Rosenkohl im Jahresverlauf: Anbaukalender von der Aussaat bis zur Winterernte
- Aussaat von März bis Mai, im Saatbeet im Freiland oder geschützt unter Glas.
- Für die Winterernte pflanzt du von Mai bis Anfang Juni.
- Abstand: 50 cm in der Reihe, 60 cm zwischen den Reihen.
- Neben der Grunddüngung folgen Kopfdüngungen nach 6 und nach 12 Wochen.
- Entgipfeln: Mitte September bei Pflanzung Anfang Juni.
- Ernte von Oktober bis in den Februar, bei starkem Frost Vlies auflegen.

Rosenkohl begleitet dich durch das ganze Gartenjahr: Gesät wird im Frühjahr, geerntet bis in den Februar. Wer die Termine kennt, pflanzt rechtzeitig, entgipfelt zur passenden Zeit und hat das Vlies bereit, bevor starker Frost kommt. Ich trage mir die Rosenkohl-Termine deshalb schon im Winter in meinen Gartenkalender ein.
Die Röschen sind verdickte Blattknospen am Stängel, und bis du sie erntest, vergehen viele Monate. Hier geht es um den Zeitplan beim Rosenkohl und um die Handgriffe, die im Herbst anstehen. Die Grundlagen für alle Kohlarten stehen in meinem Kohl-Ratgeber, auf den ich an den passenden Stellen verweise.
Der Rosenkohl-Kalender auf einen Blick
Die Tabelle zeigt dir, welche Arbeit wann ansteht.
| Zeitraum | Was ansteht | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| März bis Mai | aussäen, im Saatbeet im Freiland oder geschützt unter Glas | Saattiefe 0,5 bis 1 cm, Keimdauer 7 bis 14 Tage |
| ab April | Saaten und Jungpflanzen regelmäßig ansehen | KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. meist ab April, Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. im April oder Anfang Mai |
| Mai bis Anfang Juni | auspflanzen für die Winterernte | 50 cm in der Reihe, 60 cm Reihenabstand, vorher Kompost einarbeiten, Netz gleich auflegen |
| Sommer | gießen, hacken, nachdüngen | Kopfdüngung nach 6 und nach 12 Wochen, neue Käfergeneration der Erdflöhe ab Juli |
| Mitte September | Triebspitze entfernen | gilt für Rosenkohl, der Anfang Juni gepflanzt wurde |
| Herbst | vergilbte untere Blätter abnehmen | Blattunterseiten dabei auf Raupen ansehen |
| Oktober bis Februar | Röschen ernten, von unten nach oben | Vlies bei starkem Frost auflegen |
| nach der letzten Ernte | Beet räumen, Fruchtfolge planen | Wurzeln mit Wucherungen in den Restmüll, Bodenprobe nicht direkt nach einer Düngung |
Die Kulturdauer von Rosenkohl liegt je nach Sorte bei etwa 160 bis 250 Tagen ab der Pflanzung. Das sind rund 5,5 bis 8 Monate im Beet.
Weil du von Mai bis Anfang Juni pflanzt und bis in den Februar erntest, bleibt das Beet den ganzen Winter über belegt. Wann Weißkohl, Grünkohl und die anderen Arten gesät werden, zeigt dir der druckbare Aussaatkalender für alle Kohlarten.
Ich schreibe das Pflanzdatum auf das Beetschild neben dem Rosenkohl. Im September sehe ich dann sofort, wann der Satz ins Beet kam, und plane das Entgipfeln danach.
Frühjahr: Rosenkohl von März bis Mai aussäen
Gesät wird Rosenkohl von März bis Mai. Üblich ist die Vorkultur im Saatbeet im Freiland, eine geschützte Anzucht unter Glas geht ebenso. Lass die Sämlinge nicht zu dicht stehen, sonst werden sie lang und schwach. Pikieren und AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. für alle Kohlarten erklärt mein Kohl-Ratgeber im Abschnitt Aussaat, Anzucht und Pflanzung.
Die Einzelheiten für Rosenkohl zeigt dir die Anleitung zur Rosenkohl-Anzucht Schritt für Schritt. Welcher Saattermin zu deiner Wunsch-Ernte passt, liest du im Beitrag, wann du Rosenkohl säst, damit er vor dem Frost erntereif ist.
Mai bis Anfang Juni: Rosenkohl pflanzen
Für die Ernte im Winter pflanzt du Rosenkohl von Mai bis Anfang Juni. In der Reihe setzt du die Pflanzen mit 50 cm Abstand. Zwischen den Reihen lässt du 60 cm frei, und an jede Pflanzstelle kommt eine einzelne Pflanze. Das Einsetzen und die Pflege bis zur Ernte beschreibt die Anleitung, wie du Rosenkohl-Setzlinge pflanzt und pflegst.
Rosenkohl braucht einen vollsonnigen Platz und fruchtbaren, gut durchlässigen Boden, am liebsten mittelschwer bis schwer und kalkhaltig. Empfohlen wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7,5. Vor dem Auspflanzen arbeite ich reifen Kompost ins Beet ein; Boden, pH und Düngung vertieft der Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden sowie unter Düngen.
