Düngung stehen im Kohl-Ratgeber.
Woran du erntereife Röschen erkennst
Ein erntereifes Röschen ist fest geschlossen, prall und kräftig grün, Flecken hat es keine. Ich prüfe das mit Daumen und Zeigefinger: Gibt das Röschen kaum nach, breche ich es aus. Entscheidend ist die Festigkeit und nicht ein bestimmtes Maß, denn du nimmst bei jedem Durchgang ohnehin die größten Röschen.
Gelbe oder welke Blätter am Röschen deuten darauf hin, dass es schon älter ist. Sind nur die äußeren Blätter leicht welk, zupfst du sie ab und verwendest den Rest.
Rosenkohl, auch Kohlsprossen genannt, bildet keinen großen Kopf. Seine Röschen sind verdickte Blattknospen aus dicht geschichteten Blättern, die entlang des Stängels sitzen. Darum erntest du sie einzeln und nicht als Ganzes wie einen Weißkohl.
Frost und Geschmack: Musst du auf den ersten Frost warten?
„Rosenkohl schmeckt erst nach dem ersten Frost.“ Neuere Sorten brauchen für einen angenehmen Geschmack nicht zwingend Frost. Bei ihnen musst du mit der Ernte also nicht auf Frost warten.
Frühe Sorten werden im September und Oktober reif. Bei einer neueren frühen Sorte pflückst du feste Röschen deshalb gleich, statt sie für den Frost am Stängel hängen zu lassen.
Späte Sorten stehen dagegen bis in den Februar im Beet. Bei Wintergemüse erntest du gefrorene Blätter erst, wenn sie an der Pflanze langsam aufgetaut sind. Ich halte es bei den Röschen genauso und pflücke erst nach dem Auftauen. Kündigt sich starke Kälte an, kann eine Vliesabdeckung überwinterndes Gemüse vor Kälte und Wintersonne schützen.
Durchfrorene Röschen halten sich nach dem Auftauen nur kurz. Verarbeite sie deshalb umgehend und lege sie nicht erst in den Kühlschrank.
So pflückst du Rosenkohl richtig
Anders als Kopfkohl erntest du Rosenkohl nicht auf einmal, sondern Röschen für Röschen. So gehe ich vor:
- Unten anfangen. Du beginnst am unteren Stängel und arbeitest dich nach oben vor.
- Blatt aus dem Weg nehmen. Sitzt ein Blatt vor dem Röschen, brichst du es dicht am Stängel ab.
- Röschen ausbrechen. Fass das Röschen und drück es mit einer leichten Drehung seitlich weg, bis es am Ansatz abbricht. Sitzt es sehr fest, setzt du ein kleines Messer dicht am Stängel an.
- Nur die größten nehmen. Du pflückst die größten festen Röschen, die kleineren bleiben für den nächsten Durchgang.
- Spitze dranlassen. Willst du ab Dezember oder lange durchpflücken, bleibt die Triebspitze an der Pflanze.
Ich halte beim Ausbrechen mit der freien Hand den Stängel fest, damit die Pflanze nicht wackelt. Die Röschen lege ich locker in einen flachen Korb, und welke Außenblätter zupfe ich gleich am Beet ab.
Beim Blumenkohl schneidest du den ganzen Kopf auf einmal heraus. Woran du beim Blumenkohl den richtigen Erntezeitpunkt erkennst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Nachernten: mehrmals durchpflücken
Du pflückst Rosenkohl mehrmals durch und nimmst jedes Mal die Röschen, die gerade am größten sind. Die Pflanze bleibt dafür im Beet, bis der letzte Durchgang vorbei ist. Wann du wieder durchgehst, bestimmen die Röschen: Ich schaue nach, ob neue feste Röschen da sind, und lasse die Pflanze sonst in Ruhe.
Entgipfeln: Spitze kappen oder stehen lassen?
Beim Entgipfeln entfernst du die Triebspitze der Pflanze. Für Rosenkohl mit Pflanzung Anfang Juni fällt das Entgipfeln auf Mitte September. Bei Kohlröschen, einer Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl, dient das Auskneifen der Spitze einer früheren, gebündelten Ernte.
Die Spitze kappen und trotzdem bis tief in den Winter pflücken wollen. Für eine Ernte ab Dezember und ebenso für eine lange fortlaufende Pflückernte entgipfelst du besser nicht.
Späte Sorten reifen von Dezember bis Februar, also genau in der Zeit, für die das Entgipfeln nicht passt. Bei ihnen bleibt die Spitze deshalb dran.
Beim Pflücken gleich mitkontrollieren
Beim Durchpflücken hast du jede Pflanze in der Hand und siehst auch unter die Blätter. Blaugraue Kolonien und fleckige, buckelige Blätter können auf die Mehlige Kohlblattlaus hindeuten. Fliegen beim Berühren kleine Insekten von der Blattunterseite auf und sind die Blätter klebrig, kann das auf Kohlmottenschildläuse hinweisen. Bei Raupen- oder Blattlausbefall kann es den Schaden begrenzen, Larven einzusammeln und geschädigte Pflanzenteile zu entfernen. Larven von SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. und Marienkäfern gehören zu den natürlichen Gegenspielern der Mehligen Kohlblattlaus.
Nach der letzten Ernte: Strünke räumen
Nach dem letzten Durchgang ziehe ich die Strünke samt Wurzeln aus dem Beet. Pflanzen mit Kohlmottenschildläusen sollten nicht bis zum nächsten Frühjahr stehen bleiben, weil sie dem Schädling als Winterquartier dienen. Knötchenartige oder fingerförmige Wucherungen an den Wurzeln können auf KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. hindeuten. Solche Pflanzen gehören samt Wurzeln in den Restmüll und nicht auf den Kompost. Die benutzten Geräte reinigst du danach gründlich. Ist Kohlhernie aufgetreten, braucht das Beet eine langjährige KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie..
Gesunde Blätter und Strünke kommen bei mir auf den Kompost. Wie du eigenen Kompost und eine BodenuntersuchungEine Bodenanalyse ist die Laboruntersuchung einer Bodenprobe, die du aus vielen Einstichen einer Fläche zusammenmischst. Sie zeigt, welche Nährstoffe im Boden stecken und wie viel Kalk er braucht, und ist die Grundlage für bedarfsgerechtes Düngen. für die nächste Kohlsaison nutzt, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Düngen.
Frisch geerntet: kühlen und kochen
Frisch gepflückter Rosenkohl hält sich nur bis zu einer Woche. Ich schlage die Röschen im Gemüsefach in ein feuchtes Tuch ein. Wie du geernteten Rosenkohl putzt, länger lagerst und einfrierst, liest du im Lager-Ratgeber.
In der Küche werden die Röschen meist gegart, also gedämpft, gedünstet oder gekocht. Mehr zu Verwendung und Nährwerten findest du im Kohl-Ratgeber unter Küche und Nährwerte.