Überwinterte Kohlerdflöhe erscheinen meist ab April, und weil du erst ab Mai pflanzt, kommen deine Jungpflanzen in ein Beet, in dem die Käfer schon unterwegs sind. Ich lege deshalb direkt nach dem Pflanzen ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und beschwere die Ränder rundum. Vorbeugen, Kontrollieren und Eingreifen beschreibt der Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.
Sommer: gießen, hacken und zweimal nachdüngen
Neben der Grunddüngung bekommt Rosenkohl eine Kopfdüngung nach 6 Wochen. Nach 12 Wochen folgt die zweite.
Die Bayerische Gartenakademie schätzt es als sinnvoller ein, Gemüse eher einmal pro Woche gründlich zu gießen als täglich in kleinen Mengen. Gemeint sind dabei rund 14 Liter je Quadratmeter. Wie du nach Bedarf und an die Wurzel gießt, steht im Kohl-Ratgeber unter Gießen.
Regelmäßiges flaches Hacken unterdrückt auf ungemulchten Beeten Beikräuter und vermindert die Verdunstung. Mulchst du mit angetrocknetem Rasenschnitt, bringst du ihn nur dünn bodendeckend aus und ergänzt ihn öfter. Was du darüber hinaus für den Ertrag tun kannst, sammelt der Beitrag, wie du den Ertrag von Rosenkohl steigerst.
September: die Triebspitze entfernen
Entgipfeln heißt, dass du die Triebspitze oben aus der Pflanze nimmst. Für Rosenkohl, den du Anfang Juni gepflanzt hast, ist das Entgipfeln Mitte September vorgesehen.
Ich knipse die Spitze mit dem kleinen Blattschopf oben mit den Fingern aus. Ist der Stängel dort schon hart, nehme ich ein sauberes Messer.
Den Septembertermin auf jede Pflanzung übertragen. Mitte September gilt für Rosenkohl, der Anfang Juni ins Beet kam. Hast du früher oder später gepflanzt, notiere dir das Pflanzdatum und entscheide im September mit Blick auf deine Pflanzen, statt stur nach dem Kalender zu schneiden.
Herbst: die unteren Blätter abnehmen
Im Herbst nehme ich unten am Stängel die Blätter ab, die gelb werden oder auf dem Boden aufliegen. Ich ziehe sie dicht am Stängel mit einem kurzen Ruck seitlich nach unten ab. So sehe ich die Röschen und komme bei der Ernte gut heran. Dabei drehe ich die Blätter um und schaue auf den Unterseiten nach Raupen, etwa denen des Kohlweißlings. Grüne, gesunde Blätter weiter oben lasse ich stehen.
Herbst und Winter: Rosenkohl vor Frost schützen
Rosenkohl steht zur Ernte bis in den Februar im Beet und erlebt damit den ganzen Winter. Eine Vliesabdeckung kann überwinterndes Gemüse vor starker Kälte schützen, ebenso vor Wintersonne. Ist starker Frost angesagt, lege ich das Vlies locker über die Pflanzen und beschwere die Ränder. Steigen die Temperaturen danach stark an, nimmst du es wieder ab, damit darunter kein Hitzestau entsteht.
Auch im Kübel lässt sich Rosenkohl ziehen. Dort friert der Wurzelballen schneller als im Gartenboden, und Wurzeln reagieren empfindlicher auf Minusgrade als die Pflanzenteile darüber. Ich isoliere deshalb Topfwände, Oberfläche und Boden und achte darauf, dass Gießen und Wasserabfluss möglich bleiben.
Frost-Richtwerte je Kohlart und die Frage, wie Kälte den Zuckergehalt beeinflusst, behandelt der Kohl-Ratgeber unter Sorten und Jahreszeiten.
Vor dem ersten starken Frost
- Vlies liegt griffbereit neben dem Beet.
- Steine oder Erdnägel zum Beschweren der Ränder sind da.
- Bei stark steigenden Temperaturen kommt das Vlies wieder herunter.
- Kübel sind an Topfwänden, Oberfläche und Boden isoliert, der Abfluss bleibt frei.
Oktober bis Februar: Rosenkohl ernten
Rosenkohl erntest du von Oktober bis in den Februar; die Erntezeiten der anderen Kohlarten stehen im Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung. Ich ernte die Röschen von unten nach oben und lasse die Pflanze dabei stehen. Woran du reife Röschen erkennst und wie du sie sauber abdrehst, zeigt dir der Beitrag, wann Rosenkohl erntereif ist und wie du ihn erntest. Putzen, Lagern und Einfrieren erklärt der Ratgeber, wie du geernteten Rosenkohl lagerst und haltbar machst.
Nach der letzten Ernte: Beet räumen und das nächste Jahr planen
Beim Räumen sehe ich mir die Wurzeln an, denn Wucherungen daran können auf KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. hindeuten. Solche Pflanzen holst du samt Wurzeln heraus, gibst sie in den Restmüll statt auf den Kompost und reinigst danach die Geräte. Die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. des Erregers können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern; mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Krankheiten.
Rosenkohl ist ein Kreuzblütler, und Kreuzblütler baust du vorbeugend nur alle 3 bis 5 Jahre am selben Platz an. Zur KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie. zählen auch Radieschen, Rettich und die Gründüngungen Gelbsenf, Ölrettich und Raps; als günstige VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. für Rosenkohl gelten Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais. Den Wechsel planst du im Beetplaner, die Grundregeln stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.




